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 Das Rädchen dreht sich...

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Varus



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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mi Feb 08, 2017 10:53 am

Talon ließ die beiden Maschinen vorbei ziehen und drückte sich hinter die Zeltwand. Als die beiden vorbei waren, fasste er einen Entschluss: Er würde Clemens befreien und ihn auf dem gleichen Weg, wie er selbst gekommen war, hier raus holen. Sein Plan war schon zurechtgelegt, als ihn eine Stimme unterbrach. Er betrachtete die Insassen und musterte die Frau. Er hatte keine Wahl. Er musste jetzt handeln, um das Zeitfenster zu nutzen. Wie ein Schatten schlich er hervor und kniete sich vor das Schloss. Er holte seine Dietriche hervor und knackte das Schloss fachmännisch. Das war leicht. Das Schloss sprang auf und Talon zog die schwere Gittertür auf. Er fackelte nicht lang und ging in den Käfig. Er hatte die Trennwand vorher nicht wirklich wahrgenommen, aber so musste er wenigstens nicht fürchten, von der anderen Person aufgehalten zu werden. Er glaubte, dass sie die Stimme gewesen war und hatte keine Zeit mehr gehabt, um einen etwaigen Unsichtbaren auszumachen, da die Frau sich keinen Millimeter bewegt hatte, als mit ihm gesprochen worden war. Er zog Clemens also angestrengt hoch und versuchte ihn zu schultern, um ihn fortzuschaffen. Die Nachbarzelle interessierte ihn einen feuchten Scheißdreck. Sollte sie hier verrotten, das war nicht sein Problem.
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Clemens



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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mi Feb 08, 2017 11:42 am

Die Jägerin schien erfreut, als sie Talon mit dem bewusstlosen Clemens erblickte. Doch ihre Freude weichte schnell Empörung, als sie erkannte, dass er kein Interesse daran gehabt hatte, den anderen Gefangenen zu befreien. Sie schmollte, wollte ihm jedoch trotzdem wortlos folgen, als sie erneut die Frauenstimme vernahm.

"Hast du mich etwa vergessen, Talon?"

Als sich Talon zum Käfig zurück dreht, erkennt er das erschöpfte Gesicht seines Kapitäns.
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Varus



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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mi Feb 08, 2017 12:07 pm

Talon zog den erschlafften Körper von Clemens aus dem Käfig und huschte mit ihm um die Ecke. Doch dann blieb er wie angewurzelt stehen. Wieso hatte er es nicht eher erkannt? Langsam, fast als traue er sich nicht, drehte er sich um. Er blickte in das Gesicht der Frau, die ihn angeheuert hatte. Sie klang so… weich und lieblich. Wenngleich ihr die kratzige Stimme ihrer Marter, die sie erlebt haben musste jegliche Eleganz nahm, klang sie so geschwächt doch GANZ anders als auf … oder auch unter Deck. Ihr sonst so streng geflochtenes Haar war offen und von Blut und Dreck verklebt. Ihr Gesicht war schmutzig und geprügelt. Er hatte sie nicht erkannt. Talon drehte sich wieder von ihr weg und sagte leise: „Nein.“ Er hatte sie nicht vergessen, aber einfach nicht erkannt. Er machte noch einen Schritt und dann blieb er wieder stehen. Ein Mörder mit Gewissen… Sein Lehrmeister hatte ihm schon mehr als einmal gesagt, dass sein verdammtes Gewissen ihn irgendwann töten würde. Er sah zu Clemens und zur Jägerin. Sie war älter, aber nicht nutzlos. „Bringt ihn zu euch!“ Er biss sich auf die Lippe und sah sie dann mit einem weit weicheren Blick an, als er es je für möglich gehalten hatte. „Bitte…“ Er übergab ihr den jungen Mann und drehte sich zum Käfig.
Er hatte mit dieser Frau nicht nur gezecht oder gewürfelt. Sie war sein Ticket aufs Schiff gewesen und er hatte viel Zeit mit ihr verbracht, bis sie endlich zugestimmt hatte. Zu viel Zeit, um sie nun einfach ihrem Schicksal zu überlassen. Zu viel Zeit, als dass er sie einfach vergessen konnte und viel zu viel Zeit, als gut für ihn gewesen war. Es war immer gefährlich zu viel Zeit mit jemandem zu verbringen, der nur Mittel zum Zweck war, aber Talon war noch viel anfälliger, als die meisten seiner Blutjungen-Brüder. Er hatte nicht nur einmal ihre Koje geteilt und auch wenn er nichts dabei empfand, seinen Körper, für derlei Vergnügungen herzugeben, so erinnerte er sich an die Zeit, in der er ein Liebhaber und kein Mörder war. Es war nicht das erste Mal gewesen, sich jemandem einfach hinzugeben, für den er nichts empfand, aber Mina … ob nun bewusst oder nicht, sie hatte ihm einfach Frieden geschenkt. Danach, wenn sie einfach nur sein Haar gestreichelt hatte.
Er schlüpfte zur Zellentür, nachdem er gesehen hatte, wie die Jägerin Clemens fortschaffte und versuchte das Schloss zu knacken.
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Clemens



