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 Die Kristallzitadelle

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Twyla

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Sa Aug 20, 2016 2:56 am

Twyla hatte die Bäume besucht, hatte ihren Setzling nun endlich gefunden, der sich inzwischen prächtig mauserte. Twyla kam das alles vertraut vor, aber sie vermisste den Wald um die Kristallzitadelle. Auch Aria fehlte ihr. Das alles hier schien ... unwirklich. Sacht strich sie über die zarten Blätter des Setzlings. Hätte sie geahnt, was sich in der Burg ab spielte, hätte sie auch Kazans Überraschung nicht missverstanden. Twyla sah auf zum Himmel. Es war ein sonderbarer Tag. Die Wolken am Himmel waren grau, jedoch schien es noch nicht regnen zu wollen. Der Wind brachte kühle Luft mit sich. Es würde heute sicher noch ein Unwetter geben. Gut das der Setzling wenigstens geschützt stand. Die Schwalben flogen bereits recht tief, um die Insekten zu fangen, die sie fressen wollten. Für Twyla war das Wetter eigentlich nie schön, doch das es nun so sonderbar schnell dunkler wurde, erstaunte sie schon. Da braute sich wohl ein wirklich großes Unwetter an. Twyla überlegte, ob sie den Setzling nicht doch mit rein nehmen sollte. Anders herum ... wenn er diesem Wetter trotzen konnte, so würde er einst groß und stark erblühen. Sacht strich sie noch einmal über den Setzling, ehe sie zum den Balkon und so mit auch zu Kazans Gemächer hinauf kletterte. Auch hier war alles frisch und blühte. Es waren so schöne Pflanzen. Ein schatten schien auf sie zu fallen, doch das mochte sich Twyla auch nur einbilden.
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Kazan

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Sa Aug 20, 2016 9:29 pm

„Auf keinen Fall.“, sagte Kazan wütend. „Dann willst du wohl, dass Lysa und Sandor die Wahrheit wissen? Deine süße kleine Schwester. Sag, liebst du sie noch immer so?“
„Du kannst mich nicht einschüchtern. Wenn du ihnen auch nur ein Leid zufügst…“
„Ach bitte. Könntest du mich töten, hättest du es längst getan. Wieso eigentlich treibt sich dieser Elf, Solus hier herum?“ Kazan hob die Braue. Wusste sie nicht, dass Twyla ihr Vater war? Das… Er senkte den Blick. „Was ist, Kazan, was verschweigst du? Du sahst schon immer aus, als würdest du dich schämen, wenn du ein Geheimnis hast.“ „Ich weiß von dir und Solus.“ DAS schien nun sie kurz zu überraschen. Sie musterte ihren Sohn nicht mehr so kühl, wie sie es gern gewollt hätte. „Ach? Was meinst du damit, Kazan?“ „Du und er, ihr wart verliebt.“ Sie grinste. „Verliebt? Das trifft es nicht ganz.“ Kazan hob den Blick. „Ja… Denn du trägst nichts als Leere in dir Leere und Gier. In dir ist kein Funken Liebe.“ Jetzt musterte sie ihn scharf. „ICH liebte Carver! Und ich habe dich geliebt, bis du mich so schändlich verraten hast!“ Kazan schloss die Augen. „Du und deine Prinzipien! Du bist genauso wie dein alter Herr. Nie die Grenzen übertreten. Immer für seine Überzeugungen eintreten und loyal sein. Da kommt es mir hoch.“
„Sprich nicht so über ihn!“, befahl Kazan, tat dies aber leise. Sie lächelte und Kazan sagte weiter: „Und ich habe dich nicht verraten. Ich habe getan, was richtig war.“
„Du hast deinen geliebten Bruder ermordet und du hast deinen geliebten Vater nicht retten können, dein Leben hast du dir von einem Elf retten lassen und danach noch einmal von dem Elfenkönig höchst selbst. Kazan… du bist eine echte Enttäuschung. Was hast du selbst vollbracht? Du hast deinen König getötet, Verrat scheint in deinem Blut zu schlummern.“
„Du kannst mich damit nicht verletzen Mutter.“
„Sag… Wie fühlt es sich an, diese schwere Schuld mit dir herumzutragen und es niemandem sagen zu können? Zerbricht es dich? Tut es weh?“ Kazan konnte das hier nur schwer ertragen. Er musste sich etwas einfallen lassen. „Ich seh schon, keine Antwort ist auch eine Antwort. Der Einzige Nutzen, den du mir noch bringen könntest ist als Spion. Tust du es nicht, werden Lysa und Sandor von allem erfahren. Und glaub mir… Ich werde die Geschichte noch etwas beschönigen. Sie werden dich hassen, dafür, dass du die Familie auseinander gerissen hast.“
„DU hast sie auseinander gerissen!“, nun schien er die Geduld verloren zu haben. „DU hast Carver gezwungen Vater zu ermorden! DU hast mir keine Wahl gelassen!“
„Aber, aber, mein Junge… Du willst doch nicht, dass und noch jemand hört hm? Das kannst du nicht wollen.“ Kazan war fertig. Er wollte, dass diese Person einfach verschwand, aber er konnte sie nicht einfach töten. Sie war seine MUTTER!
„Ich sag dir was, Kazan. Ich werde dieses Spiel noch eine Weile spielen, wenn die Informationen aus bleiben, werde ich es erst Lysa sagen und dann Sandor. Lysa werde ich erhängen und es wie Selbstmord aussehen lassen und dann werden wir doch mal sehen, was Sandor dazu sagt, wenn er die Wahrheit von mir gehört hat.“
„Wie kannst so viel Verachtung für das Kind deines Mannes empfinden?“ „Pff. Als hätte dieser Abklatsch eines Ritters dir nicht erzählt, was es mit ihr auf sich hat! Dieses Balg des Liebestollen Narren! Sie war nie meine Tochter und wird es nie sein!“ Kazan spürte, wie sich ihm die Kehle zuschnürte. Er spürte, wie seine Augen das angesammelte Wasser entlassen wollten und sich doch nicht trauten. „Und Sandor? Eine herbe Enttäuschung. Du und Carver, IHR wart Kinder aus Liebe. Und du hast mir den Dolch in die Brust gerammt, indem du mir erst den einen Sohn nahmst und mich dann zum Krüppel machtest! Wie hätte ich dich weiter lieben können?“ „Sei still…“, sagte er kläglich. „Ich fange gerade erst an.“
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Twyla

