Endzeit

Der Anfang vom Ende ist vorbei. Wird dies nun das Ende eines Neuen Anfangs werden?
 
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 Wüstendämmerung-Archiv

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Schatten

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi März 09, 2016 6:48 am

Zel spürte noch während er mit seinem Herrn fiel, wie ein beißender Schmerz in seiner Seite aufblühte. Weitere Pfeile schlugen in der gegenüberliegenden Wand ein und sprangen kreuz und quer. Saladin keuchte und Zel knirschte mit den Zähnen. Er wartete nur kurz, ehe er keine Pfeile mehr fallen oder schießen hörte und rollte sich dann von Saladin über die Rechte Seite auf den Rücken. Er ächzte und blickte an sich herab. Dann gab er einen schmerzerfüllten Laut von sich und schloss die Augen.
Einer der Pfeile musste seine Lunge erwischt haben und der andere steckte irgendwo in Bauchhöhe es tat weh und Zel versuchte sich zusammenzureißen. Azaly sah irgendwie mitleidlos auf ihn herab und untersuchte dann den Fallenmechanismus. „Scheint als habe er euer Leben gerettet.“ Zel versuchte sich aufzurichten, doch mit jeder Bewegung schien es ihm, als würden die Pfeile neuerliche Wunden zufügen. Kleine Tränen sammelten sich in seinen Augenwinkeln und grimmig dachte er, dass sein Vater ganz sicher einfach eine Schattenwand beschworen hätte oder er wäre in der Lage gewesen, sich nicht bei der Rettung zu verletzten. Zel legte den Unterarm über die Augen und versuchte sich wieder einzukriegen.
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Saladin

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi März 09, 2016 8:05 am

Saladin richtete sich auf und sah den verletzten Schatten.
"Bleib still und beweg' dich nicht!", befahl er ihm und drehte Zel auf seine rechte Seite.
Er beugte sich über ihn und öffnete vorsichtig das Loch in seiner Kleidung um die Pfeile. Mit den Fingern riss er den Stoff ein wenig auf.
"Die Pfeile haben die Wunde verschlossen. Ich muss sie rausholen."
Er schaute sich die Wundöffnungen noch einmal genauer an und tastete Zels Oberkörper ab.
Einer der Pfeile war ziemlich genau seitlich zwischen zwei Rippen in seinen Brustkorb eingebrochen und blieb irgendwo in der Mitte stecken. Der zweite war in der Hüfte eingeschlagen und die Pfeilspitze konnte er bereits an der Bauchdecke erfühlen.

"Maleun!", zischte Saladin. "Ich kann die Pfeile nicht heraus ziehen, beide Wunden weisen Anzeichen einer Pfeilspitze mit Wiederhaken auf.
Er zog seinen ledernen Gürtel aus und legte ihn zusammen dann hielt er es Zel vor den Mund. "Beis' hier drauf, Zel!"

Saladin bat Azaly Zels Körper auf der Seite fest zu halten, während er mit aller Kraft versuchte die beiden Pfeile durch seinen Körper hindurch zu drücken.

Den ersten Pfeil konnte er mit viel Kraft durch die Bauchdecke drücken. Das frische Blut spritzte ein wenig heraus, doch der Pfeil schloss die Wunde fast augenblicklich. Saladin krempelte sich die Ärmel hoch und holte ein Messer heraus. Vorsichtig, bedacht darauf so wenig Erschütterung wie möglich zu verursachen, sägte er das hintere Ende des Pfeils durch, säuberte die abgesägte Stelle und zog dann den Pfeil komplett von vorn aus seinem Körper heraus. Die Wunde versiegelte er provisorisch mit etwas trockener Erde vom Boden.

