Endzeit

Der Anfang vom Ende ist vorbei. Wird dies nun das Ende eines Neuen Anfangs werden?
 
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 Das Rädchen dreht sich...

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Varus

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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mi Apr 01, 2015 5:22 am

Talon reichte Clemens ebenfalls die Hand und erkannte auch erst auf den zweiten Blick, dass der Tote nicht der Prinz war. Nun, daher hatte er gesagt, er würde noch leben. Auf der anderen Seite konnte er es doch so erstrecht nicht wissen. Er ließ den Blick über das Meer schweifen. Das Schiff feuerte ins Landesinnere und er konnte sich keinen Reim darauf bilden, was hier nun eigentlich Sache war. War ja verrückt.
Er blickte Clemens an und folgte seinen Worten. Nach Indien? Was zum Teufel wollte er in Indien? Das war am anderen Ende der Welt! Außerdem was hatte das denn nur mit dem Prinzen zu tun? Für jede Antwort, die er bekam taten sich zwei neue auf. Das war doch wirklich nicht zum Aushalten. Ernsthaft! Dann wurde er nach seinen Plänen gefragt, doch erst mal fragte er noch, vollkommen verwirrt, wie es schien: „Was… wollt ihr denn in Indien?“ Dann schien er sich eines Besseren zu besinnen und sagte: „Oh, ähm. Ich bin ein Tagelöhner und hab am Schiff angeheuert. Dann kamt ihr und diese Männer mit dem Prinzen zurück an Bord. Was dann passiert ist, habt ihr wohl gesehen, hm? Ich weiß nicht was ich jetzt machen soll. Ohne Schiff keine Arbeit, ohne Käpt‘n kein Lohn.“ Er grinste und rieb sich den Hinterkopf. „Vielleicht könnt ihr auf eurer Reise nach Indien ja jemanden gebrauchen? Ich kann Kämpfen und Kisten schleppen. Ich weiß, wie man ein Boot steuert und ich hab Erfahrung auf See. Ich kann gut zu packen und habe kein Heim und keine Familie, um die ich mich sorgen müsste. Also… Vielleicht kann ich ja stattdessen bei euch anheuern?“ Ein gewagter Versuch, zugegeben, aber wer nicht wagte, konnte auch nicht gewinnen. Außerdem glaubte Talon nicht, dass dieser Clemens etwas in ihm sah was er nicht war. Er glaubte, es hatte wirklich den Anschein, als sei er ein Matrose, der eben auch ein Messerspezialist war. Vielleicht hatte er ja vorher was mit dem Zirkus zu tun gehabt? Talon wusste, wie seine Vergangenheit auszusehen hatte, damit sie wirklich glaubhaft war.

Der Unhold sah gelassen in die Gesichter der Soldaten. Durch die vielen Wunden, und das viele Blut sah er Furcht erregend aus, weil er auch einfach nicht umfallen wollte. Er griff ohne ein weiteres Zögern einfach den nächst besten an und wehrte dabei die Klinge des neben stehenden ab, während er den anderen in den Magen trat, worauf hin dieser Schaum würgte und zu Boden ging. Seine Kraft war unglaublich. Der Untote enthauptete den Knienden, nachdem er dem zuerst angegriffenen die Klinge durch den Leib gestoßen hatte. Die Soldaten, konnten seine Schläge nicht wirklich abwehren, da er so viel stärker war und schließlich schienen sie wohl endlich fliehen zu wollen. Der Untote sah ihnen mäßig interessiert hinterher und drehte sich zu der Felsformation, wo er Sybella zurückgelassen hatte. Er sah, wie sie eben zu Boden geworfen wurde und schickte sich an ihr zu helfen, wie sie es verlangt hatte, als er den blonden Mann erblickte. Lemon… Er hatte einen Auftrag. Der Bursch stürzte sich auf den Soldaten, den er kurzer Hand erdolchte und der Untote setzte mit langen und weiten Schritten auf die beiden Zu. Er ließ das eine Schwert los und machte einen beherzten Sprung, wo er nach dem Blonden griff, damit er ihn hoch heben könnte, um ihm anschließend das Schwert durch den Leib zu rammen. So zumindest der Plan.
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Clemens

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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Fr Apr 03, 2015 6:16 am

Clemens setzte den Rebellen kurz an einem großen Stein ab, auf den er sich ausruhen konnte und ging dann wieder den Strand ab. Er kniete sich kurz bei den angespülten Matrosen, Rebellen und auch einigen wenigen Wikingern.
Erst jetzt fiel ihm auf, dass er die Wikingerboote nicht mehr im Wasser sehen konnte. Seine Kenntnisse über die verschiedenen Schiffstypen reichte auch nicht aus, um zu sagen ob eines der angespülten Wrackteile auch von den Wikingerbooten sein könnten.
Nach einigen wenigen Minuten kam Clemens schließlich mit einigen wenigen Gold- und Silbermünzen in seiner linken Hand zurück.
Clemens hielt Talon die Münzen hin.
"Ich hoffe das reicht fürs Erste. Und wenn du mir hilfst nach Frynce zu kommen, erhälst du nochmals zwei Hände voll."

Finn spürte nur noch wie ihn etwas spitzes durchbohrte. Er schrie laut auf und versuchte gegen den Griff des Unholdes anzugehen.

Sybella sprang auf und schrie den Unhold an.
"Lass ihn runter!", kreischte sie und schlug ihm mit den Fäusten auf den Unterarm.
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Varus

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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa Apr 04, 2015 11:13 pm

Talon beobachtete weiter. Clemens hatte noch keine Antwort gegeben und lief den Strand hinab um die angespülten Leichen und Leichenteile zu untersuchen. Talon machte sich so seine eigenen Gedanken. Er glaubte ja, dass die Nordmänner eben nur zur falschen zeit am falschen Ort waren. Des Weiteren war er noch im Zweifel, ob die Marine wirklich gewusst hatte, dass der Prinz an Bord des Schiffes war. Eigentlich glaubte er nämlich nicht, dass die Rebellen die Soldaten des Prinzen am Leben gelassen hatten und woher wusste dann die Regierung so schnell davon? War das am Ende doch alles nur ein abgekartetes Spiel? War das alles eingefädelt um den Prinzen unter dem Deckmantel einer Entführung zu beseitigen? Aber wieso? Wieso zu solch komplizierten Methoden greifen? Und nicht wie jeden anderen auch einfach durch Gift oder so töten?
Plötzlich stand Clemens wieder vor ihm und hielt ihm die Hand hin. Talon blickte auf die geöffnete Handfläche mit den Münzen und sah ratlos aus. Dann jedoch schienen seine Augen zu leuchten und er grinste den jungen Mann an. „Aye…“ Schnell steckte er das Gold und das Silber weg und blickte den Küstenstreifen hinunter. „Dann besorgen wir doch mal ‘ne Nussschale, um übern Teich zu schippern, was?“ Es sah so aus, als hätte er ein gutes Geschäft gewittert.

Der Unhold packte den Blonden und trieb ihm die Klinge durch den Körper. Der Blonde zappelte und wehrte sich, aber er hatte keine Chance, jetzt wo er schon so fest im Griff des Untoten war. Endlich konnte er seinen Auftrag ausführen. Doch was war das? Da war Sybella. Sie schrie ihn an, dass er den Mann runter lassen sollte? Wieso? Der Unhold hielt den Mann fest, ohne ihm weitere Wunden beizubringen oder ihn mehr als nötig zu drangsalieren und sah in das flehende und total verweinte Gesicht der jungen Frau. Sie trommelte auf seinem Unterarm herum und nun war er sich nicht sicher, was er tun sollte. Er blickte von ihr weg den Strand hinab und hinauf. Keine Spur seines Erweckers. Aber Sybella… sie hatte ihn auch geweckt. Und bei ihr war er sich sicher, bei Lemon nicht. Er sah Sybella noch einmal an, ehe er den Am langsam sinken ließ, die Klinge wieder heraus riss und schließlich abwartend dort stand. Ihm war nicht anzusehen, was ihm durch den Kopf ging. Ob er überhaupt „dachte“. Jetzt stand er nur herum und blickte hinaus auf das Meer.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So Apr 05, 2015 4:16 am

Sybella jaulte laut auf, nachdem der Unhold die Klinge wieder aus dem Brustkorb des Nordmannen gezogen hatte und sein Griff sich gelöst hatte. Sie war zwar dankbar, dass er ihrem Flehen nachgekommen war, doch sie war besorgt darüber, dass der Unhold seine Klinge wieder heraus gezogen hatte. Hätte er sie weiterhin stecken gelassen, so wäre die Wunde immerhin geschlossen und die Blutung größtenteils geschlossen.
Mühselig fing sie das Gewicht des Jungen auf und hielt ihn gegen sich gestützt.
"D...danke", stammelte sie und stöhnte unter der Last. "Kannst du mir helfen ihn auf die Wiese dort hinten zu bringen?"
Sie deutete mit dem Kopf in Richtung des flach abfallenden Festlandes, wo man bereits die langen Halme der Wiese sehen konnte.

Während Clemens und Talon den Strand entlang liefen, fragte er sich, ob es überhaupt eine Gute Idee war bei diesem Nebel über den Kanal zu schippern. Nicht zuletzt auch weil die Marineschiffe offensichtlich den Kanal patroullieren wollten. So würden sie zwar in ihrer kleinen Nussschale unbemerkt bleiben, doch genauso würden sie die gefährlichen Klippen und das Riff am Festland nicht bemerken können.
Irgendwie kam ihm der Nebel dann doch etwas unheimlich vor.
"Sollten wir nicht warten, bis der Nebel sich verzogen hat?"
Er sah zum verhangenen Himmel und überlegte welche Uhrzeit sie haben mochten.

Darauf aufpassend, dass der Unhold den Jungen behutsam behandelte folgte sie ihm und hielt dabei die Wunde in der Schulter fest gedrückt. Sie hatte weder die Ausrüstung noch die Kenntnisse, um solch eine schwere Verletzung ordentlich zu behandeln. Sie würde den Jungen zu einem Arzt bringen müssen, oder er könnte an den Folgen sterben.
Vorsichtig legten sie den Jungen in die Wiese.
Sybella schaute zum Strand, wo die Soldaten lagen. Der Nebel bedeckte bereits die roten Uniformen der Soldaten mit einem grauen Schleier und sie war sich klar, dass es bald so dicht sein würde, dass sie noch nicht einmal ihre Hand vor Augen sehen würden.
"Kannst du mir etwas von ihrem Schießpulver bringen? Die kleine Pulverflasche mit dem schwarzen Pulver an ihrem Waffengurt. Und zwei Feuersteine."

Clemens blieb wieder stehen und schaute in die Richtung hinaus, in die er das Meer vermutete.
"Hörst du das auch?", fragte er Talon, als das einstige leise Knarren stetig lauter wurde. Ein leises Heulen kam dazu und als es immer lauter wurde, schrie der Rebell laut auf.
"DAVY JONES! Wir müssen uns verstecken!"
Clemens bat Talon um Hilfe um gemeinsam den Rebellen an die Felswand tragen zu können. Hinter einigen der großen Felsen und Vorsprüngen versuchten sich die drei Männer zu verstecken, wobei Clemens immer mal wieder einen neugierigen Blick riskierte. In dem greien Schleier des Nebels tauchte die dunkle Silhouette eines Schiffes auf. Auch ohne Kenntnisse über die Schifffahrt wusste auch Clemens, dass dieses Schiff bei weitem größer war als alles andere was in den Welthäfen Ein und Aus ging. Im Schleier des Nebels zählte Clemens sieben Mast und war geschockt, denn er hatte nur aus Legenden von Schiffen mit mehr als fünf Masten gehört, geschweige denn Sieben.
Während sie so hinter den Steinen kauerten bemerkte Clemens, dass sich ein Teil der Silhouette ihnen näherte. Er versuchte seine Augen anzustrengen, um durch den Nebel blicken zu können. Plötzlich sah er, wie mehrere Gestalten aus dem Wasser heraus liefen.

Sybella nahm etwas von dem Schießpulver und ließ es über die Eintrittswunde am Rücken des Jungen rieseln. Mit den beiden Feuersteinen ließ sie die Funken das Schießpulver entzünden und schrack zurück, als eine hohe Stichflamme ihrem Gesicht gefährlich nahe kam. Der Nordmann schrie und krümmte sich vor Schmerz auf. Sybella erstickte die Flamme sofort mit einem Stück Stoff und entschuldigte sich demütig bei ihm, auch wenn er sie nicht verstehen konnte, während sie ihn vorsichtig auf den Rücken bettete. Sie wiederholte das Ganze auch an der Austrittswunde auf der Brust und als sie es entzündete und der Junge aufschrie, nahm sie einen markerschütternden Schrei vom Strand her wahr.
Sie erschrack und schaute auf.

