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 Wüstendämmerung-Archiv

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Schatten



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa März 09, 2013 11:52 pm

Es war Schatten deutlich anzusehen, dass er nicht glücklich darüber war, dass Neyla sie begleiten sollte, aber letztlich hatte sie bereits bewiesen, dass sie eine sehr starke Kriegerin war. Es war sowieso egal, da Saladin bereits beschlossen hatte, dass sie mitkommen dürfe. Und Schatten wäre der letzte, der sich einem Wunsch seines Herrn widersetzen würde. Sein gesamter Lebensinhalt richtete sich immerhin darauf aus, diesen jungen Mann glücklich und wohlauf zu sehen.
Entsprechend verhielt er sich auch die nächsten Tage in der Wüste. Er steckte an manchen Stellen zurück, um es seinem Herrn so angenehm wie möglich zu machen. Es waren nur Kleinigkeiten, mit denen Schatten deutlich machte, wie viel ihm an Saladin gelegen war. Zum Beispiel gab er immer erst Saladin Wasser und Brot, ehe er selbst nahm. In den kalten Nächten überließ er ihm seinen Umhang und deckte sich mit aus dem Schatten gefertigten Material zu. Er wachte immer so lange, bis Saladin eingeschlafen war und versuchte möglichst immer vor ihm wieder aufzuwachen. Was nicht immer gelang. Er bevormundete Saladin nicht und half ihm auch sonst bei nichts, was sein Meister ihm nicht befahl. Es waren wie gesagt nur kleine Sachen, die ihn ganz klar als ergebenen Diener auszeichneten.
Die Reise dauerte lange und am Abend schien hinter der Sanddüne die Sonne gerade unter zu gehen. Schatten stutzte. Nein, ging sie nicht, denn das war die falsche Himmelsrichtung. Er ahnte Schreckliches und gleich darauf wurde ihm klar, dass seine Gedanken wahrhaftig waren. Jêsun stand in Flammen. Wie angewurzelt blieben sie stehen, das Pferd dessen Zügel Schatten hielt sah scheinbar eben so entrüstet auf das Bild, was sich ihnen bot.
„Nein...“, hauchte Schatten. Sie hatten es nicht geschafft, sie waren zu spät gekommen. Wären sie nur einen Tag früher gekommen, wären sie nicht aufgehalten worden. Diese Oase diese Leute, bei denen sie waren. Wäre das alles nicht passiert... Schatten sah zu Tode betrübt aus, nicht jedoch nur wegen des Bildes vor ihm, sondern wegen seinem Herrn. Ohne sich umdrehen zu müssen, wusste er nämlich sehr gut, wie es ihm ging.
Und dann sprach Neyla – ausgerechnet eine Außenstehende – aus, was sich Schatten dachte. Wer zum Henker, hatte das getan. Die Faust schloss sich fester um die Zügel des Pferdes und Schattens Blick war durchaus Furcht erregend, als er auf die Rauchsäulen starrte. Seine Zähne knirschten übereinander und nun wurde ihm mit einem mal klar, wie dringlich die Angelegenheit eigentlich gewesen war. Hätte er geahnt... Nein, was hätte er denn machen sollen? Alles was geschehen war, war ohne sein Zutun geschehen und selbst wenn er es gewusst hätte, hätte er alles nur schwerlich verhindern können, um einen Moment eher da zu sein. Er Sah zu Nayla und antwortete ihr scheinbar: „Ich weiß es nicht, aber er wird dafür bezahlen...“ Und das meinte er todernst. Schatten war ein gehorsamer Diener und er versuchte jeden Wunsch seines Herren, von dessen Augen abzulesen. Aber seit dem Tod des ehemaligen Sultans gestattete er sich hin und wieder einen Luxus, den es früher nie gegeben hätte. Einen Luxus, an den nicht mal zu denken gewesen wäre: Eigene Wünsche. Und in diesem Moment war Schattens Verlangen nach Rache dermaßen groß, dass er dem Pferd die Sporen gab und es mit einem Weihren in den Galopp ansetzte. Schatten achtete jedoch darauf, dass Saladin vor Überraschung nicht vom Pferd viel.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 21, 2013 12:02 am

Saladin erwartete bereits von seinem Schatten, dass er das Pferd in den Galopp brachte. Er wollte in die Stadt ... in seine Stadt!
Neyla ritt den beiden davon und eilte in die brennende Stadt.
Saladins Herz brannte, als sie sich den eingestürzten Stadtmauern näherten. Er dachte an seine Schwestern, seine Mutter, seine Tanten, seine Schwägerinnen, seine Cousins, seine Nichten und Neffen und all die anderen Menschen in dieser Stadt. Seine Augen brannten.

Langsam ritten die beiden durch das Haupttor und trotteten vorsichtig die Hauptstrasse entlang. Saladin würde dem Pferd am liebsten die Sporen geben und zum Herrenhaus hetzen. Aufmerksam sah er um sich und beobachtete die Fenster und Gassen um sie herum. Von Neyla war nichts zu sehen.
"Meinst du, sie sind noch da?", fragte er seinen Schatten.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 21, 2013 1:28 am

Mit loderndem Herzen und dem Wunsch nach blutiger Rache, ritten sie in die Stadt ein, er konnte förmlich riechen, wie es in Saladin aussah. Er würde nicht ruhen, bis er den Verantwortlichen gefunden und blutige Rache geübt hätte. Sie drosselten das Tempo ihres Ritts, als sie in der Stadt selbst waren, die einem Trümmerhaufen glich.
Schatten schmeckte fast den Tod, der hier gewütet hatte und sah sich ebenso um wie sein Herr. Es war schrecklich. In dieser Stadt waren sie zusammen aufgewachsen, hatten hier gelebt und Saladin hatte hier all seine Freunde, Spielgefährten und später eben seine Freunde gehabt. Diese Stadt war sein Zuhause gewesen und nun versank das alles in Asche. Zel erblickte hier und da verkohlte Leichen. Einige schienen von Trümmern erschlagen. Ein Kind lag unter seiner Mutter begraben, deren Beine nur noch verkohlte Stümpfe waren. Es war schrecklich still hier und diese Stille zerbrach fast ohrenbetäubend, als das Gebälk eines Hauses einstürzte. Instinktiv sah sich Zel sofort in alle Richtungen um. Doch da war niemand. Hier war niemand mehr, es war leer und tot.
Schatten ermahnte sich zur Ruhe, er durfte sich nicht von Zorn und Schmerz blenden lassen. Saladin fragte ihn etwas und es dauerte ein paar Augenblicke, ehe er antwortete: „Nein.“
Was hätte er auch unnötig lügen sollen? Er rechnete mit dem Schlimmsten, warum sonst hätte Saladins Bruder sie sonst hier her geschickt, mit der Aussage, sie seien die einzigen, denen er das anvertraue... Schattens Kehle war wie zugeschnürt. Schatten wusste auch nicht genau, wen er meinte, ob er nun die Täter, oder die opfer meinte. Aber er rechnete nicht damit auf irgend wen zu treffen. Zumindest auf niemand lebenden.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 21, 2013 10:49 am

Saladin konnte die Schmerzensschreie und Kampfgeräusche in den leeren Gassen vernehmen. Ein Geruch, wie der kurz vor einem schweren Regenschauer überlagerte den Gestank von Feuer, Asche und Fleisch. Ehe er überhaupt verstanden hatte, was er denn da überhaupt roch, wurde alles um ihn herum Blau. Eine eisige Kälte und unheimliche Stille umgaben ihn. Der Boden auf dem er stand war eine glänzende Wasseroberfläche und bei jedem Schritt, den das Pferd, auf dem er immer noch sass, tat, breiteten sich ringförmige Wellen aus. Saladin schüttelte den Kopf und fand sich in Jêsun wieder. Offensichtlich hatten ihm seine Sinne einen Streich gespielt. Doch der Geruch von Regen blieb.

Als sie den inneren Ring durchquerten und sich unmittelbar dem Palast näherten, nahm man Kampfesgeräusche wahr, welche vom Wind getragen wurden. Ohne ein Wort von Saladin hatte Schatten bereits das Pferd angetrieben und führte sie direkt zum Haupttor des Palastes. Vor den Toren sah man Neyla mit einer Hand voll Wächtern des Hauses kämpfend.

