Endzeit

Der Anfang vom Ende ist vorbei. Wird dies nun das Ende eines Neuen Anfangs werden?
 
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 Wüstendämmerung-Archiv

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Schatten

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Apr 27, 2013 3:49 am

Der Schatten in Sals Zimmer bekam Wasser ins Gesicht, anstatt an sein Ziel zu kommen. Gerade noch, wollte sich die Klinge durch das zarte Fleisch unter den Kiefer des Prinzen bohren und sein Blut kosten, als sie geblendet wurde , weil ihr verdammtes Wasser ins Gesicht gespritzt wurde! Welch Unverfrorenheit. Sie taumelte zurück, da der Strahl doch einen leichten Druck abgab. Sie sagte jedoch nichts und schrie auch nicht auf, sie ging zurück in ihre Schattenwelt und beobachtete den erschrockenen Prinzen wieder. Was hatte er gemacht? Wo hatte er das Wasser her? Sie sah keine Vase, keine Schale, nur das Obstmesser. Sie wischte sich über ihre Augen. Es fühlte sich nicht gut an und brannte, doch gleich würde es besser sein und dann würde sie erneut zuschlagen.
Jetzt!
Sie kam aus den Schatten und verletzte Saladin an der Wange. Wieder verschwand sie. Sie hatte nicht getroffen, aber sie wollte sich nicht länger als nötig bei ihm aufhalten. Es machte ihr nämlich irgendwie Angst, nicht zuordnen zu können, woher das Wasser gekommen war. Eigentlich wollte sie ihn nur töten, aber gerade, wo ihre Klinge Blut geleckt hatte, verspürte sie plötzlich den Drang, mit ihm zu spielen. Absurd.
Sie kam hervor und Die Klinge tauchte erneut in Saladins Fleisch ein. Dieses Mal traf sie ihn am linken Arm und einen Moment Sah sie dem Prinzen dabei in die Augen.

Schatten spürte die Anwesenheit des Schattens erst, als es zu spät war. Es war, als sei die Zeit um ihn verlangsamt, er konnte spüren, wie ihm die Klinge in die Eingeweide drang.
Unvorsichtig und unaufmerksam...
Zel hatte die Augen weit geöffnet und sah den Schatten an, der ihn zu töten gedachte. Wie dumm er war. Er hatte sich selbst so auf Saladin konzentriert, dass er alles um sich herum vergessen hatte. Gehörte es nicht auch zu den Dingen, die man ihm immer wieder schmerzhaft bewiesen hatte? Wenn es um seinen Herrn ging, war Zel einfach viel zu unkonzentriert. Jetzt hatte er ein weiteres mal die Quittung!
Er sprang zurück und stand ein Stück weit hinten. Er hielt sich die blutende Wunde und spürte, wie seine Beine nachgeben wollten.
Wie schwach du bist!
Nein! Er musste zu Saladin. Der schwarze Dolch, der in seiner Hand Form annahm, flog auf seinen Angreifer zu, nachdem er ihn mit voller Kraft auf ihn zu schleuderte. Sofort im Anschluss sprang Zel hinter dem Geschoss her und hielt den nächsten in der Hand, um ihn in die Brust des Schattens zu stoßen.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Apr 27, 2013 7:13 am

Saladin lag auf dem glatten Boden und starrte den Schatten an, der ihn angegriffen hatte. Etwas zu lange verwahrte er auf dem Boden, ehe er sich aufrichtete und mit nackten Füssen auf dem nassen, glatten Boden versuchte voran zu kommen. Er rutschte ab und bekam keinen richtigen Halt, da erwischte ihn auch schon der erste Schnitt an der linken Wange.
Sobald er sich gefasst hatte und sich nach seinem unsichtbaren Angreifer umsah, bekam er die nächste Wunde am Arm ab. Er keuchte und riss den Arm mit dem kleinen Messer vor sich durch die Luft, doch der Schatten war schon fort.
Saladin atmete schwer, als er sich von seinem Schatten im Stich gelassen fühlte. Er bekam tatsächlich Angst, dass Zel ihn verraten würde und nicht zu seiner Sicherheit kommt.
Saladin hatte zwar eine rudimentäre Ausbildung in Selbstverteidigung erhalten, doch damit konnte er gegen die Schattenfähigkeiten nicht viel ausrichten.
"Zeig dich du Schakal, ich werde nicht kampflos gehen!", schrie Saladin in den Raum.


Der geworfene Pfeil wurde mit einer leichten Drehung umgangen. Der Schatten manifestierte aus der Drehung heraus eine Schattenpeitsche und schlug damit nach Zels Angriffshand. Kurz nachdem die Spitze der Peitsche sein Handgelenk umklammert hatte, zog er die Peitsche zu sich heran und entriss ihm seine Waffe. Mit der anderen Hand hatte er sich den vorbeifliegenden Dolch geschnappt und warf ihn diesmal gen Zel.
Nach seinem Angriff sprang er mit einem Rückwärtssalto auf das Dach hinter sich und landete lautlos in einem schwachen Schatten.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Apr 27, 2013 10:01 pm

Zel Sah, wie seine Waffe daneben flog und dann setzte dieser elende Schatten schon wieder zum nächsten Angriff an. Zel löste seine eigene erschaffene Waffe auf, ehe sie ihn erreicht hatte und betrachtete den Schatten auf dem Dach. Er würde ihn nicht weg lassen, ehe er ihn nicht getötet hätte. Zel hielt sich immer noch die Blutende Wunde in seinem Bauch und jetzt, wo er zeit hatte daran zu denken, wurde ihm schlecht. Er wollte noch mal angreifen, doch als er seinen nächsten Schritt machte, sah er, wie sich der Horizont verschob und er auf dem Boden landete. Keuchend schnappte er nach Luft und versuchte wieder hoch zu kommen, während unaufhörlich Blut in seine Hand lief. Das war das Ende. Er konnte nicht fassen, dass es so enden sollte!
Du Jammerlappen! Steh auf!
Zel blickte hinauf, zu seinem Gegner und bemerkte, wie die Sicht leicht verschwamm. Zel wollte nicht aufgeben, aber er hatte keine Kraft mehr. Er wollte nicht sterben. Nicht mit der Gewissheit, Saladin hier allein zurück zu lassen. Aber... Was sollte er tun? Quälend langsam, schaffte er es in eine Position zu kommen, von wo aus er sich wackelig wieder hinstellen konnte. Er schwankte und suchte seinen Gegner.
Nimm sie! Du Feigling!
„SEI STILL!“, donnerte Zel erstaunlich kräftig, dass es ihn selbst überraschte. Er erschuf einen langen schwarzen Säbel und torkelte, auf die Schatten zu, als er angekommen war, suchte er seinen Gegner und er konnte spüren, wie ihn seine Kraft mehr und mehr verließ. Mit jedem Tropfen Blut, schwand ein bisschen mehr dieser kraft und Zel wusste er würde hier sterben ohne Saladin zu schützen, ohne ihm jemals gesagt zu haben, wie sehr er ihn doch liebte und respektierte. Ohne jemals gesagt zu haben, dass er ALLES für ihn tun würde.
Wirklich? Und warum tust du dann nicht alles?
Zel hörte die Stimme und im selben Moment rutschte er wieder an der Säule in deren Schatten er stand herab. Der Säbel löste sich auf und Zel kam unsanft auf seinem Hinterteil auf. Er hatte den Garten mit seinem Blut verziert und war nun ein äußerst leichtes Ziel. Immerhin hatte der Schatten nicht die Bauchschlagader zerfetzt. Doch es war eh egal. Denn Schatten... Er sah hinab, auf seine Blutbesudelten Hände. Schlafen... Er wollte einfach einschlafen.
Feigling... Du lässt deinen Herrn sterben... Ich habe mich nicht in dir geirrt, du bist genauso feige und schwach, wie du es immer warst. Dein Meister täte Recht daran, dich zu hassen. Du verdienst seine Zuneigung nicht, „Zel“
Zel hörte die Worte und sein Herz hämmerte einen harten schnellen Rhythmus, als er das hörte. Saladin... Er musste ihn beschützen, er durfte nicht zulassen, dass ihm etwas geschah. Aber er konnte nicht mal aufrecht stehen. Alle seine Gedanken konzentrierten sich auf einen einzigen Punkt. Gewinnen und Saladin schützen!
Nimm sie an! Öffne dich!
Er sah noch einmal auf seine Blutbesudelten Hände. Er blickte auf, sein Blick war immer noch verschwommen und er flüsterte leise: „Hilf mir...“

Saladin wurde wieder von der Schattenfrau beobachtet. Sie kicherte leise, als er noch ihr verlangte und schoss hervor. „Hier!“ Eine neue Wunde entstand in Saladins Flanke. Die Wunden waren allesamt schmerzhaft und sie würden auf Dauer, zu hohem Blutverlust führen, doch jede einzelne, war keineswegs tödlich. Immer wieder kam sie aus den Schatten hervor und verletzte Saladin, schnitt zwei mal in die Gleiche Wunde in seinem Arm. Sie entriss ihm das Messer, aus seiner Hand, und schleuderte es aus seiner Reichweite, ehe sie vor ihm zum stehen kam. Sie genoss es, ihn so anzusehen, wie ein Raubtier wohl das Lamm betrachten würde.
„Wo ist euer Schatten, Prinz?“ Sie kicherte fast irr. „Warum kommt er nicht, euch zu schützen?“ Sie legte gespielt ihren Finger auf ihre Lippen, was irgendwie grüblerisch aussah. Ihr Grinsen verbreiterte sich. „Egal. Er wird ohnehin sterben, wenn ich euch, Hoheit, ermordet habe." Sie stand ihm gegenüber und ihre Schwarze Klinge wuchs um ihre Hand, wo sie zu einem Stoßdolch wurde. „Ihr Menschen, seid es nicht wert, von uns beschützt zu werden, IHR solltet UNS dienen, als Sklaven! Ihr seid so schwach und hilflos!“ Sie lachte und ging dann fast langsam auf Saladin zu, um ihm den Gnadenstoß zu verpassen.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 28, 2013 12:36 am

Saladin riss panisch beide Arme zum Schutz vor sein Gesicht. Die Todesangst die er verspürte jagte ihm einen kalten Schauer über den Körper. Die Kälte im Inneren seines Körpers breitete sich blitzschnell in seinem Körper aus. Das Wasser, das Saladin zuvor aus der Luft geholt hatte, gefror sofort zu Eis. Sowohl sein linker Arm, als auch seine Füsse waren eingefroren.

