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 Wüstendämmerung-Archiv

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Saladin



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Feb 06, 2013 6:55 am

Saladin erzählte davon, wie er zu ertrinken drohte und tiefer ins Wasser gezogen wurde. Er verheimlichte jedoch den kleinen Jungen.
"Ihr fürchtet das, was Euch Kraft gibt", stellte der alte Greis fest. "Oder fürchtet Ihr Euch davor dass ihr unter gehen werdet? Kämpft gegen die Angst an und seht nach vorn, mein Herr!"
Saladin fragte noch nach der sicheren Route durch die Wüste und der Alte erklärte ihm, über welche Streckenpunkte sie den größten Gefahren ausweichen konnten.
"Aber beachtet, dass Ihr präzise sein müsst, denn der nächste Monsun kommt in den nächsten Wochen.

Saladin verließ nachdenklich das Zelt und wanderte durch die Oase, ehe er seinen Elefanten - beziehungsweise sein Elefant ihn laut trompetend - entdeckte.
Zufrieden stellte er fest, dass sein Schatten sich gut um alles gekümmert hatte und schenkte dem Dickhäuter ein paar Streicheleinheiten. Hier sollte ihn sein Schatten finden können.
Mit Hilfe des Schatten, kam Saladin zum Zelt, wo er seine Ausrüstung ablegte und diese zum Reinigen für seinen Schatten zur Seite legte. Nur die Armschiene polierte er selber mit einem feinen Ledertuch.
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Schatten



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Feb 06, 2013 8:16 am

Schatten streifte über den Markt. Irgendwie ärgerte er sich innerlich darüber, dass er auf den Rat des Gespenstes einfach so hörte. Er hätte bei dem lieben Elefanten bleiben sollen. Stattdessen lief er nun fast kopflos über den Markt und fand am Ende doch nicht, wonach er suchte. Drachenaugen... Seufzend sah er sich nun den letzten Stand an und das einzige, was er an Augen hatte finden können, waren Froschaugen, und die hießen auch nur so, weil die Substanz dieser Speise einfach so aussah. In Gedanken ging er zurück zu dem Elefanten und traf dort Saladin. Ohne ein weiteres Wort führte er seinen Herrn zu dem besorgten Zelt und gab dem Kerl, der aufgepasst hatte das Silber. Es war der Job des Jungen auf die Tiere Acht zu geben, aber bei einem Elefanten musste man hin und wieder einen Bonus springen lassen. Er versprach erneut ein bisschen zusätzliches Silber und erklärte, dass es das am nächsten Tag geben würde.
Gemeinsam saßen sie im Zelt und Schatten machte sich daran die Ausrüstung Saladins aufs feinste zu säubern, zu kontrollieren, ob noch alles in Ordnung war oder ob etwas ausgebessert werden musste. Er fand wie jedes mal nichts und säuberte die Teile sorgfältig. Er legte sie auf einem ausgebreiteten Tuch ab damit sie nicht gleich wieder staubig wurden. Dann fing er an, seine Waffen zu säubern. Er sprach kein Wort, was wohl immer noch eine unterbewusste Angewohnheit von der Zeit vor dem Tod des Sultans.
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Saladin



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Do Feb 07, 2013 3:05 am

Saladin genoss die Ruhe und die Möglichkeit mit seinen Gedanken allein zu sein. Er öffnete ein altes Buch, welches lose in Leder eingewickelt war und blätterte durch die verschiedenen Papyren. Auf einem Papyrus sah man eine Karte der Wüste mit den wichtigsten Ortschaften - Die Hauptstadt Al'var; Die Goldene Stadt Jêsun; Zyssandria, die Stadt der Toten; Amoret & Pjioep; sowie die Elf Grenzen und die sogar alle bekannten Oasen. Sogar diese hier. Saladin fuhr mit dem Finger über den Namen Al'var, folgte dann einer imaginären Linie und strich über den Begriff 'Oase'. Von der Oase bis zum nächsten Streckenpunkt waren es etwa dreimal die Strecke von Al'var.
Saladin brummte, wünschte seinem Schatten eine gute Nacht und legte sich schlafen.

Bei Beginn der Dunkelheit, als die letzten Sonnenstrahlen hinter dem Horizont verschwanden, reisten die vermummten Gestalten lautlos ab.

Am nächsten Morgen wurde Saladin von einem vertrauten Rüsselschnüffeln geweckt. Der junge Elefant war durch das halbe Lager gestampft um zu seinem Meister zu kommen. Eine Furche der Verwüstung zog er quer durch die Schlafzelte und weckte genügend Aufmerksamkeit, um sogar die Soldaten zu alarmieren.
Saladin sprang auf, packte das nötigste und sprang auf den Rücken des Elefanten. Im Galopp stürmte der Elefant aus der Oase.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Do Feb 07, 2013 9:33 pm

Schweigend ließen sie den Abend ausklingen und Schatten legte sich etwa eine halbe Stunde später Schlafen, als Saladin. Manchmal saß er abends da und beobachtete seinen Herrn einfach. Es war dann fast wie in jener Nacht, als er so schwer bestraft worden war, als er nur ein paar Worte zu seinem Herrn gesagt hatte.
Er wurde am nächsten Tag durch Lärm geweckt. Er sprang auf und wollte gerade sehen, was los war, als er den Elefanten hörte und auch sah, wie der Rüssel ins Zelt kam. Was zum...? Schatten sammelte in Windeseile alles zusammen, während Saladin sich daran machte, auf den Elefanten aufzusteigen. Mit einem eleganten Sprung, klammerte sich Schatten mit der einen Hand am Reitgeschirr fest und schnappte sich mit der anderen die gebündelten Sachen, die er alle an einen Strick geknotet hatte.
Sie galoppierten aus der Oase und wütende Rufe gingen ihnen nach, aber es schien niemand so wütend zu sein, dass sie auf sie schossen oder gar verfolgten. Schatten kämpfte sich an dem Reitgeschirr nach oben und setzte sich dann hinter Saladin auf den Sattel. Er blickte zurück. Eigenartig. Die letzten Stunden waren mehr als merkwürdig gewesen. Er strich dem Dickhäuter über die Haut und sagte: „Was hatte er denn?“
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Feb 08, 2013 9:53 am

Saladin ließ den Elefanten noch etwa eine Stunde reiten, dann bremste er ihn ab. Saladin stieg ab und gab Ubaid ein paar Erdnüsse in den Rüssel.
"Wir machen eine kurze Rast", sagte Saladin und sah zurück in die Richtung aus der sie gekommen waren. Niemand war ihnen gefolgt, gut. Er zog eine Wasserflasche heraus und stellte fest, dass sie einen Großteil ihrer Ausrüstung zurückgelassen hatten.
"Ist das alles?", fragte Saladin leicht genervt und hob die Wasserflasche hoch. "Drei Tagesmärsche und wir haben nur einen Schlauch dabei?"
Das gefiel ihm gar nicht und dies gab er seinem Schatten zu verstehen.
"Ubaid wird durstig sein. Wir brauchen Wasser", sagte Saladin. "Dieser Dickhäuter ist sturer und ungehorsamer als ein Esel."
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Feb 08, 2013 10:48 am

Schatten sortierte sich noch während der Stunde auf dem Rücken des Dickhäuters und stieg ab, als es Saladin tat. Der Elefant wurde scheinbar noch wegen seines wahnwitzigen Manövers belohnt, während Saladin in anmaulte, warum er nur einen Schlauch mitgenommen hatte, anstelle der drei, die sie ursprünglich gehabt hatten. Ein wenig ungerecht, denn Schatten hatte keine Minute Zeit gehabt zu reagieren. Er sah zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Dann ließ er den Blick schweifen. Er sagte: „Verstanden.“ Er bastelte aus Leder und Zwirn eine Art Wasserbeutel. Hier in diesem Stück Wüste wuchsen einige Kakteen und Schatten wusste durchaus, wie man sie „melkte“. Das Wasser wurde geschickt aufgefangen und dem Elefanten verabreicht. Dann machte er das Selbe noch mal, und gab wieder dem Elefanten alles. Er ging zu den letzten beiden Kakteen, und füllte den Beutel auf, um ihn auf dem Elefanten zu verstauen. Er selbst hatte von den Kakteen getrunken. Nun gut.

