Endzeit

Der Anfang vom Ende ist vorbei. Wird dies nun das Ende eines Neuen Anfangs werden?
 
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 Das Rädchen dreht sich...

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Varus

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BeitragThema: Das Rädchen dreht sich...   Do März 05, 2015 11:59 pm

Daroir spürte, wie ihm die Klinge durch die Brust drang. Nein! Es durfte noch nicht vorbei sein! Nicht jetzt! Er musste doch noch so viel tun! Er hatte seine Aufgabe noch nicht beendet! Wütend schwang er seine Schwerter, enthauptete den Angreifer und fiel. Er sah in den blauen Himmel. Nur noch eine Frage der Zeit, bis ihm die Sicht genommen werden würde. Die stichwunde hatte seine Lunge durchbohrt, aber sein Herz schlug noch, nicht wahr? Er sah sich kurz um. Nein. Er konnte hier noch nicht sterben! Er stad mühsam auf und dann wirbelte er wie ein Wirbelsturm durch die Reihen seiner Feinde. Man hielt ihn eigentlich für tot und die Wunde in seiner Brust zeugte auch davon, doch er konnte noch nicht sterben. Er kämpfte sich bis nach vorne. Und dann preschte er den Hügel hoch. Dort saß er hoch zu Ross dieser Bastard, dessen Tod er verschulden würde. Pfeile durchbohrten ihn, doch er rannte weiter. Mechanisch. Er warf sein Krummschwert und es durchbohrte den König, als sei er aus Butter… Mit einem Grinsen ging Daroir nun in die Knie und betrachtete den Leib der vom Pferd rutschte. Es war vorbei. Erneut kippte er auf den Rücken und rutschte ein Stück den Hang hinab. Dort wurde er von einer anderen Leiche gebremst. Eine Frau beugte sich über ihn, war sie eine Walküre? Holte sie seine sterbliche Seele in die Welt danach, um sie unsterblich zu machen? Er wusste es nicht. „Deine Seele wird mir gut dienen…“ Ergaben diese Worte Sinn? War sie eine Göttin? Er spürte, wie ihm sein Geist entwich und wie ihm sein Lebenslicht erlosch. Die Schlacht am Hügel von Jericho würde in die Geschichte eingehen, denn dies war der Große Sieg der Allianz gegen die Feindlichen Truppen der Yoménië. Die Schlacht, die den ersten großen Krieg für die Menschen entschied. Daroir würde als Held verehrt werden, doch davon wusste er nichts, als er starb und dies war auch nicht seine Absicht…

Endlos… Nichts. Wie lange war er schon hier? Er hatte es vergessen. Er hatte keinen Körper. WAR er ein ER? Wie war sein Name? Was seine Bestimmung? Was war das hier? Nichts… Gähnende Leere und kein Empfinden. Was war der Zweck seines Seins? Hatte die Welt aufgehört zu existieren? War er gefangen in der Unendlichkeit? War er nur ein Teil eines Bewusstseins, was die Erinnerung an ihn fest hielt und er deshalb nicht weiter konnte?
Wie lange schon trieb er umher? Zu lange. Immer wieder die gleichen Fragen. Wer? Wie lang? Warum? Woher? Wohin? Seine Gedanken überschlugen sich. Waren es seine Gedanken? So viele Fragen… Auf die er niemals eine Antwort erhalten konnte. Er wollte schreien, aber er hatte keine Stimme. Graues Nichts und unablässige Einsamkeit. Manchmal hatte er es gespürt. Manchmal hatte er eine Erschütterung in seiner grauen Welt, die aus Nichts bestand gespürt. Doch niemals brach die Hülle um ihn her. Schrecklich. Er hatte aufgehört sich zu bedauern und hatte sich dem Schicksal ergeben. Wie lange schon? Er hatte vergessen, woher er kam. Hatte seinen Namen und sein Leben vergessen. Hatte er ein Leben zuvor gehabt? Nein. Er war nur der Teil eines Bewusstseins. Gefangen in tristem Grau. Immer wachend, niemals schlafend, nicht tot nicht lebend. Er war unsterblich, aber im selben Maße unfähig etwas zu tun. Sein größter Wunsch, WENN er sich denn mal den Luxus zu wünschen gestattete war es zu sterben.
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Clemens