Der Schatten konzentrierte seine Kräfte und erschuf seinerseits zwei weitere Schatten. Identische Abbilder seiner Selbst. Im selben Augenblick sprang der Schatten gerade auf Zel zu, während ein Abbild vom Dach herunter sprang und auf Zel zu rannte und der andere in einem hohen Bogen durch die Luft sprang.
Alle drei hatten nur ein Ziel vor Augen - Zels Herz.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 28, 2013 2:00 am

Ein zufriedenes Lachen, hallte in Zels Kopf wieder. Diese Stimme... Er erkannte sie nicht und es war ihm egal. Was dann geschah, passierte in einem Augenblick, doch Zel kam es so vor, als würde es ewig dauern. Ihm wurde schwarz vor Augen und Er fand sich in absoluter Dunkelheit wieder.
Eine ganze weile geschah gar nichts und schließlich hellte es sich etwas auf. Er sah einen Kerl vor sich, der genauso aussah, wie er selbst, mit einer Maske vor dem Mund und der Nase und lange schwarze Haare, die um ihn herum wehten, obwohl kein Wind da war. Er hielt die Hände nach vorne und eine rabenschwarze Klinge erschien in seiner Hand.
„Greif an!“, befahl die Stimme. „Besiege mich, sonst sterben dein Meister und du.“ Zel spürte erstaunlicher Weise keine Schmerzen und die Wunde an seinem Bauch war ebenfalls verschwunden. Er sprang auf und jagte auf den Kerl zu. Zel musste jedoch schnell feststellen, dass er ihn niemals besiegen würde, wenn er sich nicht etwas einfallen ließ.
„Willst du ihn retten, oder nicht?! Streng dich an, Schwächling!“
Zel ignorierte den unverschämten Kerl und er fragte auch nicht, was das alles zu bedeuten hatte, es war ihm egal, er wollte nur eins, Saladin beschützen.
„Du hast meine Macht nicht verdient!“
„DANN BIETE SIE MIR NICHT AN!“, schrie Zel ihn an und der Mann lächelte unter seiner Maske. Er war zufrieden. Er schürte Zels Zorn weiter und weiter, und als Zel glaubte, diesen unverschämten Kerl einfach töten zu müssen, verschwand er ganz plötzlich. Zel war allein sah sich um. Da war nichts. Niemand. Zels brennender Zorn wurde zu böser Wut und schließlich flachte diese zu eiskaltem Hass ab.
„Gut...“, da war die Stimme wieder „Ich leihe sie dir.“
„Wer bist du?“, fragte Zel leise.
„Das spielt keine Rolle. Ich bin für den Augenblick einfach nur der, der dir die Kraft gibt, deinen Herrn zu schützen. Gib acht!“
Die Klinge lag schwer in Zels Hand. Er sah hinab und das Schwert fühlte sich auf seltsame Art und Weise sehr gut, beinahe vertraut an. Zel blickte auf und sah in die Augen des Kerls. Sie waren weiß, unbewegt... nichts sagend.

Als Zel die Augen öffnete, lag die Klinge noch immer in seiner Hand. Zel fühlte sich stark. Er fühlte sich stärker, denn je und bevor ihn auch nur einer dieser Doppelgänger erreicht hatte, stand er. Seine Gestalt flackerte kurz und im nächsten Augenblick befand er sich hinter dem „Original“ Die Klinge zerteilte den Schatten, als sei sein Körper aus Butter und sein Schwert eine glühende Klinge. Unterkörper und Oberkörper waren voneinander getrennt und Gedärme regneten auf den Boden. Der Schatten gab nur noch ein überraschtes Glucksen von sich und schon war Zel wieder verschwunden. Er tauchte direkt vor einem der anderen auf und enthauptete ihn kurzer Hand nur um schließlich wieder zu verschwinden. Der letzte der übrig gebliebenen stand planlos herum und Als Zel vor ihm auftauchte, wollte der Kerl doch wirklich noch angreifen. Zel schlug ihm die Hand ab und ließ das schwarze Schwert anschließend durch den Körper des Schattens fahren, die zwei Hälften, fielen um, nachdem Schatten schon wieder weg war.

Die Angreiferin in Saladins Raum kam gerade eben auf Saladin zu, um ihm die Kehle aufzuschlitzen, als sich ein eiskalter Hauch in ihr Gesicht legte. Sie schrie auf, sie kreischte regelrecht und ihr Klinge fiel zu Boden, als sie sich ihre Augen hielt. Sie schrie, wie eine Furie und taumelte zurück und mit einem Mal verstummte sie. Eine Schwarze Klinge schaute aus ihrer Brust hervor und sie fiel auf den Boden. Zel stand hinter ihr. Ihm war kalt und sein Blick, (wenn man es überhaupt identifizieren konnte) war ebenso kalt. Er sah Saladin an, seine Brauen zogen sich zusammen und ein unendlich gequälter Ausdruck trat auf sein Gesicht. Er sah die blutenden Wunden Saladins, machte einen Schritt auf ihn zu und noch einen. Die Klinge entglitt seinem Griff und fiel scheppernd auf den Boden. Zu spät. Er war zu spät und nun musste sein Herr leiden. Er sah das Eis und er wollte wissen, was geschehen war, aber er brachte kein Wort heraus. Als er den nächsten Schritt machte, kam er krachend auf den Knien auf, neigte den Kopf und sagte leise: „Erflehe... eure Verzeihung.“ Er versuchte, wenigstens auf den Knien zu bleiben und nicht ganz umzukippen, er hielt sich die immer noch blutende Wunde an seinem Bauch und der rote Lebenssaft tropfte auf den Boden. „Ich bin zu spät.“ Die Stimme hatte Recht. Er war ein verdammter Schwächling. „Vergebt mir. Ich...“ Er stöhnte und versuchte nicht umzukippen. Er hörte die Stimme in seinem Kopf, wie sie lachte. Es war Spott und Hohn.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 28, 2013 4:15 am

Saladin erschrak, als das Wasser zu Eis gefror und spürte doch keine Angst. Im ersten Augenblick war er froh und überaus glücklich, dass sein Schatten zu seiner Rettung gekommen war, doch dann überkam ihn der Zweifel. Wieso hatte Zel ihn nicht früher gerettet? War Zel nun doch auch ein Teil der Verschwörung der Schatten gegen ihre Meister?
Ehe Saladin etwas sagen konnte kam Neyla in das Zimmer gestürmt und blieb erstmal verdutzt vor Saladin stehen, der immer noch nackt in seinem Zimmer stand. Als sie sich wieder gefasst hatte, streifte sie in einer schnellen Handbewegung ihre Handschuhe ab und legte je eine Hand auf die Stirn von Saladin und Zel.
Im nächsten Augenblick war es, als hätten sie zum ersten Mal nach einem Traum ihre Augen wieder aufgemacht. Die drei standen in Saladins Zimmer, doch es war nicht mehr Tag, sondern Nacht. Die Leiche des Schatten, der Saladin angegriffen hatte lag neben ihnen. Alles um sie herum hatte sich gewandelt. Überall lag eine dünne Sandschicht.
"W...was ist geschehen?", wollte Saladin wissen und wich einen Schritt zurück.
"Ihr standet unter dem Bann einer Illusion. Unsere Sinne wurden mit einem starken Zauber getäuscht."
Saladin sah sich um und erkannte Schleifspuren auf dem Boden, die aus seinem Zimmer hinaus führten. Augenblicklich erinnerte er sich an seinen Bruder, der vor seinen Augen verschwand.
"Wer ist dafür verantwortlich?", fragte Saladin. "Wo ist mein Bruder?"
Neyla zuckte mit den Schultern.
"Ich habe noch nie davon gehört, dass jemand alle Sinne täuschen kann. Aber der Sultan wurde fortgeschleppt. Wir sollten vorsichtig sein und aus dem Palast verschwinden, denn die Personen die wir gesehen haben waren echt."
Saladin nickte. "Wir dürfen das Leben der Unschuldigen nicht aufs Spiel setzen. Wir hauen ab und suchen nach meinen Brüdern. Zel, erhebe dich."
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 28, 2013 4:33 am

Zel spürte Neyla, bevor er sie hörte, aber da er bereits wusste, wie sie „aussah“ machte er sich kaum Sorgen darum. Ihm war schlecht. Sie erklärte die Situation und legte ihm eine Hand auf die Stirn. Er ließ es geschehen. Er blickte sich jedoch nicht um. Er kniete schließlich vor Saladin und der war nackt! Was war los? Er konnte seine Gedanken nicht so richtig sortieren und fürchtete jeden Moment das Bewusstsein zu verlieren. Die schwarze Klinge neben ihm löste sich gar nicht wieder auf und Zel stellte fest, dass sie massiv war und nicht aus den Schatten. Oder? Er konnte es nicht zuordnen.
Saladin wollte die Lage erklärt haben und Nyla tat dies auch sogleich. Zel verstand nur die Hälfte und kniete immer noch mit gesenktem Haupt vor seinem Herrn. Es war schlimm, dass er Saladin nicht hatte schützen können, die Wunden, die er am Körper und im Gesicht trug, hätten für ihn bestimmt sein sollen, nicht für Saladin. Zwl sagte sich immer wieder, dass er hätte vorsichtiger sein sollen. Wie dumm von ihm ins offene Messer zu laufen! Zel spann die Gedanken weiter und war schon wieder unaufmerksam, wofür er sich gleich wieder hätte ohrfeigen können. Dann sprach Saladin zu ihm. Seine Brüder. Gute Idee. Dann der Befehl, sich zu erheben. In gewohnter Weise tat Zel dies. Ein schwerer Fehler. Der Schmerz in seinem Bauch ließ ihn aufschnappen. Ein Schmerzenslaut verließ seine Kehle und er schmeckte Blut in seinem Mund. Gerade als er stand, knickten seine Knie ein, und Zel landete auf dem Boden, wo er wieder aufstöhnte. Rotes Blut sickerte aus der Wunde, durch seine Hand, wo es zu einem grässlich krassen Kontrast zu seiner bleichen Haut zwischen den Fingern hervor brach. Benommen sah Zel in Saladins Gesicht. Seltsamer Weise fürchtete er gerade nicht um sein Leben, sondern ärgerte sich, dass er den Befehl nicht ausgeführt hatte. „ Es tut mir leid. Ich kann nicht.“
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 28, 2013 8:30 am

Saladin stützte sofort Zel und wuchtete ihn vorsichtig auf sein Bett. Erst jetzt sah er das ganze Blut.
"Du bist verletzt!", stellte er das Offensichtliche fest. "Bleib ruhig liegen."
Sofort schlug ein schlechtes Gewissen in Saladin hoch, als er daran dachte, dass er seinem Schatten nicht vertraut hatte. Wie dumm war er, ihm nicht zu vertrauen, schließlich riskierte sogar sein Leben für ihn.
"Nein, es tut mir leid", flüsterte er leise und stand auf.
So schnell er konnte rannte er zu seinem Kleiderschrank und sprang schnell in eine Hose und zog sich ein Hemd über. Er packte auch noch ein paar weitere Sachen, warf diese Neyla zu und trat an Zel heran.
"Das wird jetzt mit Sicherheit weh tun, aber wir haben keine Zeit mehr. Moment, ..."
Saladin schnappte nach einen Glas in seiner Nähe und goss es über Zels Bauchwunde aus. Er versuchte sich auf das Eis zu konzentrieren, jedoch schien es nicht zu funktionieren.
Das Wasser wurde tatsächlich etwas kühler, doch es wollte einfach nicht gefrieren.
Stattdessen nahm er schnell sein Bettlaken, schnitt es mit dem Messer auf und bandagierte damit Zels Wunde provisorisch.