Gerade wollte er dem Elefanten noch mal über den Rüssel streichen, als dieser sich mit einem Mal aufrichtete und Laut gab. Ohne weiter nachzudenken, schnappte er Saladin am Schlafittchen, zerrte ihn mit solcher Wucht weg, dass sein Herr in den Sand fiel. Gleich darauf, flog eine Schwarze Peitsche nach vorn und wickelte sich um den Stoßzahn des Elefanten. Schatten konnte jedoch natürlich nicht, gegen die geballte Kraft des Dickhäuters ankommen und wurde nach vorne gerissen, wo er versuchte den Elefanten unter Kontrolle zu bringen. Was war los mit dem Vieh!? Er schaffte es schließlich sich auf den Elefanten zu schwingen. Er versuchte ihn anzuhalten, aber schaffte es nicht wirklich, der Kerl war wirklich außer Rand und Band... Jedoch schaffte er es immerhin ihn erst mal zurück zu lenken und dann sah er auch, warum der Elefant verstört war. Unter dem Sand erhob sich irgendwas. Etwas riesiges. Schattens Augen weiteten sich und so schwang er sich noch einmal an die Seite des Elefanten, streckte den Arm nach Saldadin aus und pflückte ihn aus dem Sand. Er zerrte ihn auf den Rücken des Elefanten und trieb das Tier an. Was immer da nun hoch kam, er wollte nicht dagegen kämpfen, denn es war riesig. Außer Saladin würde es von ihm verlangen...
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Feb 08, 2013 11:47 am

Saladin wusste gar nicht wie ihm geschah, als sein Elefant plötzlich aufbockte und Schatten ihn in den Sand riss. Er wollte schon aufspringen und seinen Schatten bestrafen, doch er tat nur seine Pflicht. Kaum war er aufgestanden und hatte sich den Staub von den Kleidern geklopft, da riss ihn der Schatten erneut von den Beinen und diesmal auf den Rücken des Dickhäuters.
Gerade als der Elefant in volle Fahrt gekommen war, erhoben sich zwei mächtige Kieferzangen aus dem Sand und packten den Elefanten von unten am oberen Ende des Rüssels. Der Elefant überschlug sich und wurde hart in den Sand geworfen. Saladin und sein Schatten wurden davon geschleudert und mit ihnen ein Teil ihrer ohnehin schon dünnen Ausrüstung. Saladin musste Sand schlucken, als er landete. Kaum war er wieder auf die Füsse gekommen, da sah er auch schon, wie sein Elefant mit abgeschnittenem Rüssel und laut brüllend tiefer in den Sand gerissen wurde.
Saladin schrie seinen Schatten an, den Elefanten zu retten, doch es würde schließlich zwecklos sein.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Feb 08, 2013 1:44 pm

Schatten hatte so gehofft, dass genau das nicht geschehen würde. Der Elefant wurde herumgerissen und Schatten Landete im Sand. Sein erster Blick ging zu seinem Meister, der Sand hustend und ausspuckend auf die Beine kam. Er konnte das Leid in seiner Stimme hören, als er ihn anschrie, den Elefanten aus den Fängen zu befreien. Mit einem mitleidigen Blick sah er zu seinem Herrn. Er rannte zurück zu dem armen Tier, was nun tiefer in den Sand gerissen wurde. Er ließ einen Kampfschrei los und als er sich im Schatten, des Elefanten befand legte er seine Hand auf den Schatten im Sand und konzentrierte sich. Er hatte keine Ahnung, ob es funktionieren würde, aber er konzentrierte all seine Macht auf sein Hand und als er die macht los ließ Schossen ein dutzend Speere, die alles Licht zu verschlucken schienen tief in die Erde hinein. Die Speere, waren so tief, dass sie, was auch immer an dem Tier riss, durchbohrten. Ein Brüllen kam aus der Erde und der Elefant versank zumindest erst mal nicht weiter. Dann Schoss der Wurm aus dem Boden. Mann konnte deutlich sehen, wie die Lanzen in dem Monster steckten. Des weiteren konnte man jedoch sehen, dass sowohl der Elefant, als auch Schatten von dem Wurm durch die Luft geschleudert wurden. Noch im Flug, versuchte Schatten seinen Krummsäbel zu ziehen und das Monster irgendwie zu erwischen. Es gelang jedoch nicht, weil er einfach schon zu weit weggeflogen war. Er landete hart im Sand. Richtete sich benommen wieder auf und ging erneut auf den Wurm zu. Das Vieh war riesig! Schatten nutzte Abermals seine Macht, Als er scheinbar im Nichts verschwand und im Schatten des Monsters auftauchte, was gerade wieder gen Boden unterwegs war. Es hatte es nun auf ihn abgesehen, doch flink, wie ein Eichhörnchen, kletterte Schatten, auf der Schattenseite des Monsters hoch und trieb ihm die Klinge in das aufgesperrte Maul in den Kopf. Mit einem gurgelnden Geräusch starb es und fiel, samt Schatten auf den Wüstenboden.
Hart schlug Schatten auf. Er keuchte, ächzte und kam nicht umhin einen gequälten Aufschrei von sich zu geben. Zwei der kleinen scharfen Fangzähne steckten in seinem Schwertarm, den er mit einem unterdrückten Schmerzenslaut heraus zog. Er rollte sich auf die Seite und hielt sich die Blutende Wunde und versuchte dann mit der Blutbesudelten Hand sein Schwert aus dem Ungetüm herauszuziehen. Es gelang ihm, doch er fiel auf sein Gesäß, als sich das Schwert mit einem Ruck löste. Benommen und vollkommen fertig, sah er sich um. Er suchte nach seinem Herrn, sah ihn jedoch nicht. Vielleicht war er hinter dem Wurm und – Gott bewahre – nicht darunter. Er ließ sich nach hinten fallen und stöhnte, dann rief er laut und mit kratziger Stimme: „MEISTER?!“
Hoffentlich war ihm nichts zugestoßen. Für den Elefanten sah es nicht gut aus. Er würde ganz sicher sterben... Hatte er versagt? Er hatte den Befehl nicht ausführen können. Wieso hatte er es nicht kommen sehen? Schatten versuchte sich aufzuraffen und kam langsam aber sicher auf die Beine.
„Meister...“, sagte er schwach und leise.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Feb 08, 2013 4:01 pm

Saladin wusste nicht, wie ihm geschah, als er sich auch schon wieder im Dunkeln wieder fand. Er konnte die Kälte und die Feuchtigkeit riechen. Instinktiv würgte er, aus Angst Wasser zu schlucken und versuchte hinauf zu strampeln. Sein Körper agierte, doch nicht wie erwartet und er beruhigte sich nur langsam wieder mit einem starken Herzklopfen. Er hatte festen Halt unter dem Boden und Luft zum Atmen.
Er hörte das Tropfen eines Stalagmiten in der Ferne. Schwaches Licht wurde von den Wänden, den Decken und dem schimmernden Boden reflektiert. Er sah unter sich einen Weg schimmern, der bei jedem Schritt plätscherte. Behutsam folgte er dem Weg bis zu einer niedrigen Höhle mit einem Kranz aus goldroten Fackeln und in der Mitte eine kleine Urne aus Ton.

Saladin näherte sich der Urne und sah blaue Linien und Symbole an ihrer Oberfläche im Fackellicht schimmern. Saladin streckte die Hand vorsichtig danach aus und als seine Finger die Urne berühren wollten, da leuchtete die Vase blau auf und löste sich auf. Zurück blieb eine kleine blaue Flamme, welche im Inneren der Urne gesichert war. Saladin zog die Hände zurück. er spürte keine Wärme von der blauen Flamme ausgehend und streckte die Hand erneut danach aus. Als seine Finger die schemenhafte Struktur berührten, erlosch die Flamme und das Licht in der Höhle.
Saladin stand wieder im schwachen Schimmern einer dunklen Höhle.
Irgendwo fiel ein Tropfen auf eine Wasseroberfläche. Aus dem Tropfen wurde eine riesige Welle die die Höhle binnen weniger Augenblicke flutete und Saladin vollkommen einschloss. Saladin wurde in der Höhle herumgeschleudert und klatschte gegen die gegenüberliegende Wand. Saladin drückte sich nach oben und versuchte nach Luft zu schnappen. Eine Welle überschlug ihn und drückte ihn tiefer unter Wasser. Ein Schlag gegen den Hinterkopf ließ Saladin das Bewusstsein verlieren und alles um ihn herum wurde schwarz und er fühlte sich leichter.

Saladin öffnete die Augen erst wieder, als er die warme Sonne auf seinem Gesicht spürte. Er blinzelte der Sonne entgegen und rappelte sich mühsam auf. Er war durchnässt, aber wieder in der Wüste. Saladin fragte sich woher all das Wasser kam, oder wohin es hin ist. Irritiert schaute er sich um und erkannte an einer Düne in weiter Ferne eine dunklen Fleck, der sich nicht rührte. Langsam und entkräftet lief er seinem Schatten entgegen.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Feb 08, 2013 11:45 pm