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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So Feb 12, 2017 6:50 am

Clemens hielt den Arzt zurück, als dieser versuchte ihn zu verarzten. Das Wohlergehen von Sybelle war ihm wichtiger.
"Die Kugel kriege ich nicht heraus. Nicht unter diesen Umständen. Die Kutsche ist zu unruhig."
Clemens nickte.
"Varus, fahr in die Stadt."
Er deutete auf die Lichter am Horizont.
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Varus



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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mi Feb 15, 2017 9:54 am

Varus hörte, was der Arzt sagte und es störte ihn. Es störte ihn sehr, dass er Sybelle nicht helfen konnte. Dieser verdammte Mensch, der sie angeschossen hatte, trug Schuld daran und eigentlich trug auch der Doc Schuld daran. Er selbst ja auch, aber was hätte er machen sollen? Würde er nicht existieren, wäre es vielleicht auch nie dazu gekommen. Er verstand noch immer nicht den Sinn seiner Existenz und es zermürbte ihn. Er hörte den Befehl und gehorchte. Er hatte gelernt, dass die Schilder, die auf den Pfaden aufgestellt waren zu verschiedenen Städten gehörten und deren Richtung auswiesen. Er fragte: „Wie heißt die Stadt, Meister?“ Er wartete die Antwort ab und entschied sich einfach an der nächsten Kreuzung in die Richtung der Lichter zu fahren. Er blieb im konstanten Tempo und irgendwann fragte er Clemens: „Wieso bin ich hier?“

Talon konnte auch dieses Schloss ohne viel Mühe knacken und ging in die Zelle hinein. Er streckte die Hand nach der Frau aus, die ihm so viele Stunden gewidmet hatte. „Komm!“ Er musterte sie und verlangte nach ihrer Hand, indem er ganz leise und liebevoll ihren Namen sagte: „… Mina.“
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 9:09 am

"Du bist hier, weil ich es dir befehle!"
Clemens klang ganz offensichtlich etwas gereizt.
"Fahr einfach in die nächste Stadt und stell mir keine dummen Fragen mehr!"
Offensichtlich schien er sich unter großen Schmerzen zusammen zu krümmen, doch lehnte er jegliche Behandlung durch die anderen ab.

---

"Hast ja lang' genug gebraucht, dich wieder an meinen Namen zu erinnern, Streuner."
Die Frau reichte ihm ihre Hand. Ihre Haut schimmerte im Licht der Fackeln Golden. Ihre dunkelroten Haare hatte man ihr kurz geschoren und ihr Gesicht war von dunklen Flecken überseht.

Als er ihr aufhalf, lächelte sie ihm schüchtern zu. Ruckartig riss sie ihr Knie hoch und hoffte ihn genau dort zu treffen, wo es ihm am meisten weh tun würde.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 10:07 am

Die Antwort fiel nicht zur Zufriedenheit von Varus aus. Im Gegenteil, es erschreckte ihn fast, wie schroff Clemens mit ihm umging. Auf der anderen Seite war er ja auch verletzt. Vielleicht ermüdete ihn das auch einfach nur oder er hatte so starke Schmerzen, dass jede Behelligung zu viel war. Varus schüttelte leicht den Kopf und schob die Gedanken beiseite. Er antwortete nur: „Verstehe. Wie ihr wünscht.“
An der Kreuzung sah er ein Schild. Ein Arm zeigte nach links, worauf stand: ‚Folkestone‘ der rechte Arm sagte: ‚Küste‘ Das war wohl eindeutig. Varus lenkte die Pferde nach links und nahm nur kurz das Tempo heraus, ehe er die Rösser wieder antrieb. Sie fuhren auf die Lichter am Horizont zu.