Saladin wuchtete Zel auf seine Schulter und entschuldigte sich abermals für das Leid dass er seinem Schatten zumutete.
Mit Zel auf seiner Schulter und Neyla, die ein wenig Ausrüstung mit sich trug, im Schlepptau, flüchtete Saladin durch einen geheimen Gang in seinem Zimmer aus der Stadt.
Dass die Schatten von dem Durchgang wusste war ihm zwar klar, doch er hatte einfach darauf gehofft, dass sie seine Flucht zu spät bemerken würden.
Mit schlechtem Gewissen verließ Saladin seine zuhause und seinen Bruder.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 28, 2013 9:41 am

Zel wurde von seinem Herrn auf dessen Bett gelegt, was bei Zels Körpermasse und Saladins Körperbau jetzt nicht soo schwierig war, Denn Zel war zwar muskulös, aber auch nicht zu sehr. Er war vergleichsweise schlank, ähnlich wie Saladin. Seine Hand drückte permanent auf die tiefe Stichwunde und er konnte sich denken, dass das hässlich enden könnte. Saladin zog sich an und befahl Zel ruhig liegen zu bleiben, was dieser auch tat. Er war sogar dankbar für diesen Befehl und führte ihn ordnungsgemäß aus. Er schloss seine Augen und harrte der Dinge. Das einzige was er nicht wollte, war nun bewusstlos werden. Sie mussten hier weg. Das hatte Saladin schon richtig festgestellt. Als Saladin wieder zu ihm heran trat, warnte er ihn vor, dass er etwas tun würde, was weh tun könnte. Zel hatte seine blutbesudelte Hand weg genommen und seine Klamotten wurden an der Stelle aufgeschnitten, wo ohnehin schon ein Loch war. Dann kippte Saladin Wasser über die Wunde und Zel biss sich gerade noch so auf die Zunge um nicht los zu schreien. Was zum Teufel trieb Saladin da? Zel wäre am aller liebsten aufgesprungen, aber er tat es nicht. Nein er blieb liegen und letzten Endes, als das Wasser kalt wurde – er verstand noch immer nicht, was das sollte, doch er vertraute Saladin – gab er einen kläglichen Seufzer von sich. Was auch immer Saladin vorgehabt hatte, es schien nicht geklappt zu haben, denn er zog Zel in eine sitzende Position und verband ihn mit seinem Laken.
Gerade als Zel sich fragen wollte, was so schlimm wäre, wenn er in Ohnmacht fallen würde, zog ihn Saladin auf die Schulter und Zel musste sich abermals zusammen reißen, seinen Herrn nicht einfach vollzukotzen. Er begriff, dass Saladin es WIRKLICH eilig hatte, wenn er nicht mal die Zeit hatte, ihn zu stützen und ihn statt dessen lieber selbst trug. Wie erbärmlich sich Zel fühlte. Grimmig dachte er an die Stimme, die ihn ebenso betitelt hatte.
Saladin schleppte Zel durch die Gegend und der kam sich gerade nicht wie ein Schutz, sondern wie eine Behinderung vor. Jetzt musste der Herr schon den Diener auf Händen tragen. So weit war es mit ihm gekommen. Ärgerlich über diesen Verlust seines Stolzes, spürte er, wie er der Welt irgendwie entglitt. Saladin blickte nicht zurück und Neyla begleitete den Prinzen still, sie trug auch Zels Schwert, wie er am Rande feststellte. So was...
Als Zel das nächste Mal die Augen öffnete, waren sie mitten in der Wüste und er hatte tierischen Durst. Ihm war trotz der Hitze kalt und er konnte nur verschwommen erkennen, dass sich Personen nährten. Bitte nicht... Was sollte Zel auch sonst denken, als schon wieder Feinde, dieses Mal jedoch würde er nicht versagen, Saladin konnte gar nicht so schnell reagieren, wie Zel in seiner eigenen Seele eintauchte und alles an Kraft heraus schöpfte, was ging. Die Kälte, die seinen Körper umfangen hielt, kam ihm da gerade Recht, er spürte, wie sie sein Herz umklammerte und er stemmte sich von Saladins Schultern. Zel entwendete Neyla das pechschwarze Schwert und setzte zum Angriff an. Sein Blick sah nichts, als Feinde, die es zu vernichten galt.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 28, 2013 10:53 am

Neyla und Saladin begriffen nicht so schnell, was eben geschah, da stand Zel auch schon angriffsbereit vor ihnen. Neyla griff von hinten nach Saladins Waffenhand und entwendete ihm die Klinge mühelos. Mit der anderen Hand stützte sie ihn, falls er wieder umzukippen drohte. Saladin und Neyla stützten Zel von beiden Seiten und näherten sich den vorbei kommenden Nomaden.
"Ahoi, kel destini?", fragte Saladin gebrochen in der einfachen Sprache der Nomaden.
"Ahoi", erwiderte einer der zufällig vorbeireitenden Nomaden. "Gen Süden. Braucht's eine Transportmöglichkeit?"
Saladin nickte.
"Süden klingt gut, wir sind auf dem Weg in die Steppen", sagte Saladin.
"Aye, dann steiget's mal auf, Kerl."
Einer der Planwagen der Karawane hielt neben den dreien und zwei junge Männer halfen Zel rauf zu bringen. Eine alte Großmutter, die sich ihr ganzes Leben lang mit der Medizin beschäftigt hatte, säuberte Zels Wunde und gab ihm eine Heilsalbe.
"Aha, ein Schatten also?", fragte die Alte nachdem sie Zels Wunde gesehen hatte. "Ihr habt's aber einen interessanten Freund."
Freund, dachte Saladin und ein Schmunzeln schlich sich in seinen Mundwinkel.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 28, 2013 11:12 am

Als Zel gerade einen Angriff stürmen wollte, spürte er, wie ihm die Waffe, von der er scheinbar seine Kraft erhalten hatte, aus den Fingern glitt. Was war dann...? Er wurde festgehalten, von Neyla und dann von Saladin, was er fälschlicher weise, als Festhalten interpretierte, war eher ein stützen, damit er nicht in den heißen Wüstensand fiel. Zel versuchte zu erkennen, wer das da vor ihm war und erkannte, dass er beinahe unschuldige gemeuchelt hatte. Zum Glück hatte Neyla sofort reagiert... Was war los mit ihm? Zel schob es auf seine Verwirrtheit und die Verletzung, die ihm zu schaffen machte.
Saladin organisierte scheinbar eine Reisemöglichkeit für die drei und schließlich wurde Zel von zwei jungen Männern und seinem Herrn in den Planwagen verfrachtet. Trotzdem ihm kalt war, schwitze er und jetzt wo er da so lag, sehnte er sich danach einfach in tiefen Schlaf zu fallen. Er hatte alle vier von sich gestreckt und eine alte Frau beugte sich über ihn. Er machte die Augen noch einmal auf und betrachtete sie. Anstatt endlich ruhe zu haben, machte diese Alte doch wirklich noch mal den „Verband“ ab und prokelte in der Wunde rum, dass Zel glaubte, sie wolle ihn ausnehmen. Er blieb liegen, weil Saladin keine Anstalten machte es zu unterbinden. Zel wusste ja auch, dass sie ihm helfen wollte. Sie wusch die Wunde aus, wobei Zel stoßweise atmete um das zu ertragen, ohne Schreien zu müssen. Er stöhnte mehrfach auf und als sie endlich fertig war, strich als sie eine Salbe darüber. Zel hätte sich vermutlich tierisch gefreut, wenn er gesehen hätte, dass sich Saladins Mundwinkel hoben und auch über die Worte, die die alte verlor, aber als die Behandlung vorbei war, schlief Zel einfach ein tief, traumlos und schwarz wie die Nacht. Zel war am Ende seiner Kräfte angelangt und während er davon glitt fragte er sich, warum dieser erlösende Schlaf nicht ein paar Augenblicke früher hätte eintreten können!
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Mai 04, 2013 10:48 am

Im Augenblick einer kurzen Rast von den Strapazen gönnte sich Saladin einen Augenblick der Ruhe und des Allein-Seins. Im Schatten einer großen Palme, nahe einer sprudelnden Quelle einer jungen Oase, atmete er die kühle, erfrischende Luft ein und ließ seine Gedanken ruhen.
Sein Schatten Zel war noch immer in dem Planwagen und ruhte, während seine Wunde und sein Stolz zu heilen versuchten. Ihre schweigsame Begleiterin Neyla hingegen hatte ihrerseits zurück gezogen, nachdem sie Saladin die schwarze Klinge des Schatten überreicht hatte.

Saladin benötigte einige Zeit, ehe er seinen Blick senkte und den Arm samt Waffe anhob. Sein Blick fiel als erstes auf die mattschwarze Oberfläche, die das Licht um sich herum zu verschlucken schien. Erst auf den zweiten Blick erkannte er eine feine Gravur. Überrascht zog er seine Augenbrauen zusammen und besah sich seiner Armschiene welche er an seinem linken Arm trug. Das gleiche Zeichen fand sich auch in kleiner Form auf der Innenseite der Armschiene. Saladin war stutzig und verzog irritiert das Gesicht.

Die schier lange Reise durch die Wüste in die südlich gelegenen Steppenlande war nicht weniger beschwerlich als die Reisen zwischen Al'var und Jêsun. Sand und Dünen wichen trockenem kargen Boden. Die Vegetation nahm in Form von trockenen Büschen und Gräsern zu. Auch huschte mal ein kleines Nagetier von einem Erdloch zum anderen, oder eine Schlange wanderte umher.
Doch die reisenden Nomaden hatten in Generationen gelernt mit der Wüste, der Steppe, der Trockenheit und der Hitze, sowie mit der langen strapaziösen Reise umzugehen. Auch wenn Saladin und sein Volk als Menschen der Wüste bekannt waren, so konnte er von den alten und jungen Nomandenmännern und Frauen noch vieles Neues lernen. Man lehrte ihn Wasser in der Trockenheit zu finden, auch von Pflanzen oder von kleinen Tieren.
Am Ende der langen und beschwerlichen Reise erreichten sie Amoret, die Stadt am Roten See. Tagsüber feuerrot und in der Nacht Blau. Saladin hatte schon von dem spektakulären Farbenspiel gehört, die im ganzen Land bekannt waren, wenn die Sonne am Morgen aufging und das Blau des Sees sich über ein farbenfrohes Purpur bis Feuerrot änderte.
Schon vor Tagen hatte man den großen Turm der Stadt am weitreichenden Horizont erblicken können. Das alles überschaubare Auge hatte auch sie bereits Tage vorher ausgemacht und war auf ihre Ankunft vorbereitet.