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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa März 07, 2015 5:03 am

Mit leisem Knirschen und Knarzen kamen die hölzernen Räder der modernen Kutsche vor dem großen Anwesen zu stehen. Mit einem kräftigen Ruck und einem kurzen Befehl, bremste der Kutscher die beiden eingespannten Pferde. Noch ehe die ersten Hausdiener den kurzen Weg zur Kutsche geschafft hatten, sprang der Diener, welcher mit der Kutsche mit gereist war, von seiner Bank herab und öffnete die Türe der Kutsche.
Ein modisch elegant gekleideter Mann trat auf die oberste Stufe der Kutsche und blinzelte gegen die Sonne zum prächtigen Stadthaus. Sofort zog er einen Zylinder hervor und setzte ihn auf seine  eingefetteten Haare.

"Die Kisten kommen sofort auf mein Arbeitszimmer, Percival!", erwiderte der Mann knapp zu seinem persönlichen Diener und sprang dann aus der Kutsche.
"Sofort, Herr Doktor!", sprach Percival, während sein Herr auch schon an ihm vorbei zum Haus stürmte.
Ein junges, sehr adrett gekleidetes Mädchen, die Nichte des Herrn Doktor, kam aus dem Haus gelaufen und sprang ihrem Onkel um den Hals: "Guten Morgen Onkel, wie war deine Reise? Wie lief deine Anhörung bei der Akademie?"
Der Mann brummte, drückte sie von sich weg und schaute sie streng an.
"Diese Stümper vom Hohen Rat der Akademie! Feiglinge, allesamt! Welchen Nutzen hat denn die Akademie, wenn wir es noch nicht einmal wagen an unsere Grenzen zu gehen?"
Das Mädchen sah ihn mit traurig zusammengezogenen Brauen an.
"Das heißt?"
"Das heißt sie haben mir den Etat gestrichen, diese Tore!"

Während ihrer kurzen Unterhaltung kamen die Hausdiener an die Kutsche und trugen mehrere hölzerne Kisten in unterschiedlichen Größen in das große, moderne Reihenhaus.

Nachdem das Mädchen ihren Onkel wieder beruhigt hatte, galt seine Aufmerksamkeit wieder den Kisten.
"Percival! Achte darauf, dass diese Männer keine der Kisten beschädigen, der Inhalt ist sehr zerbrechlich und für meine Forschung von unsagbarer Wichtigkeit!"
"Von unsagbarer Wichtigkeit, Herr Doktor!", erwiderte dieser nur und lief zu den Dienern, um sie daran zu erinnern vorsichtig zu sein.
Nichtsdestotrotz rannte der Doktor den ersten Dienern hinterher und schimpfte mit jedem einzelnen, aus Angst um seine Mitbringsel.

Ein ungewöhnliches, lautes Geräusch ließ das kleine Mädchen aufschrecken und sie erblickte eine Kutsche, die sich ohne Pferd fortbewegte.
"Ein seltsames, eigenartiges Gefährt, dieses Automobil", stellte sie, zum Kutscher gewannt, fest. "Kannst du dir vorstellen ohne Pferd zu reisen?"
"Mit nichten, Mylady", antwortete dieser. "Aber vielleicht würde es dann auf den Straßen weniger stinken.", erwiderte der Kutscher und die junge Frau kicherte leise.

Die Kisten wurde mit aller Mühe, aber wie befohlen in das Arbeitszimmer des Hausherren im Dachgeschoss gebracht. Der Doktor war bereits in seinen Kittel gekleidet und stand einer der Kisten gebeugt. Vorsichtig ließ er die erste Kiste von Percival öffnen, doch ließ er niemand anderen, als sich selbst, das mit Formaldehyd gefüllte Gefäß aus der Kiste entnehmen. In dem Formaldehyd schwamm der vollständige Arm eines erwachsenen Mannes.