‚Streuner‘. So hatte sie ihn früher schon genannt. So hatte sie ihn eigentlich schon seit seiner ersten Begegnung genannt. Diese hatte er damals auch absichtlich herbeigeführt, damit er ihre Aufmerksamkeit bekam. Er dachte daran zurück, doch die Erinnerung versank plötzlich in einer wahren Flut aus Schmerz. Er war abgelenkt und ohnehin erschöpft gewesen und so hatte er vergessen, wie ihr letztes Zusammentreffen abgelaufen oder eben nicht abgelaufen war.
Der Schmerz nahm ihm erst den Atem, wobei er sich nach vorn beugte und seine Kronjuwelen hielt. Er sank auf die Knie und gab ein Stöhnen von sich, was sich erst wie das Winseln eines Hundes anhörte und dann in einem leisen wimmern verebbt. Er stützte den Kopf auf dem Boden auf und spreizte die Beine leicht. Ihm war speiübel und um ein Haar hätte er in die wenig komfortable Unterkunft Minas gekotzt. Er wollte etwas zu seiner Verteidigung sagen. Doch nur der Gedanke an Worte schmerzte.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 10:47 am

"Ach komm', so groß, wie du dich anstellst, waren sie doch eh nicht gewesen", flüsterte Mina und stieg mit einem großen Schritt über Talon hinweg.
"Wenn du mit dir selbst fertig bist, dann sollten wir von hier verschwinden."
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 10:56 am

Na DIE hatte leicht reden. Talon gab noch einmal einen Seufzer von sich und drehte den Kopf leicht. Er versuchte sich aufzurichten und entschied, dass er es lieber noch nicht tat. War ja nicht auszuhalten. Er hatte das wirklich nicht verdient! Diese Hexe! Talon unternahm einen weiteren Versuch sich aufzurichten und hangelte sich an den Gitterstäben hoch. Er knurrte: „Ich… hätte dich in der Zelle lassen sollen!“
Er funkelte sie an und in seinen Augenwinkeln schimmerten noch Tränen. Was hatte sie sich denn DABEI gedacht? War das etwa der Dank dafür, dass er sie befreit hatte? Er ging ihr vorsichtig nach. Es tat so weh! Der Schmerz strahlte in seinen Bauch ab und zog sich seine Schenkel hinab. „Hexe!“, fluchte er sehr leise. Die roten Haare passten hervorragend zu ihr. Er fragte sich nur, wie sie hier gelandet war. Erst als sie das Lager verlassen hatten, sagte er: „Das letzte Mal, als du die ‚Größe‘ begutachtet hast, waren sie zumindest groß genug, um dich zum Schweigen zu bringen, hu?“
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 11:06 am

"Hätte-Hätte-Fahrradkette!"
Die Frau schien genau zu wissen wohin sie wollte, denn sie kämpfte sich ziemlich zielsicher in die Wälder vor.
"Das aber auch nur, weil ich von seinem Gestank die Luft anhalten musste", zischte sie ihm zurück. "Jetzt stell dich nicht so an, wie eine Landratte. Wer waren denn die Alte von vorhin? Deine nächste Matratze?"
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 11:15 am

Talon seufzte. Er hatte ja nicht ahnen können WIE eifersüchtig diese Frau sein konnte. Das Problem war nur, dass er nicht wusste, wie er sie beschwichtigen sollte. Sie war ein Ebenbild der See: Schön und voller leben, aber ebenso stürmisch und zerstörerisch. Sie war wie die sanften Wellen, die einen davon trugen und genauso unbarmherzig, wie ein Sturm. „Die Alte? Ich habe dich vermisst und sie sah dir so ähnlich.“ Tat sie nicht. „Die Luft angehalten? Dann kamen deine leisen Seufzer, meines Spitznamens wohl von wem anders? Soweit ich mich erinnere, hast du doch recht angestrengt geatmet.“ Noch immer schmerzte es, aber Talon würde sich nun nicht länger die Blöße geben. Ihr gegenüber nicht.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 11:48 am

Mina machte auf der Stelle eine Kehrtwende und stampfte gezielt auf Talon zu. Kurz vor ihm riss sie wieder ihr Knie hoch, doch anstatt es voll durch zu ziehen, stoppte sie ihr Bein auf halbem Wege und holte stattdessen mit ihrer Linken für einen Schlag von unten gegen seine Nase aus.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 11:56 am