Was seinem Herrn widerfuhr, konnte Schatten nicht sehen oder gar erahnen. Er war außerdem viel zu sehr damit beschäftigt nach ihm zu suchen. Der Elefant war unrettbar verloren und Schattens Augen brannten, weil er langsam wirklich glaubte, sein Meister... Nein. Dann wäre er auch tot. Immer wieder führte er sich das vor Augen. Seit dem Tag in diesem weißen Raum, wusste er überhaupt nicht mehr, was er glauben sollte. Die Wunden in seinem Oberarm schmerzten heftig und Schatten war sich sicher, dass es lange dauern würde, ehe er den Rechten Arm wieder benutzen konnte.
Schatten hatte sein Schwert aufgehoben und lief nun auf eine Düne zu. Vielleicht war sein Herr hinter der Düne, um sich vor dem Ungetüm zu verstecken. Er hatte keine Ahnung, was er denken oder tun sollte. Was sollte er denn machen, wenn Saladin nicht hier war? Wie sollte er ihn jemals finden? Schatten verschwendete seltsamer Weise keinen einzigen Gedanken daran, dass er gerade eine der schlimmsten Bestien der Wüste erlegt hatte. Es war vollkommen bedeutungslos, angesichts der Tatsache, dass Saladin verwundet irgendwo herum liegen könnte.
Er kam über den höchsten Punkt der Düne und kraftlos wie er war, knickten seine Knie ein und er fiel vorn über. Einmal überschlug er sich, wobei er sich mit dem Knie, die Lippe aufschlug und dann ein Stück weit herunter rutschte. Schatten blieb reglos liegen. Er war am Ende. Er hatte mordsmäßigen Durst und die Sonne vernebelte ihm langsam aber sicher die Sinne.
Geh weiter... Schatten hörte die Stimme erneut. Mein Kind... Du musst von diesem Ort verschwinden. Schatten ignorierte die Stimme erst, doch als sie nicht aufhörte mit ihm zu sprechen, rief er laut. „Lass mich in Ruhe!“ Nun laut, war vielleicht übertrieben, denn Schattens Stimme klang wie ein rostiges Reibeisen und überschlug sich. Eigentlich war er nicht Laut, nein. Aber eigentlich hatte die Stimme ja auch Recht. Schatten musste weiter. Er musste zumindest an einen Schattigen Ort. In der Sonne würde er sonst vollkommen verdorren und seinen Meister nie wieder sehen. Er bewegte sich leicht, aber es war nichts zu machen. Reglos lag er da und gab sich dem Dunkel hin, was ihn umschließen wollte. Sein Blut sickerte in den Wüstenboden und schien fast augenblicklich unter den erbarmungslosen Strahlen der Sonne zu verdunsten.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Feb 09, 2013 2:58 pm

Saladin sank bis zu den Knöcheln im Sand ein und quälte sich langsam über die Düne näher zum Objekt. Er sah wie sich eine Person vom großen Brocken entfernte und über den Sand robbte. Saladin erreichte erst Minuten später seinen Schatten und drehte ihn auf den Rücken.
"Zel, bleib bei mir!", sagte Saladin zu ihm und strich ihm über die Wange. "Lass mich nicht allein!"
Ein helles Blau leuchtete in Saladins Handfläche auf und als er sie erschrocken umdrehte, fand er das gleiche Leuchten wieder, wie in der Höhle.
Was ist das?, dachte er und spürte eine angenehme Kühle. Skeptisch legte er die Handfläche an die Wunde an Schattens Arm, aus der rotes Blut herausgequollen war. Auch wenn es keine Heilmagie war, die er da wirkte, so hatte diese Kraft eine heilende Wirkung. Die Blutung war zumindest fürs Erste gestoppt. Saladin spürte die kühle Luft zwischen seiner Handfläche und dem Arm von Schatten.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Feb 09, 2013 11:17 pm

Schatten lag in der Sonne. Sein Arm schmerzte und hielt ihn bei Bewusstsein. Er wusste nicht wie viel zeit vergangen war, ehe er jemanden hörte der sich ihm nährte. Er mochte schon kaum noch glauben, dass das wirklich Saladin sein konnte. Doch als dieser jemand war tatsächlich sein Meister. Saldadin drehte ihn herum und Schatten verkniff sich ein Stöhnen. Jetzt öffnete der Schatten des Prinzen die Augen und sah seinen Meister deutlich vor sich. Was für ein Glück. Saladin lächelte. Es war das selbe Lächeln, wie damals auf dem Pranger. „Ich werde euch niemals alleine lassen, Herr. Nicht solange ihr es nicht von mir verlangt.“ Dass die Handfläche des Prinzen leuchtete viel Schatten erst gar nicht auf, doch als er seine Hand auf Schattens Wunden legte, spürte dieser die kühlende Wirkung seiner Handfläche. Schatten wusste nicht, was er da trieb, aber er wusste, dass er irgendwas tat, was er noch nie gemacht hatte. Das Blut hört auf, aus den offenen Wunden zu laufen und Schatten richtete sich ganz langsam auf. Er blickte sich um und sah den Elefanten. Nüchtern stellte er fest: „Ich habe versagt...“
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Feb 10, 2013 5:33 am

Saladin schüttelte den Kopf.
"Ich lebe noch", sagte er und erinnerte Schatten daran, was es hieß zu versagen. Nachdem sich Schatten erholt hatte, zog er ihn auf die Beine und stützte ihn.
"Wir müssen raus aus der Sonne, wir brauchen einen kühlen Ort für dich."
Das Wasser in seinen Haaren und das seine Kleidung aufgesaugt hatten verdunstete schnell in der heißen Wüste. Anfangs kühlte es ihn und hielt ihn fit, doch schon bald wurde auch er von der Hitze übermannt. Es fiel schwer sich in dem weichen Sand zu bewegen.

Nach einem langen Marsch, als die Sonne schon langsam wieder vom Zenit heruntergekommen war, hörte Saladin ein lautes Kreischen über ihnen. Ein Schwarm Geier kreiste über ihren Köpfen.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Feb 10, 2013 11:39 pm

Saladin war zu ihm gekommen, um ihm aufzuhelfen. Ein schönes Gefühl, wie Schatten fand. Er erklärte ihm durch seine indirekte Aussage, dass Schatten nicht versagt hatte und auch dis empfand Schatten als schön. Wirklich erholen, sah anders aus. Aber immerhin, da sein Herr nun ganz klar am Leben, bei Bewusstsein und offenbar bei bester Gesundheit war, fand auch Schatten seinen Antrieb wieder und ließ sich hoch ziehen. Eine Zeit lang stützte Saladin ihn noch etwas, doch irgendwann löste sich Schatten von ihm und ging alleine weiter. Da die Wunde nicht mehr blutete, beließ Schatten es erst mal dabei. Es war heiß und die Sonne war erbarmungslos. Dass Saladin nass gewesen war, hatte Schatten überhaupt nicht wahr genommen. Überhaupt, war seine Auffassungsgabe gerade annähernd Null. So blinzelte er bei dem Schrei der Geier nach oben und dachte sich, dass sie sich sicher bald an seinem und Saladins Fleisch laben konnten...
Sie hatten die restliche Ausrüstung nicht mitgenommen und Schatten gab fast die Hoffnung auf, dass sie irgendwann lebend in der Stadt ankommen würden. Die Sonne sank und weit und breit war nichts als Wüste. Sie würden wohl in der offenen Wüste übernachten müssen. In der Nacht, würde aber auch einiges an Kraft wieder zu Schatten zurück kommen. Auch wenn die Sonne ihn fast umhaute, so schaffte er es zumindest bis zum Einbruch der Nacht durchzuhalten, wobei er zum Abend hin jedoch wieder von Saladin gestützt werden musste. Sie kamen wirklich quälend langsam voran, doch Schatten würde so lange weiter gehen, wie sein Herr es verlangte.

Als die Sonne untergegangen war, wurde es schlagartig kühler und sie hielten auch irgendwann an. In der Nähe ihres „Lagers“ gab es sogar Wasser speichernde Kakteen und Schatten ritzte mit seinem Dolch eine Stelle ein, wo sie sich laben konnten. Zumindest erst mal ein bisschen. Schatten schnitt ein Wenig von seinem Mantel ab, feuchtete das Stück Stoff an und machte sich daran, den Sand, der ja der Ständige Begleiter der Zwei war, aus den Wunden zu entfernen. Das war nicht angenehm, aber notwendig. Er hatte schon so oft, seine Wunden versorgen müssen, dass es nun auf das eine Mal auch nicht mehr an kam. Anschließend wickelte er ein Weiteres Stück seines Umhangs um die Wunden und zog den Umhang dann aus. Saladin würde ihn für die Nacht als Decke nehmen können. Es war nicht viel, aber besser als nichts...
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo Feb 11, 2013 12:55 pm

In der Nacht, als es bereits zu Dunkel war um sich sicher fortzubewegen, errichteten die beiden ein provisorisches Lager. Es würde sie zwar nicht gegen die Kälte schützen, aber die Müdigkeit zwang sie sich mit dem einfachsten zurecht zu finden.

Mitten in der Nacht, als Saladin sich frierend unter den Mantel seines Schatten einwickelte, da erblickte er in einiger Entfernung schwaches Licht, welches wie eine Schlange über den Sand tanzte. Saladin richtete sich langsam auf und versuchte seine Augen anzustrengen, doch außer den Lichtern war nichts anderes zu erkennen.
Saladin wollte sich zu Schatten umdrehen und ihn wecken falls er noch schlief, da hörte er den Gesang einer Klinge, die aus der Scheide gezogen wurde. Saladin spürte den kalten Stahl an seiner Kehle, sah jedoch weder eine Waffe, noch einen Angreifer.