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Sa Aug 20, 2016 9:43 pm

Etwas stimmte nicht. Sie konnte es regelrecht spüren und so machte sie sich auf, nach Kazan und seiner Mutter zu sehen. Immerhin musste er sich über das Erwachen doch sehr gefreut haben, oder? Sicher waren sie sich schon in die Arme gefallen. Es sollte Anders kommen, als Twyla erwartete. Sie wollte sich gerade bemerkbar machen, als sie den Streit zwischen Kazan und seiner Mutter hörte. Sie stand noch neben der Tür und konnte von hier aus wunderbar hören, was sich da zu trug. Ein Schock, den sie nun erst mal verarbeiten musste. Was war hier los? Was war das für eine Frau? So wunderschön und doch so schrecklich, das Thanduin neben ihr wie ein Lamm wirkte. Twyla konnte regelrecht spüren, wie sehr der Hass von ihr aus ging und wie sehr Kazan unter ihren Worten litt. Das würde kein gutes Ende nehmen. Twyla würde ihn beschützen, egal wie und auch Lysa. Sie könnte ihnen kaum erzählen, was hier vor sich ging. Sie würden ihr niemals glauben, aber Kazan ... sie musste ihn beschützen. Sie musste ihn und ALLE hier beschützen. Wer würde ihr glauben? Wahrscheinlich nicht einmal ihr eigener Vater. Das war  ... furchtbar. Wenn diese Frau nun schon Lysa bedrohte ... ja Sandor als ungewollt betrachtete ... Arthas. Sie musste mit Arthas sprechen. Er musste auf sie aufpassen. Er würde ihr sicher zu hören. Noch blieb Twyla stehen, sah sich ab und zu um, ob Wachen kamen, doch da war niemand. Sie durfte Kazan jetzt nicht völlig im Stich lassen. Egal was er schreckliches getan hatte, er war dieser Frau völlig ausgeliefert.
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Kazan

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   So Aug 21, 2016 1:36 am

Kazan konnte kaum atmen. Was hatte sie da gesagt? Er und Carver – sein Zwillingsbruder – waren Kinder aus Liebe? Und wieso Sandor nicht? Was sollte das bedeuten? Er konnte es nicht fassen, obwohl er in den tiefen seines Verstandes bereits wusste, was das bedeutete…
„Solus, dieser…“ sie seufzte. „Er hat dir nicht gesagt, was in jener Nacht vor 24 Jahren geschah, hm?“
„Sei still!“ Twyla… und er… Das durfte nicht wahr sein. Sie lächelte. „Ich HABE SOlus geliebt und er hat mich geliebt, als gäbe es kein Morgen mehr.“ Kazan wollte in Ohnmacht fallen. „Du bist nicht der leibliche Sohn, deines heiß geliebten Vaters. Du bist der Sohn Des Elfenfürsten Solus.“ Kazans Knie gaben nun nach. „Du lügst…“, hauchte er.
„Tue ich? Nur zu frag ihn? Er wird dir bestätigen können, dass es wahr ist.“ „Das ist unmöglich…“ „Wieso?“ „Twyla… sie… ist SEINE Tochter!“ Die Mutter verstummte. Sie schien schockiert. Dann wurde sie wütend. „Dieser… Bastard! Willst du es mir so heimzahlen, Solus?!“ Kazan verstand die Welt nicht mehr. Kazan konnte nicht glauben, dass dieser ruhige und weise Elf sich wirklich in diese Furie hatte verlieben können. Kazan war am Ende er konnte nicht glauben, was hier passierte. Wieso hatte er diese Hochzeit gewollt, wenn er doch… Kazan war Twylas Halbbruder? Er zerriss sein herz. Seine Halbschwester, die nicht seine echte Schwester war durfte er nicht lieben und Twyla, die eigentlich gar nicht mit ihm verwandt sein sollte, auch nicht? Wie grausam war die Welt?
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Twyla

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   So Aug 21, 2016 3:21 am

Twyla hörte genau zu. Sie hatte ja keine Ahnung, das dieses Gespräch noch erschütternder werden würde, als es ohnehin schon der Fall war. Da platze auch schon die Bombe. Kazan war Solus Sohn und sie ... sie war Solus Tochter. Sie waren Halbgeschwister. Twyla war viel zu schockiert, um irgendwas machen oder sagen zu können. Sie hörte wie Kazan auf die Knie ging. Denn noch ... sie durfte nicht hinein und das ganze unterbrechen. Sie liebte ihn .... und genau das durfte sie nicht. Ihr stockte der Atem. Wie gern wäre sie jetzt da rein und hätte dieser Schlange die Zunge heraus gerissen. Kazan war am Ende und auch sie war drauf und dran, einfach die Flucht zu ergreifen. Besser noch ... sie wollte einfach nur hinaus rennen und Solus anschreien. Wie konnte er sie verheiraten, wenn sie Geschwister waren? Das Leben drehte sich für sie in diesem Moment nur um diesen einen Punkt. Es änderte nichts an ihren Gefühlen, aber Solus wäre nicht nur ihr Antworten schuldig. Zumindest erklärte es, warum er Kazan so sehr mochte und ihn nicht einfach aufgegeben hatte. Vermutlich wusste nicht einmal Thanduin davon. Wie konnte diese Frau sich so sehr am Leid ihres eigenen Sohnes ergötzen? Das war alles nicht fair. Würde jetzt noch mehr kommen? Würde sie ihren Sohn nun endlich in frieden lassen? Dieses Scheusal. Twyla war so unglaublich wüten. Wäre sie sonst gegen alle Vernunft aus ihrem Versteck gesprungen, so war es ihr in diesem Moment gründlich vergangen. Sie hoffte inständig, dieses Weib würde Kazan nun allein lassen .. oder ihn aus ihren Fängen entlassen.
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   So Aug 21, 2016 4:00 am

Es herrschte schweigen. Euphemia sah auf ihren Sohn herab und sagte unzufrieden: „Steh auf! Diese Schwäche steht dir nicht. Sei gefälligst nicht so ein Weichei!“ Kazan sah auf und nun löste sich doch eine Träne aus seinen Augen. Er hauchte: „Du hast alles zerstört.“ Er erhob sich langsam. „Du und deine Gier nach Macht hat alles vernichtet, was ich je geliebt habe. Dein Hang dazu andere zu quälen ist unermesslich. Du…“
„Jetzt reiß dich zusammen! Der Name Kelgahn ist ein starker Name und du bist eine Schande! Lebst Lysa nutzt mir im Moment mehr als du. Du bist mir etwas Schuldig Kazan! Du hast mir fast Zehn Jahre meines Lebens gestohlen und jetzt wirst du für mich tun, was ich verlange! Ich werde mit Solus reden und was deine kleine Freundin oder Frau betrifft… Hast du sie schon entjungfert?“ Er sah sie schockiert an. „Natürlich hast du. Wenigstens das scheinst du hinzubekommen. Ich sag es dir noch einmal, Kazan, alles was ich tat, war für die Familie und du hast alles kaputt gemacht! ICH hätte Königin sein sollen, doch stattdessen bekam ich diesen Armleuchter, der nichts konnte, als einen guten Namen zu haben. Ebenso wie dein missratener Halbbruder!“ Kazan war wie vor den Kopf gestoßen. Er wusste nicht was er machen sollte, er stellte sich vor, wie er sie mit seinen eigenen Händen erwürdte und alleine dieser Gedanke ließ ihn sich schon sündig fühlen.
„Du bist ein Schrecklicher Mensch…“
„Mag sein, aber nur die Starken überleben. Das hat dein Stiefvater nie verstanden.“ Sie kam nun wieder näher und wischte ihm die Träne von der Wange. „Diese Tränen stehen dir nicht. Sei etwas stärker, dann musst du sie auch nicht vergießen.“ Wie herzlos konnte man sein? Nun jedoch legte sie ihre Hand auf die Wange und blieb ganz ruhig. Sie lächelte und Kazan konnte ihren Blick nicht ertragen. „Ich verzeihe dir, Kazan.“ Sie hob sein Gesicht an. „Sie mich an.“ Er tat es. Dann legte sie auch die andere Hand an seine Wange und küsste seine Stirn. „Und jetzt sei ein guter Junge… Ich werde dafür sorgen, dass deine Geschwister weiterhin in dem Glauben bleiben, alles sei in Ordnung. Das solltest du auch tun, Kazan. Es müssen nicht noch mehr verletzt werden. Ich werde mit Solus reden.“ Kazan war wie betäubt und zu allem Überfluss schloss er sie nun auch noch in ihre Arme, als sei sie wirklich die liebende Mutter, die sie nun vorspielen wollte. Kazan wollte einfach sterben.
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Twyla