Nun schienen ihr wohl die Worte zu fehlen, wie? Talon sah zur Seite, um in den Wald zu spähen. Er wollte auf keinen Fall noch irgendwelche bösen Überraschungen erleben. Mina war offenbar wirklich wütend auf ihn. Sie schlug förmlich einen Haken und … nochmal würde sie ihn nicht erwischen! Er wehrte ihr Knie ab, doch bemerkte seinen Irrtum zu spät. Eben wollte er noch ihre Faust aufhalten, als es auch schon tüchtig klingelte. Sie traf ihn voll und unbarmherzig, was dafür sorgte, dass er wie ein Brett nach hinten kippte und Sterne sah, während Blut aus seiner Nase schoss und erneut kleine Tränen in den Augenwinkeln funkelten. Er hielt sich benommen die Nase und stöhnte. Er konnte nicht mal genau sagen, was geschehen war. Fakt jedoch war, dass Mina ihn deutlich schneller und geschickter in Erinnerung hatte. Talon war wirklich sehr beeinträchtigt, wenn er eine angetäuschte Attacke nicht mehr von einer echten unterscheiden konnte und das Serum hatte nicht nur seinem Körper zugesetzt, sondern auch seiner allgemeinen Wahrnehmung. Talon setzte sich auf und ließ das Blut laufen. Er verlor keinen Ton dazu und sah einfach auf den Boden. Auch ihm war nun die Lust an den kleinen Sticheleien vergangen.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 12:14 pm

Mina stellte sich vor Talon, setzte ihm ihren linken Fuß auf die Schulter und stieß ihn wieder zu Boden. Sie kniete sich nieder und lehnte sich zu ihm runter.
Sie küsste ihn zärtlich für einige Sekunden. Dann biss sie sich an seiner Unterlippe fest.

Nachdem sie sich wieder von ihm gelöst hatte, leckte sie sich die Lippen.
"Getrunken hast du jedenfalls nichts. Zumindest in den letzten Stunden. Bist du einfach nur fett und träge geworden, oder hast du wieder dieses Teufelszeug genommen?"
Ihre grauen Augen starrten ihn wütend an.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 12:43 pm

Talon war es eigentlich schon fast egal, was sie mit ihm anstellte. Er kniete vor ihr und sie warf ihn erneut um. Dieses Mal jedoch weitaus weniger brutal. Talon sank auf den Rücken und Mina beugte sich über ihn, wo sie dann ihre weichen Lippen auf die seinen legte. Zärtlich küsste sie ihn und Talon schloss die Augen. Erst als Mina sich löste öffnete er sie wieder und sah sie an. Sie leckte sich über die Lippen, die sich mit seinem Blut befleckt hatten und stellte fest, dass er nichts getrunken hatte. Er war noch leicht benebelt, aber dann wurde er hellwach, als sie ihn auf das Serum ansprach.
"Wovon... redest du?" Er hatte es nie in ihrer Gegenwart genommen. Aber man konnte die Einstichstellen an seinem Hals sehen, wenn man sehr genau hin sah. Wie oft hatte sie seinen Hals schon geküsst? Hatte sie es vielleicht gesehen? Wusste sie gar, was er in Wirklichkeit war? Talon wurde schlecht. Er wandte den Blick ab. Er war ein hervorragender Lügner, aber manchmal hatte er das Gefühl, dass sie seine Gedanken lesen konnte, wenn sie ihn nur ansah.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 12:54 pm

Mina schaute ihm eine lange Zeit tief in die Augen, dann richtete sie sich wieder auf. Ein glänzender Schimmer lag auf ihren Augen als sie sich von ihm abwandte.
"Vergiss' es, Arschloch!"
Sie wischte sich mit der Hand über das Gesicht.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 1:02 pm

Großartig... Talon richtete sich erneut auf. Er musterte sie. Hatte er richtig gesehn? Wollten ihm seine Sinne nun Streiche spielen? Hatte sie Tränen in den Augen? Er war sich nicht sicher. Verdutzt sah er sie an. Das passte so gar nicht zu ihr. Er schüttelte den Kopf. Er musste sich irren. Besser er sagte nichts mehr. Jedes weitere Wort würde nur dazu führen, dass sie wieder darauf einging. Und das konnte er nicht gebrauchen. Er sah sich um. Der Morgen war schon fast da. "Wir haben uns verirrt.", stellte er nun trocken fest. Er war die Wildnis nicht gewohnt und würde nie zum Haus der Jägerin finden. Minas Angriffe trugen zumindest sehr dazu bei. Er versuchte aufzustehen, schaffte es und schwankte. Er hielt sich die Hand vor den Mund und zum ersten Mal, seid er dieses Zeug nahm und die Nachwirkungen ausbaden musste, zitterte seine Hand. Sonst bekam er das schnell in den Griff, aber jetzt? Er ballte die Hand zur Faust und sagte: "Gehen wir weiter."
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 1:08 pm

Mina erschrak, als die alte Jägerin aus einem Busch gesprungen kam. Sie konnte einen Schrei soeben noch unterdrücken. Die Jägerin deutete den beiden ihr zu folgen.