Saladin wischte sich den Schweiß von der Stirn. Die zweite Pfeilspitze steckte noch im Brustkorb, eingefangen zwischen den Rippen und könnte einige lebenswichtige Organe verletzt haben. Saladin sah Zel Blut spucken und ahnte schon, dass es die Lunge getroffen hatte.
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Schatten

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi März 09, 2016 8:24 am

Zel versuchte so wenig wie möglich, sich zu bewegen, da es auf der einen Seite wirklich schmerzte und Saladin es ihm auf der anderen befohlen hatte. Er merkte, wie ihm Blut den Hals hinauf stieg und er versuchte nicht zu husten, was kläglich scheiterte. Sein dunkles Blut trat über seine Lippen. Die Erschütterung seiner Lunge schmerzte fürchterlich und schon hörte er, dass Saladin die Pfeile raus holen wollte. Er stöhnte leise, während Saladin untersuchte, was ihm fehlte. Abermals stöhnte er etwas lauter, als er die Spitze des Pfeils in durch seine Bauchdecke erfühlte. Zel machte die Augen auf und sah hinauf zu Saladin, der eben fluchte und erklärte, dass die Pfeile Widerhaken hätten. Daraufhin wiederum schloss Zel die Augen wieder resignierend. Saladin hielt ihm seinen Gürtel hin, was er erkannte, als er angesprochen wurde und auf das Stück Leder sah, als wäre es sein ärgster Feind. Er öffnete den Mund, aus dem sich erneut ein Schwall Blut ergoss. Er bekam schwer Luft, aber noch ging es. Azaly hielt ihn auf Saladins Anfrage fest und Zel ließ es geschehen. Er stemmte die eine Hand auf dem Boden auf und die andere, die über seinem Kopf lag zog er nun an. Sein Kopf lag dabei auf seinem Ellenbogen und er machte sich gefasst. Doch das war natürlich vollkommen Sinnlos. Sein Körper reagierte von selbst, als Saladin den einen Pfeil durch seinen Körper trieb. Er schrie trotz des Gürtels auf und Tränen liefen. Azaly hielt ihn so fest, dass er sich kaum bewegen konnte. Sie hatte bärische Kraft.
Zel versuchte Luft zu holen, doch es gelang nur mäßig und weitere klägliche Laute drangen seine Kehle hinauf. Er war unheimlich schwach und hatte das Gefühl, als würde sich alles drehen. Dann sägte Saladin den Pfeil ab und er versuchte sich zu entspannen. Vollkommen sinnlos, wie er fand. Letzten Endes zog Saladin den Pfeil vorsichtig heraus und Zel ertrug es. Er hielt die Luft an und gab keinen Ton von sich. Erbärmlich…
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Saladin

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi März 09, 2016 8:51 am

"Tut mir leid, Zel, aber der zweite wird nicht leichter. Versuch auszuatmen. Das wird schon, wir haben schon schlimmeres überst..."
Ohne Vorwarnung stieß Saladin den Pfeil durch den Körper. Er spürte wie die Pfeilspitze innen gegen Widerstand schlug. Seine Augen wurden glasig vor Mitgefühl.
"Es tut mir leid", flüsterte er wieder und versuchte den Pfeil zwischen den Rippen hindurch zu hebeln, doch scheiterte er daran.
Unter Tränen legte er seine linke Hand so nah wie möglich an die Wundöffnung und umklammerte den Pfeilschaft, dann sägte er das Holz knapp vor seiner Hand durch. Dabei versuchte er mit seiner Hand den Pfeil so fest wie möglich zu halten. Irgendwann brach das hintere Ende. Etwa eine handbreit schaute der Schaft aus Zels linken Seite heraus.

"Lass ihn auf der Seite liegen, damit er nicht gegen den Pfeil drückt, während sein Körper sich selbst heilt."
Saladin rieb sich die blutigen Hände mit dem Dreck ein, dann holte er den Wasserschlauch, wusch sich die Hände sauber.
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Schatten