Saladin sprang von seinem Pferd und rief den Wächtern den Befehl zu ihre Waffen nieder zu legen.
"Schnauze, dreckiger Bandit!", keifte einer der Wächter und wandte sich gegen Saladin. Zwei weitere wandten sich ebenfalls ab und richteten ihre Aufmerksamkeit gegen Saladin und seinen Schatten.
"Die Asche ist noch nicht einmal kalt und schon streunen die ersten Schänder in die Stadt! Im Namen des Sultans ergebt euch auf der Stelle!", rief der Wächter.
"Im Namen des Sultans, befehle ich euch eure Waffen nieder zu legen und euch vor eurem Prinzen zu verneigen!", zischte Saladin und trat bestimmend vor, sodass Saladin hinter ihm her laufen musste.
Zum ersten Mal war ein kleiner Funke Ungewissheit in den Augen der Wächter zu sehen, dann grinste der Sprecher der Wächter.
"Netter Versuch, Bandit. Aber wir erhielten heute Morgen eine Nachricht vom Sultan persönlich, dass seine Brüder, die Prinzen, alle dem Krieg zum Opfer gefallen waren und jeder, der sich als Prinz ausgab Hochverrat am Sultanat begeht!"
"Krieg?", Saladins Stimme war nicht mehr als ein Keuchen.
Plötzlich schoss ein Bolzen aus einer Armbrust und kam auf Saladin zu geflogen.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Apr 21, 2013 11:46 pm

Schatten konnte das Bild kaum fassen. Konnte nicht glauben, das das hier wirklich geschehen war und doch mahnte er sich zur Ruhe. Er hatte seine Sinne auf ein Maximum geschärft und war bereit zu Kämpfen, sollte es erforderlich sein.
Das Kampfgetümmel wurde von einen zarten Windhauch an seine Ohren getragen und ein kleiner hauch von Hoffnung machte sich in seiner Brust breit. Vielleicht waren sie nicht zu spät, vielleicht hatten sich noch einige retten können. Vielleicht... Und wenn nur ein einziger Überlebt hätte, wäre es schon etwas Gewonnenes.
Schatten trieb das Pferd etwas an, aber auch nicht zu schnell und dann sahen sie, wie ihre Begleiterin scheinbar mit Palastwachen kämpfte. Natürlich. Wenn er einer der Wachen gewesen wäre, hätte er auch nicht jeden passieren lassen, er fragte sich nur, warum diese Frau unbedingt in den Palast wollte. Er konnte sie überhaupt nicht einschätzen und er traute Neyla nicht.

Als Saladin vom Pferd sprang, tat er es ihm gleich. Sofort ergriff sein Herr das Wort und befahl, die Waffen nieder zu legen, doch sofort wurde er von dem Mann als Bandit betitelt und … So eine Unverschämtheit. Was war denn nur passiert? Dass sie ihn nicht erkannten? Schatten beobachtete die Männer genau. Er hatte keine Waffe gezogen, um nicht noch mehr Misstrauen zu erwecken, aber er folgte Saladin ein wenig seitlich versetzt und blickte mit seinen weißen Augen durch die Reihe. Es schien diese Armleuchter nicht zu interessieren, wer vor ihnen stand und Schatten wurde das Gefühl nicht los, dass das hier nicht gut enden konnte. Wenn sie wenigstens wüssten, ob noch jemand am leben war...
Schatten handelte eher, als dass er nach dachte. Seine Hand schnellte nach vorne und eine feste schwarze Klinge schlug den Bolzen mit der flachen Seite weg und stand nun halb vor seinem Herrn. Er funkelte den Schützen an und sagte keinen Ton. Mussten sie nicht endlich einsehen, dass Saladin zur Königsfamilie gehörte? Er hatte einen Schatten! Wie töricht waren diese Leute eigentlich?!
Schatten war bereit, sie alle zu töten, wenn es sein musste. Aber er würde nicht zulassen, das Saladin verletzt wurde. Auch wenn er eigentlich nicht noch mehr Blut vergießen wollte, er würde es tun, wenn Saladin in Gefahr wäre. Die Schwarze Klinge war drohend erhoben.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo Apr 22, 2013 8:36 am

Einer der Wächter zischte nur Ein Schatten und Königsmörder und gleich darauf wurden die Waffen wieder gezückt.
"Letzte Warnung, legt eure Waffen nieder und übergebt uns diesen Königsmörder!"
Saladin realisierte sofort.
"Zel...leg die Waffen nieder", gab er ihm den Befehl. Er wusste sehr wohl, dass die Schatten keine physischen Waffen brauchten. "Neyla, tut mir den Gefallen und ergebt euch ebenfalls."
Er sah nur noch wie Neyla zögerte, sich jedoch nach kurzer Bedenkzeit entspannte und sich von den Wächtern an den Händen fesseln lies.
Auch Zel versuchten sie zu fesseln.

Nachdem auch Saladin gefesselt war, führten die Wächter die drei in eines der Nebenhäuser des Palastes und sperrten jeden der dreien dort in ein tiefes Loch im Boden um.
Saladin sah sich in dem Loch um. Kaum 2 Meter im Umfang, kalter glatter lehmiger Boden und Wände. Saladin lehnte sich an die Wand und lauschte den weit entfernten Stimmen...

Offensichtlich wurde auch Neyla in ein nahe gelegenes Loch geworfen. Schatten hingegen führten die Wächter - gut gefesselt - zu ihrem Kommandanten. Ein großer, stämmiger Kerl mit gepflegtem Backenbart und gut sitzender Uniform sass hinter einem riesengroßen Holztisch und versank fast dahinter.
"Ah, ein Schatten, oder sollte ich dich lieber Königsmörder nennen?"
Der Kommandant tauchte die Spitze der Feder in ein kleines Tintenfässchen und führte diesen fast beiläufig über ein Dokument. Nachdem die Federspitze wieder trocken war, steckte er die Feder wieder in den Federhalter weg.
"Hat euresgleichen nicht schon genug angerichtet? Hat es euch nicht gereicht die Familie des Sultans zu töten und die ganze Stadt auszulöschen? Du und deinesgleichen werdet für Hochverrat am Sultan angeklagt!"
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo Apr 22, 2013 9:07 am

Hätte Zel ein wenig Farbe im Gesicht gehabt, so wäre sie ihm wohl soeben aus selbigem gewichen, aber glücklicherweise war er von Natur aus bleich wie ein Gespenst.
Königsmörder!
Schatten ließ die Rabenschwarze Klinge verschwinden, als sein Herr es ihm befahl und irgendwie fühlte sich sein Körper taub an. Wie hatten sie...? Zel konnte nicht klar denken und er wusste nicht so ganz, warum er nicht hatte kämpfen dürfen, aber er vertraute Saladin. Krieg... Ihm fiel wieder ein, dass vorhin ein Krieg erwähnt wurde. Er versuchte sich ein bisschen zu konzentrieren und all seine Gedanken liefen zusammen. Er hatte Angst. Er hatte schreckliche Angst und Saladin, als sie gefesselt und getrennt wurden. Er ließ es geschehen, schließlich hatte er nicht vor, sich Saladin zu widersetzen.

Letztlich hatte man ihn so gut gefesselt, wie es sich vielleicht für einen Verbrecher gehörte, der möglicherweise einen Königsmord begangen hatte. Immer noch fragte sich Zel, wie man es herausgefunden hatte. Er hoffte nur, dass man Saladin in Ruhe lassen würde und nur ihn bestrafte. Jedoch glaubte er nicht wirklich daran.´Der Kommandant hatte aber wenigstens noch den Anstand Schatten zur rede zu stellen und ihn nicht an Ort und Stelle zu richten. Schatten sah ihn jedoch einfach nur ausdruckslos und mit der Maske vor dem Gesicht an. Er schloss die Augen und hörte sich an, was zu sagen war und mit einem Mal... Er konnte den Gedanken erst gar nicht richtig greifen. EIN Schatten? Er wagte ja Kaum zu hoffen. Nicht etwa: Zel, der Königsmörder Zel blickte nach dem letzten Satz auf und ein Funken der Hoffnung breitete sich in seinem Herzen aus. Euresgleichen, Familie des Sultans, Stadt angezündet... Es ging nicht um den Vorfall von damals, sondern um das Jetzt!!! Immerhin was. Trotzdem wurde ihm wieder Schwer ums Herz. Die Familie war tot... Warum hatte der Sultan aber ein Schriftstück verfasst, dass sagt, dass alle im Krieg gefallen seien? Zel war nicht völlig dumm, aber da passte etwas nicht zusammen! Er und seines Gleichen, damit war er und andere Schatten gemeint, nicht aber Saladin, was für ein Glück. Schatten überlegte lange und es musste so aussehen, als wolle er sich gar nicht dazu äußern, doch er musste ja wohl erst mal seine Gedanken sortieren und vor allem abwägen was er sagte. Vielleicht war es gar nicht so sinnvoll Saladins Identität preiszugeben. Auch wenn sein Herr es schon gesagt hatte. Nun zumindest dass er ein Prinz sei. Vielleicht war abwarten die beste Entscheidung. Er blickte den Mann vor sich an und schwieg.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo Apr 22, 2013 10:30 am

"Packt ihn an den Pranger und...", der alte Kommandant richtete seine Aufmerksamkeit fast beiläufig an Zel. "Denk erst gar nicht daran zu flüchten. Deine Fesseln sind speziell für deine Leute und sie unterdrücken eure Schattenkräfte. Je stärker du es versuchst, umso mehr tust du dir selbst weh!"
Er lachte laut und gehässig.