"Sima'sim, Tagträumer", sagte eine Stimme, leicht dumpf. "Wenn ihr euch ruhig verhaltet und eure Waffen niederlasst, so wird euch kein Haar gekrümmt."
Saladin schluckte und spürte wie die scharfe Kante einer fast unsichtbaren Klinge an seine Haut drückte. Nur ab und an meinte Saladin in der Dunkelheit der Nacht eine weitere Finsternis schemenhaft vor sich zu sehen. Saladin hob die Hände resignierend hoch.
"Wir sind nur Reisende", sagte er heiser.
"Reisende ohne Geleit und ohne Tier? Wo ist eure Ausrüstung, wo ist euer Zelt?"
"Verloren. Wir wurden von einem Sandwurm gejagt. Er hat uns alles genommen außer unserem Leben. Mein... Begleiter hat ihn bei Einsatz seines Lebens eigenhändig niedergestreckt."
Saladin vernahm ein schweres, nachdenkliches Atmen. Dann hörte er das Klimpern von Metall und das Knirschen von Leder. Eine weiße Silhouette erschien vor Saladins Augen und zwei dunkelblaue Saphire funkelten ihn an. Das fahle Mondscheinlicht reflektierte sich in dem, was Saladin als die Augen seines Gegenübers identifizierte.
"Ich möchte dem tapferen Mann danken, der diese Bestie besiegt hatte", sagte die Stimme, die nun nicht mehr dumpf, sondern hell und melodisch klang.
Langsamer als bei seinem Schatten gewöhnten sich die Augen von Saladin an das schwache Mondlicht und jetzt erkannte er zwei große Recken mit schwarzen Monturen und zwei schwarzen Pferden. Nur sehr schwach stachen sie vor der Dunkelheit der Nacht und des Sandes hervor und Saladin mochte glauben, dass das ihre Absicht war. Und er war sich sicher, dass diese dunklen Augen ihn umso eher sahen.
Der Eine, mit der er sprach, stand vor Saladin und steckte ein Schwert, welches eine - so schien es zumindest für Saladin - unsichtbare Klinge hatte, wieder ein. Der andere sass dahinter auf seinem hohen Ross und sah von oben herab.
"Kommt mit, die Nishime wird euch gerne in ihren Karaday einladen", sagte der Erste und stieg mit Leichtigkeit auf sein Pferd auf, dann reichte er Saladin die Hand und hievte ihn zu sich nach oben. Schatten wurde vom anderen Reiter, einem etwas kleineren und schmal-schultrigeren aufs Pferd eingeladen.
Dann ritten die Pferde über den nun kalten Sand in Richtung der sich bewegenden Lichter.

Als sie näher kamen, erkannte Saladin, dass es sich bei den Lichtern um Fensteröffnungen handelte. Er brauchte einige Zeit, ehe er verstand, dass sich das Gebilde, welches er zuerst für ein Haus oder ein Zelt hielt, langsam und mit schlangenförmigen Bewegungen fortbewegte.
Saladin dachte an eine große Schlange, auf dessen Oberseite mehrere Bauten angebracht worden waren. Saladin sah auch, dass weitere Soldaten, wie der vor ihm, zwischen den Bauten, auf den Dächern und auf weiteren schwarzen Pferden um die Schlange herum patrouillierten.
"Was ist das für ein Ort?", fragte Saladin neugierig.
"Dies ist das Karaday der Nishime"
"Nishime?", fragte Saladin.
"Die Königin des Westen."

Über eine Seilzuganlage, zur Seite der riesigen Schlange, wurden Saladin, sein Schatten und die beiden Männer samt ihrer Pferde auf die oberste Ebene gezogen. Die Gebäude auf dem Rücken der Riesenschlange bildeten eine kleine Ortschaft mit Platz für nicht mehr als ein paar Hundert Bewohner. Wenngleich es Nacht war und der Mond schwach schien, war der Ort hell erleuchtet. Es waren jedoch kein roten Feuer, die den Ort beleuchtete, sondern kalte blaue Flammen in Glaskugeln.
Der ganze Ort war erfüllt von Leben und Aktivität. Kinder spielten und tobten, Groß und Klein gingen über künstlich angelegte Grünflächen spazieren und das alles in der Dunkelheit der Nacht.
Saladin fiel auf, dass die Bewohner Ähnlichkeit mit den seltsamen, vermummten Reisenden aus der Oase hatten. Ein jeder von ihnen war von Kopf bis Fuß bandagiert und trug elegante Kleidung, wie die Leute aus Jêsun.

"Die Nishime wird sich auf euren Besuch freuen, doch ihr seht ausgehungert, verdurstet, wund vom Sonnenbrand, erfroren und müde aus. Und offensichtlich auch etwas geschockt nach unserem aggressiven Auftritt. Als Entschuldigung kann euch ein Zimmer für die Nacht anbieten, sowie Speis und Trank soviel ihr wollt. Verzeiht, ich habe mich doch noch gar nicht vorgestellt: Ich bin Ichiro Gray, Zweiter Wächter der Nishime."
Saladin wollte noch einige Fragen stellen, doch Ichiro wimmelte ihn ab und versprach ihm, nach dem Treffen mit der Nishime für alle Fragen offen zu stehen.

Saladin bestand darauf ein Zimmer mit zwei Betten zu nehmen, schließlich wollte er nach einem so ereignisreichen Tag wie diesem nicht weiter von seinem Schatten entfernt sein als eine Armlänge.

Nachdem ihm sein Wunsch erfüllt wurde, bat der junge Prinz höflichst um etwas Privatsphäre und wünschte Ichiro und seiner jungen Frau eine Gute Nacht. Dass die ebenfalls vermummte Frau darüber amüsiert kichern musste irritierte ihn für einen Augenblick, dann lies er seinen angespannten Körper aufs Bett sacken und kippte mit geschlossenen Augen rückwärts ins Bett. Er legte den linken Arm über die geschlossenen Augen. Saladin atmete entspannt und erleichtert und man konnte ihn leise schnarchen hören. Doch dann öffnete er den Mund und sprach zu Schatten mit geschlossenen Augen.
"Ich habe oft darüber nachgedacht aber nie nachgefragt... schläfst du eigentlich, Zel?"
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Di Feb 12, 2013 11:52 pm

Die Nacht war kalt, aber Schatten brauchte den Schlaf und holte ihn sich, als er fast sicher war, dass Saladin eingeschlafen war. Dass sich zwei Gestalten aus dem Dunkel nährten bekam Schatten nicht mit. Erst als er die Stimme des einen vernahm, wachte er verschlafen auf. Seine Hand war direkt bei seinem Dolch. Er hörte auch den zweiten Satz deutlich und nahm die Hand von der Waffe. Er starrte den Mann unbewegt an, eigentlich hatte er sich kaum bewegt und so wie er da lag, hätte man meinen können, er schliefe noch, wenn seine weißen Augen nicht offen gewesen wären.
Zwei gute Schleicher hatten sich sogar samt Pferd an sie heran geschlichen. Schatten ärgerte sich darüber und erhob sich nun mühsam, in eine sitzende Position. Wer waren diese Männer? Wenn sie sie hätten töten wollen, hätten sie es ganz sicher bereits getan, aber so... was wollten sie? Schatten schwieg erst mal und hörte zu.
Erst als der Mann die Klinge weg steckte, entspannte sich Schatten ein bisschen und meinte dann leise und eher zu sich selbst: „Ein feiner Dank ist das, meinen Begleiter mit einer Waffe zu bedrohen...“ Sie wurden aufgefordert den beiden Gestalten zu folgen, weil irgendjemand sie kennen lernen wollte. Wenn das nicht schon wieder irgendwas furchtbares nach sich ziehen sollte... Schatten hatte den Auftrag nicht vergessen, aber es war auch klar, dass sie ohne Ausrüstung und Vorräte nicht sehr viel weiter gekommen wären. Davon abgesehen, würde er nichts unternehmen, solange Saladin es ihm nicht befahl.
Der zweite der beiden Männer zog Schatten hinter sich auf das Pferd. Sehr leichtsinnig, wie er fand. Er hätte diesen Mann einfach von hinten erdolchen können. Nun gut, scheinbar kamen sie wirklich nicht in böser Absicht und das jetzige Verhalten überzeugte Schatten, dass sie vorerst nichts zu befürchten hatten. Dennoch kam ihm das alles sehr merkwürdig vor. Irgendwer musste wissen, dass Saladin unterwegs war. Dieser Nishime lud doch nicht irgendwelche Reisenden einfach so zu sich ein. Sehr rätselhaft.

Sie nährten sich einem höchst ominösen Gebilde. So etwas hatte Schatten noch nie gesehen und in der Dunkelheit der Nacht wirkte es wahrlich eindrucksvoll, wie sich dieses Karaday schlängelte und leuchtete. Wo waren sie nur gelandet? Und wer war die Königin des Westens? Schatten war zu tiefst verwirrt und außerdem sehr angeschlagen von dem Kampf mit dem Wurm. Am liebsten wäre er einfach vom Pferd gefallen und liegen geblieben.
Sie wurden mit einer Art Seilzug nach oben gebracht und Schatten erhaschte einen Blick auf die Wachen oder Bewohner dieses seltsamen Ortes. Jetzt ergab das irgendwie ein wenig mehr Sinn. Er hatte bemerkt, dass er von bandagierten Leuten in der Oase beobachtete worden war. Sie waren vor ihnen abgereist. Offenbar mussten sie der Königin von ihrer Reise erzählt haben. Schatten war es zu mühselig weiter darüber nachzudenken. Er wollte nur, dass Saladin nichts zustieß.