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi März 09, 2016 9:06 am

Zel versuchte sich noch immer zu beruhigen, während Saladin mit ihm sprach. Noch immer war es für ihn einfach nur schön, wenn er seinen Namen aussprach. Er bis die Zähne auf den Gürtel und versuchte sich zu entspannen. Es war ohnehin eine Ehre, dass sein Meister sich mit seinen Wunden befasste. Eigentlich musste er gar nicht, aber Saladin hatte ohnehin ein anderes Verhältnis zu ihm, als sonst jemand, der einen Schatten besaß. Sie hatten schon schlimmeres überstanden. Ja… vielleicht und dann explodierte erneut dieser sagenhafte Schmerz in seinem Körper. Er schrie gedämpft durch den Gürtel, hielt die Luft an, stieß sie aus, hielt sie an atmete ein, hustete. Er hatte das Gefühl zu sterben. Der Pfeil stieß gegen seine Rippen und Saladin hauchte ein „Tut mir leid“ Zel nahm es nur am Rande wahr und war sehr erschöpft. Er atmete stoßweise und keuchend. Er wollte Saladin irgendwie beruhigen und er wollte nicht, dass er sich sorgte. Er sah auf zu ihm und Azaly, versuchte nicht zu erbärmlich auszusehen und krächzte dann: „Ich… schütze… euch.“ Er meinte damit eigentlich auch eher, dass er das hier überleben würde und weiterhin bei ihm sein würde. Er spürte den Pfeil noch immer in sich und sein Körper würde sich sicherlich wehren, also… irgendwie müsste das Ding aus ihm raus. Zel war müde und fühlte sich dumm. Er musste sich ausruhen. „Vergebt mir…“, sagte leise und schloss die Augen, wo er so wenig wie möglich versuchte Schmerzlaute von sich zu geben. Azaly sah ihn noch immer an und schließlich sah sie zu Saladin. „Wollt ihr hier nun rasten? Sollten wir ihn vielleicht in den Schatten ziehen.“ Außerdem könnte er ja auch vielleicht auch etwas Wasser vertragen immerhin war überall sein Blut verteilt… Sie wollte ihn aber auch nicht unnötig bewegen…
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Saladin

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mi März 09, 2016 12:16 pm

"Wir sollten ihn zwar bewegen, während er sich versucht zu heilen, aber du hast recht in den Schatten wird er sich besser erholen können."
Saladin ging hinter Zel, in die Knie und versuchte vorsichtig Zel unter den Armen zu fassen und seinen linken Arm zu greifen.
Mit Azalys Hilfe trug Saladin seinen Schatten zurück in die Höhle, vorsichtig über den Stolperdraht, bedacht darauf ihn nicht erneut auszulösen und schließlich in die dunkelste Ecke die er finden konnte. Nachdem sie ihn vorsichtig wieder auf die Seite gelegt hatten, bat er Azaly die Türe wieder zu schließen, legte sich selber neben Zel an die Wand und gab ihm einen Schluck Wasser zu trinken.

"Die Wunde ist tief und hat großen Schaden angerichtet, doch sein Körper wird sich in den Schatten schnell erholen."

Noch bevor die erste Stunde abgelaufen war, war der Schatten wieder fit. Der Pfeil in seiner Lunge behinderte ihn zwar immer noch, doch die Schmerzen hielten sich in Grenzen.
Saladin wollte dennoch erst einmal wieder zurück kehren um den Pfeil zu behandeln, machte kehrt, ließ jedoch diesmal den Schatten vor gehen. Es dauerte eine Weile, dann kamen sie wieder an der eisernen Türe an, die jedoch diesmal von der anderen Seite verschlossen war. Alle versuche die Türe zu öffnen scheiterten und so mussten die Drei wieder ihren Weg in die Ebene fortsetzen.

Saladin achtete darauf keine weiteren Fallen auszulösen, während sie den Ausgang des Höhlensystems entlang gingen, obgleich sein Schatten sich bereits auf weitere Fallen konzentrierte.

Das Tageslicht außerhalb der Höhle hatte mittlerweile abgenommen und blendete sie nicht mehr als sie selbige verließen. Draußen war es grün, Gras und Blumen wuchsen wild vor dem Höhleneingang, der gut versteckt in einem Berg gelegen war.

Als sie hinaus traten, sahen sie auch schon die Sonne, wie sie am westlichen Horizont langsam hinter einer hohen Bergkette verschwinden wollte.
Saladin bemerkte, dass die ganze Ebene von der selben Bergkette eingeschlossen wurde.