Saladin hörte das Lachen von seinem Loch aus. Seine Finger fuhren behutsam über den nackten, kalten Boden. Von oben fiel ein Tropfen und landete in der Mitte des kreisrunden Lochs. Ein kleines Echo hallte an den Wänden wider. Saladin schwörte, er könnte eine Melodie im Echo hören.
Dann schloss die Augen und wartete auf den nächsten Tropfen. Aus dem Echo wurde in seinen Gedanken eine große, weit ausufernde Höhle mit Stalagmiten und Stalaktiten. Aus dem einen Tropfen und dem Echo wurde in der Höhle eine Melodie.
Saladin erkannte die Melodie aus seiner Kindheit. Das Bild seiner Mutter, die ihm und seinen Schwestern ein Kinderlied sang tauchte vor ihm auf.
Saladin summte das Lied mit.

Saladin hörte eine ihm nicht ganz unbekannte Stimme und öffnete langsam die Augen.
Er stand tatsächlich knöcheltief in dieser feuchten Höhle. Ein kleiner Junge stand vor ihm auf dem Wasser und grinste ihn breit an. Saladin erkannte ihn aus seiner Vision vor einigen Tagen wieder.
"Du!", sagte Saladin leise. "Was willst du von mir?"
Der kleine Junge kicherte leise.
"Nein, nein, mein Prinz. Was willst du von mir?"
Saladin dachte über diese Worte nach.
Was willst du?...
"Ich weiß es nicht", hauchte Saladin.
Das Lachen des Jungen wurde lauter, dann riss es abrupt ab und er schaute Saladin wütend an.
"DOCH! UND DAS WEIßT DU!!"

Schlagartig wurde Saladin aus der Trance gerissen und da lag er wieder in dem dunklen, kalten Loch und schaute zur kleinen Korona über sich hoch. Ein Schatten war aufgetaucht und rief zu ihm runter.
"ACHTUNG!"
Von oben fielen ein paar trockene Stücke Brot, ein Wasserschlauch, etwas faules Obst und ein hartes Stück Wurst.
Saladin trank einen Schluck schales Wasser und ließ das Essen links liegen.
Es war kalt und Saladin fror. Draußen in der Wüste war es unglaublich heiß und hier unten in diesem tiefen Loch fror man sich die Zehen ab.
Saladin zog sich wieder an die Wand zurück und versuchte sich mühsam warm zu halten.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo Apr 22, 2013 10:52 am

Schatten sah den man vor sich an, der eine wirklich fürchterliche Lache hatte. An den Pranger? War ja nicht so, dass er sich da schon wie zuhause fühlte. Ein furchtbarer Mensch war das, dieser Kommandant. Und selbst wenn Zel das Chaos hier angestellt hatte, was gab es denn da bitte zu lachen? Was für ein Trottel... Schatten wusste nicht ob er wütend oder einfach nur geschockt sein sollte. Er entschied sich dazu vielleicht noch eine Chance zu bekommen, aber als erstes musste er etwas in Erfahrung bringen: „Lebt der Sultan noch?“ Scheinbar wollte Schatten doch nicht so schnell sterben. Also entschied er sich zu lügen: „Ich habe hier niemanden getötet.“ Dann sprach er die Wahrheit: „Und ich habe die Stadt nicht brennen lassen.“ Die Wachen zögerten einen Moment, hielten ihn jedoch weiter fest. „Ich habe nichts getan, weswegen ihr mich anklagt Herr, warum sollte ich zu fliehen versuchen?“
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo Apr 22, 2013 11:58 am

Der Kommandant machte große Augen. Plötzlich war ihm das Lachen im Halse stecken geblieben.
"Der Sultan...", flüsterte er leise und winkte dann die Wächter weg. "Weg...WEG MIT IHM!"
Seine Stimme überschlug sich und er quietschte.

Saladin wusste nicht mehr wie lange er in diesem Loch steckte. Stunden, Tage, Wochen? Dreimal kam jemand in all der Zeit und warf ihm etwas zu essen und zu trinken runter. Saladin nagte an den Resten.
Was willst du?...
Diese Frage beschäftigte ihn all die Zeit.
"Ich will hier raus", schrie er einmal. "Ich will etwas zu essen! Ein heißes Bad, ich will die Sonne wieder sehen. Ich will..."
Saladin versuchte alles mögliche.
Was willst du?...
"Ich will..."
Saladin schloss die Augen und sah die Gesichter seiner Liebsten vor sich. Seine Mutter, seine Brüder und Schwestern. Seine Familie und Freunde. Seinen Schatten.
"Richtig."
Saladin öffnete die Augen und sah den kleinen Jungen wieder vor sich.
"Sag es."
Saladin richtete sich auf und wankte zu dem kleinen Jungen.
"Ich will nicht... ich werde sie alle beschützen!"

Der kleine Junge grinste ihn süffisant an und im nächsten Augenblick wich seine Erscheinung einer Wassersäule. Wasser sprudelte von unten hoch und füllte allzu schnell das Loch. Saladin bekam Panik und hatte Angst in dem Wassertank zu ertrinken. Während er noch angestrengt mit dem aufsteigenden Wasser kämpfte, hörte er die Stimme des kleinen Jungen zu ihm sprechen: Kämpfe nicht dagegen an, ualud meyah. Lass es geschehen!
Saladin verließen die Kräfte und er ging unter wie ein Stein. Langsam gab er den Kampf auf und gab sich mit dem Tod zufrieden. Er gab auf.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo Apr 22, 2013 12:22 pm

Na also das war ja... Hätte er ihm die frage nicht einfach beantworten können? Zel fing an eine extreme Abneigung, gegen diesen Mann zu entwickeln und schon schickte er die Wachen fort. Zel wäre beinahe explodiert und als die beiden leicht verstörten Männer hinaus gingen – Samt Schatten, fasste er einen Entschluss. Diese Farce musste ein Ende haben! Die Flügeltür fiel ins Schloss und im gleichen Moment verpasste Schatten einem der Beiden Männer eine derartige Kopfnuss gegen die Schläfe, dass dieser einfach glucksend zusammen brach. Der andere, der ihn überrascht ansah. Wollt ihm soeben ans Leder, doch Schatten sprang leichtfüßig nach hinten sprang von der Wand ab und rammte dem Mann die Schulter ins Gesicht, gerade als der am Boden liegende schreien wollte trat Schatten ihm gegen den Kopf. Die Schlüssel für die Handschellen hatte der, den er zuerst niedergeschlagen hatte. Schatten klaubte ihm selbige vom Gürtel und murmelte: „Schattenfähigkeiten bannen... pha... Als hätte ich das nötig...“, eigentlich dachte er es sich nur und sprach es nicht aus. Endlich hatte er das Schloss offen und er ließ die Handschellen nicht fallen, sondern legte sie behutsam ab. Dann löste er die Fußfesseln und trat in den Schatten. Er musste herausfinden was geschehen war und er schreckte nicht davor zurück dafür den Kommandanten zur Rede zu stellen, dann würde er Saladin befreien und sich schleunigst mit ihm vom Acker machen. Hier waren sie beide nicht sicher, dessen war er sich bewusst. Er glitt durch den Schatten in den Verhörraum des Mannes, den er hassen gelernt hatte und tauchte still hinter selbigem auf. Eine Klinge legte sich ihm von hinten an den Hals. Schatten wisperte in das Ohr des Mannes: „Eine falsche Bewegung und ich werde doch jemanden in dieser Stadt ermorden. Ich will wissen, ob der Sultan noch am Leben ist...“ Seine Stimme war kalt wie eis und ließ vermuten, dass Schatten nicht zum Scherzen aufgelegt war.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Apr 24, 2013 5:06 am

Während Zel sich auf den Kommandanten konzentrierte, fiel ihm nicht auf, dass die Schatten um ihn herum vibrierten.
Ehe er realisieren konnte was um ihn herum geschah summte die Luft und im nächsten Augenblick flackerte ein Licht kurz auf. Eine rote Fontäne spritzte im weiten Bogen aus dem Halse des Kommandanten. Dieser röchelte nach Luft.
Um Zel herum standen 3 Gestalten in dunkelblauer Montur. Einer von ihnen hielt seine Waffenhand auf dem Griff seines Schwertes, welches in seiner Schwertscheide steckte. Ein leises Klicken verriet, dass er das Schwert soeben wieder zurück gesteckt hatte.
Dieser eine sagte etwas in einem harschen Dialekt, daraufhin traten die anderen beiden vor und ohne Vorwarnung packte einer der beiden nach Zel. Als dieser versuchte auszuweichen warf der andere ein Seil aus, welches sich auf magische Weise fest um Zel zusammen zog. Ein elektrischer Schlag wurde durch das Seil gejagt und schaltete Zel aus.

Saladin öffnete die Augen und fand sich unter der Sonne wieder. Er richtete sich auf und stellte fest, dass er vollkommen durchnässt war. Er sass in dem Garten aus seiner Kindheit. Raben krähten in der Nähe. Er stand auf und sah sich um. Im Moment war niemand zu sehen. Saladin sah an sich herunter und entdeckte Schlangenlinien um seine Arme, die hellblau schimmerten.
In diesem Augenblick überkam ihn ein kalter Schauer. Sein Schatten.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Apr 24, 2013 6:24 am

Wenn Zel seine Augen öffnen würde, würde er sich in einem kleinen Zelt mitten in der Wüste wiederfinden. Seine körperlichen und magischen Kräfte wären geschwächt. Nach wenigen Minuten würde schließlich seine Pflegerin zu ihm ins Zelt kommen und nach ihm schauen. Bei genauerem Betrachten würde ihm schließlich auffallen, dass sie von Ichiros Caraday kam.
Auch sie würde ihn als einen bekannten Fremden wiedererkennen.