Sie wurden aufgeklärt, wer sie nun eigentlich hier her gebracht hatte und dass sie essen und trinken konnten, so viel sie wollten. Zweiter Wächter der Nishime. Schatten war überhaupt nicht wohl bei dem Gedanken hier die Nacht zu verbringen, aber was hatten sie schon für eine Wahl? Ichiro Gray war für seinen Geschmack etwas zu nett. Er dachte daran, wie er sie überfallen hatte und wunderte sich ein wenig, über den Sinneswandel. Wieso hatte er nicht einfach gleich gefragt? Außerdem hatte er ihnen nicht mal eine Wahl gelassen. Wie auch immer. Nachdem sie gegessen und getrunken hatten, bat Schatten um Eine Schüssel voll Wasser und saubere Bandagen. Besser er versorgte die Wunden noch einmal richtig. Er wusch die Wunden richtig aus und wickelte sich die Bandagen um den Oberarm. Das Wasser war rot gefärbt, aber Schatten war zufrieden mit seiner Behandlung und folgte ihm in das Zimmer, indem sie sich nun zur Ruhe begeben konnten.
Sein Herr schien fast augenblicklich einzuschlafen, doch dann stellte er ihm doch noch eine Frage. Zel blickte hinüber und nachdem er ein Weilchen gelächelt hatte antwortete er leise und mit seiner tiefen Stimme: „Immer dann, wenn ich sicher bin, dass ihr in Frieden eingeschlafen seid, Meister.“
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Feb 13, 2013 10:46 pm

Mit einem sanften und erleichterten Lächeln schlief Saladin ein. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte er einen traumlosen Schlaf. Als Saladin am nächsten Morgen in seinem Bett erwachte, lag er mit seiner Kleidung am Fußende seines Bettes. Saladin richtete sich auf und marschierte aus dem Zimmer. Im zentralen Zimmer, welches sowohl als Kochstelle, wie auch als Treffpunkt für die Bewohner diente, traf Saladin auf ihren Gastgeber und seine Gattin. Selbst jetzt noch trugen die beiden die Bandagen um den ganzen Körper. Saladin begrüßte die beiden und wünschte ihnen einen Guten Morgen. Erneut schien die junge Frau über seine Worte amüsiert zu sein und Ichiro befahl ihr, in ihrer Sprache, den Raum zu verlassen.

Ichiro lächelte Saladin an.
"Verzeiht ihr Verhalten. Sie ist noch unerfahren. Wir haben nicht oft Besuch."
Saladin nahm die Entschuldigung an und musste Ichiro versichern, dass er nicht gekränkt worden war.
Ichiro stellte sicher, dass Saladin und sein Schatten Frühstückten, wobei er nicht versäumte zu erklären, dass sie keinen Besuch erwartet hatten und deswegen die Auswahl mager ausfiel. Es gab viele Kräuter und Beeren, weiße Gelee-ähnliche Speise, welche Ichiro aus weißen handgroßen Bällen schlug, warme Milch (etwas, das Saladin noch aus seiner Kindheit kannte) und frischen Fladenbrot. Saladin zögerte anfänglich, aber als seine Neugier immer größer wurde, fand er heraus, , dass das Volk von Ichiro sich als Vegetarier bezeichneten und alles was sie zu essen bekamen zwar von Tieren stammte, jedoch kein Tier dabei zu Leiden kam.
Saladin versicherte abermals, dass er sehr zufrieden mit der Auswahl war und kaute an seinem Bissen weiter.

Wahrend dem Mahl trat eine Person in eben jener nachtschwarzen Rüstung herein, wie sie Saladin die Nacht zuvor an Ichiro gesehen hatte.
Trotz der Figur-verdeckenden Bekleidung konnte Saladin eine feminine Person darunter wahrnehmen. Die junge Frau begrüßte Ichiro und seine Gäste förmlich, dann wandte sie sich an Ichiro.
Zuerst sprachen die beiden in einem Kauderwelsch, einem Dialekt ihrer Sprache dachte Saladin, dann wandte sich Ichiro an Saladin.
"Tut mir leid, aber wir müssen Euren Besuch bei der Nishime verschieben."
Ichiro stand auf und verschwand in einem seiner privaten Gemächer.
Saladin betrachtete die junge Frau. Erst jetzt erkannte er sie von letzter Nacht wieder. Saladin wollte sie ansprechen, da kam Ichiro in seiner schwarzen Rüstung wieder.
"Ist etwas passiert? Können wir irgendwie behilflich sein?"
Ichiro sah von Saladin zu seiner Partnerin und dann zum Schatten.
"Ihr könntet uns tatsächlich behilflich sein. Bitte folgt mir, ich erkläre euch unterwegs alles."

"Wir sind das Volk der Nachtschatten", sagte Ichiro, während sie über die leeren Strassen marschierten. "Unsere Haut ist gegen jegliche Art von Licht empfindlich. Würden wir uns ohne ausreichenden Schutz in die Sonne wagen, so würden wir augenblicklich verenden."
Saladin fiel auf, dass die schwarzen Rüstungen tatsächlich keine offenen Stellen aufwiesen. Es waren schwere Lederteile an Schulter und Brust, eine Art Bandage schützte ihren Kopf, während leichtere und flexible Stoffe die Stücke zusammenfügten. Saladin dachte, dass ihre Rüstung eventuell Schnitte und leichte Stiche abhielt, jedoch gegen Hiebwaffen wenig Schutz bot. Dann dachte er an seinen Schatten, der ebenfalls kaum Schutz gegen die meisten Waffen hatte, ausser seiner Schnelligkeit.
"Wir sind nachtaktiv. Tagsüber schlafen unsere Familien. Doch selbst in der Nacht müssen wir uns vor den Gefahren die vom Licht ausgehen in Acht nehmen. Doch wir hörten von einem Ort, an dem es immer Dunkel sein soll. Einer Sonnenfinsternis, die das ganze Jahr anhalten soll. Deshalb zogen wir mit unseren Caraday los. Doch die Reise war lang und beschwerlich. Wir waren einst hunderte Caradays, nun sind nur noch wir und die Nishime übrig geblieben. Heute ... " Er schien das richtige Wort für Saladin und Schatten zu suchen. "Ihr nennt es Nacht. Heute Nacht kamen unsere Brüder aus einem anderen Caraday und haben die Nishime entführt. So schwer es mir auch fällt, aber wir werden Eure Hilfe brauchen."

Die Vier betraten ein hohes Gebäude mit langen Vorhängen vor den Eingängen. Drinnen standen etwa ein halbes Dutzend von Schwarz Rüstungen Saladin fiel auf, dass der Raum, bis auf den Eingang, keine Öffnungen aufwies und es somit fast so dunkel war wie nachts. In der Mitte des großen Saals schien ein weiteres Gebäude zu sein, dessen Türe jedoch von hier aus nicht einsehbar war.
Die Schwarzen Rüstungen kamen auf sie zu und wieder wurden in irgendeinem Kauderwelsch Worte ausgetauscht, dann sprach Ichiro zu seiner Begleiterin. Irgendwann deutete der weibliche Nachtschatten beiläufig mit einem Nicken auf Schatten und beide nickten zustimmend.
"Gehen wir Recht in der Annahme, dass ihr ein Schatten seid?", sagte Ichiro vorsichtig zu diesem.
Saladin sagte daraufhin:"Wenn ihr etwas von ... meinem Schatten wollt, so müsst ihr das mit mir besprechen!"
Ichiro seufzte.
"Wir hatten gehofft, Euer Begleiter könnte in den Schatten lesen."
Saladin sah verblüfft zu seinem Schatten.
"Kannst du das?"
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr Feb 15, 2013 12:08 am

Schatten wartete darauf, bis der Atem seines Herrn wieder gleichmäßig und ruhig ging. Dann schlief auch er ein. Er wurde wach, als Saladin sich regte. Die Nacht war kurz, aber länger, als in den letzten Tagen. Zumindest fühlte es sich so an. Gemeinsam begaben sie sich in den Zwischenraum, wo sie frühstücken konnten. Schatten war es im Prinzip egal, was er aß, solange es energiereich war und satt machte.
„Sie waren da wirklich in ein seltsames Völkchen geraten, denn während die Frau immerzu kicherte und diese Leute von Kopf bis Fuß Bandagiert waren, kam schon die nächste Überraschung. Nun sollten sie nämlich auf einmal doch nicht mehr zu dieser Nishime. Schatten verstand das alles nicht, aber anhand der Reaktion ihres Gastgebers, war ihm klar, dass irgendwas geschehen sein musste und zwar etwas, was im unmittelbaren Zusammenhang mit der Nishime stand. Schatten stopfte sich schnell noch etwas von dem Frühstück in den Mund, als er aufstand und Saladin folgte.
Sie waren also Lichtempfindlich. Nur shcien es bei ihnen weitaus schlimmer zu sein, als es bei Schatten vermutlich je sein könnte, sollten sie dem direkten Sonnenlicht ausgeliefert sein. Wer einen so hohen Preis zahlen musst, um in dieser Welt zu wandeln, hatte bestimmt auch einige Fähigkeiten. Schatten beschloss, die Leute hier besser nicht zu unterschätzen.
Sie liefen durch menschenleere Straßen und Schatten blickte sich hin und wieder flüchtig um. Er merkte sich den gegangenen Weg und dann kamen sie in eine Halle mit sechsen dieser Wächter. In der Mitte befand sich ein weiteres Gebäude und Schatten vermutete zu Recht, dass sich in diesem Haus ganz klar die Nishime aufgehalten haben muss, nun aber entführt worden war. Schatten wusste nicht so recht, was sie das alles anging und warum Saladin so schnell seine Hilfe angeboten hatte, schließlich hatten auch sie eine Mission. Nun, Schatten hatte kein Recht zu hinterfragen, warum er dies tat.
Die fremden unterhielten sich in ihrer Sprache und als sie dann zu ihm sahen und nickten, ahnte Schatten schon, dass sie irgendwas von ihm verlangen würden. Doch wie jedes Mal, hielt Saladin die beiden erst mal davon ab, seinen Schatten herumzukommandieren. Ein hauchzartes Lächeln legte sich ganz kurz auf seine Lippen, doch dann verschwand es auch schon gleich wieder. Saladin macht klar, dass diese Fremden schon erst mit ihm reden mussten, wenn sie etwas von Schatten haben wollten. Er sollte also in den Schatten lesen? Schatten nickte auf Saladins Frage. „Ich habe gelernt, wie man in den Schatten lesen kann. „Soll ich es tun?“