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   So Aug 21, 2016 4:45 am

Genau das wollte Twyla nun auch. Sie konnte ihn doch nicht allein lassen, aber sie musste mit Solus sprechen, ehe dieses Weib es tun würde. Es war so schrecklich. Twyla liefen die Tränen. Kazan ... was musste er nur durchleiden? Wie hatte ihr Vater eine solche Frau je lieben können? Ihren eigenen Sohnbezeichnete sie als unfähig ... und Kazan ... er war ein so guter Mann ... sie wusste nicht, was sie ihm da an tat. Twyla wandte sich ab und lief hinaus. Sie musste ihren Vater finden. Das, was sie alles gehört hatte, war mehr, als sie verarbeiten konnte. Twyla rannte einfach drauf los. Sie suchte mit jedem Blick nach dem Gesicht ihres Vaters, doch begegnete sie ihm auf dem Weg nicht. Als sie endlich an seinem Haus angekommen war, polterte sie regelrecht auf die Tür ein, als wolle sie diese zertrümmern, bis sie endlich geöffnet wurde. Twyla stürmte hinein. Sie drehte sich zu ihrem Vater um. Tränen rannen ihr über das Gesicht.
"Wie konntest du uns das an tun!!! Er ist mein Bruder und du verheiratest uns? Wie konntest du diese Frau lieben, die nichts als Kälte und Schwärze in ihrem herzen trägt!"
Twyla war vollkommen ausser sich.
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   So Aug 21, 2016 6:52 am

Kazan stand immer noch dort, wie gelähmt. Er konnte es wirklich nicht fassen. Er konnte nicht glauben, was hier los war und die Wärme seiner Mutter… trotz ihrer abgrundtiefen Schwärze im Herzen tat ihm auf groteske Weise gut. Er hob ganz langsam die Arme und sagte dann leise und mit tränen erstickter Stimme: „Wieso…? Wieso ist das alles passiert?“ Sie rieb ihm über den Rücken und sagte dabei: „Schhh.“ Sie senkte seinen Kopf auf ihre Schulter und schließlich setzte sie sich mit ihm. Es ging ihr gehörig gegen den Strich das nun tun zu müssen, doch wenn sie sich Kazan noch mehr zum Feind machen würde, würde er sie ohne Zweifel irgendwann töten. Und das wollte sie nun wirklich nicht riskieren.

Solus war gerade in seinem heim und bereitete einige Dinge vor. Einige Sachen für eine Reise und andere Dinge eben, als es an seine Tür pochte, als gäbe es kein Morgen mehr. Das war… ungewöhnlich. Er öffnete und Twyla rauschte herein. Sofort stellte sie ihn zur Rede und er schloss die Tür hinter sich. Er war entsetzt. Was war denn jetzt los? „Woher…?“, begann er, aber verstummte dann wieder. Er wusste noch nicht, das Euphemia wieder zu sich gekommen war. Doch jetzt mutmaßte er es. Er senkte den Blick und das Gesicht, als würde er sich schämen, doch dann sah er Twyla fest an. „Mein Kind… Setzt dich bitte zu mir.“
Er setzte sich auf einen Moosteppich. Dann schwieg er lange Zeit. Twyla sollte sich auch erst ein bisschen beruhigen. Er atmete tief ein. „Du und Kazan ihr seid keine Geschwister.“ Zumindest nicht im eigentlichen Sinne. „Er ist mein Sohn, ja. Aber… Ich habe dich aufgezogen, als wärst du meine Tochter, Twyla, aber das bist du nicht. Und deine Mutter… sie war auch nicht deine leibliche Mutter. Sie… war nicht mal meine wirkliche Frau, mehr eine Freundin und Weggefährtin. Sie starb kurz bevor ich dich fand. Ich war mit ihr auf einer Reise und als ich wieder kam, sagte ich allen, du seist meine Tochter. Aber… das bist du nicht. Deshalb…“ Er schluckte. Er hätte es ihr früher sagen sollen. Und doch liebte er sie doch wie sein eigen Fleisch und Blut, für ihn änderte das hier überhaupt nichts. „Kazan ist ein Halbelf, auch wenn man es ihm nicht ansieht, so legt er doch die Fähigkeiten der Unsrigen an Tag. Ich konnte es dir nicht sagen. Niemand darf es erfahren… Als Halbelf blieben ihm alle Türen verschlossen… Sowohl bei uns, als auch bei den Menschen. Und jetzt sprich, Kind: Woher weißt du es?“
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Twyla

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   So Aug 21, 2016 7:07 am

Twyla war vollkommen erschüttert. Sie zitterte, als sie sich zu ihrem Vater setzte und wartete. Natürlich versuchte sie sich zu beruhigen. Ihr Vater hatte sie noch nie angelogen und ihr stets Rede und Antwort gestanden. Das würde er auch jetzt tun. Sie versuchte tief durch zu atmen. Es dauerte, bis Solus endlich zu reden begann. Twyla starrte ihn an. Was hatte er da eben gesagt?
"Du ... du hast mich ... gefunden?"
War ihr ganzes Leben eine Lüge? Sie starrte ihn an, wollte ihm in die Arme fallen, aber zugleich auch einfach weg von hier.
"Warum ... warum hast du es mir nie gesagt?"
Verzweiflung schwang in ihrer Stimme mit. Dieser Tag war mit Abstand der Schlimmste, den sie sich vorstellen konnte. Für Twyla brach eine Welt zusammen. Das einzige, was sie beruhigte, war das Kazan NICHT mit ihr verwand war.
"Ich .. sie ... diese Frau ... Oh Vater sie ist so böse, wie man es sich nur vorstellen kann."
Twyla erzählte ihm alles, wobei sie sich schließlich doch in seine Arme fallen ließ und hemmungslos weinte, weil das alles so viel zu viel für sie war. Natürlich beruhigte sie sich irgendwann wieder, aber der Schock saß tief. Sie setzte sich wieder auf, war wieder die Twyla, die stark und beherrscht war.
"Ich danke dir .... das du mich aufgezogen hast, das du mein Vater bist, auch wenn du es nicht im Leiblichen Sinne bist. Was ist mit meinen wahren Eltern? Leben sie noch? Und was ... was machen wir jetzt? Ich weiß du liebst diese Frau, aber ... Vater bitte .... sie ist kein guter Mensch. Sie ist schön, aber sie hat ein Herz das schwärzer ist, als die Verderbnis selbst. Hätte ich es nicht selbst gehört, würde ich es auch nicht glauben."
Twyl sorgte sich wirklich um Solus. Er würde ihr Vater bleiben. Einen Anderen hatte sie nicht und wollte sie wohl auch nicht.
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   So Aug 21, 2016 7:43 am