Sie brachte Mina und Talon zurück zu ihrer Hütte, die nun, mit dem ohnmächtigen Clemens und den drei weiteren Personen mehr als überfüllt war und ebenso ungemütlich.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo Feb 20, 2017 1:13 pm

Talon erschrak sich ebenfalls. "Verfluchte...!" Er sah die Jägerin an und steckte seinen Dolch wieder weg, den er zwar schnell, aber nicht so schnell wie sonst gezogen hatte. Er folgte der Frau und sie brachte ihn und Mina in ihr Heim. Clemens lag bewustlos herum und Talon kniete sich zu ihm. Es war eng und ungemütlich in der Hütte. Clemens rührte sich nicht und atalon versuchte seine Wunden zu identifizieren. Die Jägerin war seiner Bitte nachgekommen und hatte ihn hergebracht. Wirklich schön. "Clemens! Wach auf!", sagte er ernstgemeint.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Gestern um 8:49 am

Clemens zuckte zusammen.
"Nein! Ich ... ich muss sie doch noch in Sicherheit bringen ...", flüsterte er leise.

Er kippte nach hinten über, verlor sein Gleichgewicht und drohte aus der Kutsche zu stürzen.

---

"Nein! Ich ... ich muss sie doch noch in Sicherheit bringen ..."
Clemens öffnete die Augen. Sein Augen starrten einen Augenblick lang kalt und leer in den Raum, ehe er Talon wahrnahm.
Er blinzelte verloren und versuchte sich zu orientieren.
"Wo sind wir?"
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Gestern um 8:58 am

Varus sah nach hinten, als er Clemens leises Flüstern vernahm, die Worte aber nicht genau hörte. Er sah ihn mitleidlos an und bemerkte, dass der Arzt mit Sybelle beschäftigt war. Er verlangsamte die Kutsche und schließlich ging er zu seinem Meister, als die Pferde standen und packte diesen, um ihn nun nach vorne zu tragen, wo er ihn auf den Schoß nehmen wollte, damit er nicht noch aus der Kutsche fiel.

Talon sah verwirrt zu Clemens herab. „Sie ist… in Sicherheit.“, sagte er nun etwas verstört, da er glaubte, er würde von Mina sprechen. Er fuchtelte mit der Hand vor Clemens Gesichtsfeld herum und versuchte seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen. „DU bist jetzt in Sicherheit.“ Er sah zur Jägerin. Sie hatte sich auch schon mal um IHN gekümmert, vielleicht würde sie das selbe nun auch für seinen… Kameraden tun. „Könnt ihr ihm helfen?“, fragte er sie nur.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Gestern um 9:50 am

"Ähm, Streuner!"
Mina versuchte Talon auf ihre Umgebung aufmerksam zu machen.
Die einstige Hütte, die bereits zuvor keinen besonders charmanten Eindruck hinterlassen hatte, zeigte nun im schräg einfallenden Licht der Morgendämmerung ihr wahres Gesicht. Eine halb zusammengefallene Ruine aus Holz, größtenteils von der Natur zurück erobert.

Die Jägerin trat aus dem Schatten, als sie Talon ansprach. Ihr einst friedliches Gesicht war nunmehr eine graue Maske des Schreckens. Ihre Haut und ihr Fleisch von Maden zerfressen, das langes weißes Haar in Strähnen. Die leeren Augenhöhlen schwarz wie die Nacht und ihre Kehle vom Gebiss eines Bären zerrissen.

Die Jägerin trat zu Clemens und zog etwas aus ihrer Seitentasche, was sie ihm sogleich unmittelbar an den Mund hielt. Einige vergammelte braune Kräuter. Weiße Maden krabbelten unter ihrer grauen Haut hervor und verteilten sich über den Kräutern.

"Ehm ... Okay, danke für deine Hilfe, Yvyne."
Clemens schob ihre Hand sanft von seinem Gesicht weg.
"Aber nein Danke."

---

Der Schleier über dem Körper, den Varus in die Arme genommen hatte, hatte sich gelüftet. Varus hielt den kalten Körper eines jungen Mannes in den Armen.
"Das ist Simon", sagte der Arzt, welcher seine Behandlung kurz unterbrochen hatte. "Er ist erst heute Nacht verstorben. Wie kommt er hierher?"