Saladin gab ihm zu verstehen, dass er es versuchen sollte und nur auf bitten seines Herrn tat er das folgende, nicht etwa, weil er diesen Leuten helfen wollte. Nachdem Saladin ihm die Bestätigung dafür gegeben hatte, stellte sich Schatten so hin, dass seine Beine schulterbreit auseinander waren. „Wie ihr wünscht.“, gab er zu verstehen, schloss seine Augen und hatte den Kopf nach unten geneigt. Schatten spürte deutlich die Wunde an seinem Arm, als er die Hände vor der Brust faltete und die Finger ineinander verschränkte. Das pochen seines Herzens und seines Blutstromes hörte er in seinen Ohren, als er sich konzentrierte und seine Fähigkeiten auf die Schatten konzentrierte.
Als man eigentlich hätte meinen können, dass überhaupt nichts mehr passieren würde, spürte Schatten, wie sein Vorhaben ganz klar funktioniert hatte. Schlagartig, nahm er die Arme nach unten und Blickte geradeaus. Die äußeren Augenwinkel, waren von feinen schwarzen Adern durchzogen, die ihm ein Furcht einflößendes Bild gaben. Die Adern traten ein wenig hervor und pulsierten leicht. Er hatte es geschafft. Sehr gut, diese Fähigkeit wurde ihm vor längerer Zeit beigebracht und Schatten hatte schon damals dieses Gefühl verabscheut, aber er würde sich nicht darüber beschweren, schließlich war er Dankbar, seinem Herrn einen Wunsch zu erfüllen.. Er fing an den Raum abzugehen und sich umzusehen. Seinen Augen entging nichts in der Dunkelheit. Im Gegenteil. Je länger er hier war um so klarer und deutlicher konnte er sie spüren. Es sah fast aus, als würden Geister durch den Raum spuken. Er konnte deutlich spüren, wie die vergleichsweise schwache Präsenz der Nishime – zumindest glaubte Schatten, dass sie es sei, denn das innere Gebäude war vollkommen von ihr erfüllt – nur noch einen Nachhall bildete, während alle anderen Anwesenden, wie ein Leuchtfeuer strahlten. Schatten versuchte die Auren der anwesenden auszublenden und sich nur auf die schwachen Überreste von den Eindringlingen konzentrierte. Er berührte die Wand des Hauses und sein Blick folgte dem weg der zarten Spur, die jemand hinterlassen hatte. Er traf auf eine weitere Spur und auf noch eine. Schatten stutzte. Er betrachtete die Aura genauer, strengte sich noch mehr an und spürte, wie sich die Adern an seinen Augen weiteten. War das etwa?

Schatten fand keine die Tür. Also konnten die Entführer offenbar nur mit Hilfe eines Schattens eindringen. Oder aber diese Nachtschatten hatten auch die Fähigkeit in den Schatten durch Materie zu wandeln.
Schatten legte seine Hand an die Stelle, wo er die Aura des Schattens vernommen hatte und trat durch die Wand. Er wurde von einem grellen Licht geblendet und als sich seine Augen normalisierten sah er bereits, wie die Lichtquelle schwand. Er blickte sich noch einmal schnell um. Es hatte scheinbar keinen Kampf gegeben. Es war viel zu leicht für den Eindringling gewesen. Er wurde an das Ereignis vor fünf Jahren erinnert, auch ihm hatte man es nicht besonders schwer gemacht, den Sultan zu ermorden. Es gab manchmal Tage an denen er sich fragte, ob man ihm die Tore aufgestoßen hatte... Ob es Absicht gewesen war, dass der Sultan nicht so sehr bewacht worden war, ob man seinen Vater, absichtlich von dem Sultan weggelockt hatte... Schatten schob die Gedanken beiseite und konzentrierte sich wieder auf seine eigentliche Arbeit.
Er musste schnell verschwinden, das Leuchten des Lichtes schwand so schnell, dass er fürchtete hier drin gefangen zu sein, sollte er sich nicht beeilen und das konnte er nicht zulassen. Er musste bei seinem Herrn bleiben. In Windeseile griff er nach seiner Macht und floh in die Schattenwelt, wo er schleunigst durch die Mauer trat. Rechtzeitig genug. Zum Glück. Ein wenig gestresst sah er sich um und erkannte wirklich eine der Auren wieder.
Der Mann stand doch tatsächlich mit in diesem Raum. Er hatte seine Aura identifiziert. Schatten hatte keine Ahnung, ob Leute von denen in das Gebäude durften. Vor allem, nachts, wenn die Nishime doch schlafen sollte oder schliefen sie alle bei Tage? Schatten kam zurück zu den dreien und seine Augen normalisierten sich wieder. Er sah Saladin an und wartete darauf, dass er ein Zeichen von sich geben würde, dass Schatten erzählen solle, was er gesehen hatte. Auf ein kurzes und fast neugieriges Nicken hin berichtete Schatten seinem Herrn, nicht den beiden anderen obwohl sie natürlich auch hören konnten, was Schatten zu sagen hatte: „Es waren vier Personen und die schwache Aura der Nishime. Sie hatten einen Schatten dabei, der sie für das Menschliche Auge fast ungesehen hineinschmuggeln konnte. Des weiteren hielt sich einer der hier Anwesenden zur Tatzeit in dem Gebäude auf. Möchtet ihr, dass ich ihn identifiziere?“
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Feb 16, 2013 3:03 pm

Saladn zögerte, seinen Schatten wie ein Werkzeug an die Nachtschatten zu borgen. Schließlich war es per Gesetz des Sultans verboten die Schatten für andere Dienste zu nutzen, als für seine eigenen Interessen. Saladin entschied, dass es in seinem Interesse war, dass das Volk der Nachtschatten zu unterstützen. Zudem könnte es von politischem Vorteil für sein zukünftiges Sultanat sein, wenn ihm dieses Volk einen Gefallen schuldig war.
Saladin willigte nun ein und sein Schatten begann mit einem Ritual, welches er bisher nicht miterleben durfte. Interessiert beobachtete er jede Bewegung seines Schatten, schließlich tauchte dieser in eine andere Ebene unter und wirkte für Saladin wie ein Schemen, ein Abbild seiner selbst projiziert auf eine Leinwand aus flimmernder Luft, eine Fata Morgana, eine optische Täuschung. Saladin war erstaunt und fasziniert zugleich. Eine beeindruckende Fähigkeit. Langsam drangen Erinnerungen aus seiner Kindheit hervor. Ein Name, den er in den Fluren der Paläste geflüstert gehört hatte. Raja Morgana.
Saladin schüttelte seine Gedanken mit einem leichten Kopfschütteln ab und zwang sich zurück in die Realität. Zurück in den dunklen Raum, zusammen mit Schatten, Ichiro und sieben weiteren.
Schatten war gerade dabei die Außenwand des inneren Gebäudes zu berühren, als er auch schon durch trat.

Es wurde still als Schatten verschwand und dann folgte Getuschel. Saladin bekam ein Gefühl der Angst. Selten hatte er den Gedanken alleine und in Gefahr zu sein. Er sah sich vorsichtig aus dem Augenwinkel heraus um. Er war sich nicht sicher, ob seine Gedanken und Sinne ihm einen Streich spielten, als er meinte eine Bewegung wahr zu nehmen. Sein Körper wollte reagieren, doch er zwang sich Ruhe zu bewahren und darauf zu vertrauen, dass sein Schatten ihn beschützen würde.