Die Stadt Amoret befand sich an den Grenzen der Steppenlanden, dem Roten See, dem Goldenen Wald und dem Langen Canyon. Jenseits der Roten See gab es noch den Eisenberg, den Cluster, sowie das Domiziel der Yade und die Ebene der Freien Völker.
Saladin hatte schon einiges von den verschiedenen Orten, Völkern und Besonderheiten gehört oder gelesen, doch bisher hatte er weder das eine noch das andere je mit eigenen Augen sehen können. Es war, als wären sie nach ihrer langen Reise in einer andere, in einer neuen Welt angekommen.

Saladin bewunderte die schimmernden Mauern die aus rotem Ton fünf Mann in die Höhe ragten.
Amoret war nicht für seine Schönheit sondern für seine diplomatische Bedeutung bekannt: Amoret war die Stadt der Völker. Von überall her kamen seit Generationen die verschiedensten Rassen, Völker und Reisende in die Stadt um Handel zu treiben.
Amoret hatte keine Könige oder Bettler, sondern das Volk und den Rat. Der Rat bestand aus den gewählten Vertretern der Rassen und Völker.
Und ein solches Ratsmitglied war Barzin - Saladins älterer Bruder.

Nevilith, ein Diener Barzins begrüsste Saladin bereits eine halbe Stunde vor den Toren der Stadt und überreichte sowohl ihm, als auch Neyla einen kühlen Schlauch mit klarem sauberem Wasser. Nevilith hatte, anders als die anderen Bewohner der wüste blasse, fast schon weiße Elfenbeinhaut, kurze hellblond gelockte Haare und hellblaue Augen. Nevilith war vom Volk der Blanche, die in vielen Teilen der Wüste und deren Umlande als niedere Sklaven dienten. Es gab nur ein Volk, welches vom Stand her niederer war und das waren die Schatten der Haidar. Umso überraschter blickte Nevilith als Saladin seinen Schlauch zuerst Zel reichte.
"Mein Herr! Meister erwartet euch bereits in seinem Domizil", sprach Nevilith und hielt seinen Kopf dabei die ganze Zeit gesenkt.

Saladin folgte dem stummen Diener in die Stadt hinein. Er bewunderte die Häuser, die aus rotem Holz erbaut worden waren. In der Wüste hatte man nur goldgelben oder beigen Lehm zum Brennen und die Anschaffung von Holz kostete viel Zeit und Geld. Der Hauptteil des roten Holzes kam dabei aus den Mienen des Langen Canyon.
Saladin stellte zugleich fest, dass viel mehr Rassen auf den Straßen und Märkten waren, als er geahnt hatte. Menschen der Wüste und der Graslande, Wüstenelfen und Echsen. Selbstverständlich auch viele Vertreter der Völker der umliegenden Gebiete.
Das Stadtbild glich in keinster Weise den anderen Städten der Wüste.

Barzins Herrenhaus glich kaum dem Prunk und Stolz aus ihrer Heimat, hatte aber dennoch seinen eigenen Charme und ihre eigene Schönheit. Ein weiterer Blanche, ein alter Greis in einer eleganten schwarzen Uniform, begrüsste Saladin und Neyla fürstlich, bot ihnen Chai und ein frisches Bad an. Das Herrenhaus war sogar kleiner als eines der Gästehäuser aus Jêsun.
Saladin und Neyla machten sich frisch, dann begaben sie sich in das sogenannte Kaminzimmer, wo sie auf Barzin warteten, der bis zum Mittag im Rat tätig war.

Jelluin


Zuletzt von Saladin am Di März 01, 2016 8:19 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Schatten

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo Mai 27, 2013 1:29 am

Zel schlief lange und Traumlos. Es war die Art von Schlaf, die einen nach einer Ewigkeit erwachen ließ, wobei man das Gefühl hatte, Bäume ausreißen zu können. Doch noch nicht. Noch nicht gleich. Zel erholte sich von seiner Verletzung, die ohnehin schneller heilen würde, als bei einem normalen Mann. Im Schatten des Planwagens.
Zel rutschte irgendwann in eine anfdere Art von Schlaf. Sein Gehirn fing wieder an, zu arbeiten und Zel träumte. Es war ein heilloses Durcheinander, was sich da in seinen Kopf schlich, aber nichts, was den Schatten des Prinzen beunruhigt hätte. Zel schlief weiterhin sehr ruhig und erholsam...

Nach einer weiteren Ewigkeit nahm Schatten seinen Traum bewusst wahr. Es war kein schlechter Traum, sondern ein Echo aus der Vergangenheit. Ein Echo, was ihm ein Glücksgefühl bescherte. Zel und Saladin auf einem Hügel inmitten von Blumen Wiese und Wasser. Die Frauen aus Jesûn lenkten das Wasser und die jüngeren Spielten mit dem kühlen nass, um zu lernen, wie man es beherrschte. Unglaublich. Schatten stahl sich ein Lächeln ins Gesicht, was auch seine Fleischliche Hülle reproduzierte. Allerdings hatte er ja diese Maske auf, weshalb man es nicht sehen konnte. Der Traum verlief geradlinig und schließlich begleitete er seinen Herrn zurück in den Palast. Der Mond stand am Himmel und Zel wartete in einer Ecke das Raumes, bis sein Herr eingeschlafen war. Friedlich und rihig. Dann begab auch er sich in den Schlaf...

Zel war im Garten immer noch schien der Mond und er wollte scheinbar nicht weichen. Nicht heute Nacht. Saladin stand am Fenster und sah in die Nacht hinaus. Er ging in den Garten und sprach zum Mond. Er sagte er habe Angst und Schatten ging auf ihn zu. „Fürchtet euch nicht, Herr.“
Hatte er das gerade gesagt? Oh ja. Der Sultan war ja tot und... Nein, Moment. Zel blickte auf seine Hände. Blutbesudelt waren sie und Saladin grinste ihn an. Er bedankte sich für den Mord an seinem Vater und Schatten fiel alles wieder ein. Er hatte den Sultan und damit seinen Vater ermordet, oder nicht? Zel Blickte zum Schlafgemach seines Herrn an dessen Fenster ein Schatten stand. Die Augen des Schattens, waren nicht weiß, sondern blutrot. Mit entsetzen sah er seinen vater dort im Fenster stehen und dann zog dieser langsam seine Klinge. Keine dolche, sondern ein geschwungenes Schwert. Es war pechschwarz und verschluckte das Licht des Mondes. Dann stürzte sich der Schatten auf Saladin und bevor er ihn in der Mitte teilte, wachte Zel mit einem kräftigen, heiseren Schrei auf.
Verdutzte Gesichter spähten in den Wagen, während Zel schnell atmend da saß und scheinbar ins Nichts starrte. Er versuchte erst den Traum zu verdrängen, dann versuchte er sich jedoch zu erinnern, was genau eigentlich passiert war. Doch irgendwie war seine Erinnerung fast gelöscht und dann meinte er ein zufriedenes fast bösartiges Lachen zu hören. Immerhin ließ ihn das nun wieder aus seinem Entrückten Zustand zurück kehren. Er sah sich um und sah an sich herab. Die Wunde an seinem Bauch spürte er kaum noch. Er legte seinen Kopf in seine Hand und spürte, dass sie sich bewegten. Wo war Saladin? Diese Frage schlich sich als nächstes in seinen Kopf und dann sah er die Alte. Sie hatte ihn behandelt, oder? Zel wusste es nicht mehr. So was.... Alles in seinem Denken war durcheinandergewürfelt und die ganze Welt fühlte sich schwammig und matschig an. Zel schüttelte den Kopf und es wurde langsam besser. Wo war er noch gleich?
Alles deutete darauf hin, dass diese Leute Nomaden waren. Ja genau so war es. Schatten hatte diese Leute versucht zu töten. Großer Himmel! Die neugierigen Gesichter verschwanden außerdem wieder, weil Zel offenbar nicht interessant genug war. Nur die Alte blieb und wollte gerade eben noch mal nach Zel sehen, als er sie zurück drückte und von sich schob. Sie schien es ihm jedoch nicht wirklich übel zu nehmen, da ihm seine Verwirrung anzusehen war.
Wie ein Blitzschlag fiel ihm wieder die ganze Sache im Palast ein, der offensichtlich auf mysteriöse Art und Weise in der Wirklichkeit verzerrt gewesen war. Zumindest würde Zel das so sehen und dann zogen seine Gedanken den Kreis immer enger und die Erinnerung kehrte zurück. Das Schwert... Die Stimme und diese unglaubliche Macht, die ihn durchströmt hatte.
Er sah sich noch einmal um und als die Alte Vettel noch einmal näher kam, ließ er sie gewähren. Sie schien zufrieden und nickte. Schatten sah sie an und erhob sich nun ganz langsam. Er zog sich außerdem wieder an. Er stolperte fast aus dem Wagen heraus und suchte seinen Herrn.