Zuletzt von Clemens am Sa März 07, 2015 6:24 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Varus

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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa März 07, 2015 5:55 am

Der Doktor war nicht erfreut gewesen über den Besuch in der Akademie und das wohl auch zu Recht, schließlich hatten sie ihm (schon wieder!) vor den Kopf gestoßen. Percival verstand nicht viel von dem, was der Doktor tat, aber er kannte die Namen der Geräte und überwachte das Verladen der Kisten und dass sie sicher an ihrem Bestimmungsort ankamen. Jede Kiste war sorgfältig nummeriert und der Doktor wusste genau in welcher Kiste er was vorfinden würde. Es war aufregend und irgendwie doch gruslig zu gleich, was er vorhatte. Doch Percival kümmerte es nicht, gegen welche Gesetze und Normen sie verstoßen würden, da er einfach nur tat, was von ihm verlangt wurde. Er kümmerte sich nicht mal wirklich darum, dass er an etwas Großem Teil haben würde, wenn das Experiment gelingen würde.
„Nummer drei.“, sagte er und öffnete die vernagelte Kiste, in der ausgestopft mit Stroh das erste Gefäß wartete. Nur der Doktor selbst durfte die Teile, die für ihn von unschätzbarem Wert waren heraus nehmen. Ein menschlicher Arm. Es würden noch mehr Leichenteile folgen…
Percival machte alle Kisten auf. Der Doktor sortierte sich alles so, wie er es brauchte und Percival folgte seinen Befehlen genau. Schließlich konnten sie damit beginnen, den Körper zusammenzusetzen. Gewissenhaft arbeitete der Herr Doktor und Percival reichte an, was benötigt wurde. Sie begannen mit dem Torso, der nicht ganz vollständig war. Zu allererst brauchten sie den Stabilisator des Körpers. Sprich: Eine Wirbelsäule mit Rippenbögen. Der Torso an sich war leer und die Haut mit einem großen Y-Schnitt durchtrennt. Das Gewebe endete über dem Bauchnabel, der also effektiv nicht vorhanden war und später würde dort mehr Haut eingefügt werden. Erst mal musste der Körper gefüllt werden.
Verschiedene Organe mussten zusammengefügt werden, wobei auch mehrere Skizzen des menschlichen Körpers an eine Wand hefteten. Eine Lunge samt Luftröhre wurde eingesetzt, wobei sie oben am offenen Schlund endete. Auch ein großes kräftiges Herz wurde eingesetzt und mit dem vorhandenen Adergeflecht vernäht. Eine heiße Nadel wurde benutzt um die Adern zu verschweißen. Der Torso war wohl das schwierigste an der ganzen Sache. Ein Bauchfell und Rippenfell wurde vernäht und eingefügt. Nun konnten die restlichen Innereien eingefügt werden. Magen, Leber und Darm. Die Speiseröhre wurde ebenso hoch durch den Schlund gezogen. Die Nieren folgten und lagen halb auf dem Tisch. Anschließend konnte das Becken mit dem Unterkörper angefügt werden. Die Haut war ohnehin so blass, dass kein Unterschied festzustellen war. Der Blutkreislauf würde die Haut des Monsters auch nicht betreffen, weshalb er für immer wie eine Leiche aussehen würde.
Die gesamte Situation war befremdlich und unbegreiflich, doch Percival blieb, trotz seiner Blässe standhaft und ging dem Doktor zur Hand. Er hielt die Haut offen, hielt hier und da die Instrumente fest, drückte Organe zur Seite und stopfte sie fest. Immer wieder redete er sich ein, dass es bloß Fleisch war und gar nichts dabei wäre.
Nach und nach setzte sich der Körper also zusammen und schließlich, als die letzte Kiste gelehrt und das letzte Stück seinen Platz gefunden hatte, betrachtete Percival das… Ungeheuer und sagte etwas leise und doch unnachahmlich Trocken: „Der Kopf fehlt, Herr Doktor.“ Er sah noch mal in den Kisten nach, nicht wissend, dass noch gar kein Kopf vorhanden war. Fast bedauernd stellte er fest: „Es ist kein Kopf da.“
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Clemens

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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa März 07, 2015 6:31 am

Der Doktor nickte. Zugleich als Zustimmung an Percival, aber auch zur Zufriedenheit über das fertige Objekt vor ihnen.
"Der Kopf war schon immer hier", nuschelte der Mann leise und ging an die große Standuhr an der Wand, welche laut im Sekundentakt klickte. Behutsam zog der Doktor eine Schnur unter seinem Hemd hervor, an dem sich ein goldener Schlüssel befand. Der Schlüssel rastete ein und entriegelte die Tür zum Inneren. Ein großes rundes Gefäß, wieder gefüllt mit Formaldehyd, stand darin und in ihm schwamm ein Kopf mit geschlossenen Augen.