Solus war erleichtert, dass sie das alles nun nicht sooo schlimm fand. Er war auch erleichtert, dass sie jetzt nicht in tiefe Depression oder so viel und sich auch sehr schnell wieder beherrschte. Er tröstete sie so lange, sie wollte und er erklärte, dass ihre Eltern wohl nicht mehr lebten. Sie hatten sie alleine irgendwo gefunden. Es war Blut an ihrem Körbchen gewesen, aber keine Spur der Eltern. Als sie dann aber über Euphemia sprach, sah er sie ernst an.
„Sie ist bei Sinnen?“ Und scheinbar nicht nur das, sie schien auch wirklich wieder die Alte zu sein. Twyla erzählte ihm alles und Solus schloss die Augen: „Oh, Euphi… was hast du dir gedacht? Kazan hat deinen Zorn nicht verdient.“ Er sah zu Twyla und legte die Hände auf ihre Schultern. „Sie ist anders… als du sie kennst. Sie trägt so viel Stärke in sich und es stimmt auch nicht, dass sie keine Liebe empfindet. Ich glaube sogar, dass sie sehr viel Liebe für ihren Sohn übrig hat, aber… „ Er fand keine Worte.
Dann aber sagte er. „Ich habe es dir nicht gesagt, weil ich den Moment habe verstreichen lassen, ich war nie in der Lage dazu es dir einfach zu sagen, ich glaubte… dass du es nicht verstehen würdest. Und dass du es… zu schlimm fändest. Bitte verzeih mir."
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Twyla

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   So Aug 21, 2016 8:25 am

Wie sollte sie es sonst nehmen? Ein Schock war es alle Male, aber ändern ließ es sich doch auch nicht. Von ihren Eltern hatte es keine Spur gegeben. Nur Blut an dem Körbchen in dem sie gelegen hatte. Das war frustrierend, aber ... da sie sie eh nie hätte kennen gelernt, war Solus nicht nur ihr Vater, er war der Elf, der ihr ein leben ermöglicht hatte. Was er allerdings über Euphemia sagte ... Sie wusste, wenn das Herz nicht glauben wollte, so tat es das auch nicht. Sie war da wohl nicht anders, denn auch sie konnte nicht glauben, das Kazan absichtlich, oder ohne guten Grund etwas schreckliches tun würde.
"Vater ... hast du mir nicht zugehört? Sie mag dich geliebt haben, aber ihr Herz ist schwarz. Sie empfindet nichts für irgend wen. Sie sagte sie wolle Lysa erhängen und es nach Selbstmord aussehen lassen. Wo ist da bitte ein Funken Liebe? Oder Sandor als unfähig zu bezeichnen an dem nur der Name gut ist? Eine Mutter sollte alle ihre Kinder lieben ..."
Solus ließ sich blenden. Twyla hatte das Gefühl, das er nicht wahr haben wollte, wie Euphemia wirklich war. Twyla jedenfalls, hatte Angst um ihren Vater und um alle, die sie inzwischen so sehr mochte.
"Bitte Vater .... bitte sei vorsichtig."
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Kazan

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Mo Aug 22, 2016 1:46 am

Solus musterte Twyla. Sie hatte auf der einen Seite Recht, aber Solus kannte sie so viel länger und er wusste, was in dieser Frau vor sich ging, wie zerbrechlich sie eigentlich war und was man ihr angetan hatte, dass sie SO war. Er machte Twyla keinen Vorwurf und sagte dann: „Sie wird mir nichts tun, mein Engel.“ Er legte seine Hand auf ihren Schopf, wie er es früher immer getan hatte und küsste ihre Stirn. Er musste sich nicht nur Euphemia stellen, sondern auch seinem Sohn. Besser, er würde das tun, wenn er mit ihm alleine war. Er ging hinaus und sagte im Gehen: „Bleib so lange du möchtest. Wenn du Zeit brauchst, dann kannst du sie hier verbringen.“ Oder sie könnte zum heiligen Baum gehen.

Kazan wurde von seiner Mutter wieder losgelassen und er konnte selbst seine ganzen Gefühle in seiner Brust gar nicht richtig deuten. Es war, als sei seine gesamte Welt davongeweht worden und er fühlte sich so schrecklich alleingelassen und orientierungslos. Er blickte Euphemia an und sie hielt wieder ihren Weinkelch in der Hand. Auch sie musterte ihn und Kazan wollte etwas sagen, tat es aber dann doch nicht. Erst ganz zögerlich sagte er schließlich: „Du bist ein Monster.“ Sie sah ihn abschätzig an. „In dieser Welt ist man entweder ein Monster oder ein Mann. Glaub nicht, dass ich es leicht hatte. Ich habe gekämpft, gelitten und viele Opfer gebracht, um hier zu landen. Wenn du in dieser Welt etwas erreichen willst, musst du ein Monster sein.“
„Doch zu welchem Preis?“ Kazan drehte sich von ihr weg. „Ich habe den König all meinen Prinzipien zum Trotz getötet.“ Euphemia musterte ihn und sagte: „Eine Leistung, die ich gerne honoriere.“ Kazan jedoch blickte über die Schulter und sagte mit einem Blick so scharf wie gebrochenes Glas: „Ich werde auch bei dir nicht zögern, wenn du Twyla etwas antust.“ Sie lächelte feist und sagte: „Ich werde mich hüten, dir noch mehr Schmerz zuzufügen Kazan, denn als Wrack nützt du mir sehr wenig.“ „Ich hoffe deine Gier und deine scharfe Zunge werden einst dein Grab sein.“ „Wir sterben alle irgendwann.“ Kazan schwieg drauf hin und ging hinaus.

Wenig später war Solus bei Euphemia und betrat leise den Empfangssaal. Als er sie erblickte schlug sein Herz einen Moment schneller. Sie war noch immer so schön wie die Sonne selbst. Er kam zu ihr und sie fragte rund heraus: „Was hast du dir dabei gedacht?“ Solus trat neben sie und wusste genau, was sie meinte. „Sie sind nicht blutsverwandt.“ „Oh?“ „Twyla ist nicht meine leibliche Tochter. Ich fand sie weit im Süden an einem Bachlauf.“ „Wessen Tochter ist sie denn?“ Solus schwieg, sie fragte nicht weiter. Still standen sie nebeneinander da und irgendwann fragte sie: „Hast du mich je wirklich geliebt, Solus? Oder war ich nur der Brutkasten für deinen Zögling?“ Solus sah in die Untergehende Sonne und schwieg einen Moment. Dann sagte er: „Mein Herz ist ohne Liebe, aus diesem Grund haben wir uns doch gefunden.“ Sie sah zu ihm herüber und sagte leise und matt: „Dann streben wir nach höchstmöglichem Nutzen, dieser Zweckgemeinschaft…“ Sie sah mit einem Mal zehn Jahre älter aus und Solus sah herüber. „Ja…“ Dann legte er seine Hand an ihre Wange und zog sie an sich, wo er sie lange küsste.