"Wir sind in einem Krater", stellte er wenig begeisternd fest.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Mo März 14, 2016 1:59 pm

Im Leben eines jeden Junges kam der Tag an dem er - nach Sitte des Stammes - zu einem Mann werden sollte.

Tiki und Pulo waren alt genug, das entschied ihr Vater und bereitete sie auf die große Jagd vor. Mit frischem Pferdeblut dekorierte der schwarzhäutige Mann die Gesichter, Oberkörper, Schultern und Arme seiner beiden Söhne. Pulo war stolz. Stolz auf sich, dass er diesen Tag endlich erleben durfte, stolz auf seine Bemalungen. Stolz darauf, dass er am Ende des Tages den Namen eines Mannes tragen würde. Stolz auf seinen Vater, der den Namen Shari-Khan Samu-Rah'Toro trug.
Als Khan ihres Stammes war es seine Aufgabe die Jungen zu Kriegern zu machen.

Noch ehe die goldene Scheibe ihre Reise am Himmel in einem roten Feuerball beendete, ritten die fünf Krieger und die beiden Knaben auf ihren Pferden aus. Einer seiner Späher hatte ihm bereits davon berichtet, dass ihre Beute in der Nähe ihres Dorfes war.
Als sie am Hang eines Hügels standen und gen Osten blickten, da sah Samu-Rah'Toro die drei Gestalten am Rande der Gebirgskette.

"Die Jagd beginnt!", rief Samu-Rah'Toro aus und alle sieben Pferde galoppierten auf die Eindringlinge zu.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung-Archiv   Fr März 18, 2016 1:00 am

Schatten hatte genug zeit sich zu regenerieren. Die Dunkelheit tat ihm gut und er war innerhalb eines Augenblicks eingeschlafen. Nach einer knappen Stunde, schlug er die Augen wieder auf und sah sich in der Dunkelheit um. Er erinnerte sich an das, was geschehen war und sah dann zu seinem Herrn. Dieser bemerkte Zels Wachzustand und entschied zurückzugehen. Schatten gehorchte, erhob sich und ging vorweg. Der Pfeil schmerzte nicht mehr. Nur wenn er sich auf bestimmte Art und Weise bewegte, drückte er gegen seine Innereien, was sich nicht nur ekelhaft anfühlte, sondern auch etwas weh tat. Das Atmen fiel schwerer als sonst, aber nicht schwer. Schatten war an sich recht fit, aber er merkte auch, dass seine Macht, die er aus den Schatten zog für seine Heilung ziemlich weit aufgebraucht war. Er konnte sich außerdem schwerer konzentrieren.
Ein Durchkommen durch die Schwere Stahltür war nicht drin und Schatten hatte nicht genügend Kraft, die Tür einfach zu zerstören. Ihre Begleiterin zuckte nur die Schultern und so machten sie sich auf den Weg zurück. Die Abendsonne schickte ihre letzten Grüße über den Horizont, als sie am Höhlenausgang ankamen. Saladin bemerkte, dass sie in einem Krater waren und Zel sagte nichts dazu. Was sollte er auch sagen? Richtig nichts.
Zel ließ den Blick schweifen und er erkannte, dass sich Reiter näherten. Sofort schellten wieder alle Alarmglocken und er trat instinktiv vor Saladin. „Feinde?“, fragte Azaly und Schatten starrte in Richtung der Neuankömmlinge, die noch in einiger Entfernung zu ihnen waren. Schattens Augen waren scharf, obschon sie immer Blind wirkten durch das einheitliche weiß. Er zog seine beiden Dolche. Wenn sie hier im Land der Wilden waren, waren diese 7 Reiter doch wohl nicht gerade für einen Kaffeeklatsch zu haben…
Kurz blickte Schatten auf den Rest des Pfeils in seinem Leib. Er würde ihn einschränken und er musste vorsichtig sein. „Sieben Reiter. Alle bewaffnet. Möglicherweise feindselig
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