Da er auf Anhieb keine Ahnung hatte, wo er nach seinem Schatten suchen sollte, begab er sich zuerst zu Neyla, die wahrscheinlich noch immer in einem Loch sass. Saladin besorgte sich ein langes Seil und eine Öllampe und inspizierte jedes Loch, konnte die junge Frau jedoch nirgends finden. Bei seiner weiteren Suche nach Zel und Neyla entdeckte er schließlich die aufgeschlitzte Leiche des Kommandanten in dessen Büro. Ein paar Fliegen und Krähen nagten bereits an der Leiche. Auch außerhalb des Büros gab es viele Leichen von Dienern, Wächtern, Bürgern.
Saladin wusste nicht wieso, aber er hatte den Wunsch sein altes Zimmer im Palast aufzusuchen.
Sein Zimmer wurde täglich sauber gehalten. Trotzdem hatte sich eine hauchdünne Schicht Staub abgesetzt. Sein Zimmer sah noch genauso aus wie damals, nichts hatte sich verändert. Saladin setzte sich auf sein Bett und ließ sich zurück fallen. Für einen Moment schloss er seine Augen und sortierte seine Gedanken.

Es gab also einen Krieg. Einen Krieg den sein Bruder Malik, der Sultan, offensichtlich vorhergesehen oder geahnt hatte und seine Familie in Jêsun vor den Auswirkungen bewahren wollen. Oder hatte Malik den Krieg sogar angezettelt? Saladin konnte sich das nicht vorstellen, musste jedoch eingestehen, dass nach allem was er in den letzten Tagen erlebt hatte, jetzt alles für ihn möglich erschien. Aber hätte Malik tatsächlich den Krieg begonnen, hätte er dann nicht Vorkehrungen zur Sicherheit der Familie getroffen? Malik konnte demnach nichts mit dem Ganzen hier zu tun haben.
Dann fiel ihm das ein, was die Soldaten sagten ... Königsmörder ... meinten sie damit etwa Zel? Woher hätte irgendjemand davon wissen können, dass Zel den alten Sultan Jaffar gemeuchelt hatte? Nein, sie schienen den Namen der Schatten unwiderruflich mit dem Begriff assoziert zu haben. Moment mal? Das war doch unmöglich, das ging doch gar nicht. Hätten die Schattenmenschen sich gegen die Königsfamilie aufgelehnt, dann hätten sie mit jedem toten Mitglied der Familie sich selbst mit umgebracht. Gab es überhaupt noch eine logische Erklärung, fragte sich Saladin.
Was wenn es noch eine dritte Partei in diesem Rätzel gab?

Saladin richtete sich wieder auf.
Wo waren eigentlich die Leichen seiner Familie?

Auf seiner weiteren Suche lief Saladin schließlich einigen fremden Reitern über den Weg, die offensichtlich auf der Suche nach etwas zu plündern in die Stadt gekommen waren.
Erst auf dem zweiten und dritten Blick erkannte Saladin schließlich dass es sich bei diesen Reitern um Nachtmenschen handelte. Saladin erkannte sogar einen von ihnen wieder.
"Karashi, seid gegrüßt Saladin", der Anführer der Reiter begrüßte Saladin mit einem Faustschlag gegen die Brust "Wir sind auf der Suche nach unserer Nishime durch dieses Land gekommen und sahen die brennende Stadt von weitem. Als wir nach dem Rechten sehen wollten, liefen wir einer kleinen Gruppe über den Weg. Einer meiner Männer identifizierte euren Begleiter - nun, ich glaube ihr nannten ihn Schatten? - und wir forderten seine Übergabe. Offensichtlich hatten die Fremden euren Schatten erfolgreich ausser Gefecht gesetzt. Nun, ich möchte nicht angeben, aber es war ein harter Kampf, Drei gegen Fünf und nur mit Mühen konnten wir die Drei schließlich in die Flucht schlagen und den Schatten retten."
Saladin war sichtlich erleichtert und atmete aus.
"W-wo ist er?", fragte er nervös.
"Wir haben ein Lager errichtet, keine Reisestunde von hier entfernt. Wir bringen euch zu ihm."
Saladin war heilfroh und beinahe hätte er etwa wichtiges vergessen.
"Moment. Neyla, sie hatte mich begleitet und sie wurde mit uns hier eingesperrt. Ich konnte sie jedoch nirgends finden."
Karashi wies seinen Begleitern nach Neyla zu suchen, er selbst würde Saladin zurück ins Lager führen.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Apr 24, 2013 7:08 am

Noch ehe Schatten überhaupt bemerkte, in was für eine furchtbare Lage er sich soeben gebracht hatte, starb der Kommandant in seinen Armen, doch nicht durch seine Klinge. Erschrocken ließ er den Mann los, doch schon im nächsten Augenblick, geschah das nächste Übel. Drei Männer. Aus den Schatten traten sie und Zel war so geschockt und verwirrt, dass er sinnloser Weise nicht eine Sekunde daran dachte, einfach zu verschwinden. Erst al er diese merkwürdige Sprache hörte, reagierte er. Zu spät. Er wehrte den Angreifer ab und schon im nächsten Augenblick schnürte sich etwas um ihn, das ihm fast die Luft abschnürte. Das letzte was er mitbekam, war der Schlag, der ihm die Lichter ausknipste und dann war da Leere. Gar nichts...



Schatten konnte sich nicht erinnern. Es gab nichts in seinem Kopf. Was war passiert? Wo befand er sich? Was machte er hier? Das Licht blendete und er spürte, dass er im Sand landete. Kampfgeräusche. Er wollte die Augen öffnen, doch irgendwie gelang es ihm nicht. Sein Geist schwirrte davon und er tauchte ein in das kühle Schwarze Nichts. Er träumte nicht, das wusste er, doch er war auch nicht ganz ohne Bewusstsein. Was hatte man ihm angetan? Was hatte man vor mit ihm? Was würde man ihm noch antun?! Weiter reichten seine Gedanken nicht und erst nach einigen Atemzügen – in Wirklichkeit würden es endlos viele sein – Stach ihm ein Gedanke so klar und deutlich in den Kopf, dass er selbst davor erschrak: SALADIN!

Zel schreckte auf. Seine Augen sprangen förmlich auf und das Licht blendete ihn so sehr, das er überrascht aufstöhnte und sich selbst sogar noch vor diesem Laut aus seiner Kehle erschreckte. Er legte seinen Unterarm auf seine Augen... Nein eigentlich nicht. Er hatte es zwar vor, aber er hatte nicht damit gerechnet, dass sich seine Glieder so schwer bewegen lassen würden. Gerade eben noch hatte er sich federleicht gefühlt und jetzt hier, kam es ihm so vor, als würde Die Luft dieser Welt schwerer auf seinen Brustkorb drücken als sonst. Ihm war heiß.
Er versuchte etwas Dunkelheit in seinen Blick zu bekommen, aber er fühlte sich wie ausgelaugt. Keine Schattentricks für den Augenblick. Noch einmal startete er den Versuch seine Augen zu öffnen und stellte fest – in dem kurzen Augenblick, wo er sie ganz kurz offen hatte – dass er in einem Zelt war. Zwar war sein Blick verschwommen, aber er hatte ganz klar das innere einer Zeltspitze gesehen. Was war denn nur passiert? Sein Verstand arbeitete äußerst langsam und der nächste versuch sich aufzurichten schlug fehl. Schatten ließ den Kopf benommen zur Seite fallen und blinzelte ins Licht. Seine Sicht klärte sich nach einigen Versuchen die Augen offen zu halten und nun stellte Schatten fest, dass er sich wirklich in einem Zelt befand. Neuerliche Versuche sich zu bewegen, klappten zumindest.
Jemand kam hinein. Schatten spannte sich und wollte aufstehen, doch letztlich stellte er fest, dass sie ihm nichts tun würde. Nach gründlicher Überlegung, sah er auch ein, dass, er nicht hier einfach so liegen würde, wenn man ihm wirklich was antun wollte.
Er erkannte die Frau nicht gleich, aber er meinte sie schon einmal irgendwo gesehen zu haben
Sie war hier, um nach ihm zu sehen und sie war freundlich erübrigte ein Lächeln für ihn. Sie schien ihn gepflegt zu haben. Zumindest glaubte Zel das. Einen weiteren Augenblick später drängte sich eine Erinnerung in seinen Kopf. Der Kommandant, der Sultan! Diese drei Gestalten, die ihn fast umgebracht hatten, wie Zel zumindest vermutete, warum sonst war er so schwach? Doch das weit größere Problem: Saldain! Wo war e? Wenn Zel hier war und sein Meister noch dort? Panik stieg in Zel auf und letzten Endes riss er sich zusammen, sein Oberkörper hob sich an und die Frau, die vermutlich gar nicht so Recht wusste, wie ihr geschah, wurde mit beiden Händen gepackt (für zel fühlte es sich an, als hätte er all seine Kraft zusammen genommen, für die Frau, als hielte er sie einfach nur sanft zwischen seinen Fingern) und Zels kratzige Reibeisenstimme fragte: „Wo ist er?“, das die arme Frau nicht wissen konnte, wen er meinte, schien Zel egal zu sein.
Er ließ sie los und „sprang“ mehr oder weniger... eher weniger elegant auf die Beine. Im Grunde genommen sah es so aus, als würde ein Neugeborenes Giraffenbaby laufen lernen. Er torkelte und fiel auf sein Knie. Eigentlich wollte er nur ganz schnell zum Ausgang, aber er fühlte sich wie nach dem Kampf mit dem Wüstenwurm. Mit einem unterdrückten Kampfschrei (Schrei war vielleicht übertrieben) richtete er sich auf und machte ein zwei Schritte, ehe er am Zeltausgang war und einfach nach vorne kippte. Er landete im Wüstensand und gab ein Ächzen von sich. Sein einer Arm streckte sich und schließlich lag seine Hand neben seinem Gesicht, erneut versuchte er sich aufzurichten. Sein Herz hämmerte in seiner Brust, als wolle es ihn von innen verprügeln.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Apr 24, 2013 10:19 am