Kazan hingegen war in dieser Zeit zu Solus Haus gegangen, in der Hoffnung ihn dort zu sehen, um ihn zu fragen, wann er vor gehabt hatte, zu sagen, dass Kazan es mit seiner Halbschwester… nun trieb. Alleine der Gedanke schockierte ihn. Er klopfte an die Tür und öffnete diese dann ungehalten. Er rief sofort und in höchstem Maße unzufrieden: „Wie konntest du das tun?! Wie konntest du mich so entehren?! Wie… Twyla!“ Er sah sie schockiert an. Wieso war SIE hier und sie war verweint. Kazan hatte ja nicht ahnen können, dass sie alles mit angehört hatte. Er bekam rote Wangen und konnte sie nicht ansehen. Er schämte sich so sehr. Er konnte es ihr doch unmöglich sagen! Kazan tat etwas, was er sonst nie tat: Er stammelte: „T-tut mir… leid… Ich wusste nicht… uhm…“
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Mo Aug 22, 2016 2:19 am

Twyla wollte nicht, das ihm irgendwas geschah. Er war ihr immer ein guter und vor allem gütiger Vater gewesen. natürlich hätte er es ihr schon viel eher sagen sollen, aber das hatte er nun mal nicht. Warum, das verstand sie allerdings auch. Sie würde es wahrscheinlich selbst nicht fertig bringen, ihrem Kind zu sagen, das es ein Findelkind war und nicht das Eigene. Sie blieb sitzen, als Solus ging. Schließlich brauchte sie doch noch etwas Zeit, um das alles zu verdauen. Solus war schon eine Weile weg, als Twyla noch immer da saß. Sie hatte viel geweint, denn sie hätte eigentlich schon gern gewusst, wer ihre Eltern wirklich waren, aber das würde sie kaum mehr erfahren. Erschrocken sah sie zur Tür auf, als diese aufsprang und Kazan deutlich wütend in das Haus rief. Natürlich hatte er nicht damit gerechnet, das sie hier war und nun entschuldigte er sich auch noch stotternder Weise. Natürlich wusste Twyla, was Kazan meinte. Natürlich glaubte er, sie seien Blutsverwandt und ahnte nicht, das Twyla darüber längst bescheid wusste. Noch immer sah sie zu ihm auf.
"Das hat er nicht ... er hat dich nicht entehrt,"
sprach sie ganz ruhig und senkte dann den Kopf.
"Ich bin nicht seine leibliche Tochter, du aber sein leiblicher Sohn."
Niemand durfte das Erfahren, also gab es ein weiteres Geheimnis, welches sie beide wahren mussten.
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Mo Aug 22, 2016 2:34 am

Kazan war wie vor den Kopf geschlagen. Er verstand die Bedeutung Twylas Worte erst gar nicht und er wusste nicht, wie er nun reagieren sollte. Er glaubte, sie habe es die ganze Zeit gewusst, aber das würde ihre rotgeweinten Augen nicht erklären oder? Kazan war so verwirrt und er fühlte sich schrecklich. Ihre Worte ergaben erst nach einiger Zeit Sinn und jetzt senkte er den Blick wieder und versuchte die passenden Worte zu finden. Er traute sich kaum sie anzusehen und schließlich sagte er nur: „Du weißt es.“ Natürlich, sonst hätte sie nicht so reagiert. Er konnte nicht mehr. Er taumelte förmlich zu einem Tisch und setzte sich auf einen der Stühle, wo er die Stirn in seiner Hand bettete. Er wusste nicht, was er nun sagen sollte und entschied schließlich seinem Herzen Luft zu machen. „Zehn Jahre… Zehn Jahre hatte ich weder Mutter noch Vater und jetzt bekomme ich sie an einem Tag zurück…“ Er sah auf und sah furchtbar mitgenommen aus und erklärte: „Mein Leben ist eine Lüge, meine Handlungen vergebens und all meine Prinzipien… Ich weiß nicht mehr, was ich glauben kann und wo ich stehe. Ich weiß nicht mehr, wo ich hingehöre und wem ich Treue schwören soll. Ich weiß nicht mehr wer ich bin, Twyla… Ich kann nicht mehr.“
Tja, das war nun mal die bittere Wahrheit. Sein Vater der ihn aufgezogen hatte, war durch seine Unfähigkeit gestorben, sein Bruder, der den tödlichen Streich gegen seinen Stiefvater geführt hatte, durch seine Hand gestorben, seine Mutter hatte er zu einer Idiotin gemacht, doch nun war sie zurückgekehrt und rächte sich auf grausamste Art an ihm und sein leiblicher Vater? Ihn kannte er kaum und er war ihm ein noch größeres Rätsel, als die Tatsache, dass er ihn zu irgendeinem DING gemacht hatte, was einen Erzfeind bekämpfen sollte. Die Frau die er geheiratete hatte, war seine Stiefschwester und doch auch wieder nicht und seine eigentlich große Liebe liebte einen anderen. Die Welt wurde von einer Dunkelheit bedroht, die er sich nicht erklären konnte und er lebte mit einer Lüge, die ihn fast zu zerquetschen drohte. Irgendwann war selbst für ihn das Maß voll.
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Twyla

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Mo Aug 22, 2016 2:46 am

So saßen sie nun beide da, verzweifelt und doch musste wenigstens einer von ihnen stark bleiben. Twyla durfte Kazan jetzt nicht einfach so da sitzen lassen. Sie stand auf, ging zu ihm und schloß Kazan in die Arme.
"Ich weiß ... ich habe euch aufsuchen wollen, aber als ich hörte, was sie zu dir sagte ... Ich wollte nicht lauschen, aber es ließ sich nicht vermeiden. Es tut mir so leid. Meine Verzweiflung war so groß, das ich nicht länger warten konnte, bis du wieder heraus kommst und so bin ich zu Solus gelaufen. Er sagte mir ... das er mich gefunden hat, als ich ein Baby war. Er hat mich aufgezogen ... das ist alles. Wir sind nicht Blutsverwandt, aber das ist meine geringere Sorge. Ich liebe dich und du weißt, wie es mit mir bestellt ist. Mein Herz ist an dich vergeben und wird keinem Anderen jemals gehören. Was diese Frau von dir verlangt ... ich versteh das nicht, aber das sie Lysa bedroht ... das sie so weit geht ... Wie sollen wir sie schützen?"
Twyla hielt Kazan einfach nur fest und streichelte ihn dabei, auch als sie sprach.
"Sie sprach von Nutzen und Informationen. Was will sie von dir? Warum tut sie das?"
Twyla drängte sich die Frage auf, ob es nicht besser wäre, Sandor und Lysa zu warnen, aber welches Kind würde seiner eigenen Mutter misstrauen?
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Kazan

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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Mo Aug 22, 2016 3:47 am