Als Schatten nach einer halben Ewigkeit wieder herauskam war Saladin erleichtert und stolz zugleich. Schatten kam auf ihn zu und flüsterte ihm einige Worte ins Ohr. Saladin versuchte erneut ab zu wegen, was das Beste für sie in dieser Situation war. Konnte er es riskieren eine vermeintliche Freundschaft, diplomatische Verhandlungen oder gar ein Bündnis mit ihnen durch eine solch brisante Information zu gefährden?
Saladin gab Schatten ein leichtes Zeichen und achtete darauf, wohin er deutete. Saladin nickte leicht und trat vor Ichiros Begleiterin.
Mit lauter Stimme fragte er:"Wieso seid ihr in die Gemächer Eurer Nishime eingedrungen?"
Ein Raunen ging durch den Raum. Saladin spürte wie die Nachtschatten um ihn herum vor Wut fast explodierten. Schließlich lachte Ichiro laut und packte mit einem Arm Saladin am Oberarm. Langsam beugte er sich zu Saladins Ohr vor und hauchte leise.
"Danke für die Warnung!"
Mit leichtem Druck schon Ichiro Saladin hinter sich.
"Wir wurden getäuscht, Neyla. Unsere eigenen Männer haben die Nishime entführt!"
Aus dem Augenwinkel sah Saladin, wie die anderen Nachtschatten lange schwarze Klingen aus ihren Scheiden zückten. Auch Ichiro und Neyla zogen ihre Waffen blank und waren bereit ihre Freunde und Brüder anzugreifen.
"Zel!", mehr Worte bedarf es nicht.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Sa Feb 16, 2013 10:47 pm

Schatten hatte seinem Meister ins Ohr geflüstert, was er herausgefunden hatte und Saladin nahm das ganze dann in die Hand und Schatten war sehr froh darum. Er bewunderte seinen Herrn für sein diplomatische Geschick, was er nicht nur in dieser Situation bewies, sondern auch schon in vorangegangenen Situationen unter Beweis gestellt hatte. Er rief durch den Raum, warum sie in das Gemach eingedrungen waren und dann ging alles so schnell, dass Schatten kaum einen Atemzug gemacht hatte. Seine Sinne waren aufs höchste gespannt. Er zog sein Schwert, noch bevor Ichiro Saladins Arm ergriffen hatte. Niemand fasste seinen Herrn ohne dessen Erlaubnis an, doch die Szene schlug um und Saladins Befehl war in Schattens Ohren eindeutig.
Er nahm die Klinge in die Linke Hand und zog mit der Rechten seinen Dolch, da die Wunden in seinem Arm immer noch teuflisch schmerzten.
Die sechs Nachtschatten die ihre angebliche Wache hielten kamen nun auf sie zu. Sie kreisten sie ein und Schatten postierte sich so, dass Saladin nun von drei Seiten geschützt war. Er wusste, dass sein Herr kämpfen konnte, daher ließ er ihm auch genug Platz, mit anzugreifen, wenn dies sein Wunsch war, schließlich konnte er ihm das wohl kaum vorschreiben. Gegen diese Gegner war es wohl Zwecklos sie in den Schatten zu ziehen, um sie blind zu machen, denn er ging davon aus, dass sie eben so gut sehen konnten, wie er.
Er stürzte sich auf den ersten Angreifer und bewegte sich dabei nicht wie ein Berserker, sondern so geschmeidig, wie eine schwarze Katze in der Dunkelheit. Seine Bewegungen waren flink und präzise, während sein Gegner mähe hatte seinen Angriffen stand zuhalten. Er schaffte es jedoch eine ganze Weile, ehe Schatten ihn entwaffnete. Er packte sich den Schwertarm, indem er seinem Gegner den Dolch durch den Arm trieb und am Handgelenk packte, welches Brach, als würde Schatten eine Walnuss knacken. Schatten sprang in die Höhe, während er besagtes Handgelenk immer noch fest hielt. Er benutzte sein rechtes Bein, indem er es dem Angreifer in den Nacken schlug und ihn mit dem gesamten Schwung den er hatte Brustwerts auf den Boden schmetterte. Den Arm verdrehte er ihm dabei auf den Rücken und schnappte sich kurzer Hand den anderen, nachdem er den Griff seines Schwertes in den Mund nahm. Schwarze Fesseln entstanden an den Handgelenken und Schatten konnte gerade noch den nächsten Hieb seiner Feinde abwehren. Besorgt sah er zu seinem Herrn, noch schien es ihm gut zu gehen. Der nächste Angreifer war muskulöser und seine hiebe waren wirklich erstaunlich hart. Schatten hatte kaum eine Chance selbst anzugreifen. Er studierte seinen Gegner aufmerksam und begab sich in Saladins Nähe, um ihn im Notfall zu schützen.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Feb 17, 2013 5:57 am

Auf ein unsichtbares Zeichen hin sprangen Schatten, Ichiro und Neyla in den Kampf. Rasch hatte der Schatten den ersten Wächter zu Boden geworfen und wurde auch schon vom nächsten angegriffen.
Aus dem Augenwinkel sah Saladin, dass die zierliche Neyla sich waffenlos in drei Wächter stürzte, während Ichiro den schweren Hieb einer großen, breiten Schwarzklinge mit seinem schlanken Langschwert parierte. Ichiro's Widersacher schlug diesem mit der Faust ins Gesicht und löste sich somit aus der Umklammerung. Ichiro taumelte benommen zurück.
Der erste, den Neyla angesprungen hatte, lag nun regungslos am Boden. Die beiden anderen hatten offenbar große Mühe sich gegen Neylas Angriffe zu wehren.
Die große Schwarzklinge wurde mit einem lauten Brüllen geschwungen und schnitt einen Bogen in die Luft, der das Licht schluckte. Ichiro wich zur Seite aus und entging dem Schwertstreich nur knapp.
Saladin wollte helfen, hatte jedoch keine Ahnung wie er in diesem hitzigen Gefecht helfen konnte. Da röchelte auch schon der nächste, dem Neyla offensichtlich die Kehle zerfetzt hatte.
Ichiro bekam einen weiteren Tritt ab und taumelte in Saladins Richtung, dieser fing ihn auf und half ihm wieder auf die Beine.
"Bleibt zurück Saladin. Wir beiden haben noch eine offene Rechnung zu begleichen!"
Ichiro lies die Klinge in seiner linken Hand kreisen.
"Es ist Zeit dich von deinem Posten zu entheben!", sagte Ichiro mit ruhiger Stimme und der andere lachte laut.
"Du warst doch schon immer scharf auf den Posten des ersten Wächters. Aber du wirst ihn mir aus meinen kalten Fingern reißen müssen!"
Diesmal schwang der Erste Wächter seine schwere Klinge waagrecht. Ichiro sprang aus dem Stand heraus und zog die Beine an. Das Schwarze Metall, welches alles Licht um sich herum aufsaugte, streifte seine Stiefel nur knapp. Als Ichiro wieder landete, ging er in die Hocke und entging einem weiteren waagrechten Schwung. Beim dritten Angriff riss der Erste Wächter seine Waffe mit beiden Händen über den Kopf und rammte sie erneut auf Ichiro runter.
Als sich die beiden schwarzen Klingen berührten gab es keine Funken und kein Geräusch. Ichiro hielt sein Schwert mit der linken Hand über den Kopf und hatte den Hieb mühelos aufgehalten.
Ichiro führte seinen Schwertarm langsam wieder runter und ließ dabei die Waffe des Ersten Wächter auf den Boden krachen.
"Ich hatte dich bloß toleriert, weil du der Bruder der Nishime bist", sagte Ichiro mit gesenktem Schwert. "Geh, oder ich werde dir die Kehle aufschlitzen."

Der letzte der drei Angreifer wurde von Neyla bezwungen und auch Schatten schien erfolgreich einen Sieg gegen zwei Wächter zu verbuchen. Nur der Erste Wächter stand noch auf den Beinen.
Neyla ging zurück ans Ichiros Seite, während sich Schatten zu Saladin begab.
"Ich werde dich nicht töten, sag mir einfach nur, wo Nishime ist."
Der erste Wächter lachte laut.
"Nicht Wo, sondern bei wem!"
Im nächsten Augenblick griff der Erste Wächter in eine Seitentasche und zog ein kleines handgroßes Objekt hervor, welches er vor sich auf den Boden warf. Ein grelles, blendendes Licht flutete den Raum und als es nach langer Zeit langsam abnahm, war von den sechs Verrätern nichts mehr zu sehen.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   So Feb 17, 2013 7:43 am

Schatten sah, dass es den beiden freundlichen Nachtschatten offenbar egal war, ob ihre einstigen Kameraden sterben, also sagte er sich, dass er sich nun auch nicht mehr zurück halten musste. Die eine der beiden Nachtschatten, legte sich mit drei Gegnern gleichzeitig an und schien auch wirklich die Oberhand zu behalten. Schatten knöpfte sich nun den zweiten vor, mit dem er nicht mehr so vorsichtig umging, wie mit dem ersten.
Die Hiebe waren kontinuierlich und Schatten glaubte der Kerl würde niemals müde werden. Aus diesem Grund beschloss er seine Taktik zu ändern. Als ein neuerlicher Streich auf ihn nieder ging, durchtrennte die Klinge sein Fleisch mit einem Streich, der Angreifer drehte sich vor Überraschung um die eigene Achse und verlor das Gleichgewicht, denn er hatte nur durch einen Schatten von Schatten gehauen und in Wirklichkeit nur Luft durchtrennt. Schatten tänzelte um ihn herum und durchtrennte bei dieser Drehung die Kehle des Mannes so weit, dass man beinah das Rückenmark hätte sehen können. Er beschloss, den Gefesselten leben zu lassen, schließlich könnte man aus ihm noch Informationen heraus quetschen. Ein schwarzes Seil erschien, was er dem Gefesselten um die Handschellen schlang. Der Mann hatte furchtbare schmerzen, aber das war Schatten egal, als er den Kerl hinter sich her zog. Nicht weit, denn er bückte sich noch einmal, packte den Haarschopf des Mannes und riss ihn nach oben. „Sei still!“, tönte seine dunkle samtweiche Stimme und er schlug dem Mann derart fest den Kopf auf den Boden, dass der das Bewusstsein verlor. Dann zog er ihn weiter und postierte sich neben Saladin.
Ichiro kümmerte sich schließlich um den letzten, da musste er nicht auch noch eingreifen. Als der Mann jedoch anfing zu reden und dann etwas aus der Tasche zog, verspürte Schatten schon wieder einen Anflug von Unbehagen, was er auch zu Recht empfinden sollte. Das grelle Licht, blendete ihn Er gab ein Schmerzerfülltes Geräusch von sich, was er jedoch zu unterdrücken versuchte. Den Gefangen ließ er dabei los, als er sich die Hände vor die Augen hielt. Als er endlich wieder sehen konnte, bemerkte er, dass niemand der Sechs mehr da war. Er fluchte ganz leise und vergewisserte sich, ob es Saladin gut Ging: „Seid ihr verletzt?“, fragte er leise und nur für seine Ohren bestimmt.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi Feb 20, 2013 11:04 am