Über den ganzen Strand verteilt, auf mehrere hunderte Meter, traten untote Gestalten aus dem Wasser. Das aufgeweichte blasse Fleisch leuchtete im Zwielicht des Nebels. Einigen wenigen hing das Fleisch bereits von den Knochen. Die Stoffe ihrer Vergangenheit waren nur noch Fetzen und bedeuteten ihnen gar nichts mehr. Sie trugen Waffen - Schwerte, Schilde, Speere - mit rostigen Klingen und alles und jeder war überhangen mit dunkelgrünem Seetang. Ihre Augenhöhlen leuchteten in einem grünen Schimmer. Die Untoten näherten sich den Verletzten, den Toten und den Leichenteilen am Strand und stießen ihnen das kalte Stahl mit einem gezielten Stoß durch die offen stehenden Münder, in ihre Kehlen oder in ihren Unterleib. Dann wurden die Körper von ihnen in das Meer zurück gezerrt.

Einer der Untoten schaute in Sybella's Richtung. Sie keuchte und drückte sich auf den Boden. Der Junge neben ihr stöhnte vor Schmerz und im Delirium. Sybella presste ihm sanft die Hand auf den Mund und zischte ihm zu er solle leise sein.
Der Untote lief auf den Unhold zu und blieb weit von ihm entfernt stehen. Auch die anderen Untoten in ihrer Nähe wurden auf ihn aufmerksam und schauten auf. Der erste Untote öffnete seinen Rachen und ein kalter Schrei entfuhr ihm.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So Apr 05, 2015 9:52 am

Der Untote betrachtete die Situation reglos. Dann wurde er wieder angesprochen. Er sollte den Blonden nun auf die Wiese bringen. Er tat es. Er beugte sich hinab und nahm den jungen Mann auf die Arme, um ihn hinüber zur Wiese zu tragen. Er reimte sich zusammen, dass der Verletzte wohl kein Feind war und er legte ihn entsprechend vorsichtig ab. Aber wenn er kein Feind war, wieso sollte er ihn dann in Lemons Auftrag töten? Er wartete. Dann bekam er einen neuen Auftrag. Schießpulver holen. Er wusste damit nichts anzufangen, aber sie erklärte, was genau sie meinte und so ging er los und wieder hinunter zum Strand. Er durchsuchte die Leichen und fand am Gürtel ein kleines Säckchen mit schwarzem Pulver, welches er auch gleich an sich nahm. Dann ließ er die Leichen achtlos zurück und machte sich auf den Weg zurück. Er sammelte auch noch Feuersteine auf, die hier überall herum lagen. Er ging zurück zu Sybella und hielt ihr die Sachen hin. Dann blieb er wieder abwartend stehen und sah auf das Meer hinaus.
Er hörte den Jungen schreien, weil sie die Wunden ausbrannte. Er würde sonst wohl verbluten. Etwas, was er scheinbar nicht konnte. Er betrachtete die Wunden, die er so hatte und das austretende Blut. Brauchte er überhaupt Blut? Er hatte begriffen, dass er nicht sterben konnte, ob mit oder ohne Körper. Er war… wirklich untot. Wieder sah er zum Meer und just in diesem Moment hallte ein Schrei über den Strand.
Es war neblig, aber er erkannte mehrere Gestalten, die sich am ganzen Strand tummelten und irgendwas mit den Leichen taten. Es kümmerte ihn nicht. Warum sollte es das auch. Er beobachtete weiter und stellte fest, dass die Toten in die See gezogen wurden. So war das also.
Schließlich jedoch tat sich etwas Neues. Einer der Untoten schien ihn zu beobachten und dann auch noch andere. Wieso? Er näherte sich nur ein kleines Stück und der Unhold blieb einfach stehen, wo er war. Warum sollte er sich darum kümmern? Der kalte Schrei, der dem todlosen Kerl entfuhr hätte wohl jedem eine Gänsehaut über den Rücken gejagt, ihm jedoch nicht. Ausdruckslos sah er auf das Wesen herab. Was wollte es wohl? Er würde nicht zögern die Kreatur zurück ins Meer zu schicken, sollte sie ihn angreifen. Wieso? Das war dem Untoten selbst nicht klar.

Talon sah zum Nebel und glaubte, dass er ein guter Verbündeter sei, wenn man ungesehen wo hin wollte. Er blickte den Strand hinab und wieder hinauf. „Nebel ist ein guter Sichtschutz.“, sagte er schließlich. Doch dann hörte er etwas, was ihn beunruhigte. Ja, er hörte das Knarren auch und legte den Finger auf die Lippen, doch dann schrie schon dieser nichtsnutzige Rebell auf. Davy Jones? Wirklich. Talon blickte zurück zum Meer. Er hatte Legenden gehört. Er half den Schreihals weg vom Meer zu tragen. Schließlich wurde er doch auch genau dafür bezahlt nicht wahr? Sie verstecken sich und auch Talon riskierte einen Blick. Er warf dem Rebellen einen Blick zu der zu sagen schien: Ein Mucks und du bist tot. Das ein einfacher Matrose so gucken konnte war… ungewöhnlich. Als sei er ein skrupelloser Killer, ohne Gewissen. Aber das war wohl nur Einbildung.
Furchtbare Gestalten traten aus dem Nebel und erinnerte Talon stark an den Mann, der gegen den Blonden Nordmann gekämpft hatte. Untote. Fahl scheinende Augenhöhlen. Er bekam eine Gänsehaut. Wirklich gruslig das Ganze. Er zog einen Dolch und packte dann das Bündel an seiner Seite. Wortlos öffnete er es und zeigte Clemens stumm die Waffe. Ein entschuldigender Blick und dann richtete er die Aufmerksamkeit wieder auf den Strand. Hoffentlich blieben sie unbemerkt. Etwas, was schon tot war, konnte man nicht töten und seine Seite, schmerzte höllisch. Dieses Blöde Plankenstück, was sich ihm dort hineingebohrt hatte… Nun, jetzt hatte er wohl gerade andere Sorgen. Er war bereit, sich zu verteidigen. Der Rebell war ihm egal, würde er irgendwas sagen, er würde ihn Bewusstlos schlagen. So viel war sicher.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Apr 06, 2015 7:41 am

Die untote Wasserleiche scien mit der Reaktion des Unholds nicht zufrieden zu sein, denn er trat noch einen weiteren Schritt an ihn ran und richtete seine rötlich-braune Klinge in sein Gesicht.
Seine Stimme knarzte wie altes Ebenholz.
Der Untote richtete sich an seinen Gefährten und gab einige wenige Laute von sich. Der zweite Untote - ein fast vollständiges Skelett - schnappte nach einem ungewöhnlich gefromten Horn an seinem Bund und hielt es vor seinen Mund.
Ein laut dröhnendes Röcheln trieb mit einem starken Wind vom Land zum Meer hinaus.

Clemens hatte gerade seine Hand nach dem Revolver ausstrecken und sie an sich ran gezogen, da hörte er das laute Knirschen der Steine neben sich. Erschrocken schaute er in die Richtung und sah eine in einen Kapuzenmantel gehüllte Gestalt. Die Gestalt stand mit dem Rücken zu ihm gewandt und schien in Richtung Meer zu schauen. Clemens hörte es seltsam schnaufen und als es ihren Kopf in seine Richtung drehte, sah er etwas, das einer Hundeschnauze ähnelte aus dem Schatten der Kapuze ragen. Die Hundegestalt schnaubte erneut.
"Sie sind hier hin geflohen!", sagte die Gestalt.

Es dauerte nicht lange und aus dem Meer trat eine weitere Gestalt. Sybella erschrack abermals, als er dessen abstoßende Gestalt wahrnahm.
Es wirkte beinahe wie ein Mensch, als es so aus dem Wasser getreten kam. Doch es schien nicht auf Füßen zu laufen. Sybella konnte seine Füsse zwar nicht unter der schwarzen Robe wahrnehmen, doch sie hatte das eigenartige Gefühl, dass es den Boden nicht berühren würde. Schließlich hörte sie auch keine Schritte von ihm. Doch dieser Umstand war nichts im Vergleich zu der Erscheinung dieses Wesens. Es hatte eine lange, schlanke Gestalt, gehült in eine enge, schwarze Robe. Dagegen leuchtete ihre blasse Haut und die langen weißen Haare wie der Vollmond bei Nacht. Doch nein, da war noch mehr. Sybella vermochte es zuerst nicht deuten, doch als sich diese Person dem Unhold näherte, konnte sie es sehen. Dieses Wesen hatte eine blasse Haut unter der das weiße Skelett hervor schien.
Sybella presste sich die Hand an den Mund und weinte bitterlich, still und leise vor Schreck.

Der Lich hatte den Ruf gehört. Wenn man ihn rief, dann mochte das hoffentlich seiner Zeit angemessen sein. Nicht selten waren diese naiven, hirnlosen und untoten Wasserleichen dazu im Stande, einen Wasserbüffel mit einem Baumstamm zu verwechseln, doch in den älteren Exemplaren - jene, die sich ihrem Fleische entledigt hatten - steckten bereits die gepeinigten Seelen seines Herren, und die waren wenigstens intelligent genug, sich über das Problem im Klaren zu sein, ehe man ihn oder einen seiner Brüder rief.
"[Was ist das Problem?]", fragte er die Skelette, welche ihn gerufen hatten.
"[Jener Eine reagiert nicht auf Befehle]", das Skelett wies auf einen Untoten, der stramm am Ende des Strandes stand.
Der Lich erkannte auf den ersten Blick, dass es nicht zu ihrer Horde gehörte. Er kannte die Techniken seiner Brüder und keiner von ihnen hätte solch eine schlampige Arbeit am Leben gelassen. Der Lich kam näher an ihn heran. Er schaute ihm streng in die Augen.
"[Interessant, es hat bereits eine Seele. Eine sehr starke sogar.]"
Der Lich umkreiste neugierig das Geschöpf.
"[Interessante Technik, dieser Leib. Doch die Seele hängt fest.]"
Ohne Vorwarnung stieß es seine linke Hand in den Leib des Untoten. Sofort umklammerten die Finger wonach es gesucht hatte und es riss die Hand wieder heraus. Mit prüfendem Blick schaute es auf den faustgroßen Edelstein in der Hand.
Der Lich grinste und steckte den Stein wieder an seine Stelle.
"[Diese Seele ist bereits an diese Welt gebunden.] Respond! bregðast! પ્રતિસાદ! Mamaly!"
Es folgten noch einige weitere Laute, die sich alle voneinander unterschieden. Offensichtlich versuchte es in verschiedenen Sprachen mit dem Unhold zu komunizieren.
"Varus!"