Kazans Magen zog sich zusammen. Sie hatte alles mit angehört? Er sah sie schockiert an. Das durfte doch wohl wirklich nicht wahr sein und Kazan konnte auch nicht glauben, dass sie, nachdem sie doch alles gehört hatte nun mit ihm darüber sprechen wollte! Oh nein, er hatte wirklich überhaupt gar keinen Redebedarf. Zumindest nicht mit ihr. Er hatte Solus zur Rede stellen und nicht mit ihr darüber reden wollen. Er musste sich erst mal selbst sammeln und entscheiden, was das Beste war. Sie hielt ihn in ihren Armen und er fühlte zwar ihre Wärme, fühlte sich geborgen, aber irgendwas hieran kam ihm falsch vor. Er wusste nicht, wie viel sie gehört haben mochte aber nun konnte er es sowieso nicht mehr ändern.
„Ich weiß es nicht.“, antwortete er auf ihre erste Frage und dann auf die zweite und dritte: „Ich weiß es nicht!“ Er sah sie an und sie sah wie verwirrt und verzweifelt er war, wie er am Rande war sich selbst zu verlieren und dann erhob er sich abrupt. „Ich weiß, nicht was ich tun soll! Es gibt nichts, was ich tun kann, Twyla! Und ich weiß nicht, wie ich mit dir, Lysa, Sandor, Souls und Mutter umgehen soll… ALLES war eine Lüge! Und ich habe keine Ahnung, was Solus von mir erwartet!“ Seine Augen waren nun alles andere als verzweifelt und schwach. Er hatte sich eben kurz hängen lassen, aber er wusste auch, dass er weiter machen musste. Wenn es wirklich stimmte und er die einzige Chance für diese Welt war, so musste er standhaft bleiben. Sein klarer und entschlossener Blick fixierte Twyla. „Ist doch eigentlich auch alles vollkommen egal. Ich muss dieses Ding besiegen und dann ist auch all dies hier vorbei. Mein Dasein hat einen Zweck und ich werde ihn erfüllen. Koste es was es wolle…“
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Mo Aug 22, 2016 5:13 am

Noch nie hatte sie ihn so gesehen. Er wirkte so zerbrechlich, so furchtbar verwirrt und irgendwie allein gelassen. Twyla fand keine Worte. Sie wollte ihn nicht noch mehr verwirren, aber sie war sich auch nicht mehr sicher, was sie noch denken oder sagen sollte. Überrascht ließ sie Kazan los, als er so plötzlich auf stand, und wich einen Schritt zurück. Er war so entschlossen, so mutig.
"Das musst du nicht allein durchstehen Kazan. Ich bin bei dir und werde mit dir gehen, egal wo hin. Und das Andere ... deine Mutter ... sie wird Lysa nichts zu Leide tun. Ich werde Arthas bitten, sie nicht aus den Augen zu lassen."
Nun etwas besseres fiel ihr kaum ein. Seine Mutter sollte schließlich ... na sie würde es von Solus erfahren, da war sich Twyla sicher, denn Liebe machte bekanntlich blind.
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Mo Aug 22, 2016 7:03 am

„Nein.“, sagte er nur. Er sah Twyla ernst an. „Du wirst zu niemandem ein Wort darüber verlieren, Twyla. Schlimm genug, dass DU das alles gehört hast. Du wirst niemandem gegenüber auch nur eine Andeutung machen, dass irgendwas nicht stimmt!“ Er sah kurz auf den Boden, dann wieder in ihr Gesicht. Er suchte erneut nach Worten und fand keine. Wie sollte er nun mit Twyla umgehen? Dieser Tag hatte einfach alles geändert. „DU bist weiterhin Solus Tochter und für mich ist er einfach nur mein Schwiegervater, verstanden? Wenn irgendjemand auch nur erahnt, was los ist, wird es ein blutiges Ende nehmen. Ich werde tun, was sie verlangt und ich werde einen Weg finden, das hier durchzustehen, aber bei dieser Sache, kannst du mir nicht helfen, außer mit Diskretion und Verschwiegenheit.“
Dennoch wollte er Solus zur Rede stellen. Auf der anderen Seite war das doch auch vollkommen überflüssig. Was sollte er schon noch groß dazu sagen? Richtig… gar nichts. Geschehen war geschehen. Er sah so stolz und unnahbar aus, wie an jenem Tag, als sie ihn das erste Mal im Wald getroffen hatte. Dann aber weichten seine Züge etwas auf. „Twyla… Ich kann mir keine Schwäche erlauben, sie wird es sofort ausnutzen, sie weiß dass ich sie fürchte und sie wird alles unternehmen, ihre Macht zu mehren und zu festigen. Was immer ich tun werde und wie schändlich ich mich verkaufen werde… Ich werde nicht wanken, ich werde dich beschützen und ich werde dieses Welt beschützen, solange ich auch nur einen Atemzug zur Verfügung habe…
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Mo Aug 22, 2016 9:02 am

So hatte er noch nie mit ihr gesprochen und es erschreckte Twyla ein wenig, aber sie verstand, was er wollte. Denn noch ... Sie senkte das Haupt.
"Ja ... ich werde schweigen. ich wollte Arthas nur bitten, sie nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Niemand wird von mir etwas erfahren, aber ..."
Nun sah sie ihn doch eher ängstlich und bittend an,
"... wenn du das tust ... wenn du ihr nach gibst ... Kazan ... dich ereilt schlimmeres als der Kampf mit der Verderbnis, wenn Thanduin merkt, das du ihn verrätst."
Sie lauschte seinen nächsten Worten, fiel ihm dann in die Arme und legte ihren Kopf an seine Brust.
"Oh Kazan ... Sie zwingt dich deine Prinzipien über den Haufen zu werfen. Nun ist es an dir zu entscheiden, wie weit du die Grenzen überschreitest und wie weit nicht. Sie ist deine Mutter, die dir das Leben gegeben hat, aber sie bedroht alles, was du liebst, nur um ihren Nutzen aus dir zu ziehen. Willst du wirklich zum Verräter aller die du liebst werden, um sie zu schützen? Wäre es nicht besser, sie wüssten, was geschah? Warum das alles so sein muss?"
Es war fast pure Verzweiflung, die da aus ihr sprach. Natürlich würde sie ihr Wort halten und nichts sagen, aber sie musste ihn doch eben so beschützen, wie er sie beschützte.
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Mo Aug 22, 2016 5:40 pm

Kazans Augen blitzten regelrecht auf, bei ihren Worten und er sagte trotzdem ruhig. „Ich schütze nicht SIE und ich verrate NIEMANDEN!“ Ihre Verzweiflung prallte an ihm ab. Sie hatte gar keinen Grund, verzweifelt zu sein und es ärgerte ihn, wie sie sich verhielt. „Kein Wort zu ihnen!“, legte er noch einmal fest und löste sich aus ihrer Umarmung. Er musste sich wieder einkriegen und sie auch, was er ihr nun auch mit den folgenden Worten ans Herz legte: „Bleib, hier, bis du dich im Griff hast, dann komm zurück in unsere Gemächer. Er legte die Hand auf die Klinke und wiederholte noch mal: „Und auch kein Wort zu Arthas!“ Er drückte die Klinke hinab und ging hinaus. Sehr kurz danach öffnete sie sich leise und eben jener, zu dem sie so unbedingt kein Wort verlieren durfte stand in der Tür. Er linste hinein und fragte leise: „Streitet ihr? Was sollst du mir nicht sagen?“ Scheinbar hatte er zumindest den letzten Satz gehört.