Was er stattdessen fand, nahm ihm den Atem. So hohe Mauern! Rot wie die untergehende Sonne und so eindrucksvoll, dass Zel gar nicht anders konnte, als stehen zu bleiben. Er bestaunte diese Flut von Eindrücken und rief sich in Erinnerung, dass er von diesem Ort gehört hatte. Diener des Palastes hatten sich einmal über diese Stadt unterhalten, wie viel davon wahr gewesen war, konnte Schatten nun mit seinen eigenen Augen sehen. Damals hatte er es als bloße Übertreibung und als Märchen einer Träumenden Gesellschaft abgetan, aber nun?
Erneut riss er sich selbst aus diesen kindischen Gedanken und suchte nach Saladin. Sie waren noch etwa eine halbe Stunde von den schon jetzt riesig wirkenden Mauern entfernt und Zel fand seinen Herrn endlich. Er lief zusammen mit Neyla ein Stückchen weiter vorne und obgleich Zel gerade eben erst aufgestanden war, lief er so schnell es seine Beine zuließen. Dort angekommen heftete er sich lediglich wieder an Saladins Fersen und machte sich nur durch ein leises „Verzeiht...“ bemerkbar. Schon wieder musste er sich bei Saladin entschuldigen und ihn um Vergebung anbetteln. Das sollte nicht zur Gewohnheit werden. Schließlich sollte er Saladin schützen und nicht umgekehrt. Zel gestand sich ein, dass er noch so vieles zu lernen hatte. Sicher waren andere Schatten viel besser, sorgsamer und aufmerksamer als er. Dabei hatte er geglaubt, dass er seine Aufgabe gut beherrschte. Eine trügerische Selbstüberschätzung, wie er fand und er hatte beinahe mit dem Leben für diese Arroganz bezahlt.
Eine Frau der Blanche kam auf sie zu. Schatten sah in ihr keine Gefahr, allerdings beobachtete er sie mit einem misstrauischen Blick. Sie sah aus, als sei sie von der Sonne ausgeblichen worden. Haare und Haus waren wie Alabaster und ihre Blauen Augen wie klare Oasenseen. Sie war ansehnlich und sie war eine Sklavin. Zel beobachtete was das Mädchen da trieb und als Saladin ihm wie selbstverständlich den Schlauch reichte, damit er trinken konnte, hätte Zel schwören können, dass das Mädchen noch blasser wurde, als sie ohnehin schon war. Zel gestattete sich einen kleinen Triumpfschrei in seinem Herzen, als er wiedereinmal von Saladin zu spüren bekam, dass er offensichtlich mehr für ihn war als ein bloßer Diener. Nach außen hin ließ er sich jedoch nichts anmerken. Er sah einfach nur weiterhin ausdruckslos auf das Mädchen vor ihnen. Zum Trinken musste er selbstverständlich das Tuch vor seinem Mund lösen und das tat er auch schnell. Er hatte unglaublichen Durst. Klar, er hatte ja auch so gut, wie kein Wasser aufgenommen, als er geschlafen hatte. Man hatte ihm aber offenbar ohne sein Wissen Wasser zukommen lassen.
Als er so weit war, ging der Schlauch zurück an Saladin und Schatten folgte wieder. Er spürte, wie seine Kraft zurückkehrte und wie erholsam der Schlaf gewesen war.

Als sie die Stadt betraten, wurde Zel beinahe von den Eindrücken erschlagen. So viele Leute... Wesen. Er wusste gar nicht, wo er seine Aufmerksamkeit zuerst hin lenken sollte. Jedes Wesen in der näheren Umgebung wurde flüchtig gemustert und eingestuft. Herrje! Wie sollte er da irgendwelche Gefahren erkennen? Schatten begnügte sich damit nur die umliegende Umgebung im Augen zu haben und versuchte mit der Magie die jedem Schatten innewohnte irgendwie zu erfühlen, wer böses im Sinn hatte. Es war nicht das erste Mal, dass er Gesinnungen ertastete, aber bei so vielen? Zumal er eben erst wieder aufgewacht war. Unzufrieden mit sich, der Situation und dieser Stadt, ermahnte sich Schatten einen kühlen Kopf zu bewahren. Letztlich gelang es ihm sogar. Irgendwie spürte er, dass ihm seit neusten eine Kälte inne wohnte, die seine Gefühle auf Eis legte, wenn es erforderlich war und ihn die nüchternen Tatsachen erkennen ließ. Merkwürdig, aber durchaus nützlich. Zel beruhigte sich und so lief er nun ausdruckslos und ruhig wie die Hand eines Meisterschützen hinter Saladin her, bereit zuzuschlagen, wenn es jemand wagen sollte, den Prinzen auch nur zu berühren.

Am Herrenhaus angekommen durften Neyla und Saladin ein Bad nehmen. Zel erfrischte sich unterdessen außerhalb des Hauses mit kaltem Wasser, wobei er sich noch einmal die Stichwunde ansah, die eigentlich keine mehr war. Es war fast nichts mehr von außen zu erkennen. Allerdings spürte er hin und wieder das Zeihen in seinem Bauch, wo die Klinge hineingetrieben worden war. Zel befühlte die Einstichstelle, die bereits zu einer Narbe geworden war. Recht breit war sie, da sie nicht genäht worden war. Wie auch immer. Als Zel fertig war und sich den Schweiß abgewaschen hatte, zog er sich wieder an und suchte nach seinem Herrn. Er bewegte sich unauffällig durch die Schatten und es freute ihn, wie gut er das mittlerweile konnte. Wenn man nicht auf ihn speziell achtete würde man ihn auch nicht sehen. Er hielt seine Fühler ausgestreckt, ob er irgendwo die finstere Aura eines seiner Artgenossen spüren konnte. Tatsächlich fand er einen Schatten. Einen einzigen. Zel würde ihn im Auge behalten. Sicher hatte der andere Schatten ihn auch schon wahrgenommen, wenn er denn nach ihm suchte. Zel hatte es nämlich noch nicht gelernt sein Anwesendsein so zu verstecken, dass er wirklich unsichtbar war. Aber er arbeitete dran.
Selbst als er Saladin wieder gefunden hatte – was nicht schwer war, schließlich kannte er Saladins Aura, wie seine eigene – weilte er noch immer im Schatten. Brazin wusste, dass Saladin einen Schatten hatte und alle die es nicht wussten, mussten es auch nicht unbedingt erfahren. Schatten wusste nicht so genau, ob es ihm gestattet war im Haus zu sein, aber vorerst wollte er von hier aus das Geschehen beobachten und weiterhin dafür sorgen, dass der Raum sicher war. Warum durfte Nayla eigentlich so vieles, wo sie ihm doch eigentlich sehr ähnlich war? Mit dieser Frage würde er sich später auseinander setzen.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Mai 29, 2013 5:38 am

Die Welt der Schatten ähnelte der Normalen Welt äusserlich bis auf wenige Details genau. Alles Lebende schien fort zu sein, alle Farben verblasst und trüb. Nur die Schatten wirkten hier dunkler und verstohlener. Vor Zels Blick wandelte ein Schatten von einer Seite zur anderen, der sich offensichtlich nicht in den Schatten versteckt hielt. Dieser Schatten blieb je stehen und sah direkt zu Zel. Dieser Schatten schien seine Aura nicht verbergen zu wollen. Wie ein großes Leuchtfeuer strahlte er in einem hellen Rot.

"Du musst der Zel des jungen Herren sein. Ich bin der Zel des Herren dieses Hauses", sagte dieser und wollte weiter gehen, doch dann blieb er stehen und schaute nochmal zu Zel. "Weshalb verkriechst du dich in den Schatten und trittst nicht heraus? Ausser uns beiden ist hier keiner."

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Mai 29, 2013 6:54 pm

Zel beobachtete den anderen Schatten, wie er an ihm vorrüber ging. Für einen Moment glaubte er, er würde ihn nicht wahrnehmen, dann jedoch, sah er ihn direkt an. So ein Mist.! Wollte Zel doch eigentlich ungesehen bleiben. Merkwürdig. Dieser Schatten hatte eine strahlende feuerrote Aura, was Schatten erst ein wenig verwirrte, doch auch dieses Mal hatte er keine Zeqit weiter darüber nachzudenken. Denn, gerade, als der Kerl weiter gehen wollte, stallte er Zel eine Frage.
„Ich verkrieche mich nicht.“, sagte Zel, als er aus dem Schatten trat, was für Außenstehende so aussah, als würde er direkt aus der Wand heraus kommen. „Ich übe.“
Zels Stimme war kalt und unnahbar. Er war generell IMMER misstrauisch anderen Schatten gegenüber. Nicht nur denen, sondern auch allen anderen Leuten. Selbst Freunden von seinem Herrn trat er mit angemessener Vorsicht entgegen, da man nie wissen konnte. Hatte nicht des Sultans eigener Sohn befohlen ihn zu töten? Und war es nicht Zel selbst, der sich gegen alle Regeln zum Sultan geschlichen hatte. Zel erinnerte sich, wie verdammt leicht es gewesen war und er war sich nicht sicher, ob das an seiner Vorsicht lag, oder ob er vielleicht doch Hilfe gehabt hatte. Egal.
„Und ich wusste nicht, ob ich mich in deines Meisters Heim frei bewegen darf.“ Er konnte ja wohl bei der Wahrheit bleiben, denn er hatte keinen Grund diesen Schatten anzulügen. Schließlich trat dieser ihm auch offen gegenüber. Es würde sich zeigen, ob er das bereuen würde, oder nicht.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Do Mai 30, 2013 1:23 pm

Der Schatten lachte laut. Sein Lachen und seine Stimme klangen gedämmt unter dem schweren Schal, welchen er über seinen Mund gezogen hatte.
"Ich wiederhole mich: Ausser uns beiden, wandelt niemand in den Schatten. Es steht dir also frei überall hin zu gehen, wohin du möchtest ... ach, ich vergaß, es ist den Zels verboten frei zu denken, frei zu reden und frei zu handeln."
In diesem Augenblick trat eine Blanche durch die Tür, erblickte Zel und entschuldige sich wortlos bei ihm mit einem Nicken. Offensichtlich war ihr der andere Schatten nicht aufgefallen, denn sie verabschiedete sich nur von Zel. Auf Zels fragenden Blick hin gab ihm dieser eine Antwort:
"Die Schatten sind nicht nur ein Ort, wo du dich hin begeben kannst. Sie dienen uns auch als Pforte in eine andere Ebene, der Schattenebene. Hier können wir uns frei, auch im Licht bewegen. Für die Fünf Kinder der Elemente ist es unmöglich uns wahrzunehmen und ...", er sah auf die Stelle, wo Zel seine Wunde hatte und als wüsste er darüber Bescheid setzte er fort: "Unsere Wunden heilen besser."
Der Schatten drückte Zel vorsichtig wieder zurück in den Schatten des Raums.
"Tritt zurück in den Schatten und diesmal, versuch nicht dich in den Schatten zu verstecken und mit ihnen zu verschmelzen. Breite deine Aura aus und lass dich von dem Schatten einnehmen."
Ein leichtes Flackern, dann war der Schatten mit der roten Aura zurück in der Normalen Welt und ging zur nächst gelegenen Tür, auf die er zuvor zugelaufen war.
"Solltest du diese Lektion bestanden haben und noch mehr lernen wollen, so suche mich auf. Ach ja, eine Sache noch - in der Schattenebene können wir nicht mit der Materie interagieren. Und halte dich nicht allzu lange im falschen Sonnenlicht auf."
Er trat hindurch und schloss die Tür hinter sich.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo Jun 03, 2013 9:54 pm

Na was war das denn für einer? Zel war eigentlich nicht gerade einer der sehr viele Gefühle hatte oder Zeigte, aber irgendwie regte ihn dieser Schatten auf. Jedes Mal, wenn er einem Schatten aus der Königsfamilie begegnete, hatte er das Gefühl, dass er noch so vieles nicht wusste und noch so vieles lernen musste, was die anderen Schatten schon alle wussten. Das war wirklich zum kotzen. Aber dann, als der Schatten anfing ihm zu erklären, was er tun sollte, legte sich der innerlich brodelnde leichte Anflug von Zorn und Zel versuchte zu verstehen, was er meinen könnte.
Lass dich von den Schatten einnehmen. Was soll das denn nun wieder? Zel war ratlos und dann zog sich der Schatten, des Bruders seines Meisters zurück. Nicht jedoch aber ohne Zel zu sagen, dass er immer zu ihm kommen könne, wenn er weitere Lektionen lernen wollte. Zel sah ihm nach. Irgendwie... Seine Meinung über diesen Schatten hatte sich geändert. Er fing an ihn zu mögen und das, obwohl er nur ein paar Worte mit ihm gewechselt hatte. So man durfte also nicht reden, handeln und denken... Zustände, wie vor der Schicksalhaften Nacht. Sei's drum. Er würde sich Saladins Wort beugen, nicht dem des Herren dieser Mauern.