Das Lager der Nachtschatten, wenn man es denn ein Lager nennen konnte, bestand gerade einmal aus einem kleinen Zelt. Ra'Vioen brachte Saladin direkt in das Zelt in der sein Schatten seit einiger Zeit behütet wurde. Als Saladin eintrat, lag sein Schatten zu seinen Füßen. Sein Herz schlug vor Kummer als er ihn da leiden sah. Ohne groß darüber nach zu denken legte Saladin seinem Schatten die Hand auf die Schulter.
"Es wird alles gut, Zel. Du kannst dich jetzt ausruhen."
Saladin half Zel hoch und legte ihn wieder auf die Barre.
Mittlerweile hatte sich Saladin von Ra'Vioen über die Entführer seines Schatten informiert.
"Es tut mir leid, dass sie dir das angetan hatten, Zel."

Saladin blieb bis zu Zels vollständiger Genesung an seiner Seite. Der erste Tag endete rasch und erst spät in der Nacht, kurz vor Sonnenaufgang kamen die anderen Nachtschatten ohne Neyla und ohne Erfolg zurück. Ra'Vioen beruhigte Saladin, denn schließlich wurde auch keine Leiche von ihr gefunden.
Auch Saladin nutzte die kurze Pause um seine Gedanken neu zu sortieren und seine nächsten Schritte zu planen, auch wenn ihn momentan nur zwei Fragen plagten: Wie ging es seiner Familie? und Wer hat all das zu verschulden?

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Apr 24, 2013 10:38 am

Als Schatten gerade versuchte, wieder aufzustehen, wurde er von einem paar Füße abgelenkt, die vor ihm zum stehen kamen, er blickte auf und er hätte beinahe angefangen zu weinen. Naja eigentlich nicht, aber sein Herz setzte zumindest für einen Moment aus, um einen großen Hüpfer zu machen. Er war hier! Er war am Leben! Und er war augenscheinlich unversehrt. Zel hockte sich auf seine Knie und kniete vor seinem Meister. Er riss sich zusammen nicht umzufallen und schließlich half ihm Saladin auch zurück auf die Bare.
Die erste Berührung auf seiner Schulter gab ihm ohnehin schon etwas Kraft zurück und nun, wo Saladin im Zelt war, fiel es Schatten auch nicht mehr so schwer, sich auszuruhen. Schatten hatte die Augen geschlossen und befolgte den Befehl sich auszuruhen, gewissenhaft. Dann entschuldigte er sich bei ihm, was Zel weniger erfreulich fand, aber nie würde er ihm widersprechen. Stattdessen öffnete Zel noch einmal die Augen und sagte: „Es geht schon besser.“, um seinen Herrn zu beruhigen und ihm ein wenig last zu nehmen. Es wärmte ihm jedenfalls immer wieder die Brust, wenn er solche Sätze von Saladin hörte.
Sein Meister blieb bei ihm und das beruhigte Zel außerordentlich, was auch dazu beitrug, dass er sich erholte.
Zel schlief jedenfalls beruhigt ein und schlief fest und traumlos. Als er das nächste Mal erwachte, war es schon fast Morgen und man konnte schon erahnen, dass die gnadenlose Sonne wieder brennen würde, als wolle sie alles vernichten, was lebte. Schatten sah sich um und fand seinen Herrn grüblerisch neben sich sitzen. Er richtete sich also auf und sah Saladin stumm an, wenngleich er auch dauernd durch die Dunkelheit blickte, um seinen Meister nicht zu penetrant anzustarren. Er machte das eher verdeckt.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Apr 24, 2013 11:03 pm

Sobald Zel wieder einigermaßen auf den Beinen war, wollte Saladin die Rückreise antreten. Einen Tag vor ihrer Abreise herrschte kurze Aufruhr im Lager, als vollkommen unerwartet Neyla aus dem Nichts aufzutauchen schien und die Ärztin aufschreckte. Saladin rannte hinaus und war heilfroh, als er sie wieder erkannte und feststellte, dass es ihr gut ging. Er verkneifte sich die Fragen wo sie war oder wie sie flüchten konnte. Er begrüßte sie mit einem freundlichen Lächeln. Die anderen Nachtschatten schienen von Neylas plötzlichem Auftauchen wenig überrascht zu sein. Neyla führte eine kurze Diskussion mit Ra'Vioen und besuchte dann auch noch kurz Zel.
An dem Morgen, an dem Saladin aufbrechen wollte, stand Neyla bereits mit verschränkten Armen bei den Pferden und schnalzte mit der Zunge.
"Ihr wollt doch nicht etwa ohne mich aufbrechen, mein Herr?", fragte sie gespielt beleidigt.
"Wir werden nach hause gehen, Neyla. Ich brauche Antworten. Kehre zurück zu deinem Caraday, Ichiro wird deine Hilfe bei der Suche nach eurer Nishime benötigen."
Sie lächelte. Zumindest glaubte Saladin dass das ein Lächeln war, schließlich konnte er unter den Bandagen ihre Gesichtszüge gar nicht oder nur schwer deuten.
"Ich habe Ichiro bereits kontaktiert und ihn über die aktuellen Ereignisse informiert. Er findet auch, dass ich euch bei eurer Odyssee begleiten sollte.
Saladin akzeptierte das Angebot und bedankte sich, sowohl direkt bei Neyla, als auch in Gedanken bei Ichiro.

Die Reise durch die Wüste war schwierig und gefährlich wie immer. Aber Saladin war froh über die warme Sonne.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Apr 24, 2013 11:34 pm

Schatten ging es gut. Es überraschte ihn, dass Neyla noch mal nach ihm sah, wo er ihr doch nicht einmal in irgendeiner Form Vertrauen geschenkt hatte... Entsprechend kurz war auch das Gespräch – nun es fand eben einfach keines statt und ihr Besuch. Er war nicht auf dem Höhepunkt seiner Kräfte, aber es ging ihm wieder gut. Das musste Reichen. Er traute es sich jedenfalls zu, die Wüste zu durchqueren. Wenn sie eventuell noch ein Kamel zur Verfügung hätten wäre es noch besser, die brauchten wenigstens nicht so viel Wasser, wie ein Elefant... Sie würden jedoch laufen müssen. Als er jedoch aus dem Zelt kam und Nayla bei Pferden Stand, verwarf er seine Ideen wieder. Pferde waren schneller, aber sie würden eher eingehen, als Kamele. Nun gut, das war nun auch nicht zu ändern. Er hoffte, man würde sie gut genug ausstatten, vier oder Fünf Schläuche Wasser mussten schon drin sein. Er fand es zumindest gut, dass sie überhaupt ein Reittier bekamen. Oder irrte er sich da? Bekamen sie überhaupt Tiere? Noch viel unangenehmer war die Tatsache, dass Neyla augenscheinlich wieder ihre Reisebegleitung sein würde. Wer war diese Frau eigentlich?! Was wollte sie von Saladin und warum klebte sie andauernd an ihm, wenn sie nicht gerade verschwunden war? Schatten ertappte sich dabei, dass er die Person bewertete, was doch eigentlich nicht sein Stil war. Er riss sich zusammen und blieb einfach bei seinem Misstrauen und hielt die Person im Auge. Er würde wachsam bleiben.
Saladin schlug ihr Angebot nicht aus und so reisten sie weiter. Zu dritt... und zu Pferd.