Kazan ging zurück in die Burg und fragte sich, wie seine nächsten Schritte aussehen sollten. Er lief direkt Solus in die Arme, der direkt vor ihm stehen blieb. Kazan sah ihn nicht mal an und wollte an ihm vorbei gehen. Doch Solus stellte sich ihm in den Weg. „Kazan…“
Solus?“, er betonte es so, als sei das gar nicht der Name des Elfen.
„Kazan, ich… wollte es dir sagen… nur…“
„Lass mich in Ruhe.“, sagte er nur und wollte abermals vorbei, wurde jedoch wieder aufgehalten. Unzufrieden zog er die Brauen zusammen. „Lass mich endlich in Ruhe! Ich habe dir nichts zu sagen!“
„Du tust mir Unrecht, Kazan.“ Dieser stieß einen amüsierten und doch zornigen Laut aus und sah Solus aufmüpfig an. „Unrecht? Vielleicht begreifst du nicht, was Unrecht ist! DU hast meine Familie auseinander gerissen!“ „Ohne mich, wärst du gar nicht hier, Kazan.“ „Wäre vielleicht besser so…“ „Das denkst du nicht wirklich.“ „Du bist ganz schön anmaßend, dass du glaubst, du wüsstest, was ich denke. Wenn du etwas gut machen willst und dein Gewissen beruhigen möchtest, geh zu deiner Tochter!“ Jetzt schaffte er es endlich sich vorbei zu drängeln und ließ Solus stehen, der seufzte und dann zu seinem Heim ging.

Kazan lief weiter durch die Burg und als wäre Solus nicht genug gewesen begegnete er nun auch noch Euphemia. Er stieß genervt die Luft aus, blieb aber von sich aus stehen, als sie auf ihn zukam. „Kazan.“
„Mutter… Oder war es auch gelogen, dass ich deinem Schoß entsprungen bin?“ Sie fing an glockenklar zu lachen. Dann sagte sie fröhlich: „Wohl kaum so gerissen, intrigant und verschlagen, wie du bist, MUSST du mein Sohn sein.“ Er sah sie unzufrieden an. „Das war ein Kompliment.“, setzte sie hinzu.
„Ist nicht al solches angekommen. Guten Abend.“ Er ging weiter und sie hielt ihn nicht auf.
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Mo Aug 22, 2016 6:21 pm

Twyla blieb in Solus Haus. Sie wusste nicht, wie sie mit der ganzen Sache umgehen sollte. Kazan hatte ja recht, aber durfte sie ihrem besten Freund etwas so wichtiges vorenthalten? Ausgerechnet er musste nun auch noch herein kommen und genau das fragen.
"Nein ... wir haben nicht gestritten. Es ging um etwas, was ich dir nicht sagen darf. Du weißt, das ich Wort halte. Nur so viel. Halte Augen und Ohren offen. Mehr kann ich dir nicht sagen."
Das tat er für gewöhnlich ja immer, aber nun würde er noch besser aufpassen, so hoffte sie jedenfalls. Eine Weile blieben sie noch gemeinsam in Solus Hütte. Twyla erzählte ihm vom Hof der Kristallzitadelle und wie sie Aria kennen gelernt hatte. Sie wollte eigentlich nicht mal daran denken, das sie nicht mehr da war. Sie war eben erst zurück und gleich ein solcher Schock. Das war nicht gut. Sie durfte Arthas ja nicht mal die Wahrheit über Solus verraten. Es dauerte noch lange, ehe sie sich im Dunkeln zurück ins gemach begab. Sie sollte tun, als sei nichts gewesen? Das war schwerer, als gedacht. Sie mochte nicht daran denken, wie gemein Euphemia war und das Solus sie tatsächlich noch immer liebte.
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Di Aug 23, 2016 5:58 am

Arthas wusste erst gar nicht so richtig, was er sagen sollte. Was war denn eigentlich schon wieder los? Kazan verhielt sich wirklich nicht sehr fein, aber mittlerweile hatte Arthas auch begriffen, dass der Stolze Krieger meistens keine Worte unbedacht äußerte, um jemandes Zorn zu wecken oder ihn zu denunzieren. Vor allem dann nicht, wenn es um Twyla ging. Oder vielleicht besonders dann nicht. Er würde nicht noch einmal fragen, aber er nickte auf ihre Worte. „Ich werde wachsam bleiben.“ Er umarmte seine Freundin und sie erzählte ihm von der Kristallzitadelle. Was sie dort alles gesehen und erlebt hatten. Thanduin schien nicht besonders nett zu Kazan und Twyla gewesen zu sein, obschon es Arthas schon wunderte, dass er überhaupt so nett gewesen war. Irgendwie stellte sich ihm die Frage, was so besonderes an Kazan war. Darüber hatte Twyla natürlich kein Wort verloren. Es war bestimmt erst mal viel besser, wenn so wenig wie möglich darüber bescheid wussten.

Kazan ging in seine Gemächer und wen traf er dort? Richtig nicht Twyl sondern Lysa. Sie stand da, mit vor dem Rock gefalteten Händen, was sie demütig und schüchtern erscheinen ließ. Er musterte sie und fragte: „Hast du der Schneiderin bescheid gegeben?“ Sie nickte. „Was möchtest du?“ Sie sah auf sie hatte rotgeweinte Augen. Himmel nein! Sie durfte nichts erfahren haben!!! Kazan sah sie nur an. Er war schockiert, ließ es sich aber nicht anmerken.
„Wie, Kazan?“ Er verstand nicht. „Wie kannst du so sein?“ Er verstand noch immer nicht. Selbst wenn sie etwas wüsste, so passte diese Frage so gar nicht zu irgend einer Sache, die er getan oder nicht getan hatte. Er sah sie weiterhin an und versuchte zu verstehen, was in ihr vor ging. „Zehn Jahre.“ Kazan kam näher. „Zehn Jahre war sie unerreichbar weit weg von hier und nun? Jetzt ist sie wieder da und du bist… so… so?“ Kazan wollte eine Lawine von Geröll von seinem Herzen lostreten, war sich aber immer noch nicht sicher, ob er genau verstand, was sie meinte. „Trägst du denn keinen Funken Liebe in dir?“ Es war ein stich ins Herz. Er sah sie ausdruckslos an. „Wovon redest du da eigentlich?“
„Du siehst Mutter nach zehn Jahren das erste Mal lebendig vor dir und alles was du tun kannst, ist mich ein Kleid kaufen lassen und Sandor etwas zu Essen holen zu lassen? Du warst angespannt, aber kein Funken Liebe war in dir zu spüren! Was ist denn nur geschehen, dass du… keine Liebe mehr zulässt, Kazan? Du sagtest, du würdest mcih lieben, aber ich sehe nur Gleichgültigkeit und Kälte in dir!“ Sie weinte wieder. Oh, Lysa… wenn du nur die Wahrheit kennen würdest. Tränen stehen dir wirklich nicht.
„Was redest du denn da? Natürlich freue ich mich. Es ging alles so schnell, ich war wie betäubt.“ Tatsächlich brachte er ein Lächeln zustande. Schon wieder lügen… schon wieder nichts als ein Lügengerüst. „Ich freue mich so sehr, dass ich es kaum in Worte fassen kann! Nach all den Jahren ohne Vater, ohne Mutter… Ich kann es immer noch kaum fassen.“ Lysa musterte ihn sie wollte es glauben, ließ sich blenden. Ein lächeln wurde sichtbar. „Wirklich?“ Er kam direkt auf sie zu, nahm sie in die Arme drückte sie gegen sein schnell schlagendes Herz. Oh du verräterisches aller Organe und Körperteile… ,Wie grausam du schlagen kannst… Er liebte sie noch immer. Wollte, dass sie nicht mehr leiden musste und Twyla? Sie hatte das verhängnisvollste gehört… „Aber ja…“, sagte er leise.