---

Clemens' Auge hatte aufgehört zu bluten. Sein Arm sah schlimmer aus als es tatsächlich der Fall war. Die obersten beiden Schicht seiner Haut waren schwer verbrannt, doch mit der richtigen Behandlung und genügend Zeit würde sie wohl größtenteils Narbenlos verheilen.

"Ich hatte gehofft, diesen verbotenen Zauber nie anwenden zu müssen. Die Toten sollte man ihrer Ruhe nicht berauben." Die letzten Worte sagte Clemens in Ägyptisch.
Er schaute mit seinem gesunden Auge zu Mina.
"Möchtest du uns nicht vorstellen, Streuner? Wie ist es euch eigentlich ergangen?"
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Gestern um 10:32 am

Talon blickte leicht ärgerlich zu Mina, als sie ihn rief und folgte dann ihrem Blick. „Was zum…“ Er wich instinktiv zurück. Er sah sich um. Die Hütte, war… eigentlich eine verfallene Ruine und die stumme Frau war eine... ja was? Eine wandelnde Leiche? Maden krochen aus ihrem Fleisch und die toten Augenhöhlen konnten einem wirklich Schauer über den Rücken jagen. Was war hier los?
Schockiert betrachtete er die ganze Szene vor sich und wich noch ein Stück zurück. Clemens lag noch immer dort und schien aber nichts Ungewöhnliches hieran zu finden. Waren sie einer Illusion erlegen gewesen? Er hatte diese Frau angefasst! Oder besser sie ihn. Sie hatte seine Wunden versorgt! Ein unbestimmtes Gefühl machte sich in ihm breit. Er sah fast zögerlich an sich herab und betrachtete die Bauchwunde, die nun schon mehrfach behandelt worden war. Zuletzt jedoch von dieser… Kreatur! Bildete er es sich ein, oder bewegte sich da etwas? Er sah schnell woanders hin und so file sein Blick auf die Hand der „Jägerin“.
Er beobachtete das Kräutergemisch und die Maden, die hervor krochen. Scheiße! Er hatte das Gefühl unter all seinen Verbänden würde es kribbeln und er beruhigte sich, dass er sich das nur einbilden würde. Just, als Clemens sich für die Hilfe bedankte, erinnerte Talon sich dass sie ihm auch schon Kräuter aus eben jener Tasche gegeben hatte. Er hielt sich die Hand vor den Mund, beugte sich leicht nach vorn und gab einen Würgelaut von sich. Er sah zum alten Kessel und wagte nicht auch nur dran zu denken, was er noch alles zu sich genommen haben mochte. Er schloss die Augen und wieder erschienen die Maden, vor seinem geistigen Auge, wie sie eben aus der Haut krabbelten und in einen Eintopf fielen.
Talon schwankte leicht, torkelte und dann stolperte er zurück gegen die Restwand, an welcher er benommen herab rutschte und bleich, wie ein Gespenst war. Er war ein Blutjunge… Er hatte schon viel gesehen, hatte wirklich viel über sich ergehen lassen und ertragen, aber DAS war die Krönung des Ekels!

Varus wollte eben den geschundenen Leib von Clemens nach vorn tragen, als er sich veränderte. Ungerührt, sah Varus dabei zu und schließlich hatte er einen fragenden Gesichtsausdruck. Der Leib war eiskalt und in seiner Brust schlug kein Herz. Eben so wie bei ihm. Das war wirklich ungewöhnlich! Wo war Clemens denn hin? Was war hier los? Varus sah zu Sybelle. Ganz gleich, wer oder was das gewesen war. Sybelle brauchte Hilfe. Varus würde seine Fahrt fort setzen. Er legte den Toten mit hinten hinein und schob ihn an die Seite. Dann ging er wieder nach vorn auf den Kutschbock und ließ die Kutsche wieder anfahren.
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Clemens



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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Heute um 10:19 am

Auf Clemens' fordernden Blick hin trat Yvyne zurück.
"Du hast doch wohl hoffentlich nichts von ihr angenommen, oder Talon?"

Clemens hielt es für das Beste die verfallene Hütte zu verlassen und sich schließlich mit den anderen wieder zusammen zu schließen.
"Sybelle und die anderen sind nicht weit von Folkestone. Wenn wir uns beeilen, und Yvyne uns führt, dann sollten wir sie dort bald auffinden."

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