Der Rebell hielt nicht länger durch und sprang auf seine Füße. Er sprang hinter seinem Stein hervor und stürmte von der Hundsgestalt fort. Die Hundsgestalt und die Wasserleichen um ihn herum bemerkten ihn sofort und die Untoten wollten hinter ihm her rennen, doch die Hundsgestalt hielt sie zurück.
"Lasst ihn ruhig rennen. Er kommt nicht weit."
Clemens hatte den Rebellen schon längst hinter dem Nebel verloren und selbst seine Silhouette war dahinter verschwunden. Er hörte nur noch leise die Füße auf den Steinen knirschen und seine schnaufende Atmung.
Im nächsten Moment hörte er nur noch das Jaulen von Wölfen und den Schrei des Rebellen. Seine Todesschreie übertönten die Laute der Wölfe, die sein Fleisch rissen, seine Knochen brachen und seinen Körper über die Stein schleiften.
Clemens schluckte.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Apr 06, 2015 9:57 am

Der Unhold betrachtete den Untoten, der geschrien hatte. Er wollte offenbar nicht angreifen, also musste er sich auch nicht verteidigen. Musste er das denn überhaupt? Er wusste eines ganz genau, er wollte nicht zurück in die Leere.
Die Wasserleiche blies in ein Horn und ein Geräusch erklang. Es kam einem eigenartig fremd wirkenden Röcheln gleich und nicht viel später trat eine Neue Gestalt in diese Welt. Sie war unwirklich und sofort verspürte der Unhold, dem jegliches Gefühl och eigentlich fremd geworden war Ehrfurcht. Gleichsam durchzog ihn aber auch eine andere Empfindung: Abscheu. Leichenblass war die Gestalt und mächtig. Das war dem Unhold sofort klar. Sein erster Gedanke war dazu: Wandelnder Tod. Und der Tod machte ihm keine Angst. Lieber würde er ins Reich des Vergessens entschwinden, als erneut in der grauen Hölle gefangen zu sein.
Die Kreatur kam näher und näher, betrachtete - wie es ihm schien – neugierig. Er sprach mit der Leiche und der Unhold folgte dem kurzen Wortwechsel.
Die Seele hängt fest
Tat sie das? Ja, er war gefangen in einer endlosen todlosen Existenz. Noch näher kam die Gestalt und dann… Er stieß die Hand in seinen Körper zerrte an ihm und holte etwas hervor. Der Unhold riss die Augen auf. Er blickte auf den Edelstein und erkannte in ihm seine eigene Seele. Es raubte ihm fast den Verstand die eigene Seele zu erblicken, in Zwei Welten zu existieren, die so nah beieinander lagen und doch nicht weiter hätten entfernt sein können. Er wollte schreien, doch kein Laut verließ die geborgte Kehle des zerstückelten Körpers. Dann wurde der Stein zurückgeschoben und der Unhold machte einen Schritt zurück, als müsse er sein Gleichgewicht finden. Was genau die Kreatur vor ihm sagte erreichte seinen Verstand nicht wirklich, doch dann fiel ein Wort und der Unhold hatte das Gefühl zu fallen und dann schien es ihm, als würde er wieder aufgefangen.
Varus
Sein Bewustsein versuchte zu deuten, was das hieß und immer klarer wurde es.
Varus
Er blickte durch die Gestalt hindurch und es war, als würde sein Körper explodieren. Empfindungen durchströmten ihn so schnell und gewaltig, dass er sie nicht zu deuten vermochte. VARUS!
Was immer es bedeuten mochte, was auch immer es damit auf sich hatte… Der Unhold maß ihm seine eigene Bedeutung zu. Dieses eine Wort, es war sein Name. Auch wenn es nicht stimmen mochte, auch wenn es ein weiteres unbedeutendes Wort einer fremden Sprache sein könnte… ER maß dem Ganzen die einzige Bedeutung zu, die seine verirrte Seele sehen konnte. Es MUSSTE sein Name sein.
Der verklärte Blick schärfte sich und er sah in das helle grüne Leuchten des Gesichtes, was die Augen sein könnten. Er sagte keinen Ton und jetzt, wo er scharf und mit einem heißen Glühen in den Augen zu der Gestalt blickte, wusste er, was er zu tun hatte. Er beugte das Knie und legte die Hand auf seine Brust. „Meister…“, sagte er schließlich mit seiner tiefen, rauen und ruhigen Stimme.

Was zum Teufel ging hier vor sich? Wie seltsam konnte es denn bitte noch werden? Talon glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als er zu der neu erschienen Bestie sah. Wie hatte er ihn nicht kommen hören? Seine Dolche wollten fliegen, doch er war wie gelähmt.
Verflucht!, dachte er nur wie versteinert, als der Rebell aufsprang und zu fliehen versuchte. Das Ergebnis war denkbar einfach: Er wurde in Stücke gerissen.
Wie sollten sie hier nur wieder raus kommen? Wieso musste er hier hinein geraten? WENN er überleben sollte hatte er auf jeden Fall sehr viel zu berichten. Es war schon wirklich sehr unglaubwürdig, was sich hier zutrug und er konnte sich kaum vorstellen, dass ihm IRGENDWER Glauben schenken würde. Talon sah zu seinem jetzigen Kameraden und wusste keinen Rat. Wie sollten sie denn gegen eine Horde Untoter bestehen und dieser Bestie dort entkommen? Richtig: Gar nicht.

Ein leises Pfeifen erklang den Strand entlang. Was war denn das nun wieder. Die Melodie war fremdartig und sowohl fröhlich, als auch gruselig. Sie konnten nichts sehen, aber das Pfeifen wurde lauter und wobei es dennoch so klang, als sei es leicht dahingepfiffen. Talon versuchte in die Richtung zu sehen, wo er die Quelle vermutete und ein Schemen wurde im Nebel sichtbar. Dann brach das Pfeifen ab. Stille zog sich über den Strand. Kein Wind wehte, kein Rauschen. Selbst das Knarren schien zu verstummen. Dann erklang ein fast zufriedenes Brummen: „Hmmmm. Der Geruch des Todes. Ein schöner Nachmittag.“ Die Stimme war samten und irgendwie klang sie selbstgefällig. Die Silhouette wurde schärfer, als der Gestalt nun fast da war. „Was meinst du Shinkon Katsuojo? Sollen wir ernten?“ Neben der Gestalt wurde nun ein Stab sichtbar. Von dem Stab ging am oberen Ende ein Leuchten aus. Das schwache rötlich-goldene Leuchten wurde zunehmend stärker und pulsierte, dann sagte die Gestalt: „Dachte ich mir.“ Der Stab hatte am oberen Ende, wo der Stein war eine Art Klinge, die gegen den Stiel des Stabes gerichtet war. Der Mann hob den Stab leicht an und ließ das Untere Ende auf einen Stein stoßen. Die besagte Klinge schnappte mit einem metallischen Klicken auf und nun hatte der Stab massive Ähnlichkeit mit einer schwarzen Sense. Der Nebel um den Mann schien zurückzuweichen und die Luft wurde von Magie geschwängert, die einem den Körper kribbeln ließ.
Der Mann selbst trug dunkle Kleidung, die mit silbrigen und roten Seidenfäden Bestickt war. Die Muster schienen willkürlich zu sein und das reine Chaos zu spiegeln. Er hatte schwarzes, langes Haar, was ihm bis über das Gesäß reichte. Es war teilweise kunstvoll geflochten. Das Gesicht des Mannes war blass, aber nicht unnatürlich und die hellgrauen Augen strahlten förmlich vor Magie. Er trug einen dunklen Umhang, dessen Enden ausgefranzt und abgerissen waren und alles in Allem sah er erhaben aus und machte den Eindruck, als würde er von der Finsternis und den Nachtengel selbst umarmt werden. „Ernte…
Sein Körper schien sich in schwarzem Nebel aufzulösen und dann hörte man nur noch, wie die Sense durch Fleisch zu dringen schien. Die Wahrheit war jedoch, dass die Sense durch die Leiber der Beseelten schnitt, jedoch keine Spur hinterließ, denn Shinkon Kaatsuojo verletzte das Fleisch der diesseitigen Welt nicht. Skelette brachen zusammen und grünes Feuer durchdrang den Nebel, was sich auf die Leiber der Seelenlosen legte, um sie im fahlen Hexenfeuer zu verbrennen…
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Apr 06, 2015 11:31 am

Anup beobachtete eine Weile, wie sich seine Schatten an dem Menschen labten und leckte sich genüsslich die Lefzen. Der starke Wind der über ihnen über die Klippen zum Meer hinaus rauschte trieb den Nebel wieder aufs Meer hinaus und die Winde des Meeres drückte gegen die Klippen. Der Geruch Nach-Mensch wehte wieder von ihm weg.
Er hatte nochmal zwei Menschen gerochen und wollte seine Aufmerksamkeit wieder in ihre Richtung lenken, da überkam ihn ein ungewöhnliches Gefühl. Es dauerte nicht lang, da erschien sein alter Widersacher Kiransal auf der Klippe über ihnen.
Kiransal hatte es offensichlich auf die Seelen der Untoten abgesehen, denn er holte sich einen nach dem anderen mit seinem Seelenstein.
Anup wurde rasent. Er fletschte die Lefzen und riss den Mantel von seinen Schultern. Er war ein großer, kräftiger Schackal auf zwei Beinen.

Anup jaulte kurz auf, dann sprintete er auf allen Vieren auf Kiransal zu. Seine Schatten tauchten aus dem Nebel auf und gesellten sich zu ihm. Sie glichen ihm von der Größe und der Statur. Anup startete den ersten Angriff und sprang Kiransal aus vollem Lauf an.

Clemens zögerte nicht lange, als er erkannte, dass sich der Schackal mit dem plötzlich auftauchenden Fremden beschäftigte.
Leise zischte er Talon zu, zu fliehen und ergriff ebenfalls die Flucht weg.

Der Lich stellte fest, dass der Untote auf die Sprache der Alten Völker reagierte.
"Nun, da du mir gehorchst...", es machte eine kurze Pause und schaute zu dem Mädchen und dem Jungen im Gras. "Will ich, dass du dieses Mädchen tötest!"
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Apr 06, 2015 12:08 pm

Varus sah zu der Gestalt vor ihm auf. Er hatte einen Namen. Sein Name war Varus und nun, wo er diesen Namen kannte… ,dass du dieses Mädchen tötest! Er hob den Blick, sah der Kreatur in die Augen und erhob sich. Dann drehte er sich zu Sybella und dem Blonden. Sein Blick war stechend scharf und mit stetigen Schritten ging er nun auf Sybella zu. Sie weinte und hatte schreckliche Angst. Er sah schiere Verzweiflung in ihrem Gesicht. Und Furcht. Furcht vor ihm? Er stellte sich vor sie. Es war nicht erkennbar, was nun in ihm vorging.
„Wie soll sie sterben?“, fragte er mit den uralten Worten.
„Mach es schnell!“, antwortete die Wesenheit und Varus kamen ein dutzend Möglichkeiten in den Sinn, wie sie sterben könnte, ohne groß Schmerzen zu leiden und vor allem schnell tot zu sein. Er kniete sich hinab, musste nur die Hand ausstrecken. Ein Genickbruch wäre schnell und schmerzlos. Oder? War es denn schmerzlos? Er betrachtete das elende Häufchen Mensch. Mensch…
Er schloss die Augen und nun sah er vor sich, wie ein junges Mädchen in ihrem eigenen Blut ertrank, sah wie ein anderes bei lebendigem Leib verbrannte und noch eins, wie es zu Tode gesteinigt wurde. Seine Hand hatte inne gehalten. Varus sah, wie Menschen vor seinen Augen abgeschlachtet wurden, wie sie einer nach dem anderen ihre Leben verloren. Dann riss er die Augen auf. Menschen… Er war kein Mensch. Er wollte es gerne sein, deshalb die Kleidung und der Name. Er hatte sich einen Namen gewünscht, aber machte ihn das zu einem Menschen? Es machte ihn menschlicher, aber dennoch war er ein Monster - unnatürlich in seinem Sein. Ein Werkzeug.
Und wenn schon! Er ließ die Hand sinken und drehte sich von ihr weg zu der Kreatur, die ihn ausschickte Menschen zu töten. Und zwar schnell! Wie viel wog eine Seele? Wie viel würde er zerstören, wenn er das Mädchen, das ihn zurück in die Wirklichkeit gebracht hatte tötete? War denn dieses Leben so wenig Wert, dass man es schnell und ohne Reue auslöschen durfte? Er senkte kurz den Blick und sah der Gestalt kurz darauf mit einem ungewöhnlichen Feuer in den Augen ins Gesicht. „Nein.“ Dann hob er die Klinge auf, die er hatte fallen lassen. „Ich gehorche dir nicht.“
Und dann brannte ihm ein Satz auf den Lippen, der ihm vorkam, als müsse er ihn unbedingt aussprechen, als gäbe es keine größere Wahrheit in dieser Welt. Er sagte in der Gemeinsprache: „Ich beuge mein Knie vor niemandem geringeren als einem Menschen!“ Und das Wesen vor ihm war kein Mensch.

Kiransal fegte durch die Reihen der Untoten und schließlich blieb er stehen. Der Köter sprang auf ihn zu und schien erbost. Kiransals Körper verschwand in schwarzem Nebel und der Hund sprang hindurch. Dann lachte der Hexer. „Was ist? Hab ich dir die Beute gestohlen?“ Er richtete die Sense gegen Anup. „Sollen wir wieder Fangen spielen?“ Er wich erneut aus und grinste dabei selbstgefällig. Er griff selbst nicht an. Entweder hatte er keine wirkliche Lust dazu, oder aber er sah keinen Wert darin einen Kampf zu führen.
Er streckte die Hand aus und sagte: „Aber, aber.“ Sein Grinsen wurde breiter. „Ich habe dir doch die gelassen, die jenseits des Kanals herumkreuchen.“ Dann starb das Grinsen und er wurde todernst. „Wir wären so ein gutes Duo, wieso nur bist du so jähzornig?“ Die Sense klappte sich wieder zusammen. „Dieses Revierverhalten ist kindisch. Geh und schnapp dir deine Beute, Anup!“ Seine Hand wies hinter sich und deutete über das Meer. „Oder wir jagen gemeinsam Devi Jones…“ Er musterte seinen alten Widersacher.