Die Nächte waren kalt und die Tage heiß, so wie immer und wenn sie nicht froren, so drückte die Schwere warme Luft auf sie herab. Zel fühlte sich bei Tage unwohler als in der Nacht. Es war klar warum. Er fragte sich, wie es Neyla erst ergehen musste. Glücklicher Weise, hatte er sich aber von Kindesbeinen angewöhnt, die Hitze zu ertragen. Er stand oft in der Sonne rum, um sich zu stählen. Manchmal hatte er es übertrieben und der Schwindel, der mit Kopfschmerzen und Übelkeit einhergegangen war erinnerte ihn an seine grenzen.
Jetzt jedoch sah man es ihm kaum an, dass die Sonne sein Feind und doch engster verbündete war. Schatten konzentrierte sich auf die Umgebung und ritt hinter Saladin und Neyla. Er wollte si im Auge haben und außerdem ritt er immer hinter seinem Herrn, wenn sie nicht gerade gemeinsam auf einem Pferd saßen.

Nach zwei Tagen durch die Wüste, sahen sie ein Rudel Hyänen, die sich keifend und Lachend schleunigst davon machten. Den Kadaver, den sie zurückgelassen hatten, konnte man kaum erkennen. Ein Mal hatte ein Pferd vor einer Schlange gescheut, aber sonst war die Reise ruhig verlaufen. Bisher. Schatten verlor seine Konzentration nicht.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Do Apr 25, 2013 12:46 pm

Nach den Strapazen der letzten Wochen und den bitteren Ereignissen war Saladin froh zurück nach hause zu kommen. Auch wenn Al'var nie seine richtige Heimat war. Saladin war so sehr mit den Gedanken beschäftigt, was er seinem Bruder sagen wollte, dass er Neylas Anmerkung nicht richtig wahr nahm.
Die Drei liefen gerade in den Palast ein, als Neyla, mit einem Blick gen Himmel gesagt hatte:
"Die Sonne brennt kalt und doch ist mir warm."
Ihre Worte sollten Gewicht haben, doch welcher Art sollten sie erst später erfahren.

Dass die Drei rasch zum Sultan vorgelassen wurden wunderte nicht, schließlich wurde Saladin bereits sehnsüchtig erwartet. An der Tür zum Thronsaal wurden Zel und Neyla der Eintritt verwehrt, doch Saladin bestand darauf, dass seine Begleiter durchgelassen wurden.
Saladin kam auf seinen Bruder zu, welcher sich rasch erhob und mit roten Augen auf ihn zu kam. Malik nahm Saladin in die Arme und wollte ihn nicht mehr los lassen.
"Mutter? Unsere Geschwister?", fragte er leise in dessen Ohr.
"Wir...wir kamen zu spät, mein Sultan", erwiderte Saladin und Tränen flossen.

Saladin erzählte Malik alles was geschehen war, angefangen bei ihrer Abreise; dann dem ersten Ereignis, mit der Illusion, oder dem Alptraum oder was auch immer er da in der Pyramide erlebt hatte, mitsamt dem kleinen Jungen; ihrem Aufenthalt in der Oase, mit allen Begegnungen (von Saladin) sowie der Begegnung mit dem Hellseher; die abrupte Abreise, sowie der Sandwurm, der seinen Elefanten getötet hatte; Saladin erzählte ihm von der sonderbaren Begegnung mit dem Volk der Nachtschatten und stellte dabei gleichzeitig Neyla vor. Malik nickte und gab zu, schon einmal von ihnen gehört zu haben und sogar schon einen Besuch der Nishime als kleiner Junge miterlebt zu haben. Dabei fiel Saladin ein, dass er Ichiro die Unterstützung seines Bruder zugesagt hatte und Malik willigte ein, Männer zur Suche zu entsenden.
Saladin fuhr mit der tragischen Heimkehr fort, wo er die niedergebrannte Stadt auftraf und bis auf einige misstrauische Soldaten keine weiteren Überlebenden. Er erzählte erneut von der Hilfe der Nachtschatten und letztendlich ihrer Rückreise.

Malik war sichtlich aufgewühlt und bat seinen Bruder um etwas Zeit, die er bräuchte um über alles nach zu denken und sich mit seinen Offizieren zu beraten. Er bat Saladin und die anderen sich zurück zu ziehen, zu waschen, zu nähren und von der langen und harten Reise zu erholen und lud Neyla in einem Atemzug als Gast ein.

Saladin war erleichtert, dass sein Bruder nicht allzu enttäuscht war und genoss mit wohlwollen sein heißes Bad, nachdem er sicher gestellt hatte, dass Neyla in guten Händen war.
Während Saladin die großen Bäder aufsuchte, musste sich Zel in einem anderen Raum aufhalten, denn es war ihnen nicht gestattet im selben Raum wie ihr Meister zu sein, wenn diese intim waren. (nackt, schlafen, toilette, beischlaf, etc)

Sobald Zel alleine in einem fensterlosen Raum war und die Türe hinter ihm geschlossen wurde, dauerte es nicht lang und ein grelles, gleißendes Licht brannte den ganzen Raum aus. Zel würde nicht nur geblendet werden, seine kompletten Kräfte würden auch von dem Licht verdrängt.

Wenn sich Zels Augen an das ungewöhnliche Weiß gewöhnt hatten, dann würde er eine Gestalt vor sich erblicken - Asim, Maliks weißer Schatten.
"Du enttäuscht mich, kleiner Bruder", sagte Asim leise flüsternd und schüttelte seinen Kopf langsam hin und her. "Du solltest besser auf deine Sinne achten. Sprich leise, denn die Schatten sind überall, sie könnten dich hören. Wir sind in einer ernsten Lage.
Die anderen Schatten planen einen Komplott gegen unsere Meister. Offensichtlich waren sie in Jêsun bereits erfolgreich und haben die Mitglieder der Ersten Familie entführt. Aber mach dir keine Sorgen um sie, noch sind unsere Leben miteinander verbunden und unsere Leben hängen von ihrem ab. Aber sie haben bereits einen Weg gefunden, unsere Seelen von den anderen zu trennen. Die andren Schatten werden die Erste Familie also nicht töten. Noch nicht. Ausser einem ... deinen Prinzen.
Man wird versuchen euch beiden jetzt schon töten und los zu werden.
Mach dir keine Sorgen um Malik, ich werde ihn im wahrsten Sinne des Wortes mit meinem Leben beschützen. Aber du solltest dir Sorgen um dein eigenes Wohl und das des Prinzen machen. Beschütze ihn gut, denn die anderen werden euch aus den Schatten heraus beobachten. Du kannst den Schatten nicht mehr trauen. Achte darauf, wann du mit ihm redest. Warne ihn, aber verrate euch nicht.
Ich muss jetzt gehen, ich kann dir deine Fragen jetzt nicht beantworten. Lebe wohl, Kleiner."
Asims Körper löste sich wie eine Fata Morgana auf und das Licht ging mit ihm.
Auch nachdem das Licht wieder dem Normalen gewichen war, kribbelte Zels Körper von den Nachwirkungen, die seine Kräfte für einige Zeit noch ausschalten würden.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Apr 26, 2013 12:38 am

Die Reise war beschwerlich, aber letzten Endes, erreichten sie Al'var, ohne weitere Zwischenfälle. Zel war bewusst, dass sie nun ihr Versagen beichten mussten und ihm war nicht entgangen, wie Saladin sich vor diesem Augenblick fürchtete. Wahrscheinlich nicht aus Angst vor dem Sultan, sondern davor, was mit seiner Familie geschehen sein mochte und was der Sultan dazu sagen musste. In erster Linie war er der Sultan, doch auch Saladins Bruder und als solcher, würde er seinen jüngeren Bruder hoffentlich in die Arme schließen.
Neyla sagte etwas merkwürdiges und Schatten verstand die Aussage nicht, aber er kümmerte sich nicht weiter drum. Doch er würde sie auch nicht vergessen. Die Sonne brennt kalt und doch ist mir Warm...