Sabella, die Nichte des Doktors, klopfte an die Tür und kam auf sein Rufen herein.
"Das Abendessen ist angerichtet, Onkel", flüsterte sie leise und verängstigt. Ihr Blick huschte über den Tisch, den der Diener rechtzeitig mit einem weißen Tuch abdecken konnte. Dann fiel ihr der nicht angerührte Teller auf dem Beistelltisch neben der Türe auf, auf dem das jetzt kalt gewordene Mittagessen ruhte. Erst jetzt ging ihr Blick zu ihrem Onkel, den sie erst im halbdunkel des Raums suchen musste. Die wenigen Glühbirnen, welche der Doktor erst vergangenes Jahr hatte installieren lassen, beleuchteten den Raum zwar besser als die alten Öllampen, vermochten es jedoch dennoch die Dunkelheit vollends zu vertreiben.

Sie ließ das Tablett in ihrer Hand fallen, als sie das Gesicht in seinen Händen wieder erkannte.
"Papa?", japste sie erschrocken.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa März 07, 2015 8:27 am

Percival sah den Doktor an. Der Kopf war schon hier? Nun, dann war ja wohl alles in bester Ordnung. Er ging zur… Uhr? Ein ungewöhnlicher Ort für einen Kopf. Er zog einen Schlüssel hervor und machte den Korpus der großen Uhr auf. Dort war tatsächlich ein Kopf. Die geschlossenen Augen und geschwungenen Brauen, die fahlen Gesichtszüge… Der Kopf gehörte zu des Doktors Schwager! War das möglich?! Eine Eisenblock bildete sich in Percivals Magen und das Blut wich aus seinem Gesicht. Hatte er… Nein. Der Doktor hatte doch nicht seinen eigenen Schwagergetötet. Dafür MUSSTE es eine vernünftige Erklärung geben! Percival hatte stets geglaubt, dass sie ein sehr gutes Verhältnis zueinander hatten, warum sonst, sollte er seine Tochter bei ihm in der Obhut lassen?
Leider kam es, wie es kommen musste: Das Mädchen – Sabella – kam herein und sah was sie niemals zu Gesicht hätte bekommen dürfen. Nun, wenn das Experiment gelingen sollte, hätte sie es eh gesehen, aber… Den bloßen Kopf? Percival sah kurz zum Doktor und dann zu Sabella. Was nun?
Sabela stand da wie versteinert, den Blick nicht von dem Gefäß nehmen könnend, wo noch diverse … Adern? Aus dem Hals ragten. Sie begriff nicht, was das sollte und begriff nicht, warum ihr Vater da in dem Glas… Sie hauchte das Wort, was man benutzte, wenn man von seinem Erzeuger sprach und dann wurde ihr schwarz vor Augen. Sie kippte um und lag nun auf dem Boden.
Percival zog die Brauen ein wenig hoch und sagte. „Sie ist umgekippt, Herr Doktor.“ Als sähe er das nicht selbst. Unschlüssig stand der treue Diener mitten im Raum und wusste nicht, was er nun machen sollte. Das Mädchen weg bringen, oder lieber weiter dem Doktor helfen. Er selbst beschloss erst mal nicht weiter nachzudenken, warum der Kopf von Master Eric da in dem Glas zu finden war.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa März 07, 2015 9:33 am

"Dummes Kind!", schimpfte der Doktor und stellte das Gefäß auf dem Tisch zu den zusammengesetzten Leichen. "Wie oft hatte ich ihr schon gesagt, dass sie nicht ohne meine Zustimmung herein kommen soll! Bring sie auf ihr Zimmer, Percival!"

Während Percival mit dem Mädchen verschwand, kehrte der Doktor zu seinem Experiment zurück. Langsam öffnete er den Deckel vom Gefäß. Behutsam hob er den Kopf mit beiden Händen aus dem Formaldehyd und setzte den tropfenden Kopf auf ein Stofftuch an die Stelle, wo es später auf dem Torso des Unholds sitzen sollte. Mit vorsichtigen Bewegungen trocknete er den Kopf mit einem weiteren Tuch, ehe er den Kopf an seine Position legte und mit der - hoffentlich letzten - Operation begann.