Talon ließ es sich jedenfalls nicht zwei Mal sagen er nickte, steckte die Dolche weg und ging zusammen mit Clemens das Weite suchen. Konnte man diesem Hund wirklich entkommen? Scheinbar hegte er einen Hass gegen den anderen Mann. Sollte ihm Recht sein. Vielleicht war er so abgelenkt dadurch und verlor das Interesse an den beiden Männern. Sie suchten ihr Heil in der Flucht und rannten, wie es ihre Beine ertrugen und darüber hinaus. Die Wunde in seiner Seite machte ihm schwer zu schaffen und schließlich gaben seine Beine einfach nach. Er fiel der Länge nach hin und rollte sich halbherzig ab. Er stöhnte leise, fluchte und versuchte sich aufzurappeln. Er schleppte sich weiter und hielt sich die Seite.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Di Apr 07, 2015 10:00 am

Anub ließ seine Schatten nach und nach hintereinander angreifen. Dass dieser Kampf und seine Angriffe zwecklos waren, wusste er bereits vor seinem ersten Angriff. Es ging ihm dabei sowieso nicht darum zu gewinnen. Er spürte die gleichzeitigen Bewegungen und Erfahrungen seiner Schatten. Er spürte auch den Schatten, den er ausgesendet hatte, die beiden Männer zu jagen.
"Davy Jones?"
Anub war kein Freund vieler Worte, doch bei diesem Namen konnte selbst er nicht mehr weiter schweigen. Anubs Schatten hielten inne und umkreisten seinen Körper.
"Du maßt es dir an, dass wir Zwei es mit dem Teufel des Meeres aufnehmen können? Selbst wenn wir Beiden es irgendwie auf den Grund des Meeres schaffen würden, dann wären da immer noch seine Generäle, sie sich uns in den Weg stellen. Es wäre ein törichtes und selbstmörderisches Unterfangen."

Clemens hörte ein lautes Schnaufen hinter sich, während er über den Strand stolpernd davon rannte. Es hörte sich an wie eines der Schattenhunde, die der Hundsmann zuvor verwendet hatte um den Rebellen zu jagen.
"Pass auf!", schrie er und stieß Talon zur Seite. Die Schattenbestie riss ihn zu Boden und verbiss sich in seinen rechten Unterarm. Clemens versuchte sie ab zu schütteln, doch sie schien sich von physischen Angriffen nicht stören zu lassen.
Clemens schloss seine Augen für einen Augenblick. Wie in Trance fuhr er mit seinem linken Finger unsichtbare Symbole in der Luft nach. Dann riss er die Augen auf.
"Brenne!", schrie er und schlug mit der flachen Hand an die Stelle, wo sein Finger die Symbole in die Luft geschrieben hatte. Augenblicklich leuchteten die unsichtbaren Symbole in einem hellen Blau auf und gleich darauf explodierte eine Feuersbrunst aus den Symbolen heraus. Das Feuer explodierte vor der Schnauze der Schattenbestie und trieb sie von Clemens weg.
Clemens rappelte sich auf. Er keuchte kurz vor Erschöpfung.
"Schnell weg hier! Ich weiß nicht, wie lange ihn das aufhalten wird."

Auch ohne die Sprache des Lichs zu verstehen, ahnte sie doch, dass sie in Gefahr war, als der Unhold auf Sybella zu gelaufen kam. Sybella hatte langsam versucht auf ihre Beine zu kommen, doch vor Schreck sackte sie immer wieder zusammen und landete unsanft im Gras. Also versuchte sie sich rückwärts von ihm fort zu robben. Als der Unhold schließlich über ihr stand, schloß sie vor Angst die Augen und versuchte ihr Gesicht von ihm weg zu drehen.
Sie wartete eine halbe Ewigkeit, dann hörte sie ihn etwas sagen.
Überrascht öffnete sie wieder ihre Augen und sah, wie er sich gegen den Lich wandte. Er würde sie also nicht töten. Er wollte sie also mal wieder beschützen.

Der Lich grunzte vor Ungeduld und Zorn über den Ungehorsam des Unholds.
"Wie kannst du es wagen, dich meinen Befehlen zu widersetzen? Ich! Nergal, Herr über das Kurnugia, BEFEHLE es dir!"
Als ihm der Unhold immer noch nicht gehorchte, riss Nergal seine durchsichtige Hand nach oben.
"Eliminiert ihn!"

Die Skelette und Wasserleichen richteten sich auf und schauten alle gleichzeitig in Varus Richtung. Sie musste nicht lange überlegen und liefen gezielt auf ihn zu. Einige der älteren Exemplare - die Skelette - vermochten es sich schneller zu bewegen als die jüngeren Untoten. Drei der ersten Skelette wetzten ihre Klingen und traten einen gemeinsamen Angriff an.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Di Apr 07, 2015 10:43 am

Der Untote, nein Varus sah ungerührt zu dem anderen. Er schien sich zu ärgern, dass er ihm nicht gehorchte. Auch wenn ihn dieser Ärger vollkommen kalt ließ, sah er ein, dass er vielleicht nicht gegen diese ganzen Untoten bestehen konnte. Die Lebenden fürchteten ihn und konnten ihm wenig antun, doch er wusste schon wegen seines Seins, dass es nahezu unmöglich war einen Untoten zu töten. Nicht mit dem Unwissen, was er in sich trug. Er streckte die Waffen nach vorn und sah zu Sybella, die direkt hinter ihm war. Dann wieder zu den Skeletten, die sich konstant und schnell auf ihn zubewegten. Er überlegte und ein irrwitziger Gedanke kam ihm in den Sinn. Die Kreaturen kamen aus dem Wasser, waren ihre Seelen auch an jenes Gewässer gebunden? Wie weit konnten sie sich davon entfernen?
Er handelte schnell, als er sich zur Gänze zu Sybella drehte und sie kurzer Hand packte und über die Schulter warf. Da wer nicht wusste, was Lemon nun noch mit dem Blonden vorhatte, sackte er auch diesen ein und rannte los. Er rannte Landeinwärts und sprang mit übermenschlicher Kraft selbst kleine Anhöhen hoch. Die Schwerter hatte er dazu zurückgelassen. Es war ihm egal, sollten die Wesen ihn töten, denn der Tod war gnädiger, als das was ihn erwarten würde, sollte er diesen Körper erneut verlieren. Außerdem wollte er nicht, dass diese beiden lebenden von Monstren getötet wurden.

Talon hörte das Geräusch ebenfalls. Es war, wie er es sich gedacht hatte. Eben wollte er zur Seite springen, als er auch schon fortgestoßen wurde, sich abrollte und sah, wie Clemens von der Bestie angegriffen wurde. Schrecklich. Dieses Wesen war außerweltlich und mit physischer Gewalt nicht zu verletzen. Er konnte nichts tun und eben wollte er alleine weiter fliehen, als der junge Mann Feuer herbei rief. Ein Magier also? Worauf hatte er sich nur eingelassen. Er konnte immer noch gehen und all das hinter sich lassen.
Es schien, als habe er die Bestie aufgehalten und so konnte die rasante Flcht weiter gehen. Er zwang sich über die Grenzen seines Körpers hinaus weiter zu rennen. Seine Seite schmerzte fürchterlich und er versuchte diesen Schmerz so gut es ging auszublenden.
Sie rannten ein gutes Stück weit und Talon fiel erneut, rollte sich ab und blieb einen Moment liegen. Er hörte den Puls in seinen Ohren und das Pulsieren des Schmerzes in seiner Seite. Erbärmlich… Er kam auf alle viere und sagte angestrengt: „Komm schon!“ Er meinte wohl seinen eigenen Körper und kam schwankend auf die Beine. Lange würde das nicht mehr gut gehen. Er brauchte Hilfe. Das Tuch war Blutdurchtränkt und er spürte die eigene Schwäche. Seine Lunge brannte und seine Muskeln schmerzten. Fast unbeholfen schleppte er sich weiter. Sie brauchten Sicherheit. Doch wo in Gottes Namen konnten sie auf diese hoffen? Er keuchte mit jedem Atemzug. So schlimm war er lange nicht verletzt gewesen. Und das nur wegen dieser blöden Explosion.

Der Hund hielt inne und Kiransal hörte ihm zu. Oh? Er lenkte ein? Der Hexer grinste spitzbübisch. „Eine Jagd von der man weiß, dass man sie von vorn herein gewinnt, ist doch langweilig, nicht?“ Er blickte hinaus zum Meer. Devi Jones Eine Legende, ein Mythos und doch so greifbar, dass er den Seetang auf der Zunge schmeckte. Kiransal sah wieder zu Anup und sagte: „Ich kann nicht sterben. Und nur die Sterblichen haben den Luxus sich vor dem Tod zu fürchten und das auch nur, weil sie nicht wissen, wie es ist, ewig zu sein.“ Er lächelte dieses Mal nicht und unter dem Spott verbarg sich leise Bitterkeit. Er fügte an: „Der Rat der verhüllten Meister nannte mich einst töricht und am Ende sind sie in ihrem eigenen Blut ertrunken und mussten einsehen, dass ich Recht behalten habe. Du siehst: Töricht ist relativ. Aber ich versteh schon. DU hast scheinbar Angst einen Teufel zu jagen.“
Kiransal provozierte gern und seine Natur ließ ihn keine Wahl. Das chaotische Naturell seiner Seele, das perfekt mit Shinkon Katsuojo harmonierte ließ ihn manchmal töricht sein.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Do Apr 09, 2015 9:39 am

Anub trat einige Schritte nach vorne, bis er nur noch wenige Fuß von Kiransal entfernt stand. Bei näherer Betrachtung konnte man feststellen, dass seine physische Gestalt nur so etwas wie eine Hülle war. Wie ein Stück feiner Stoff, welches über die Schnauze eines Schakals gespannt wurde. Seine Haut warf dabei manchmal unruhige Wellen, so als würde sich ein Vorhang mit dem Wind mit bewegen.
Das Schwarz seines Kopfes löste sich auf, so wie sich die Finsternis bei plötzlichem Lichteinfall zurück zog.
Hinter der Fassade tauchte das Gesicht eines jungen, ägyptischen Mannes auf. Es war das Gesicht eines hübschen Mannes, mit langem schwarzen Haar. Die rechte Seite seines Kopfes war jedoch nicht mehr wieder zu erkenne. Eine hässliche Fratze starrte aus einem kalten Auge ins Leere.
"Ich habe bereits einmal versucht einen Teufel zu jagen."
Er fuhr sich mit dem Finger sanft über die graue, fast durchsichtige Haut.
"Meine Brüder und ich, wir haben bereits für unsere Torheit sühnen müssen."
Seine rechte Gesichtshälfte sah aus, als hätte sich eine Bestie mit sieben großen Klauen in in seiner Haut festgekrallt und sie zurück gerissen. Anub schienen die Erinnerungen sichtlich zu schmerzen.
Der Schwarze Schatten stieg ihm wieder vom Hals über Kopf bis es schließlich vollkommen umschlossen wurde, dann bildeten sich die Schnauze und die Ohren wieder.
"Aber ich habe ja noch eine zweite Hälfte."
Anubs Ohren zuckten, dann schaute er zu dem großen Schiff.
"Er ruft nach uns."

Nergal hörte den Ruf seines Herren. Er fluchte in einer alten, vergessenen Sprache und rief seine Untoten wieder zurück.
Ich muss gehen, aber wir werden uns wieder sehen, würde der Unhold seine Stimme in seinem Kopf hören.

Gerade als der Schattenhund die beiden Männer wieder eingeholt hatte verschwand er wieder spurlos. Durch den Schreck stolperte Clemens und fiel wieder hin. Einen Augenblick lang erwartete er einen schmerzhaften Biss, doch dieser blieb länger aus und so öffnete er wieder seine Augen.
Der Nebel hatte sich mittlerweile wieder zurück gezogen und der Strand erstrahlte in der späten Mittagssonne.