Auf Twylas Weg in Kazans Gemächer musste sie unten durch den Park. In eben diesem wartete bereits jemand. Es war Euphemia selbst. Sie wusste nicht, dass Twyla gelauscht hatte und sie wartete natürlich auf die junge Elfe, um… auf Tuchfühlung zu gehen. Kazan nützte ihr nur, wenn er uneingeschränkt ihre Befehle befolgen würde. Ein Verrat an ihr war inakzeptabel und sie war gekommen, Twyla einzuschätzen. Nun war Twylas Geschick in der Schauspielkunst gefragt. „Meine Liebe, schön, dass ich dich noch mal treffe, ich habe leider deine und Kazans Vermählung versäumt. Es ist mir dennoch wahrlich eine Freude, die Frau kennen zu lernen, die sein Herz erobert hat.“ Sie reichte die Hand, auf dass Twyla sie nehmen und Respekt zollen konnte. Sie waren jedenfalls noch nicht im Garten unter Kazans Balkon, sondern in einem Vorläufer davon.
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Di Aug 23, 2016 6:18 am

Es tat gut wenigstens von Arthas gedrückt und geherzt zu werden. Sie brauchte das eigentlich viel dringender von Kazan, aber er war abweisend. Natürlich war auch er mit der Situation überfordert, was Twyla durchaus verstand, doch war sie so froh, das Arthas nun da war. Wie hatte sie ihn doch vermisst. Eine ganze Weile erzählte sie ihm, ehe sie schließlich doch gehen musste. Inzwischen hatte sie sich regelrecht beruhigt, wenn es auch nicht gerade leicht für sie war. Schlimmer noch war, das Euphemia sie ab fing. So schnell hatte sie noch nie reagieren müssen. Einen Feind wie diese Frau, musste man sofort davon überzeugen, nicht das geringste zu ahnen, oder gegen sie zu haben. Sofort sprang ihr ein Lächeln ins Gesicht.
"Lady Euphemia. Es ist mir eine Ehre euch kennen zu lernen,"
erklärte sie, doch tat sie einen Teufel der Frau die Hand zu küssen. So etwas, tat man in ihrem Volk nicht. Statt dessen erwies sie ihr ihren Respekt, indem Twyla ihre eigenen Fingerspitzen Küsste, sich leicht verbeugte und dabei die Fingerspitzen, wie eine Blüte gehalten, erst den Bauch, dann die Brust und schließlich die Stirn berühren ließ, ohne die Lady dabei an zu sehen.
"Wie schade. Es wäre schön gewesen, wärt ihr dabei gewesen. Ihr strahlt, wie die Sonne selbst."
Nun schön war sie, keine Frage. Es blieb die Frage, ob Euphemia ihr das ab nahm. Twyla tat sich schwer mit dem Lügen, aber das hier ... sie tat es um Kazan zu schützen und die Anderen. Es MUSSTE überzeugend sein. Warum kam er jetzt nicht einfach, um sie zu retten?
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Di Aug 23, 2016 6:48 am

Euphemia nahm zur Kenntnis, dass Twyla den ihren Bräuchen folgte und nicht denen der Menschen und ignorierte diesen Fauxpas. Sie lächelte freundlich und sah hinauf in das sich bereits abzeichnende Sternenmuster. Sie sah wieder zu Twyla und fragte: Du liebst ihn wirklich, nicht wahr?“ Unnötig eine Antwort abzuwarten. Sie setzte stattdessen fort: „Als er noch ein kleiner Junge war erzählte er mir, dass er sich unsterblich in ein Mädchen verliebt hätte. Damals wollte er es mir nicht verraten, aber nun … scheint mir das ja auch hinfällig zu sein.“ Immer noch lächelte sie mit der Liebe, wie es nur eine Mutter konnte. Was davon war nun gespielt? WAR es gespielt? Sie sah wieder zu Twyla. Sie musterte sie eingehend. „Weißt du Twyla…“ Doch sie wurde von einem Geräusch unterbrochen und da war er: Twylas Held, der sie immer stets und ständig beschützen würde. Er hatte Lysa bei sich und sie schien glücklich. Was immer er ihr für ein Märchen aufgetischt hatte… sie glaubte es. Wollte es glauben. Kazan musterte seine Mutter. Dann sagte er: „Mutter… Du solltest dich ausruhen.“ Dann an Lysa gewandt: „Bring sie bitte in ihre Gemächer.“ Lysa nickte und Euphemia lächelte ihrem Sohn zu. Sie sagte: „Ein Privileg erwachsen werdender Kinder: Sie können nun die eigene Mutter ins Bett schicken.“ Kazan nahm es nur zur Kenntnis und Lysa brachte Euphemia fort. Kazan sah zu seiner Frau und versuchte zu ergründen, ob Euphemia ihr irgendwelche Grausamkeiten angetan hatte. „Twyla… ich…“ Er brach jedoch ab.
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BeitragThema: Re: Die Kristallzitadelle   Di Aug 23, 2016 7:15 am

Musste sie darauf wirklich antworten? Diese Frau war so gefährlich, wie eine Schlange, die man in eine Ecke gedrängt hatte. Natürlich tat es weh, den sie wusste doch, das Kazan seine vermeidliche Schwester noch immer liebte. Leider würde sie den Platz, den Lysa in Kazans Herzen eingenommen hatte, nicht einnehmen können. Denn noch liebte sie ihn ... und sie gab sich zufrieden mit dem, was er ihr geben konnte. Euphemia wollte eben etwas sagen, als Geräusche sie unterbrachen. Twyla sah Kazan mit Lysa. Sie war so glücklich, was wiederum Twyla einen leichten Stich versetzte, denn sie hatte sorge um diese liebevolle junge Frau, die keine Ahnung hatte, wie sehr die Frau, die sie Mutter nannte, sie hasste. Kazan schickte Lysa mit Euphemia fort. Twyla zeigte ihre Erleichterung nicht, denn Euphemia sollte nicht wissen, das Twyla mehr wusste, als das Kazan ihr angeblicher Leiblicher Bruder war. Solus würde es ihr doch sicher gesagt haben. Kazan stand vor ihr. Er wollte etwas sagen, aber er brach ab.
"Schon gut ... Ich weiß."
Das sie ein wenig verletzt war, war doch wohl normal oder? Lysa so strahlend neben ihm zu sehen, wo eben seine Mutter noch davon sprach, das er als Kind schon so verliebt in eine Andere war, von der Twyla genau wusste, das er Lysa meinte. Als könnte er seine Gefühle einfach so abstellen, nur weil sie mit ihm das bett teilte.Abgesehen davon hatte er sie vorhin schließlich auch allein gelassen, als sie versuchte ihn zu trösten, für ihn da zu sein. Eigentlich war sie ihm deshalb nicht einmal böse. Sie war einfach nur erschrocken, enttäuscht und überfordert. Das was er ihr hätte geben müssen, hatte ihr ihr bester Freund gegeben und wieder machte sie sich Vorwürfe, weil sie so dachte, denn schließlich war er nicht minder schockiert.
"Ich ... möchte hier weg,"
ließ sie leise von sich hören.
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Die Kristallzitadelle
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