Zel versuchte umzusetzen, was der andere Schatten gesagt hatte, wenngleich er keine echte Ahnung hatte, wie es ging. Weder was genau er tun musste, noch was er lassen müsste. Er wusste auch nicht, wie es sich anfühlen sollte. Doch er war nicht bekannt dafür schnell aufzugeben Im Gegenteil und wenn er den ganzen Tag üben musste. Er befand sich in dem Zimmer neben dem Kaminzimmer. Und während er so übte, kamen ihm Gedanken, über seinen Herrn. Er schüttelte den Kopf und streifte seine Gedanken ab. Er öffnete seinen Geist, ließ sich in den Schatten fallen und machte die Augen auf. Nichts. Er trat aus den Schatten und überlegte. Breite deine Aura aus
Aber wie? Es war zum kotzen. Schatten überlegte und kam zu dem Schluss, dass er durch grübeln nicht zu seinem Ziel kam.
“Dummkopf!“, die höhnische Stimme von neulich. Schatten sah sich um. Nein, die Stimme war nur in seinem Kopf zu hören. Sie verspottete ihn aufs neue und Zel weigerte sich zu glauben er sei verrückt. Irgendwas war mit ihm geschehen. Irgendwas hatte ihm im Palast das Leben gerettet und nun war es wieder da. Er spürte deutlich, dass sich seine Aura veränderte. Sei teilte sich und Schatten bekam es irgendwie mit der Angst zu tun. Bevor noch irgendwas schlimmeres geschah, musste er es aufhalten. Explosionsartig breitete er das, was man Aura nannte aus und fiel nach hinten, als hätte ihn jemand gezogen. Als er sich nun um sah, war die Welt in der er sich befand ein Schatten derer, wie er sie kannte. Die Farben waren ausgewaschen, ja fast bleich und die Konturen leicht verschwommen. Der Anblick, der sich ihm bot, war sehr merkwürdig und einen Moment lang, konnte Zel nur staunen. Wie hatte er das noch gleich gemacht? Zel erhob sich von seinem Gesäß und blickte sich weiter um. Er hatte es sich nicht eingebildet, seine Aura hatte sich geteilt. Hinter ihm stand eine vermummte Gestalt und Schatten wich zurück.
„W-wer...?“
„Aber, aber. Ich habe keinen Grund dir etwas zu tun, schließlich habe ich dich ja schon gerettet, du kleiner Schwächling.“ Zel ballte die Fäuste. „Es macht mich traurig, wie gut du auf die Sachen aufpasst, die ich dir schenke. Wo hast du denn dein neues Spielzeug gelassen, Zel?“
Zel sah ihn ratlos an, ehe ihm dämmerte, was der Schatten meinen könnte.
„Wie kannst du hier... und wie kommst du in meinen Kopf?“
„Kopf ist wohl das Falsche Wort, wenngleich dort ja scheinbar eine Menge platz für mich wäre. Aber um aufs Wesentliche zurückzukommen. Wo ist das Schwert? Ich habe es dir nicht aus Spaß geschenkt. Du solltest besser darauf Acht geben.“
Immer noch war Ratlosigkeit das, was Zels Mimik dominierte.
„Hol es dir zurück. Du kannst es in dieser Ebene verstecken.“
„Was?“
„Oh man, so macht es wirklich keinen Spaß. Vielleicht holst du dir doch ein paar Lehrstunden, dass ist ja wirklich nicht zu glauben. Hat man dir denn gar nichts beigebracht?“ Der Schatten sah in eine andere Richtung, als sei ihm gerade etwas aufgefallen und blickte Zal dann merkwürdig an. Dann war er verschwunden. Zel konnte nichts sehen oder hören, aber er beschloss, diese merkwürdige Begegnung erst mal zurückzuschieben. Er ging zur Tür und machte selbige auf... nicht. Wir können nicht mit der Materie interagieren.
Zel konzentrierte sich und überlegte sich, wie er nun wieder aus der Schattenebene herauskam und es stellte sich als sehr viel einfacher heraus. Er schlüpfte dieses Mal in den Schatten und stahl sich so in das Zimmer seines Herrn.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Jun 09, 2013 11:45 pm

Kaum ward Zel aus der Schattenebene wieder heraus getreten, da erschien eine weitere Gestalt.
"Zu spät, Jäger", sagte der Behüter des Zel. "Du wirst auf deine Jahre noch langsam."
Der Fremde senkte den Mundschutz, hinter dem er sich versteckt hatte. Das blasse, ausgemagerte Gesicht eines Menschen kam hervor und grinste den Schatten frech an.
"Verzeiht, ich wurde aufgehalten."

Im nächsten Augenblick traten unzählige graue und dunkelgraue Schatten ohne Gesichter wie Geister durch die Wände.
"Ah, da sind sie ja schon!", erwähnte der Jäger und die beiden Männer zückten ihre Waffen ...

Die schwere Holztüre wurde hart aufgeschlagen und ein großer schlanker Mann in der roten Uniform der Königsfamilie betrat das Kaminzimmer in dem Saladin und Neyla gewartet hatten. Neyla zuckte erschrocken zusammen. Hinter Barzin schlich im selben Tempo ein Blanche, wie ein Schatten seinem Herren. Neyla und Saladin wandten sich um und sahen diesen dunkelblonden Mann erwartungsvoll an.
Barzin würdigte die beiden keines Blickes und ging direkt zu der Mini-bar und goß sich eine bernsteinfarbene Flüssigkeit in ein niedriges, breites Glas. Nachdem er den gesamten Inhalt mit einem großen Schluck austrank und sich das Glas erneut füllte, sprach er, immer noch mit dem Rücken zu den beiden gedreht:
"Habt ihr eure Zungen verschluckt, oder worauf wartet ihr?"
Da war er wieder. Dieser Hass seinem Bruder gegenüber, der ihn immer mit Arroganz und Ignoranz strafte.
"Malik schickt uns", begann er vorsichtig.
"Malik hat hier nichts zu sagen. Sein Einfluss endete vor den Mauern dieser Stadt. Hier drinnen bin ich der König in unserer Familie", wandte Barzin ein und drehte sich zum ersten Mal zu den beiden um. "Und ihr seid?"
"Neyla vom Volk der Nachtschatten", antwortete diese. "Und ich bin mit eurem Bruder auf einer dringlichen Mission auf Geheiß des Sultans."
"Und was ist es, wonach unser ach so geschätzter Sultan verlangt?"
"Malik, unsere Mütter, Schwestern und Frauen sind entführt worden!"
Barzin verzog seine Stirn skeptisch.
"Wer steckt dahinter? Die Qourcie, die Yade oder unsere Vettern mütterlicherseits?"
"Weder noch. Die Schatten waren es", antwortete Neyla.
Barzins Augen hatten sich einen Augenblick geweitet, dann verzog er das Gesicht wieder streng.
"EFREET!!", brüllte er aus vollem Halse. "Ich weiß dass du hier bist und uns belauscht hast, zeig dich du elender Bastard!"

Wie aus dem Nichts erschien die Gestalt des Schatten im Raum.
"Immer mit der Ruhe, mein Herr. Vergesst nicht euren Blutdruck."
Barzin trat näher an den Schatten heran.
"Was hast du über diese Anschuldigungen zu sagen? Bist du ein Teil dieses Komplotts?"
Der Schatten, den er Efreet genannt hatte, legte den Kopf schräg.
"Mylord, wie käme ich dazu, euch zu hintergehen. Es obliegt mir nichts ferner als Eure Eminenz zu beleidigen. Ich gebe mein Leben demütigst ..."
Ein harter Schlag traf den Schatten im Gesicht. Barzin hielt seine Faust angespannt.
"Ich habe dir eine einfache Frage gestellt!", sagte Barzin barsch.
Efreet wischte sich das Blut mit dem Handrücken von der Unterlippe.
"Verzeiht, Mylord. Ich habe keine Kenntnisse über einen Komplott meiner Sippe."
Barzin wandte sich wieder von seinem Schatten ab.
"Hast du Beweise für deine Anschuldigung, kleiner Bruder?"
Saladin hasste es, wenn Barzin ihn so nannte.
"Ist dir mein Wort nicht Beweis genug, Bruder?"
Barzin sah schweigend aus dem Fenster und trank sein Glas leer.
"Ich werde das mit meiner Beraterin besprechen müssen. Wann habe ich meinen nächsten Termin mit ihr, Blanco?"
Der Blanche antwortete sofort:"Ihr nächstes Meeting mit der Lady ist in fünf Minuten, Sir."
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Jul 20, 2013 10:59 pm