Der Augenblick fühlte sich für Clemens unecht an. Vor wenigen Minuten war sein Leben noch in Gefahr gewesen, und da stand er an einem schönen Strand bei schönstem Wetter.
"Was - zur Hölle - war das? Wo ist das Biest hin? Wohin sind die Untoten verschwundne?"
Für einen Augenblick kam er sich richtig dumm vor, dass er die Fragen gestellt hatte, so als erwartete er, dass Talon eine Antwort darauf hätte.
"Ich darf nicht vergessen, mich bei Derer Drei zu bedanken, sobald wir wieder in der Stadt sind."
Clemens schaute nach Westen, während er sein Hemd auszog. Sein Oberkörper hatte Anzeichen von Oberkörpermuskeln. Auf seiner rechten Brust hatte er eine große schwarze Tätowierung. Das Symbol einer Sonne mit Flammen ringsherum. Bei genauerem Betrachten konnte man einige - sich teilweise überschneidende - Runensymbole identifizieren. Ausserdem hing ihm ein schwarzes Lederband um den Hals, an dem ein silberner Ring über seiner Brust pendelte, während er sich vorn über beugte und versuchte sein Hemd in Fetzen zu reißen. Er gab auf und reichte Talon, um Hilfe bittend, sein blutiges Hemd.
"Wenn wir uns weiterhin am Strand in diese Richtung halten, dann sollten wir bald Dover erreichen. Und wenn wir Glück haben, dann finden wir unterwegs noch das Mädchen. Und wenn sie Glück hat, dann war sie während des Nebels soweit weg vom Strand, wie sie ihre Füsse tragen."

Mit den Leinen ließ sich Clemens von Talon seinen Unterarm verbinden, während er seinerseits Talons Verletzung - welche ihm zuvor nicht aufgefallen war - notdürftig verband.
"Ich bin kein Arzt", erwiderte er. "Das muss fürs erste ausreichen. Wenn wir in Dover sind, sollten wir uns einen richtigen Arzt suchen. Dort können wir dann auch unsere leichteren Schnitte und Prellungen behandeln lassen.

Schließlich gingen die beiden wieder weiter nach Westen. Doch der Strand war leer von Leichen und ihren Körperteilen. Nur die Wrackteile wurden von den Wellen an den Strand gespült.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Do Apr 16, 2015 3:01 am

Kiransal wusste nicht so ganz, was er dazu sagen sollte. Kannte er doch weder Mitleid noch empfand er so was wie Ehrfurcht. Er war sein eigener Meister, sein eigener Knecht. „Nur weil DU gescheitert bist, heißt das ja nicht, dass ich es auch tue.“ Dennoch schien Anub nicht abgeneigt, es noch einmal zu versuchen. Kiran grinste und dann hörte auch er, was Anub ihm mitteilte. „Ja…“ Ein Ausdruck von irrer Freude und grotesker Euphorie trat auf sein Gesicht und in seine Augen. War Kiransal überhaupt in der Lage dazu normal zu sein? Es schien als würde sein chaotisches Wesen einfach nur darauf z warten lachend ins offene Messer zu rennen. Wie er bisher hatte überleben können, blieb wohl ein Rätsel, denn entgegen aller Behauptungen, er sei unsterblich, wusste Kiransal, dass es keine echte Unsterblichkeit gab. Nicht einmal ein Gott, war unsterblich, denn auch einen Gott konnte man unter den richtigen Umständen töten.
„Dann lassen wir ihn nicht warten.“ Ein Zauber legte sich ausseiner Hand um seinen und den Anubs Hals, der ihnen die Fähigkeit verlieh unter Wasser zu atmen.

Auch Talon hatte bereits fast sein Leben als beendet betrachtet. Doch erneut wurden sie überrascht. Der Hund machte einfach Kehrt und ließ sie in Frieden. Talon sank lediglich auf die Knie und war versucht ein Stoßgebet in den Himmel zu senden. Tat es aber nicht. Er ließ sich einfach fallen und atmete durch. Waren sie weit genug weggekommen? Oder hatten sie das hier dem anderen Mann zu verdanken, der aufgetaucht war? Er wusste es nicht. Aber er war in jedem Fall dankbar dafür, noch am Leben zu sein.
Er sah rüber zu Clemens und erblickte die Tätowierung. Er war sich sicher das schon mal gesehen zu haben, aber er konnte sich nicht erinnern wo oder ob es nur ein Ähnliches Symbol war und seine Sinne ihm Streiche spielten. Er betrachtete Clemens‘ Tun und sein Gehirn folgte nur langsam. Schließlich jedoch half er ihm, den Arm zu verbinden und auch er wurde ncoch einmal notdürftig verbunden. Einen Augenblick blieben die Männer noch sitzen, aber es war wirklich nur ein Augenblick, denn sie mussten unbedingt die nächste Stadt erreichen. Talon erhob sich mühevoll. Er stellte fest, dass Ruhephasen einen stärkeren Schmerz nach sich zogen, als wenn man sich kontinuierlich bewegte, da sich der Körper in den Pausen entspannte. Er stöhnte leise und zwang sich dann vorwärts. Dieses Mal mussten sie immerhin nicht rennen. Das war ja wenigstens schon mal was.

Während all den Geschehnissen, vernahm Varus die Stimme des Untoten, der ihm versprach, dass sie sich wieder sehen würden. Varus war erst mal wirklich nicht scharf darauf und zum zweiten, würde er es auch zu vermeiden versuchen. Er rannte einfach weiter, ohne darauf zu achten, ob er noch verfolgt wurde oder nicht. Er rannte und rannte und konnte nicht mal sagen, wie lange er gerannt war, als sein Heuwagen vor ihnen auf dem Weg stand. Scheinbar war das Rad des Wagens vom Weg gerutscht und das Gespann blockierte den ganzen Weg, weshalb Varus einfach aus dem Lauf heraus leicht in die Knie ging und darüber hinweg sprang. Der Bauer, der alleine am Rad herumwerkelte sah dies mit einem großen Runden „Oh“ auf seinen Lippen mit an und schien sehr zu staunen.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So Apr 19, 2015 4:26 am

Sybella kreischte, als der Unhold in die Luft sprang. Ihre Zähne klackten aufeinander, als sie wieder auf dem Boden landeten. Sie spürte immer noch ein leichtes zittern in den Zähnen, als sie ihren Mund öffnete und dem Unhold auftrug, sie runter zu lassen. Augenblicklich beugte sie sich zur Seite und spuckte den Rest an Meerwasser aus ihrem Magen ins hohe Gras. Mit ihrem Ärmel wischte sie sich den Schmutz vom Kinn.
Nachdem sie sich aufgerichtet hatte, wandte sie sich zu dem beschädigten Wagen, den sie aus der Luft wahrgenommen hatte.

Der Bauer, der sich von seinem Schock erholt hatte, lief vorsichtig auf sie zu.
"Verd'mmich, woar des 'n Spring! All's gut, Mett'chen? Bra'chst etwa 'n Arzt ode' so?"
Sybella hatte Schwierigkeiten den Dialekt zu verstehen.
"Deen G'sicht schaut 'us w'n Schl'chtf'ld."
Erst jetzt realisierte Sybella, dass ihr Gesicht von dem Sturz am Strand total verblutet war. Sie fasste sich an die Wange und hatte das klebrige Blut an ihren Fingern.
"J-ja", stotterte sie, unfähig klare Gedanken zu fassen, geschweige den sie entsprechend auszusprechen.
"Ich hat' 'n kleen' Schad'n an meen Wagen, abe' wenn i den wied'r aus'm Dreck g'zerrt hab', dann kann i eu' mit 'n de Stadt nehm'. D'r alde Dokt'r H'usser wird's eu' scho' wied'r richt'n! Und wus is' mit dir, Kump'l? Du schaust aus, als wärst unt'r 'n Karren 'komm'n."

Clemens verlor seinen Überblick darüber, wie weit sie gekommen waren. Die angespülten Wrackteile wurden immer weniger und so vermutete er auch, dass auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Körper noch an Land gespült wird, geringer werden. Es sei denn Sybella und der Unhold waren nicht schon längst tot und von den Untoten vorhin mit genommen worden. Clemens seufzte. Er war hungrig, müde und verletzt. Aber ohne das Mädchen, wäre seine Mission sinnlos. Und ohne sie würde er nicht weiter gehen.

"Hey, Ihr!"
Clemens wandte sich um und sah zu der Klippe über ihnen auf. Zwei Silhouetten standen da oben auf den Felsen gegen das Sonnenlicht und er musste blinzeln.
"Bleibt wo ihr seid, wir kommen zu Euch runter!"

Der Leuchtfeuerwärter und sein Enkel hatten von ihrem Leuchtturm aus die Explosion des brygannischen Handelsschiffes mitbekommen und mussten dabei zusehen, wie sie von den Wikingerschiffen und schließlich auch von dem Marineschiff, das seine eigene Flotte angegriffen hatte und dieses schließlich mit einem tödlichen Schuss versenkte.
Der alte Leuchtfeuerwärter William Knott hielt es für seine Pflicht sich auch um die Opfer von Schiffsunglücken an seiner Küste zu kümmern. Doch dann kam der Nebel - Davy Jones - von dem er schon viele Legenden der Seefahrer gehört hatte und sie suchten Schutz.
In den Legenden der Seefahrer hieß es zwar, dass es keine Überlebenden des Davy Jones gebe, doch William wollte sich nicht damit abfinden, dass er auch nur einen einzigen Überlebenden am Strand zurück lassen könnte.
Und tatsächlich fanden sie zwei Überlebende.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So Apr 19, 2015 5:18 am

Varus hielt an und ließ Sybella runter, als sie es von ihm verlangte. Den Blonden behielt er aber auf der Schulter und beobachtete, wo Sybella hin ging, und was sie machte. Er folgte dem Gespräch und stellte fest, dass der Mann eine sehr ungewöhnliche, ja soger bemitleidenswerte Sprach an den Tag legte. Er kam nicht näher und erst, als ihn der Mann direkt ansprach, sah er kurz zu Sybella. Varus hatte schon zuvor gesehen, dass sie verletzt war, aber er konnte nichts dagegen tun. Dann sah er am Wagen vorbei. Sie wurden nicht mehr verfolgt und das schon seit einer ganzen Weile, also gab es keinen Grund weiter zu fliehen.
Er sah an sich herab. Ja er sah furchtbar aus. Überall waren Blut und Wunden. Eigentlich dürfte sich jeder normale Mensch wundern, warum er überhaupt noch aufrecht stehen konnte. Sybella wollte zu einem Arzt und dieser Mann würde sie dorthin bringen, wenn der Karren wieder frei wäre. Er packte den Blonden also unsanft auf den Wagen, nicht dass er ihm absichtlich wehtun wollte, aber er konnte wohl einfach nicht einschätzen, wie sanft er ihn behandeln musste oder sollte. Er hob den Karren nun einfach an.
Der Bauer mit der schlechten Aussprache, staunte sehr über die gewaltige Kraft des verwundeten und schickte sich schnell an, das Rad wieder auf die Achse zu setzen. Es dauerte eine Weile und dann schlug er den Holzpflock wieder durch die Öse, um das Rad auf der Achse zu fixieren. Er drehte das Rad einmal und dann gab er zu verstehen, dass es wieder funktionierte.
und stellte ihn zurück auf den Weg. Dann stellte er sich neben den Sitz vorne und schien auf Sybella zu warten, denn er wollte ihr scheinbar hoch helfen. Er streckte die Hand nach ihr aus und bot ihr die andere als Steigbügel, damit sie bequem aufsteigen konnte. Er selbst kletterte hinten auf das Heu. Der Karren war nur halb mit dem Heu gefüllt. Er legte sich auf den Rücken und sah in den Himmel - er war grau verhangen - und dann zu dem Blonden neben ihn. Er würde auch nicht mehr lange machen, wenn er keine Hilfe bekam. Varus wartete nun, darauf, dass es los gehen würde.