Natürlich sollte Schatten wieder draußen bleiben, aber wie jedes Mal bestand Saladin darauf, dass er ihm folgen durfte und so wurde er auch dieses Mal hindurch gelassen. Zu seiner Überraschung galt das gleiche Privileg auch Neyla.
Es war genau, wie es sich Schatten vorgestellt hatte. Tränenreich, aber familiär. Der Sultan liebte seinen Bruder und da die Familie auch stark reduziert wurde, hatten sie ja auch fast nur noch sich. Schatten blieb im Hintergrund und hielt sich im Schatten auf, um nicht zu stören. Dann erzählte sein Herr, was sie erlebt hatten, als sie auf dem Weg nach Jesûn waren und ließ nichts aus. Außer die Dinge, die er nicht wissen konnte, weil nur Schatten sie erlebt hatte. Ihm wurde wieder ganz schlecht, als er an den Moment dachte, da er sich seinem Vater wieder gegenüber sah. Es war schrecklich. Saladin... Schatten schüttelte nur leicht den Kopf und riss sich zusammen. Als das Gespräch beendet war, entließ Saladin Schatten, indem er sich in die großen Bäder begab.
Zel wusch sich auch und legte seine Waffen ab, die er später in Ruhe säubern und fetten würde. Ein Ritual, das nach dem gefräßigen Sand aus der Wüste, der alles verschlingen wollte, Gang und Gebe war. Schatten trug auch keine wirkliche Rüstung, sondern lediglich Stoff. Als er sich gewaschen hatte, begann jedoch der eigentliche Teil des Entspannens: Er betrat einen Raum. Dieser Raum war kühl und voller Schatten, ein Raum ohne Fenster, wo der Schatten von Saladin Ruhe fand und sich entspannen konnte. Keine Sonne, die ihn quälte, aber auch keine winzige Lichtquelle. Es War, als würde er mit dem kühlen Raum verschmelzen und es war gut. Er ließ die Gedanken entgleiten und entspannte so nicht nur seinen Körper, sondern auch seinen Geist. Solange Saladin Baden würde, würde Schatten, sich hier ausruhen, von der beschwerlichen Reise. Doch nichts da. So wie Zel sich ein kleines bisschen entspannt hatte, begrub ihn förmlich ein Licht und quetschte ihm die Kraft aus seiner Seele. Erschrocken und unfähig irgendwas zu tun, sah er... gar nichts. Es war so hell, dass er geblendet war. Er erkannte jedoch schließlich, als er die Augen gequält zu dünnen Schlitzen öffnete, dass es Asim war, der ihn besuchte...
Das erste was er ihm sagte, hätte ihn fast schon wieder aus der haut fahren lassen können! Er hatte eine Reise durch die WÜSTE hinter sich, da durfte man ja wohl ein mal unachtsam sein, oder?! Zel beantwortete sich die Frage selbst... Nein, durfte er eigentlich nicht.
Als der Schatten des Sultans jedoch weiter sprach, war Zel sogar fast erleichtert. Die Familie war nicht tot, sondern entführt, was ja immerhin schon mal was war. Doch danach faselte dieser weiße Schatten, dinge von denen Zel nichts verstand. Seelen verknüpft? Getrennt? Was denn nun? Immer noch kämpfte Schatten um seine Fassung und darum, nicht aus den Latschen zu kippen.
Er sah Asim an und wollte gerade seine schwere Zunge zwingen, Fragen zu stellen, doch schon war der weiße wieder weg. Er sagte noch zum Abschied kleiner und Zels Zähne knirschten übereinander... Doch er durfte sich jetzt nicht von seinen Gefühlen ablenken lassen. Der weiße Schatten hatte ihm soeben viel verraten, von dem er bereits geahnt hatte, dass es der Fall war. Doch es gab immer noch keine Antwort auf das Warum. Ärgerlich stellte er fest, dass seine Schattenfähigkeiten immer noch wie paralysiert waren. Sein ganzer Körper kribbelte und selbst sein Blick war immer noch geblendet, sogar jetzt in der Dunkelheit. Wie konnte dieser furchtbare Schatten seine Macht überhaupt so hervorragend nutzen?! Er überlegte nicht länger und ging aus dem Zimmer. Er machte sich auf in Richtung der Bäder, hätte sie jedoch nie betreten, da es ja nicht gestattet war. Aber er lief dran vorbei versuchte zu ergründen, ob es Saladin gut ging und verspürte zumindest nichts, was ihn vom Gegenteil überzeugt hätte. Er lief einfach weiter, als sei er auf dem Weg in die Rüstkammer um Fett zu holen.
Zel ärgerte sich, wenn es so wichtig war, Saladin nun auf schritt und tritt zu verfolgen und das auch noch möglichst unauffällig, wieso hatte er dann dieses Mittel angewandt und Zels Fähigkeiten fast gänzlich ausgeschaltet?!
Er musste einen Weg finden. Was ihn vor allem interessierte, war das Warum. Warum hatten die anderen Schatten etwas gegen Saladin und ihn? Und der Sultan? Er war zumindest nicht so ein Tyrann, wie der Vater, Saladins... Schatten hatte diesen Mann nur getötet, weil es Saladins Wunsch war. Es ging dabei nicht um politische Interessen, aber das hier? Das war größer...
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Apr 26, 2013 9:07 am

Saladin ließ sich von einem Diener waschen und nutzte die Geborgenheit, um sich über die Ereignisse Gedanken zu machen. Als er das große Becken mit dem heißen Wasser betrat, tauchte er kurz unter Wasser und fand sich schließlich in der blauen Wasserwelt wieder. Der kleine Junge stand abermals auf der spiegelglatten Oberfläche und schaute zu ihm hinab.
"Es wird Zeit, dass du lernst mit deinen Kräften umzugehen, Prinz."
Sinari sah hinab auf seine Arme und sah die blauen Linien, welche zuvor verblasst waren an. Die Linien pulsierten in einem schwachen Licht.
"Konzentriere dich auf dein Ziel", sagte der Junge, machte eine Handbewegung, als würde er etwas aus dem Wasser holen und richtete es dann auf ein Ziel vor sich. Eine Säule aus Wasser schoss empor und ein Wasserstrahl schlug in einen Stalagmiten ein, der daraufhin abbrach.
"Jetzt du!"

Saladin erwachte wieder im Bad und sah sich seine nackten Arme an. Der Glanz war wieder fort.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Apr 26, 2013 9:38 am

Zel lief immer noch draußen rum. Er streckte seine Fühler aus unauffällig. Er konnte jedoch keine Gefahr ausmachen. Er Suchte andere Schatten, suchte nach gefahren, war fast krank vor Sorge. Er durfte keinen Verdacht erregen und so suchte er sich eine Beschäftigung in der Nähe. Er setzte sich in den Garten, der den Bädern am nächsten war. Dort setzte er sich in den Schatten und säuberte seine Waffen. Nicht dass er sich besonders konzentriert hätte. Eigentlich sah es fast unbeholfen aus. Er war bis zum zerreißen gespannt, aber seine Schattenkräfte, waren ein verblasster Hauch, Dank Asim! Zel seufzte. Es hatte gar keinen Sinn seine bescheidenen Fähigkeiten zu nutzen, um Gefahren zu erkennen, denn es funktionierte einfach nicht. Er verließ sich satt dessen auf seinen Verstand und seine Intuition. Ärgerlich polierte er weiter. Er gab nicht auf. Immer wieder versuchte er seine Fähigkeiten zu benutzen.
Zel...
Da war sie wieder! Die Stimme! Die Stimme, die er gehört hatte. Die ihn schon mehrfach gerufen hatte.
Nutze sie!
Zel wurde wütend. Er erhob sich und sah sich um. Wer sprach da zu ihm. Er konnte es nicht erkennen und doch schien ihm die Stimme vertraut! Wurde er verrückt? Bildete er sich das ein? Das konnte doch wohl nicht wahr sein!
Hör auf deine Zeit zu verschwenden! Nutze sie!
Zel versuchte die Stimme zu ignorieren, doch sie schwoll in seinem Kopf, beinahe zu einem Grollen an, je mehr er versuchte sie auszublenden! Was war denn nur los mit ihm? Hatte er einen Sonnenstich? War er krank? Hatte man ihn vergiftet? Nein... Wie auch. Zel ging in den Sonnenschein. Er blickte sich um und sah sogar gen Himmel.
Du bist genauso ignorant, wie eh und je..., sagte die Stimme.
„Wer bist du?“, fragte Zel so leise, dass es außer ihm unmöglich jemand hören konnte.
Die Stimme sagte nichts doch dann meldete sie sich wieder. Ich bin du...
Was sollte das nun wieder? Er zog sich in den Schatten zurück, dort ging es ihm deutlich besser. Was sollte er nutzen? Er verstand nicht.
Die Kraft...
Welche verdammte Kraft?
Die Kraft in dir, Zel...
Witzig! Asim hatte ihm das Gründlich verdorben... Er hatte keine Kraft. Kein Fünkchen. Zel erschrak. Er ging auf die Knie und er hatte das Gefühl, als gäbe es da etwas in seinem Innersten, was er nicht zu kontrollieren vermochte. Was war los mit ihm. Seine Gedanken wirbelten umher. Er fühlte sich unendlich schwach und dann wichen alle Empfindungen und Regungen wieder dem Gedanken an Saladin. Er hatte furchtbare Angst, dass ihm etwas Zugestoßen sein könnte. Die Stimme blendete er aus, oder sie sprach einfach nicht mehr.
Er zwang sich zur Ruhe, um keinen Verdacht zu erregen. Er musste mit Asim sprechen, doch ohne Saladin hatte er keine Berechtigung auch nur in die Nähe des Sultans oder seinem Schatten zu kommen. Zel versuchte es wieder. Versuchte durch die Schatten zu sehen. Versuchte seinen Herrn im Blick zu haben. Schweiß troff ihm von der Stirn als er sich konzentrierte und eine schwache Verbindung herstellen konnte. Er betastete die Umgebung nach anderen Schatten, die sich um Saladin aufhalten könnten. Es fiel ihm so unendlich schwer...
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Apr 26, 2013 2:04 pm

Neyla nahm die Welt um sich herum zwar wie jeder andere wahr, doch bei den Nachtschatten waren andere Sinne geschärft. Ihre Lichtempfindliche Haut nahm kleinste Unterschiede zwischen den Informationen die die Luft, die Sonnenstrahlen oder aber auch ihre Kleidung, Berührungen mit anderen Lebewesen und Objekt, aber auch das Wasser mit sich trugen. Eine einfache Berührung ihrer Haut mit einer Gabel verriet ihr, wer damit was gegessen hatte und wann seine letzte Mahlzeit zurück lag. Die Flut an Informationen musste natürlich kontrolliert und isoliert werden, um nicht mit unnötigen Dingen konfrontiert zu werden.
Neyla zog also die folgenden Schlüsse aus ihrem schönen heißen Bad.
Ihren anderen fünf Sinnen konnte sie nicht mehr vertrauen. Sie roch zwar die Rosenblätter die im heißen Wasser schwammen, ihre Haut sagte ihr jedoch, das da kein Wasser sei. Sie sah es doch vor sich, doch ihre Haut wiederholte, da ist nichts. Auch hören konnte sie das Wasser und die Menschen um sie herum, doch îhre Haut gab ihr zu erkennen, dass sie sich irrte.
Sie hatte ihre ursprünglichen Bedenken bestätigen können, doch wie sollte sie diese brisante Information an Saladin oder seinen Schatten weitertragen, ohne sich zu verraten?