Zel hatte sich in den Schatten versteckt. Neyla würde ihn bestimmt Spüren, ob sie überrascht wäre, wenn er mit einem Mal gänzlich verschwunden wäre? Und was war mit Saladin. Er wusste, dass sein Herr und er eine Verbindung hatten, die sie sich gegenseitig spüren ließ. Würde er ihn dann auch nicht mehr spüren? Er beobachtete den Mann, den er als Barzin kannte. Wie immer ungehobelt und voll von Ignoranz. Aber es stand ihm nicht zu sich Meinungen über die Königsfamilie zu bilden. Wie auch immer.
Er bezeichnete sich als König hinter diesen Mauern und Schatten dachte sich, dass er aber auch nur hier so ein ungebührliches Verhalten an den Tag legen würde. Er bezweifelte, dass sein Herr hier Hilfe für seine Familie finden würde. Viel mehr … aber er urteilte ja schon wieder. Still betrachtete er die Situation weiter und versuchte nicht aufzufallen.
Barzin rief nach seinem Schatten und irgendwie hatte Zel nicht mal Mitleid, als Barzin diesem die Faust ins Gesicht rammte. Er hatte ja recht. Auf diese Einfache Frage hätte man wohl einfach antworten können. Stattdessen benahm sich dieser Schatten, als würde er seinem Herrn die Stiefel küssen, um eine bessere Stellung zu bekommen, so wie diese ganzen Menschen, die vor dem Sultan im Staub krochen... Als Zel eine Weile darüber nachdachte, fiel ihm auf, dass dieses Benehmen auch einfach die Art des Schattens sein konnte, seinen Herrn auf subtile Art und Weise zu verspotten... Egal.
Schließlich unterstellte Barzin auch noch indirekt seinem Herrn, dass er nicht die Wahrheit sprach indem er ihn nach Beweisen fragte. Dennoch blieb Zel ruhig. Er wusste, dass es nur wieder zu Ärger führen würde, würde er sich einmischen. Außerdem stand ihm das auch gar nicht zu. Er würde erst eingreifen, wenn er seinem Herrn zu nahe kam.
Der Blance hinter Barzin offenbarte selbigem, dass er einen Termin mit seiner Beraterin habe. Wie bitte? Dieser Kerl ließ sich beraten? So vernünftig war er? Und dann auch noch von einer Frau? Das war … merkwürdig. In fünf Minuten, dann konnte er sich auch endlich zeigen, wenn dieser... Zel brachte seine Gedanken wieder zur Räson wenn Barzin verschwunden war.
Aus irgendeinem Grund, schien Barzin aber einfach nicht gehen zu wollen. Na so was...

Nach fünf Minuten wurde die Tür erneut geöffnet und zwei der Blance hielten selbige auf, wobei sie sich tief verneigten. Nach einem Augenblick trat eine Frau ein, wie Zel sie nie gesehen hatte. Sie war schöner, als jeder Edelstein dieser Erde und ihre langen Haare waren Blutrot und zu einem Zopf geflochten, der ihr bis zum Gesäß ging. Bis dahin war auch ihr Kleid ausgeschhnitten, am Rücken. Ihre Augen hingegen sahen aus wie flüssiges Gold und für fast hätte Zel seine Konzentration verloren. Die Dame hatte ein Rotes Kleid an, dass schwarz abgesetzt war, sie trug ein Korsett aus Metall wie es Schien, was ihre gesamte Brust, bis hinauf zum Hals verdeckte und ihre vollen Lippen luden gerade zu ein, geküsst zu werden. Sie war wirklich die Schönheit in Person. Etwa zwei Schritt vor Baruzin blieb sie stehen, neigte beinahe demütig das Haupt und knickste, wobei sie die Arme leicht breitete. Ihre Ärmel hingen wie Flügel herab und als sie sich aufrichtete hielt sie ihre beiden Arme sittsam vor ihrem Bauch. Sie blickte Barzin direkt an und sagte: „Majestät, ich komme mit beunruhigender Kunde.“ Selbst die Stimme dieser Frau war Atem beraubend. Und nun, wo sie mit ihm sprach hatte sie ihre Demut irgendwie abgestreift und aus ihrer Haltung konnte man drei Dinge lesen: Stolz, Gerissenheit und Gefahr... Zel lief ein Schauer den Rücken herab.
„Meine Augen sahen Verrat und meine Ohren hörten Intrigen.“, begann sie. „Doch meine Hände ergriffen die Spione.“ Ihre Augen und Ohren, so wusste Barzin, waren ihre Spione, die die Stadt und die umliegenden Ländereien beobachteten und ihre „Hände“ war eine Spezialeinheit von ausgebildeten Meuchelmördern, die jedoch auch hin und wieder Gefangene machten, um diese dann zu foltern, bis die Wahrheit zum Vorschein kam. „Der Erste ward geschickt von den Qourcie. Er sollte lediglich auskundschaften, zumindest könnten meine Hände nicht viel mehr aus ihm heraus bekommen, doch der zweite Spion ist noch weit beunruhigender, Hoheit.“ Sie sah ihn durchdringend an, nur ein mal ganz kurz blickte sie flüchtig zu Saladin und seiner Begleiterin. Sie kam dichter zu Barzin und flüsterte in sein Ohr: „Es war ein Attentäter, der so viel Gift bei sich hatte, euch drei mal zu töten. Er beteuerte unter Schmerzen, dass er dem Sultan dienen würde.“
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Jul 21, 2013 11:06 am

Saladin war von der Erscheinung der jungen Frau fasziniert. Er empfand sie augenblicklich als attraktiv und war zu ihr hingezogen.

Barzins Gesicht zeigte keine sichtbare Reaktion. Stattdessen nahm er den Weinkelch und goss sich den Kelch bis zum Rand. Als er den Kelch anhob, schwabte etwas roter Wein über den Rand und auf die Kommode und den Fußboden.
Barzin nahm einen kräftigen Schluck, dann stemmte er den Kelch kraftvoll wieder auf das silberne Tablett.
"Ihr habt Glück, dass ich eure Unterstützung und eure Meinung schätze", sagte dieser. "Sonst hätte ich nicht gezögert euch einen Schlag zu verpassen. Ich verspreche euch, das ich euer hübsches Gesicht verschont hätte. Es wäre doch eine Schande um diese bezaubernden Wangenknochen."
Barzin ging durch den Raum und hinter seinen Schreibtisch, auf dessen Stuhl er sich sogleich niederließ.
"Ich muss euch warnen, Azaly. Den Namen des Sultans zu denunzieren gilt als Hochverrat und wird mit der Todesstrafe geahndet!"
Klar wusste er, dass seine Beraterin das wusste, schließlich war sie vorsichtig genug es nur ihm persönlich anzuvertrauen. Barzin stemmte seine Ellbogen auf den Tisch und faltete seine Hände vor seinem Gesicht.
"Weißt du etwas darüber, dass mich unser Bruder töten lassen will, Saladin?"
Seine Stimme klang ungewöhnlich ruhig und vernünftig.

Saladin wurde kreidebleich.

"Weißt du, was mir mein kleiner Bruder erzählt hat, Azaly?", fragte Barzin. "Er sagt, dass der Sultan selber Opfer eines Attentats wurde und entführt worden ist."
Er hob seinen Blick und schaute jeden der Anwesenden einige Sekunden an. Erst die anwesenden Blanche', dann die beiden Schatten, dann seinen Bruder und zuletzt seine Beraterin.
"Ich hoffe euch allen ist klar, was passiert, wenn irgendjemand davon erfährt, dass der Sultan verschwunden, bzw. tot ist."

Saladin nickte leicht.
"Order Aeshma."
Saladin erinnerte sich daran, wie diese Order das letzte Mal beim Mord an seinen Vater in Kraft getreten war ...
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Jul 21, 2013 7:34 pm

Azaly sah ihren König dieser Festung an, doch nun war ihr Blick von einem Hauch Demut und Ehrfurcht gezeichnet. Sie neigte das Haupt und hörte Barzin zu. „Wahrlich, ich habe Glück....“ Gab sie zu verstehen und blickte dann Saladin direkt an.
„Der Sultan wurde entführt... so so und er schickt euch, das dem hohen Herrn mitzuteilen? Wie hat er euch denn von der Tragödie wissen lassen, wenn ich fragen darf?“
Schatten hatte ein ganz merkwürdiges Gefühl bei dieser Frau und irgendwie fühlte er sich äußerst unwohl. Sie beobachtete die Anwesenden und Zel hatte das Gefühl als würden ihre Augen alles Verbrennen, was in ihren Blick geriet. Er fragte sich, wo Barzin diese Frau ausgegraben hatte... Azaly kam näher zu Barzin, und sagte ihm. „der Spion ist noch am Leben und ich bin sicher, er wird euch selbiges noch ein mal sagen. Doch...“ sie machte eine pause und sah wieder zu Saladin und dann auch Schatten direkt in die Augen. „... natürlich werden ihn meine Hände richten, für diese scheinbar hochverräterische Aussage, Mylord. Ich werde das sofort in die Wege leiten, wenn ihr mich kurz entschuldigt.“
Zel fragte sich unwillkürlich, was diese Frau für Ziele verfolgte. Nun war es ja nun wirklich nicht so, dass Malik auch nur einen seiner Brüder töten würde, oder nicht? Und selbst wenn, warum Ausgerechnet den, zu den er seinen jüngeren Bruder Saladin schickte? Wie viele Intrigen mochten In dieser Familie geschehen? Und Hatte Saladin nicht selbst angeordnet, dass Zel den Sultan töten solle? Ja hatte er, aber... Das war keine Intrige, sondern Zorn.
Schatten sah Barzin fest an. Er hatte keine Angst vor diesem gewalttätigen und ignoranten Säufer. Warum sollte er auch? Er war ein Schatten und dieser Mann... Aber da war auch der andere „Zel“ und der schien ihm ja wohl wenigstens ein bisschen überlegen. Ein bisschen? Er hatte ihm gesagt, er könne ihm noch viel mehr Dinge beibringen. Schatten hätte sich ein Seufzen gestattet, wenn er alleine gewesen wäre. War er aber nicht, daher schaute er vorerst nur stumm zu. Er fragte sich jedoch auch, wie das ganze nun weiter gehen sollte... Warum waren sie hergekommen? Barzin würde ihnen nicht helfen. Eher noch würde die rothaarige Schlange sie in den Kerker bringen.
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Saladin

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Di Jul 23, 2013 2:54 pm

Ein sanfter Hauch umspielte Zels Ohr, als Efreet sich hinter ihn geschlichen hatte und ihm ins Ohr flüsterte:
"Noch einen Augenblick länger und ich muss dir deine Kehle vor den Augen deines Herren aufschlitzen!", diese Warnung klang weniger aggressiv, als viel mehr gut gemeint. "Ich bin trotz allem noch immer sein Schatten."
Die Worte waren gerade einmal so laut gesprochen, dass es Zel im Raum hören konnte und mit diesen Worten zog sich der Efreet in seine Ecke zurück und verweilte dort für die restliche Dauer des Gesprächs.

"Es ist schon spät und unser Besuch müde. Ich werde jetzt erst einmal ein paar Briefe schreiben und einige Dyclonen herumreichen müssen. Bis auf Weiteres seid ihr alle entlassen!", beendete Barzin schließlich das Gespräch und forderte somit alle Anwesenden das Zimmer zu verlassen.
"Auf ein Wort, Azely!"