Talon erschrak heftig, als nach ihm gerufen wurde. Zunächst glaubte er, dass nur weitere Probleme auf sie zukämen, doch er hatte keine Kraft mehr zu rennen oder anderweitig zu fliehen. Er war nicht der Typ aufzugeben, aber sein Körper würde sich einfach bald nicht mehr bewegen können. Er war am Ende.
Die beiden Gestalten kamen runter zu ihnen. Der Alte und der Junge schienen nach Überlebenden gesucht zu haben. Das zumindest erklärten sie. Talon war irgendwie dankbar, dass sie sie nun nicht töten oder gefangen nehmen wollten und sagte: „Wir brauchen einen Arzt.“
„Das ist nicht zu übersehen.“, antwortete der alte Mann und schien leicht besorgt über den Zustand der beiden jungen Männer. Er wies an, zu folgen. Der Enkel stützte Talon, der kaum noch einen Schritt vor den anderen setzten konnte und dieser ließ es zu. Schließlich mussten sie den steilen Pfad wieder hinauf. Der Alte blieb bei Clemens und hatte vor den Mann zu fangen, sollte er abrutschen.
„Danke.“, keuchte Talon, als sie oben waren und in Richtung Leuchtturm marschierten. Sie hatten sich erst ein wenig davon entfernt, da der direkte Weg zu steil und für die beiden Verletzten unmöglich zu bewältigen gewesen wäre.
Es dauerte nicht lange und sie standen direkt vorm Leuchtturm, wo der Alte schließlich die Tür öffnete und die beiden Männer einlud, mit hineinzukommen, um sich auszuruhen. Talon war so viel Freundlichkeit nicht gewöhnt und sagte schließlich: „Wieso… helft ihr uns?“
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So Apr 19, 2015 8:20 am

Sybella schaute noch einmal zum Meer rüber. Von ihrer Stelle aus konnte man die Grenze zwischen dem - nun wieder blauen - Himmel, dem dunkelblauen Meer und dem grünen Gras der Wiese nicht mehr scharf wahrnehmen. Das Rauschen der Brandung war kaum noch vom Wind zu unterscheiden.
"Ich kann noch nicht gehen", sagte Sybella schließlich. "Vielleicht gibt es noch andere Überlebende."
Sie drehte sich zu dem Bauern neben sich um.
"Versprecht ihr mir, dass den Jungen zu einem Arzt bringt?"
"Gew'ss, Mett'chen!"
Sybella nickte und sprang wieder von der Bank runter.
"I schick' Euch 'n paar Menna für d' Such'."
Sybella bedankte sich bei ihm und lief in Richtung des Meeres zurück.

William Knott hatte seinen jüngsten Enkel bereits bei Sichtung des Marineschiffes nach Dover geschickt, um einige Männer zur Hilfe zu holen. Weswegen er es nicht eilig hatte.
"Ruht euch aus, Freunde. Wenn die anderen hier sind, dann könnt ihr euch immer noch an der Suche nach euren Begleitern beteiligen. Es nutzt doch niemandem, wenn ihr jetzt erschöpft am Strand zusammen bricht."
Clemens hatte ihm in kurzen Worten von Sybella und dem Unhold erzählt. Die wahre Natur des Unholdes behielt er jedoch für sich, schließlich wollte er niemanden verschrecken.

Henry war so schnell geritten wie er konnte. Seine Knie taten ihm bereits weh, als er an seinem Ziel ankam und aus dem Lauf vom Sattel rutschte. Wenige Meter vor der Tür des Hauses sprang er ab und rannte an die Tür. Er klopfte mit kräftigen Schlägen gegen das Holz und erst nach etwa einem Dutzend Schlägen öffnete sich die Türe ruckartig und ein Mann starrte ihn mit Zornesröte an.
"Waz fallt djr ajn, du Rozbang...oh, Hanry?", der Mann hatte Henry schließlich erkannt. "Jz waz mjt dajnem Grozzpapa?"
Der Mann war kleiner als Henry, der bereits 12 Jahre alt war und hatte krauses, graues Haar, welches eingefettet und zu einem Mittelscheitel gelegt wurde. In seinem Gesicht hatte sich der Zwerg den großen Bart mit Bartwixe in ein aufwendiges Meisterwerk gesetzt.
Henry schüttelte den Kopf. Er war ebenso ausser Puste wie sein treues Pferd.
"Draussen, am Strand! Die Marina!"
Der Mann zischte ihm zu. "Zprjch njcht wajter."
Der Mann schnappte nach einer schwarzen Arzttasche, die auf der Kommode im Flur bereit stand und nach einem alten, abgewetzten Mantel von der Garderobe.
"Jch mache mjch zchonmal auf den Weg. Du zolltezt Agnez und dje anderen Jnformjeren!"

Der Arzt fuhr mit seiner alten, herunter gekommen Kutsche gen Süden aus der Stadt heraus. Auf halbem Wege zum Leuchthaus der Knott kam er an einem Wagen an, der anscheinend einen Schaden gehabt hatte und jetzt wieder repariert worden war.
Als er an dem Wagen vorbei fuhr, nickte er dem Fahrer zu, dann fiel sein Blick auf eine Person neben der Kutsche und er riss die Zügel seines Pferdes um es zum Stehen zu bringen.
"Potzbljtzunddonnerwetter! Trügen mjch mejne alten Augen oder jzt daz njcht dje klejne Izabella? Waz machzt du denn hjer zo wejt fernab Lyndon'z?"
Sybellas Kinnlade senkte sich.
"Onkel Hubert?"
Ihre Augen röteten sich.
Der alte Mann fing lauthals an zu lachen und stieg von seiner Kutsche ab. Er nahm sie kräftig in den Arm und schien sie nicht mehr loslassen zu wollen. Sybella fühlte sich geborgen und ihre Knie gaben nach. Sie ließ sich von dem kleinen Zwerg in seinen Armen halten.

Huberts Blick erhaschte den Unhold und seine Augen weiteten sich vor Schreck.
"Erjc? Du lebzt?"
Verwirrt zwinkerte der Zwerg einige Male, dann begutachtete er den Unhold knapp mit geübtem Auge.
"Nejn. Daz kann njcht zejn. Hat ez djezer Mjztkerl tatzächljch gezchaft?"

Nachdem Sybella sich wieder beruhigt hatte, erklärte sie Hubert in kurzen Worten von ihrem Onkel, dem Unhold und schließlich von ihrer Reise und den kurzen, lebensgefährlichen Abenteuern. Obwohl sie ziemlich wirr, ohne roten Faden und mit vielen Lücken erzählte, schien der Zwerg alles genauso zu verstehen, wie sie es beabsichtigt hatte.

Hubert nickte.
"Jch bjn auf dem Weg sum Leuchtturm der Knottz. Brjngen wjr djesen Iungen su Jhnen, dann kann jch jhn behandeln und zehen waz jch tun kann um sejn Leben zu retten."
Er war nochmal einen geübten Blick auf den Nordmannen.
"Du hazt gute Arbejt gelejztet, mejn Kjnd. Du hazt jhm wahrzchejnljch daz Leben gerettet."

Die beiden Pferdewagen fuhren über die schlecht befestigte Straße an den höher gelegenen Küstenstreifen zu dem Leuchtturm. Der alte William Knott erwartete bereits den Doktor und war überrascht, als er den örtlichen Bauern an seiner Seite sah. Auch einige weitere Besucher, oder wohl eher Patienten hatte er mitgebracht.

Der Enkel des William Knott und der hilfsbereite Bauer trugen den schwer verletzten Nordmannen behutsam in die Stube, während das Mädchen scheinbar nur leichte, oberflächliche Verletzungen hatte und der andere Mann - die Männer wagten kaum seinen Zustand zu hinterfragen - keine körperlichen Schwächen zeigte.

Als Sybella den Saal betrat und sich ihre müden Augen langsam an das Dämmerlicht gewöhnt hatten, blieb sie wie erstarrt stehen. Da sass er tatsächlich und leckte sich die Wunden. Die Tränen schossen ihr in die Augen und sie machte auf dem Absatz kehrt. Sybella stürmte wieder aus dem Haus und an den Klippen entlang davon.

Clemens stockte der Atem, als er Sybella in der Tür stehen sah. Sie hatte es tatsächlich überlebt. Doch sie rannte weg. Er stand auf und lief ihr hinterher.

Der Zwerg machte sich zuerst einen groben Überblick über die Verletzungen der Anwesenden, ehe er mit seiner Behandlung des schwer verletzten Nordmannen begann. Der Bauer verabschiedete sich und tratt der Suche nach weiteren Überlebenden an.
William Knott wies er an, die Wunden des Seemanns und des Unholds mit Jod zu reinigen. Im Anschluss würde er sich jede Wunde noch einmal genauer anschauen und über weitere Schritte entscheiden. Immer wieder schaute bekundete er seine Bewunderung über den Körper des Unholds, obgleich es - seiner Meinung nach - weit davon entfernt perfekt zu sein.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mi Apr 22, 2015 8:52 am

Der Unhold betrachtete die Lage nüchtern, als er aufgesprungen war. Sybella schien jedoch mit sich zu hadern und Varus hörte, wie sie sagte, dass sie nun doch nicht mehr in die Stadt wolle. Ungewöhnlich dieses Mädchen. Wieso denn jetzt auf einmal nicht mehr? Er sprang jedenfalls wieder vom Wagen und stellte fest, dass sie scheinbar noch nach überlebenden suchen wollte. Wie auch immer . ER jedenfalls würde ihr folgen. Schließlich wusste er nichts über diese Welt und er hatte kein Interesse daran, von irgendwelchen Leuten gefangen zu werden, nur damit sie an ihm herumexperimentieren könnten… Schließlich war ihm durchaus klar geworden, dass er alles andere als normal war.
Es passte ihm allerdings nicht, dass sie sich nun von dem Blonden trennten, wo der eigentliche Befehl doch gelautet hatte, dass er ihn töten sollte. Wie auch immer. Er folgte Sybella eben, als eine zweite Kutsche anrollte. Darauf saß ein wirklich kleiner Mann, der eine genauso schlechte Sprache hatte, wie der andere Kutscher. Varus hielt sich zurück und beobachtete, wie die beiden miteinander umgingen. Scheinbar kannten sie sich ja und Sybella schien mehr als erfreut zu sein, diesen kleinen Mann zu sehen. Abwartend blieb Varus stehen und schließlich wurde er selbst angesprochen. Erjk? Was sollte das sein? Ein Name? Varus war ein wenig verwirrt. Er wurde betrachtet, ja regelrecht gemustert und obwohl er nicht mal wirklich zuordnen konnte, was es war, was sich da in ihm ausbreitete, hätte jeder normale Mensch für sich entschieden, dass es Unbehagen war. Varus hingegen senkte schließlich nur den Blick und hatte keine Antwort auf die Fragen, die er nicht verstand.
Was er aber verstand, war die Tatsache, dass Sybella sich sehr über das Treffen mit diesem Mann zu freuen schien. Das Ende dieses Treffens jedenfalls, gipfelte darin, dass nun beide Kutschen NICHT zur Stadt sondern in die genau andere Richtung fuhren. Merkwürdig. Wieso denn jetzt auf einmal?
Er war wieder aufgestiegen und fuhr zusammen mit dem Bloden auf dem Heuwagen, während Sybella und der andere Mann, dessen Blicke ihn förmlich ausgezogen hatten, in der anderen Kutsche waren. Varus glaubte manchmal, dass Sybella nicht gern in seiner Nähe war und er hatte auch sonst festgestellt, dass er eine … seltsame Wirkung auf Menschen hatte. Meistens waren sie überrascht und manchmal von Angst erfüllt. Er betrachtete die Wunden und gestand sich ein, dass er natürlich einfach anders war als ein Mensch, aber… Er hatte einen Namen… Er hatte Kleidung… und er hatte einen… annährend menschlichen Körper, nicht wahr? Er war doch mehr Mensch als Monster, oder nicht?

Sie fuhren den mehr oder weniger guten Weg entlang und hielten vor einer Hütte. Am Oberen Ende war eine Art Turm, der Oben eine Art… Balkon hatte? Er war wohl durch eine Luke im Boden zu erreichen. Ruß war auch von dort zu sehen, wo Varus stand. Vermutlich konnte dort oben ein Feuer entfacht werden. Als er das feststellte, legte er ganz unvermittelt eine Hand auf seinen Oberbauch, als habe er schmerzen und sah sehr überrascht aus. Dann schloss er die Augen und schließlich war es scheinbar wieder vorbei. Er folgte zum Eingang des Hauses und sah sich flüchtig um.

Talon lag auf einer Unterlage aus Stroh und harrte der Dinge. Sie hatten sich notdürftig versorgen können und ihnen war versichert worden, dass Hilfe im Anmarsch war. Umso überraschender war es schließlich, dass ausgerechnet der Unhold und das Mädchen eintrafen. Talon lachte einmal freudlos und mit einer Stimme, die an reißendes Papier erinnerte auf und schien ja köstlich amüsiert.
Varus betrachtete den Mann und dann Lemon, schließlich Sybella, die einfach los rannte. Er streckte die Hand kurz aus, als wolle er sagen ‚Halt!‘ , aber schon waren sie und Lemon verschwunden. Nun… was jetzt? Er musste wohl… warten? Er hatte keinen blassen Schimmer, aber schon wurde auch jemand angewiesen, seine Wunden zu behandeln. Wieder wurde er gemustert und schließlich verkündete der kleine Mann andauernd, was für eine gute Arbeit sein Körper war. Varus sah an sich herab und zog das Hemd aus, als man ihn dazu aufforderte. Teilnahmslos saß er da und harrte der Dinge, während Talon ihn einfach nur argwöhnisch betrachtete. Der Kerl schien wirklich keine Schmerzen zu kennen. Das Iod würde furchtbar schmerzen! Das wusste Talon zumindest jetzt schon, aber der Unhold zuckte nicht Mal.
Während der gesamten Prozedur betrachtete Varus den Arzt, wie er nun erkannt hatte stumm, bei seiner Arbeit. Er hörte ihm zu und erkannte, dass er in ihm eine … gelungene Schöpfung sah. Eine Schöpfung, etwas Gutes! Etwas Großartiges! Auch wenn er nicht das Gefühl hatte, dass es hierbei um die Fleischliche Hülle ging, sondern eher… darum, dass seine Seele im Diesseits war. Schließlich erkannte Varus, dass sich dieser Mann wohl wirklich auskannte, bei dem, was er so sprach.
Trotzdem blieb Varus stumm und wartete. Lemon würde zurück kommen. Da war er sich sicher.