Mit akribischer Genauigkeit und chirurgischer Perfektion setzte er nacheinander die Speise- und Luftröhre, die Nervenenden, die Knochen und schließlich das Fleisch zusammen. Die letzten Stunden des Tages vergingen und der Doktor blendete die Welt um sich herum aus.

Erst zur späten Nachtstunde setzte er sein Operationsskalpell zum letzten Mal an und trennte den Nähfaden. Als sich die Spannung vom Faden löste, schnappte die Haut an der genähten Stelle wieder zurück.

Der Doktor schaute auf, wischte sich den Schweiß von der Stirn und presste seine ermüdeten Augen zusammen. Als er sie wieder öffnete, schaute er in das grelle Licht der Glühbirne über dem Operationstisch. Als er sich nach all den Stunden zum ersten Mal wieder umschaute, stellte er fest dass Percival die Scherben bereits weggeräumt hatte und den Lichtschirm näher an den Operationstisch gebracht.

Der Doktor seufzte, blickte auf das Gesicht und strich ihm vorsichtig über die Wange.
"Bald bist du wieder Mein", hauchte er leise, lehnte sich runter und legte seine Lippen auf die seine.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa März 07, 2015 9:50 am

Percival sah zu dem Mädchen herab und dann war er erleichtert, se in ihr Zimmer bringen zu dürfen. Er tat, was der Herr verlangte und deckte sie vorsichtig zu. Das arme Kind. Er schüttelte leicht den Kopf und ging zurück zum Arbeitszimmer, wo er leise und ohne aufzufallen die Scherben wegräumte und den Boden sauber machte. Besser er störte den Herrn Doktor nun nicht noch, sonst würde er nur einen Fehler machen und IHM am Ende noch die Schuld zuschieben.
Er verhielt sich ruhig und stellte fest, dass das Licht schlechter wurde, weil ja auch die Sonne unterging. Er schloss die Fensterläden und richtete langsam und ruhig den Schirm der Lampe näher an die Operationsstätte. Der Doktor schien es kaum mitzubekommen, während er gewissenhaft und präzise arbeitete. Der Kopf sah fast so aus, als würde er nur schlafen. Er war in einem guten Zustand.
Percival zog sich wieder zurück und schließlich ging er ganz hinaus, um nicht weiter zu stören. Er ging hinunter in die Küche und bereitete einen Beruhigungstee zu und auch ein Abendessen, für den Doktor. Er hatte den Körper fast fertig gestellt, aber Percival konnte sich noch immer nicht vorstellen, dass dieses Monster sich irgendwann wieder selbstständig bewegen könnte. Nun, wie dem auch sei. Er würde den Doktor nicht in Frage stellen. Die restliche Dienerschaft hatte sich schon zurückgezogen und so brachte er dem Mädchen den Tee auf einem Stövchen. Gleich würde er sich wieder um sie kümmern, falls sie aufwachen sollte. Vorher jedoch würde er dem Herrn Doktor das Abendessen bringen.
Auf leisen Sohlen kam er wieder hinauf und öffnete leise die Tür. Er hörte den Doktor murmeln und beobachtete dann, wie dieser dem Toten die Lippen aufdrückte. Bei allen Göttern! DAS hatte er nicht sehen wollen. Erschrocken machte er augenblicklich Kehrt, lief hinaus und blieb schnell atmend an der Wand stehen. Fast besorgt blickte er auf die Tür, die nun mehr angelehnt war und zweifelte an dem eben gesehen. Er nahm allen Mut zusammen, stellte das Tablett vor der Tür ab und klopfte lauter als normal. Er sagte nur: „Essen steht vor der Tür!“ Dann ging er mit langen schnellen Schritten zu Sabella.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa März 07, 2015 10:52 am

Der Doktor löste sich schließlich von den Lippen seines Geliebten und strich ihm erneut übers Gesicht.
"Ein letztes noch, dann bist du soweit, mein Liebster", sagte er und wandte sich an einen großen, massiven Kasten an der Wand. Er nahm sich zwei kupferne Klemmen, trug sie wieder zum Tisch und befestigte je seitlich zur linken Brust und die andere auf Höhe des rechten Schulterknochens. In einer Linie zum künstlich eingesetzten Herzens.
Der Doktor trat vom Tisch weg, ging zur Steuerkonsole der Maschine und betätigte einen schweren Schalter. Augenblicklich flackerten die elektrischen Lampen im Raum. Ein großer Funken schlug quer durch den Raum und sprengte die Glühbirnen. Es war absolut Dunkel in dem Zimmer.