Saladin betrat sein Zimmer, nur mit einem Seidentuch bekleidet, sein nackter Körper der warmen Luft zum trocknen freigelegt. Als er sich seinem wohl vertrauten Bett näherte, hörte er ein leises Knirschen von Füssen, die über den Boden rieben. Instinktiv griff er nach dem kleinen Obstmesser auf seinem Tisch und wirbelte herum, das Messer mit einer Hand in Richtung des vermeintlichen Angreifers gerichtet.
"Pscht, beruhige dich Bruder", sprach Maliks sanfte Stimme und umklammerte sanft die erhobene Hand seines kleinen Bruders.
"Ich muss mit dir unter vier Augen reden", betonte er leise hauchend in sein Ohr, als er sich ihm näherte. "Ich glaube Asim plant einen Komplott und will uns töten."
Saladins Augen weiteten sich. "W..wie?"
Er konnte es sich nicht vorstellen, dass die Schatten, die all die Zeit ihr Herren zu beschützen versuchten, plötzlich genau das Gegenteil vor haben.
Saladin schüttelte den Kopf. "Nein, das kann nicht sein. Asim würde niemals..."
"Asim war bei uns, als ich dir deinen Befehl gab. Ich ahnte es schon vorher, aber diesmal habe ich die Gewissheit, dass er mich verraten haben muss."
Saladin konnte es nicht glauben. Er konnte nicht akzeptieren, dass sein Bruder schwach war, dass er sich all die Jahre in seinem Schatten geirrt hatte. Was, wenn er sich ebenfalls in Zel irrte? Er konnte kaum glauben, dass er seine Gedanken aussprach.
"Zel."
"Nein, dein Schatten - Zel", offensichtlich bestaunte Malik die Tatsache, dass sein Bruder seinem Schatten ebenfalls einen Namen gegeben hatte. "Du hast eine gute Wahl getroffen mit diesem Namen und ich kann an seinen Augen sehen, dass er dich niemals hintergehen würde. Er würde alles für dich tun."
Alles? So wie unseren Vater töten?, dachte Saladin.
"Du musst von hier fliehen und unsere Brüder warnen", sprach Malik. "Masif und Navid sind gen Norden in den Krieg gegen die Grünländer gezogen, unser Bruder Nivaan macht seine Jungfernreise, Barzin patrouilliert die Steppenlande und Sinaa ist nach wie vor verschollen. Und Aresh habe ich auf deinen Wunsch hin persönlich auf die Suche nach der Nishime ausgesandt.
Wenn mir etwas zustoßen sollte, dann wird einer von euch der nächste Sultan."
"Masif", hauchte Saladin.
"Es sei denn Sinaa taucht wieder auf. Er ist der rechtmäßige Nachfolger unseres Vaters."
Saladin nickte.
"Wen soll ich zuerst aufsuchen?", fragte er leise.
"Masif und Navid wirst du nicht mehr rechtzeitig erreichen. Wo Nivaan abgeblieben ist, weiß keiner von uns, also musst du nach Süden zu den Steppen."
Saladin hatte ein schlechtes Gefühl bei der Sache, seinen älteren Bruder Barzin wieder zu sehen.
"Ist gut, ich mache es. Und dieses mal werde ich dich nicht enttäuschen."
"Das hast du nicht, Bruder", sprach Malik und beugte sich nach vorn um Saladin auf die Stirn zu küssen, doch der Kuss blieb aus. Als Saladin seine Augen öffnete, sah er nur noch wie sich das Abbild seines Bruders vor seinen Augen auflöste.
"Genug ist genug", sagte eine kratzige Stimme und ein Schatten trat aus der dunklen Ecke heraus.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Apr 27, 2013 2:30 am

Schatten durchsuchte die Bäder und spürte, dass ihm Asim so zugesetzt hatte, dass es ihm schwerer viel, als zu beginn seiner Ausbildung. Na ja, vielleicht war das ein wenig übertrieben, aber Fakt war, dass er echte Probleme hatte. Er spürte jedoch auch, dass es Stück für Stück ein klein wenig besser wurde. Saladin hatte sich aus den Bädern begeben und würde sich nun anziehen, wie Zel vermutete. Bald würde er einfach wieder bei ihm sein können und dann würde er versuchen auf subtile Art und Weise zu erklären, was los war.
Letzten Endes, gerade als er aufgeben wollte weiter Schatten aufzuspüren, die Saladin bedrohen könnten, spürte er die Anwesenheit eines Schatten. Eines Schatten bei Saladin. Ein Schatten, der alles jetzt jeden Moment beenden konnte. Zel war panisch, sprang auf und wollte los rennen, doch er kam nicht weit...

In den Bädern des Palastes betrachtete der Schatten den Prinzen aus ihrem Versteck. Sie war nicht in der gleichen Dimension, wie der unvorsichtige Prinz, sondern in der Schattendimension, aus der sie den Jungen durch das Fenster beobachtete, dass sie sich geschaffen hatte. Sie würde nicht scheitern. Der Raum, in dem sie quasi schwamm, war komplett dunkel und nur das bisschen Licht, durch ihr Sichtfenster, erhellte den weißäugigen Schatten, wobei auch ihre strahlend weißen Zähne leuchteten, die durch ein irres Grinsen entblößt waren. Gleich würde sie es getan haben und sie kostete den Moment ihres Triumphes noch ein bisschen länger aus. Die Vorfreude war ja bekanntlich auch die schönste. Vom Schatten des Prinzen, war nichts zu sehen und sie konnte ihn auch nicht anderweitig ausfindig machen. Zumindest nicht hier. Eine schwarze Klinge bildete sich in ihrer Hand. Einen nackten Mann abzustechen, war nicht sehr ruhmreich, aber es war einfach ein notwendiges Übel. Bevor sie jedoch zuschlagen konnte, begab sich der Prinz in sein Zimmer. Schade, es hätte ganz sicher schön ausgesehen, wenn sich das Wasser blutrot gefärbt haätte, aber egal. Sie folgte ihm unauffällig. Ahnte wohin er gehen würde und ging voraus. Er musste sich anziehen und das würde er in seinem Raum tun. Dort würde sie warten. Sie blieb ganz ruhig und wartete auf den rechten Moment.
Der Prinz sprach mit seinem Bruder bis sich dieser ins nichts auf löste.
„Genug ist genug.“, sprach sie und die Klinge in ihrer Hand schien alles Licht verschlucken zu wollen, sie sprang auf Saladin zu und wollte ihm die Klinge durch die Kehle ziehen. Gleich würde der Prinz blutend und tot auf dem Boden liegen. Nur noch ein Wimpernschlag.
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Saladin



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Apr 27, 2013 3:27 am

Die Klinge, die sich in Zels Bauch bohrte war schwarz wie die Nacht und drei Finger breit. Es war ein Leichtes sich dem Schatten Zel einfach nur in den Weg zu stellen und ihn selber in die Klinge rennen zu lassen. Ein Kinderspiel. Umso schwerer war es jedoch gewesen, den Schatten aufzuspüren. In der letzten halben Stunde war seine Präsenz in den Schatten vollkommen verschwunden.
Nur durch Zufall hatte er ihn auf subtilere Art und Weise aufgespürt: er sah ihn im Garten.
Mit einem kurzen Sprung stand er vor Zel und stieß ihm seine schwarze Klinge in den Bauch.

Erschrocken wich Saladin zurück und stolperte. Er fiel rückwärts zu Boden und streckte seine linke Hand einerseits zum Schutz vor seinem Angreifer und andererseits als Hilferuf aus.
Ein kurzer blauer Wasserstrahl, welcher sich um seinen Arm gesammelt hatte, schoss auf den angreifenden Schatten und traf sie ins Gesicht.
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