Auch Talon war sich darüber sehr sicher. Hatte er diesen Teufelskerl dort doch so unbedingt finden wollen. Außerdem, was sollte er auch machen? Hinterher rennen war wohl keine Option. Er konnte sich kaum mehr bewegen. Außerdem versank seine Welt auch eben in einem roten Schleier aus Schmerz, als die Behandlung mit dem Iod vollzogen wurde. Er hatte so viel Körperbeherrschung nicht zu schreien, aber ein klägliches Stöhnen verließ seine Kehle dann doch. Er seufzte leise und schloss die Augen. Er wollte zwar mit Clemens reisen, aber im Moment war ihm einfach alles egal und er fühlte sich hier sicher. Sollte er zurückgelassen werden, würde er auch selbst einen Weg nach Hause finden. Er brachte wirklich Ruhe, schließlich hatte er seinen Körper bereits zum äußersten getrieben.
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Clemens

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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Mai 04, 2015 1:30 am

Als Clemens Syella hinterher lief musste er die Decke, welche er über seinen nackten Oberkörper geschlungen hatte, fest halten, damit sie nicht von dem starken Wind an der Küste fortgeweht wurde. Zu seiner Erleichterung drosselte sie ihr Tempo nach wenigen Schritten bis sie schließlich vor dem großen Baum hinter dem Leuchtturmhaus anhielt und sich mit einer Hand an dem Stamm abstützte. Clemens näherte sich ihr langsam von Hinten.
Sie hielt ihren Kopf gesenkt und er konnte sie leise schluchzen hören.
Gerade als er seinen Arm hob und sie an der Schulter berühren wollte wirbelte sie herum und schaute ihn mit rot unterlaufenen Augen wütend an.
"Wieso lässt du mich nicht einfach in Frieden!?", schrie sie ihn an. "Ich wäre heute beinahe ein halbes Dutzend Mal gestorben!"
Clemens Augen weiteten sich ein wenig.
"Ja, das ist mir bewusst", sagte er und versuchte seine Stimme ruhig zu halten, um sie nicht unnötig zu beunruhigen. Er sah wie sie zu zittern begann und dass sie ihre Arme um ihre Taille schlang, um sich warm zu halten.
Clemens Augen huschten einen Augenblick nach links unten, dann öffnete er die Decke, warf sie um Sybellas Kopf und deckte sie in die warme Decke ein.

Sybella war überrascht und ihre Wangen färbten sich Rosa. Sie sah unbewusst auf seine Brust, wo ihr die seltsame Tätowierung auffiel. Sie wandte ihren Blick von ihm ab.
Clemens streckte ihre Hand nach ihrer aus und führte sie vorsichtig an seine Brust, an das Tattoo.

"Keine Sorge, ich verspreche dir, dass solange ich lebe, dir kein Leid geschehen wird!", sagte Clemens und drückte ihre Hand fester.
Ein schwaches Lächeln huschte über ihre Lippen und sie musste sich von ihm Lösen, um nicht in ein lautes Lachen zu verfallen.

"Gebt keine Versprechen, die Ihr nicht gedenkt einzuhalten, Knappe!", sagte sie spielerisch zu ihm.
Clemens schmunzelte.
"Das werde ich nicht, Mylady. Wenn ich ein Versprechen gebe, dann gedenke ich es einzuhalten."
"Und was ist mit dem Versprechen, mich zu meiner Mutter zu bringen?"
Clemens Augenbrauen zogen sich zusammen. Er hatte seine Mission erneut vergessen.
"Das war kein Versprechen", sagte er schließlich nach kurzem Überlegen. "Es ist ein Auftrag, den ich vorhabe zu erfüllen."
Auch Sybellas Mimik änderte sich wieder.
"Warum?", fragte sie.
Clemens schaute sie verwirrt an.
"Warum sollst du mich zu ihr bringen? Sie hat mich als Kind in die Obhut meines Onkels gegeben -" sie tauschte kurz einen deutenden Blick mit Clemens aus, der ihm signalisierte dass sie nicht vergessen hatte, dass er ihren Onkel getötet hatte. "War er auch ein Auftrag?"
Clemens nickte zur Antwort und sie erwiderte sein Nicken als Zustimmung, dass sie wenn nicht unbedingt vergeben, doch zumindest akzeptieren würde.
"Meine Mutter hat mich die letzten 15 Jahre nicht sehen wollen, warum ausgerechnet jetzt?"
"Ich weiß es nicht", gab er ihr als Antwort. "Ich habe nur den Auftrag bekommen und ein Foto von dir."

Sybella drehte sich wieder von ihm ab und schaute zum Meer hinaus. Sie stand einige Minuten regungslos da, streifte sich nur ab und an eine Strähne, welche im Wind tanzte, aus dem Gesicht und lauschte dem Meer.

Clemens beobachtete, dass sich auf dem Kanal zwischen dem briganischen und dem franyesischen Festland etliche Kriegsschiffe auf Patrouille lagen.

"Unsere Weiterreise scheint unter einem schlechten Stern zu stehen.", stellte Clemens fest. "Wir sollten zurück zum Leuchthaus. Wir müssen noch vor dem Abendrot aufbrechen."

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Varus

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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mi Mai 06, 2015 1:42 am

Talon und Varus waren in dem Haus geblieben. Wo sonst sollte Varus auch hin und Talon kämpgfte mit den Schmerzen in seiner Seite. Er war eigentlich recht hart im Nehmen, dennoch brauchte er Ruhe. Er sah zu dem Unhold und fragte: „Woher kommst du?“
Keine Antwort seitens des… merkwürdigen Geschöpfes vor ihm. Talon musterte das reglose Gesicht des Mannes, der kein mann war und seufzte. Hatte er überhaupt eine Antwort erwartet? Eigentlich nicht.
„Wie ist dein Name?“
„Varus.“
„Oh? Dann sprichst du ja doch. Reist du schon lange mit Clemens?“
Der Unhold betrachtete Talon desinteressiert und ihm stellte sich nur eine Frage: Wer war denn bitte Clemens? Wieder bekam Talon also keine Antwort, weshalb er resignierend seufzte.
„Du willst nicht so gerne reden, was?“
Was war denn das für eine Frage? Varus konnte nichts mit dem Mann anfangen, der ihn hier mit Fragen löcherte und er konnte auch nicht wirklich was mit den Fragen anfangen.
„Bist du ein Mensch?“
Auch das wusste Varus nicht so genau. Er schätzte nicht, auch wenn er nichts dagegen hätte einer zu sein. Als er dem Untoten gegenübergestanden hatte, hatte er für einen kurzen Moment das Gefühl gehabt, dass er nie ein Mensch gewesen war, dass seine Worte, das Knie nur vor einem solchen jedoch zu beugen, nicht wahrer hätten sein können. Seine Gedanken waren leer und verheddert. Und sein Gedächtnis ein graues Wabern, wie einst sein Gefängnis.
„Du bist also nur in der Lage deinen Namen zu sagen?“, fragte Talon unzufrieden.
„Nein.“ Immerhin etwas, was er beantworten konnte.
„Woher kommst du?“
Nun woher? Woher kamen die Menschen? Wohin gingen sie? Wer konnte denn bitte DARAUF antworten. Talon sah unzufrieden aus und beschloss, es aufzugeben. Er würde ja doch nichts aus dem Kerl herausbekommen, dann hatte er eine Idee. „Also wenn du nicht auf meine Fragen antworten möchtest, dann kann ich ja vielleicht DEINE beantworten?“ Varus sah auf den Boden. Seine Fragen? Ja was hatte er denn für fragen? Er machte sich darüber keine Gedanken. Wichtig war, zu funktionieren und zu tun, was man ihm sagte. Oder? Dann sah er auf und in seinen Augen war absolut keine Regung auszumachen. „Also?“, drängte Talon und Varus öffnete kurz den Mund, dann schloss er ihn wieder und schließlich sagte er monoton und nüchtern, wie sonst auch: „Wer ist Clemens? Woher komme ich? BIN ich ein Mensch?“ Talon sah ihn mit halb offenem Mund an und schüttelte schließlich den Kopf. „Also… Ob Mensch oder nicht… Du BIST auf jeden Fall die merkwürdigste Kreatur, die mir je begegnet ist.“
Damit schien das Gespräch wohl beendet. Sie schwiegen sich an und schließlich erhob sich Varus, als Lemon wieder eintrat und Sybella im Schlapptau hatte. Es war gut. Dieses Mal fiel es Varus gar nicht auf, dass er… sich gewünscht hatte, Sybella würde mit Lemon zurückkehren.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So Nov 13, 2016 7:58 am

"Nein, du bist kein Mensch", sagte Clemens, während er hinter Sybella durch die Türe trat und sie hinter sich wieder zuzog. Der starke Regeneinbruch hatte ihn und Sybella überrascht. Nass und unterkühlt betraten sie die warme Stube und stießen bereits nach einem Schritt gegen den kleinen Tisch, welcher in der Mitte des Raums stand.
"Nicht mehr. Die Bausteine, die der Doktor benutzt hat um deinen Körper zu erschaffen, gehörten einmal Menschen, doch was er da zusammen gesetzt hat ist bei Gott nichts menschliches."
Clemens stellte sich in die Mitte des Raumes an den Tisch und lehnte sich mit seinem Gesäss an die Tischkante. Von hier aus konnte er Talon und seinen Unhold sehen und auch Sybella gesellte sich zu ihnen nachdem seine Worte ihre Neugier erweckte. Der alte Leuchtturmwärter hatte ihnen beiden je ein Tuch zum Abtrocknen gereicht. Sybella setzte sich neben Talon an eines der Betten und trocknete sich die Haare.
Clemens machte eine lange Pause, in der er nach seiner Zigarettenschachtel kramte, die er triefnass aus seiner Hosentasche zog. Enttäuscht drückte er die halbvolle Schachtel mit der Faust zusammen. Der Leuchtturmwärter reagierte schnell und warf ihm eine seiner trockenen Schachteln zu. Clemens bedankte sich mit einem stillen Nicken und setzte sich einen Stängel an die Lippen. Mit einem Streichholz - welches ihm ebenfalls vom alten Knott zugeworfen wurde - zündete er das Teil an und paffte einige wenige Züge an die Decke.
Als würde Clemens erst jetzt bemerken, dass sich die Aufmerksamkeit Aller auf ihn gerichtet war, fuhr er fort:
"Du bist nur eine Seele, ohne Körper. Dieser Körper ist nur eine Leihe, die ich für dich ausgesucht habe. Woher du kommst, oder wer du früher warst, kann ich dir selber noch nicht sagen. Ich habe dich - oder wohl eher deinen Seelenstein - auf einem Schwarzmarkthandel erworben. Ich bin dein Meister, ICH bin Clemens."

Clemens drückte sich vom Tisch weg und überwandt mit nur einem kurzen Schritt den Abstand zum Unhold.
"Wie nanntest du dich vorhin?", fragte er und klang dabei strenger als beabsichtigt.
"Varus?"
Er schaute den Unhold noch einmal prüfend an und hob dabei prüfend eine Augenbraue.
"Nein, du bist kein Varus. Aber wenn du es dir wünscht, dann darfst du ab jetzt diesen Namen tragen."