Barzin wartete, ehe Saladin, sein Zel und Neyla das Zimmer mit einem Blanche verlassen hatten, ehe er fort fuhr.
"Findet heraus wer hinter dieser Schikane steckt. Wer versucht Malik meinen Tod an zu hängen! Und ... Efreet, töte die Blanche, sie wissen zu viel!"
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Schatten

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Di Jul 23, 2013 9:17 pm

Zel spürte den Schatten noch eher, als er ihn hörte und die Worte ließen keine Missverständnisse zu. Zel schlug die Augen nieder und betrachtete den Boden, nicht jedoch ohne vorher noch einmal zu der Dame in Rot zu schauen. Zel wollte hier keinen Kampf riskieren und schon gar nicht, mit diesem Schatten.
Ha, ha, ha! Wie feige du doch bist! Du gehst aber auch jeder Konfrontation aus dem Weg! verhöhnte ihn die Stimme, die ihn seit neuestem quälte. Schatten ballte die Fäuste und dachte einfach nur, dass diese merkwürdige Stimme, dieser eigenartige Kerl die klappe halten sollte. Wobei ihm auch etwas anderes wieder einfiel. Das schwarze Schwert, er hatte es noch immer nicht zurück. Was hatte Efreet eigentlich gemeint mit: “Trotz allem.“ ? Vielleicht hatte es ja auch gar nichts zu bedeuten.
Gehorsam verließ er mit Saladin und Neyla das Zimmer, blickte nicht zurück und machte nicht mal den Versuch Barzin noch mal anzuschauen.

„Es wird geschehen, Herr. Sagt mir, was meine Hände mit dem Verräter tun sollen, der es wagte den Namen eures Blutes zu besudeln? Sollen sie ihn gleich töten oder wollt ihr es tun? Wollt ihr ihn noch mal befragen?“ Azaly sah Berzin an, als sei er ihr Gottkönig und doch strahlte sie eine seltsame Überlegenheit aus, die jedoch nur dem aufmerksamen Betrachter von außen auffiel. Sie ging hinüber zu einem und schenkte sich Wein in ein Kristallglas ein. Vorsichtig nippte sie daran und stellte es dann zurück. „Ich würde euch dazu raten, Diener des Hauses verschärfter zu kontrollieren. Der Gift-Mörder wurde nur durch einen Zufall entlarvt.“

Zel, Saladin und Neyla liefen den Gang entlang, wobei der Schatten des Prinzen ständig nach anderen Schatten suchte. Man konnte nie wissen. Sie sagten nichts, als sie so liefen und Zel traute sich schließlich endlich das Wort an Saladin zu richten: „Herr. Ich hatte ein Schwert bei mir, als ich verwundet wurde. Wisst ihr wo es sich befindet?“ Ich hätte es gern wieder sparte er sich, denn er war überzeugt, Saladin würde wissen, worauf die Frage abzielte. Er würde es nie wagen etwas von Saladin zu verlangen.
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Saladin

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Jul 24, 2013 2:17 am

Saladin schaute nicht einmal über seine Schulter als sie über den Gang gingen und Zel ihn ansprach. "Ich habe es sicher für dich verwahrt", erwiderte er fast schon kühl und seinen Blick starr nach vorne gerichtet.
Die drei folgten einer Blanche bis zum ersten Zimmer. Die Blanche drehte den Knauf und schlug die Tür nach Innen auf.
"Euer Gemach, Mylord", sagte die Blanche und senkte den Blick demütig.
Saladin trat vor und blieb kurz in der Tür stehen.
"Bitte geleite Neyla in ihr Quartier."

Neyla blieb ruhig, sie ahnte dass Saladin vieles durch den Kopf ging. Sie bedankte sich nur für die Eskorte und wünschte ihm etwas Ruhe vor dem Abendessen. Danach bedankte sie sich bei Zel, dass er sie sicher in ihr Zimmer gebracht hatte und wünschte ihm ebenfalls etwas Ruhe.

Als Zel zurück kam, erwartete ihn bereits Saladin, der auf dem Bett sass und über die Schwarze Klinge in seinen Händen gebeugt war. Sein linker Daumen fuhr über die Gravur, welches er seit seiner ersten Entdeckung immer wieder betrachtete hatte. Bei genauerer Betrachtung hatte Saladin erkannt, dass es sich hierbei um das Wort L ö w e in einem alten Dialekt handelte, wobei die Linien zugleich so angelegt waren, dass es den Kopf eines Löwen darstellte.
Der Löwe war das Familienwappen der Asad.
Wortlos überreichte Saladin die Klinge an seinen Schatten, wobei er ihm den Griff entgegen reichte.
Erschöpft lies er sich zurück fallen und schloss die Augen.
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Saladin

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Jul 24, 2013 3:06 am

Neyla genoss die Gesellschaft von Saladin und seinem Schatten. Sie nannte ihn Salazar, weil sie wusste, dass er keinen eigenen Namen haben durfte. Und deswegen sprach sie ihn auch nie aus, oder sprach ihn direkt an. Sie wusste um die Regeln der Asad im Bezug auf ihre Schatten. Es war sowieso ungewöhnlich, dass sie in so kurzer Zeit so viele Schatten hat sehen dürfen. Normalerweise kriegen selbst die engsten Vertrauten und Lebenspartner der Herren diese Leibwächter, sie man im Volksmund Schatten nannte, ihr Leben lang nie zu Gesicht.
Neyla hielt es nicht lange in ihrem Zimmer aus und entschied sich einen Spaziergang zu unternehmen. Vor ihrer Tür wurde sie bereits von der Blanche empfangen, die sie auf Befehl des Lords überall hin begleiten solle.
Neyla empfand es eigenartig, dass eine so fortschrittliche Stadt wie Amoret, die die Gleichberechtigung aller Völker und Rassen anstrebte, ein einzelnes Volk so sehr versklavte und sie zu niederen Wesen erklärt hatte. Neyla empfand es als ein Gräuel und wünschte etwas dagegen unternehmen zu können. 
In Gedanken verloren hatte sie nicht gemerkt, wie sie in einen Teil des Hauses gekommen war, wo sie offenbar nicht sein durfte. Sofort sprang die junge Blanche vor sie.
"Mylady. Nicht weiter", gab sie mühsam von sich.
Neyla dachte, dass ihr das Sprechen offensichtlich Schmerzen bereitete. Ohne zu zögern streckte sie ihren Arm aus - wobei die junge Blanche ängstlich zusammen zuckte - und schob zog ihren Kragen nach unten. Neyla zuckte unbewusst zusammen, als sie den vernarbten Hals sah. Blanke Wut kochte in ihr auf.
"Wie ist dein Name, mein Kind?", fragte sie das vielleicht zwölf Jahre alte Mädchen, bemüht nicht wütend oder sauer zu klingen.
"N-Name?", fragte das Mädchen verwirrt.
"Ja, dein Name. Wie nennt man dich?"
Das Blanche-Mädchen blinzelte ein paar Mal und dann, als hätte sie jemand wach gerüttelt strahlten ihre Augen vor Erkenntnis auf und sie antworte euphorisch: "D...die anderen rufen mich 33."
"33?", Neyla war irritiert. "Wieso 33?"
"Weil ich die 33. Sklavin des Lords bin, Mylady", antwortete diese.
"Wie viele Diener hat der werte Lord?", wollte Neyla wissen.
"Wir sind sieben", gab 33 von sich.
"Sieben? Und was ist mit den anderen ...", sie war sich nicht sicher ob sie es überhaupt noch wissen wollte. "Wieso verweigerst du mir den Durchgang?"
Die Blanche schien nervös zu sein und blinzelte mehrmals.
"Dieser Teil des Hauses gehört dem Dunklen des Lords."
"Du meinst den Schatten?", wollte sich Neyla vergewissern.
33 nickte nur. Sie schien eingeschüchtert zu sein.
"Wie lauten die Befehle deines Lords?", fragte Neyla
"Mylady ihre Wünsche erfüllen."
"Dann wünsche ich mir jetzt, dass du mich durch lässt!"
Erschrocken blickte 33 auf, als würde sie widersprechen wollen, doch sie schien auch davor Angst zu haben und senkte ihren Blick
"Wie Mylady wünscht."
"Was passiert, wenn ich hier weiter gehe?"
"Der Dunkle straft uns mit dem Tod, wenn wir weitergehen."
"Du brauchst dich nicht fürchten. Ich werde nicht zulassen, dass er dir etwas antut."
33 nickte und trat einen Schritt zu Seite.
Neyla könnte schwören, dass sie sie leise Danke hauchen hörte.

In diesem Teil des Hauses war es wesentlich dunkler. Hier schien es keine Kerzen zu geben und alle Fenster waren wohl von Aussen zugemauert. Sie hörte eine leise, gedämpfte Stimme aus einem der Zimmer deren Türen aneinander gereiht zu beiden Seiten des dunklen Flurs waren.
Neyla legte vorsichtig ihr Ohr an die Tür und lauschte...

"Euer Lord, Barzin vom Geschlecht der Asad hat mir befohlen euch drei zu exekutieren. Ihr wisst was das bedeutet?", sprach Efreet in einem strengen Tonfall und sah dabei die drei Blanche, die zuvor im Arbeitszimmer gedient hatten an.
Die drei Blanche nickten ängstlich.
"Nennt mir eure Kennung!", forderte er sie auf.
"21"
"14"
"27"
"21, 14 und 27! Hiermit seid ihr aus dem Dienst eures Herren entlassen!" Barzin kniete sich nieder und schlug den Teppich unter seinen Füssen zur Seite. Eine hölzerne Falltür war darunter versteckt worden. "Dieser Geheimgang führt euch aus der Stadt heraus. Umwandert den Roten See über den Norden hinweg bis ihr die Domizile erreicht habt. Haltet mindestens eine halbe Meile Abstand zum Roten Ufer und meidet jeden Reisenden. Sucht nach Rale, er wird wissen was zu tun ist. Viel Glück!"
Die Blanche sahen sich verwundert an, doch einer von ihnen zögerte nicht lange und sprang hektisch durch das Loch in den Tunnel runter.

Nachdem der letzte seinen Kopf noch einmal hoch gereckt hatte um sich zu bedanken, setzte Efreet die Türe wieder ab und deckte sie mit dem Teppich ab. Dann stellte er noch einen schweren Tisch darüber und verließ das Zimmer durch die Tür.

Kaum hatte Neyla das Klingeln des Schlosses gehört und die Türklinge heruntergedrückt, da packte sie auch schon Efreets kräftige Hand von hinten und drehte sie zu sich um.
"Ihr habt hier nichts zu suchen!", sagte er streng zu ihr.
Neyla war überrascht. Wie hatte er nur durch die Tür und hinter sie stehen können, ohne dass sie etwas bemerkt hatte? Offensichtlich hatte er seine Schattenfähigkeiten benutzt.
Neyla schluckte schwer und sah ihn schuldbewusst an.
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