Saladin schüttelte den Kopf.
"Alles Bestens."
Er hatte das Erlebte bisher noch nicht ganz realisiert, da reagierte er bereits und griff nach dem Kern des Leuchtens, welches in der Luft geschwebt hatte. Saladin drehte seine Hand herum und sah seine leuchtende Handfläche an. Der leuchtende Kern in seiner Hand verschwand zu schnell, als dass man es realisieren konnte. Saladin runzelte die Stirn und kehrte zu den anderen zurück.
"Seid ihr okay?", die Frage war an alle gestellt.
Neyla schien einige Blessuren und Schnittwunden von ihrem Kampf davon getragen zu haben, weigerte sich jedoch, eine medizinische Versorung anzunehmen. Mittlerweile kamen weitere bewaffnete und gepanzerte Männer und Frauen, hielten sich jedoch an die Befehle ihres Vorgesetzten Ichiro und blieben auf Abstand.
"Ich hätte es ahnen müssen, dass Cyllan ein Verräter ist und die Leibwächter der Nishime korumpierte. Amagen, Kamyr, schnappt euch 2 Männer und inspiziert die Häuser. Azes, Ra'Vioen, Karashi, Ayren, Appa-Pepei, ihr nehmt euch drei Mann und reitet in alle Sterne. Solltet ihr ein Zeichen von Nishime oder Cyllan finden, so erstatt sofort Bericht. Beobachtet die anderen, aber lasst euch in keinen Kampf verleiten. Möge das Licht der Nishime euch leiten!"
Die sieben angesprochenen Wärter salutierten, bestätigten, dass sie die Befehle verstanden hatten und ausführen würden und verschwanden in schwarzmatten Uniformen gekleidet aus dem Tempel.

Erst jetzt bemühte er sich mit Saladin und seinem Schatten.
"Es tut mir leid. Das hätte nicht geschehen dürfen. Ich bin euch dankbar für Eure Hilfe, ohne euch hätten wir diesen Verrat wohl nie entlarvt. Woher wusstet ihr eigentlich, dass Neyla unschuldig ist?"
Saladn räusperte sich leise.
"Nun, ich verstehe zwar nicht, weshalb eure Nishime in einem vollkommen isolierten Raum eingesperrt ist, doch ich ging davon aus, dass die Leibwächter erst von ihrem Verschwinden wissen konnten, wenn sie im Raum gewesen waren. Das Neyla die einzige Wächterin ist, die nach der Nishime geguckt hatte kam mir seltsam vor. Wieso haben die anderen Wächter nicht ebenfalls nachgesehen? Nun, offensichtlich aus einem einzigen Grund. Sie wussten wohl, dass die Nishime bereits weg war."
"Danke dass Ihr die offene Anschuldigung gesucht habt, damit sich die anderen in Sicherheit fühlen konnten. Entschuldigt also, dass ich eine so drastische Konfrontation benutzen musste."
Saladin entschuldigte Ichiros Vorgehensweise.
"Was war das eigentlich für ein Licht in Eurer Hand?"

Ichiro führte die kleine Gruppe zurück in sein Haus. Saladin hatte darauf bestanden, dass sie privat und unter vier Augen miteinander reden konnten. Ichiro versicherte, dass sein Heim gegen Lauschangriffe sicher war.
"Nun, wollt ihr uns jetzt erklären, was es mit dem Licht auf sich hat?"
Ichiros Frau war in die Küche gegangen um heißen Tee zu kochen.
"Was wisst ihr über den Lichtbringer?"
Ichiro war stutzig. Zumindest dachte Saladin das, schließlich konnte er an seinem bandagierten Gesicht keine Mimik erkennen.
"lux ferre", sagte Neyla mit harter Stimme. "Oder auch Lucifer."
"Lucifer?", offensichtlich wusste jetzt auch Ichiro worum es ging. "Was hat das mit der Entführung der Nishime zu tun?"
"Ich glaube kaum, dass es ein Zufall ist, dass das Licht des Lucifer hier aufgetaucht ist. Ich befürchte, dass er mit den Wächtern unter einer Decke steckt."
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Schatten



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Di Feb 26, 2013 2:43 am

Schatten hörte sich alles an, was zu sagen war. Er wunderte sich, dass er sagte, dass sie das Licht der Nishime führen solle. Welches Licht? Er hatte gedacht, dass sie ein Schattenlebewesen sei.
Und dann auch noch diese merkwürdige Diskussion über das Licht. Sehr mysteriös. Sie wurden wieder in das Haus von Ichiro geführt und er setzte sich neben seinen Herrn, wobei er auch ein ganz kleines Stück, weiter hinten saß. Er hatte den Kopf gesenkt und lauschte. Er verstand nicht viel von dem, was da gesprochen wurde, aber das Wort Luzifer hatte er schon mal gehört. Er wusste nur nicht mehr in welchem Zusammenhang. Allerdings, hatte er in seinen Gedanken, dass es nichts Gutes mit diesem Lucifer auf sich hatte. Er hoffte nur, dass sie nun nicht auch noch angestellt wurden, diese Nishime zurückzuholen, schließlich hatten sie eine andere Aufgabe und Schatten hatte nicht vor zu versagen, auf der anderen Seite hatten diese Leute sie vor dem sicheren Tod bewahrt. Sie waren ihnen was schuldig. Er würde erst mal abwarten. Er bewegte seinen Oberarm leicht und stellte fest, dass der Schmerz noch da war, aber nicht mehr so sehr weh tat, wie noch vor einem Tag.
Am liebsten hätte er geschlafen, denn sein Körper war ganz schön ausgelaugt, obwohl er sich eben noch in den Schatten befunden hatte. Und auch hier war es nicht besonders hell. Schatten lauschte weiter dem Gespräch.
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Saladin



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo März 04, 2013 12:34 pm

Saladin hob die Hand vorsichtig um Ichiro zum Schweigen zu bringen.
"Ich möchte mich für meine Dreistigkeit entschuldigen, jedoch bin ich selbst auf einer wichtigen Mission, die meiner vollen Aufmerksamkeit bedarf und die ich nicht weiter verschieben kann."
Er sah in Ichiros enttäuschtes Gesicht.
"Ich versichere Euch jedoch die volle Unterstützung meines Volks, in diesen Dunklen Zeiten. Ich werde meinem Bruder eine Nachricht zu kommen lassen, damit er Euch weitere Männer zur Suche schickt. Sobald ich meine Mission ausgeführt habe, werde ich selbstverständlich zur Hilfe eilen."

Ichiro schlug mit der Faus auf den Boden und brummte laut.

"Verzeiht meinen emotionalen Ausbruch", erwiderte Ichiro und wandte den Blick von Saladin ab und sah zu Boden. "Ihr habt ja eigentlich schon mehr als genug für uns getan. Mehr hätte ich von Euch nicht verlangen."
Er dachte einen Augenblick nach, dann sah er kurz zu Neyla, die ihm mit einem Nicken zustimmte.
"Meine Partnerin Neyla wird euch zurück in Eure Stadt geleiten."
Neyla nickte erneut. "Es wäre mir eine Ehre."

Saladin willigte ein, bedankte sich bei Ichiros Ehefrau für die Gastfreundschaft, sowie bei Ichiro für alles weitere. Ichiro lieh Saladin und Schatten sogar eines ihrer besten Pferde, welches Saladin Schatten reiten ließ, während er selber sich hinten festhielt. Die Reise vom Caraday durch die Lange Wüste in die Goldene Stadt Jêsun dauerte etliche Tagesreisen und am Ende erschien ein goldener Schimmer am Horizont. Saladin sah von der hohen Düne hinab auf seine alte Heimat - Jêsun.
Schwarzer Rauch stieg von den Dächern und zerfallenen Türmen empor. Der Klang von Krieg und Tod drang zu ihnen. Saladin war sicher, die Schreie von Kindern und Frauen vernehmen zu können, sowie den Gesang von Metall. Der Geruch von Rauch und Fleisch trug sich nur langsam über die heiße Luft der Wüste.

Saladins Augen tränten, als er seine einst so starke Heimat so verletzlich und schwach sah.
"Wer tat dies?", fragte Neyla, die eine ruhige, sanfte Stimme hatte. "Euer Volk ist mit dem Mal des Krieges geboren, Sire."
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