Die Eingangstür wurde aufgeschlagen und eine Gestalt stand in der Dunkelheit dahinter. Die frühe Dämmerung war herein gebrochen und die Gestalt trug eine große Kapuze über den Kopf um sich vor dem Regen zu schützen. Dennoch konnte man erkennen, dass es sich um eine Frau handelte.
"Trjtt ejn, Wejb und schljezz dje Tür hjnter djr. Du läzzt dje Kälte jnz Hauz!", maulte sie der Zwerg an und die Frau reagierte sofort. Sie drehte sich zu ihrer linken Seite und gab offensichtlich jemandem, der neben ihr Stand einen kurzen Befehl, dann tratt sie durch die offene Türe und eine dritte Gestalt zu ihrer rechten Seite, sowie eine vierte direkt hinter ihr folgten ihr auf dem Fuss. Während die zweite Person offensichtlich draussen bleiben musste, schloß die dritte Person die Türe hinter sich und setzte sich die Haube vom Kopf. Auch der vierte, ein kleiner Knabe, zog sich seinen Mantel ab und wurde von dem Leuchtturmwärter sofort mit einem halbfeuchten Tuch begrüßt. Der Knabe hatte unverkennbar einige Merkmale von Seiten seines Großvaters geerbt.
Ein Schwall Regenwasser platschte auf den Holzboden und um die Stiefel der dreien bildete sich eine große Pfütze.

Der Zwerg wartete nicht lang und trat an die weibliche Person, die ebenfalls ihre Kapuze abgesetzt hatte. Sie war von einer älteren Erscheinung, zwischen 50 und 60 Jahre, hatte kurzes, schwarz Haar mit weißen Strähnen und ihre linke Gesichtshälfte war von mehreren kreisförmigen Narben unterschiedlichen Größen überseht.
"Agnez, mejne Ljebe."
Der Zwerg griff nach ihrer behandschuhten Hand und schüttelte sie kräftig.
"Wje jch ez berejtz befürchtet hatte, werden wjr eure Hjlfe brauchen, um daz Land zu verlazzen."
Die Frau schien dem Zwerg nicht weiter Beachtung zu schenken, legte sich den Mantel ab und warf sie ihrem Begleiter zu, einem jungen, fülligen Mann.
Der kleine Raum schien kaum Platz für weitere Personen zu bieten, geschweige denn sich um zu drehen und dennoch schaffte es die Frau mit einigen langen Schritten elegant um den Tisch herum zu tänzeln und landete schließlich vor dem bewusstlosen Finn.
Sie wandte ihren Blick wieder zum Zwerg.
"Gehört der Nordmann zu euch?"
Der Zwerg wiederum sah zu Sybella und diese zu Clemens.
"Nein", antwortete dieser kurz und knapp.
Sybella sprang auf.
"Doch!"
Sie schaute in Clemens strenge Augen.
"Er hat mir das Leben gerettet! Wir können ihn nicht zurück lassen. Sie werden ihn umbringen, foltern oder schlimmeres! Wenn wir ihn hier lassen, dann ist er dem Tode geweiht!"
Clemens seufzte.
"Wie steht es um ihn, Professor?"
"Der Wjkjnger jzt zwar noch njcht wjeder bej Bewuzztzejn, doch zejn Zuztand jzt ztabjl. Ejn Tranzport wäre zjcherljch mögljch, jedoch anztrengend."
Clemens schaute mehrfach von dem bewusstlosen Jungen, zu Sybella und zurück.

Schließlich schien er sich entschieden zu haben.
Clemens wandte sich zu der Frau.

"Er kommt mit uns."
Alle schauten überrascht zu Sybella.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So Nov 13, 2016 10:10 am

Varus sah Clemens an, als er gerade wieder herein kam. Er erklärte, was Varus hatte wissen wollen und obwohl es irgendwie keiner körperlichen Natur war, schmerzte es in seinem tiefsten Innersten, wie er mit ihm sprach. Er war der Meister. Der, der ihn in die Welt geholt hatte, der, der die Graue Stille zerstört hatte und er war es gewesen, der den Unhold in diesen Körper… gesteckt hatte? Der Körper war eine Leihgabe… Würde er auch in anderen Körpern verweilen können? In Körpern, die nicht so… abstoßend auf andere wirkten? Varus sah zu Sybella. Würde sie ihn weniger meiden, wenn er einen anderen Körper hatte? Ihn weniger fürchten? Er senkte nun seinen Blik. Clemens oder Lemon verlangte seinen Gehorsam und nun fragte er ihn, nach seinem Namen. Varus sah ihn wieder an. Fast schuldbewusst. War doch aber so… wer sehnte sich denn bitte nicht auch danach sich irgendwie zu integrieren, sich mit anderen zu vergleichen, war eben das einzige, was er hatte tun können, da ihm ja niemand was gesagt hatte, außer irgendwelche Befehle… Befehle… Varus sah zu dem blonden Mann, der außer Gefecht dort herum lag. Er hatte ihn töten sollen, nun war er verarztet worden, Clemens schien das nicht zu bemerken, oder es war ihm wohl egal, aber…

Eine neue Person kam herein. Du bist nur eine Seele Aber machte die Seele ein Lebewesen nicht erst zu einem solchen? Und doch war seine Seele nicht so flüchtig, wie die der Sterblichen. Wer also war er mal gewesen? Wieso war seine Seele in einem Seelenstein? Wieso in drei Teufels Namen war er noch hier?!
Die Frau schien ein Gest des Zwerges zu sein, der seinen Körper und seine ganze Existenz so bewundert hatte. Vielleicht überraschte es diesen ja auch, dass Varus‘ Auferstehung keineswegs das Werk irgendeines Mannes war, sondern allein Clemens zu verdanken war. Varus saß noch immer auf seinem Platz und nun sah er auf, zu seinem Gebieter. Eben wollte er ihn ansprechen, als die Frau sprach und Clemens sich scheinbar mit Sybella uneins war. Nachdem Clemens sich über den Zustand erkundigt hatte, schien Sybella einen Entschluss gefasst zu haben, aber Sybella entschied etwas anderes. Varus erhob sich nun endlich und dann drehte er sich zu dem Jungen um. Er zog einfach das nächstbeste Schwert und schien nun für alle anwesenden entscheiden zu wollen, wie das Schicksal des Jungen sein sollte: Tod.

Talon indes sah dem ganzen eher aufmerksam und zurückhaltend zu. Er fragte sich abermals, wo er hier hereingerutscht war. WER waren diese Leute nur und schon das letzte Mal war es so gewesen, dass sich ihm für eine beantwortete Frage zwei neue auftaten. Es war schrecklich, aber auch spannend und irgendwie wollte er zurück zu seinem Orden, also… Erst mal einfach mitspielen. Wenn Clemens nach Indien wollte, konnte er bequem mitreisen. Auf der anderen Seite war er in der kurzen Zeit SO oft in Schwierigkeiten geraten, dass es vielleicht auch ratsam war, nicht weiter mitzukommen… Immerhin hatte er teilweise erfahren, was es mit dem Monster auf sich hatte. Er sah auf zu dem Untoten, der entschlossen den Nordmann töten wollte. „Was zum…?“
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mi Nov 16, 2016 9:37 am

"Wie bitte? Nein, er bleibt hier. Er wird uns nur aufha...", noch ehe Clemens seinen Satz beendet hatte, erahnte er eine Bewegung des Unholdes aus dem Augenwinkel und sah gleichzeitig, wie sich Sybella diesem panisch in den Weg warf.

"NEIN!", kreischte sie ihn an. "Du darfst ihn nicht töten!"
Sie schaute zu Clemens. "Er darf ihn nicht töten. Bitte! Wenn du ihn verschonst, dann komme ich mit dir mit ... und mache auch keine Mätzchen."

Clemens zögerte einen Augenblick lang.
"[dic ad], Varus. Lass ihn leben. Fürs erste."

...

"Ihr könnt ihn nicht hier lassen", sagte der Leuchtturmwärter. "Die Navy wird meinen Leuchtturm sicherlich als erstes durchsuchen."
"Wir können ihn bei uns aufnehmen", sagte die ältere Frau. "Wir besitzen einige Verstecke hier in Dover. Was auch immer ihr mit ihm vor habt, wir sollten in spätestens 5 Minuten aufbrechen."
Clemens nickte.

"Prinzessin, du bleibst bei Herrn Doktor!"
Clemens ignorierte ihre Entrüstung und wandte sich an seinen Unhold.
"Varus, du beschützt Sybella mit deinem Leben!"
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Do Nov 24, 2016 3:53 am

Das Mädchen versperrte dem Unhold den Weg. Sie schützte den Blonden mit ihrem eigenen Körper und Varus hielt inne. Sie schien ja wirklich außer sich zu sein, doch Varus ließ die Klinge weiterhin bedrohlich über den Beiden schweben. Er konnte den Jungen auch töten, wenn Sybella auf ihm lag. Einen Moment länger, wenn Clemens gezögert hätte und Varus hätte das Leben dieses Mannes beendet. Er sollte ihn leben lassen. Aber noch wichtiger: Er hatte ihn wirklich beim Namen genannt! Das war immerhin eine kleine Freude. Vorerst und so steckte er die Klinge zurück in die Scheide. „Wie ihr befehlt.“, sagte er nur und dann blickte er in die Runde. Mit seinem geborgten Körper. Er hatte verstanden, dass Clemens in ihm keine echte Person sah und war es nicht auch so? Er war eine Seele, die sich in anderen Körpern an diese Wirklichkeit klammerte und wenn nicht, so existierte er trotzdem…. Irgendwie. Seine Existenz war Blasphemie.
Talon richtete sich leicht auf und sagte dann: „Soll ich euch begleiten?“ Er sah kurz auf seine verbundene Wunde und befand, dass er durchaus in der Lage war zu laufen, aber eigentlich sollte er sich wirklich ausruhen. Auf der anderen Seite aber, würde er natürlich tun, was Clemens sagte. Schließlich bezahlte er ihn.
Varus nahm auch den zweiten Befehl entgegen und sagte : „Das werde ich.“ Das Fräulein schien entrüstet und Varus fragte sich, ob es schlau war, sie hier zu lassen, wenn die Navy alles hier absuchen würde. Am Ende würde sie diese Leute noch benutzen, um sich von ihm zu befreien. Nun… er würde bei ihr bleiben und sie schützen, ganz gleich, wo sie sich dann aufhielt. Und welcher sterbliche konnte IHN schon aufhalten?
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mi Nov 30, 2016 10:56 am

Clemens schickte den Doktor, die Prinzessin - wie er sie nach wie vor neckisch nannte -, sowieo das untote Monster Varus, zusammen mit einem der Rebellen in der Kutsche des Doktors voraus.
Die beiden Leuchtturmwärter und der verletzte Normanne nahmen mit der Rebellenführerin die zweite Kutsche und fuhren einen kleinen, von Clemens vorgegebenen Umweg.

"Kennst du das Prinzip der Verbrannten Erde?", fragte Clemens Talon, nachdem sie beide alleine zurückgeblieben waren.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mi Nov 30, 2016 11:09 am

Varus , Sybella und der Zwerg sollten also voraus gehen. Und wohin? Eine Frage, die er nicht stellte und die ihm auch nicht beantwortet wurde. Er sollte nur in die Kutsche steigen und auch Sybella, die ihn als erste von allen freundlich behandelt hatte, sollte mitkommen. Sie weigerte sich jedoch und Clemens schien nicht die Geduld zu haben, sich damit zu befassen, also agierte Varus. Er griff einfach nach ihrem Handgelenk. Sie hatte ihn schon einmal mit einem Stock verarscht. Dieses Mal ließ er das nicht zu und so zog er sie kurzer Hand einfach zu sich und warf sie sich über die Schulter. Sollte sie zetern und schreien. Er wollte ihr gewiss nicht wehtun, aber sein Griff war unmissverständlich und fest. Er brachte sie zur Kutsche und ignorierte all ihre Versuche frei zu kommen. Er empfand ohnehin keinen Schmerz und auch ihre Stimme war eher schön, als ärgerlich. Er setzte sie unsanft in die Kutsche, weil ihm einfach das Feingefühl fehlte und achtete darauf, dass sie nicht einfach auf der anderen Seite wieder ausstieg, indem er ihren Arm weiter fest hielt. Dann setzte auch er sich und ignorierte weiterhin was sie tat oder sagte. „Die Befehle des Herrn Clemens sind eindeutig.“, sagte er nur und wartete darauf das es los ging.

Talon blieb jedenfalls mit Clemens zurück, der ihn nach einer unschönen Sache fragte. Er nickte und meinte: „Aye. Keine Sache, die ein Herrscher leichtfertig aufgibt. Hab es mal erlebt. Es war kalt und wir waren hungrig. Es gab absolut nichts…“ Er schien sich kurz daran zu erinnern und sah dann fragend zu dem jungen Mann namens Clemens auf. „Wieso fragst du?“
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