Der Doktor hörte ein leises Stöhnen.

Aufgeregt stürmte er zu seinem Arbeitstisch und stolperte dabei unbedacht über die dicken Kabel, die er an dem Unhold angebracht hatte. Phiolen, Papier und Apparaturen warf er zu Boden, ehe seine Finger die kleine Ersatz-Öllampe in die Hände bekamen. Mit zittrigen Fingern öffnete er das Ventil und versuchte dann das Öl mit dem Feuerzeug aus seiner Hosentasche zu entzünden.
Der goldene Lichtkegel reichte kaum weiter als sein ausgestreckter Arm. Zitternd hielt er die die Lampe über den Tisch und erleuchtete so sein Gesicht.

Die goldbraunen Augen seines Geliebten schimmerten ihn im Licht verstört an. Er keuchte noch ein letztes Mal, dann verblasste der hoffnungsvolle Blick in seinen Augen wieder und der Körper erschlaffte wieder.
"Was? Nein, NEIN!", kreischte der Doktor und suchte noch einmal verzweifelt nach einem Lebenszeichen. "Es...es muss doch funktioniert haben! Ich habe doch alles genauso getan wie man mir aufgetragen hatte! Was habe ich falsch gemacht?"
Plötzlich hörte er etwas an der Tür und schaute verärgert auf. Da hörte er auch schon Percival's Stimme und wollte ihn auch schon anschimpfen, da bemerkte er eine Silhouette im Dunkel.
"Perci...?", fragte er zögerlich und hielt dabei die Lampe etwas näher heran. "Kutscher? Was machst du denn..."

Der Doktor hörte nur noch ein leises Pfeifen, dann verlor er das Gleichgewicht und stürzte rückwärts gegen seinen Schreibtisch.
Der Kutscher kniete sich neben das Monster und zog sowohl einen weißen Kristall aus der Tasche, als auch einen kurzen Dolch aus einem Halfter. Vorsichtig legte er den Kristall auf die Brust des Monsters, dann schnitt er sich selbst mit dem Dolch die Handfläche auf. Er ließ ein paar Tropfen auf den Kristall fallen, dann riss er mit dem Messer die Bauchdecke des Monsters wieder auf. Mit einem schmatzenden Geräusch schob er den Kristall zwischen die Innereien. Er sang ein kurzes Chantra, dann leuchtete der Kristall im Inneren der Bauchdecke kurz auf.

"Die Umbra danken Ihnen für Ihre Dienste, Doktor Frankenstein", sprach der Kutscher und stellte sich aufrecht vor den Doktor hin.
Ein weiteres Summen, dann platzte der linke Augapfel des Doktors und er verstarb binnen weniger Sekunden.


Zuletzt von Clemens am Sa Jan 07, 2017 3:13 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa März 07, 2015 11:08 am

Grau… grau… grau. Endloses Grau. War diese „Farbe“ überhaupt grau? Hatte er sich nur ausgedacht, dass dieses Nichts grau war? War es in Wirklichkeit nicht vielleicht sogar grün? Oder blau? Gab es denn eine Wirklichkeit? Gab es eine andere Welt, als diese? Er meinte schon, war sich aber nicht sicher. Gerade dachte er wieder darüber nach, woher er eigentlich kam und ob es ein davor gegeben hatte, als er wieder eine leichte Erschütterung vernahm. Er störte sich nicht daran, denn es war eine Abwechslung. Viel mehr genoss er das sanfte kribbeln, was sein ganzes Sein durchzog. Dann jedoch geschah etwas Unvorstellbares. Die graue/blaue/grüne Leere bekam einen Riss. Einen schwarzen Riss! Ein Riss?! Splitter brachen ab, fielen in seine Welt und er wurde unaufhaltsam zu der Finsternis gezogen. War da eine Melodie? War dies nun das Ende? Der Anfang? Würde er jetzt sterben? Erlöst werden? Wollte er wirklich immer noch sterben? Er konnte es ohnehin nicht verhindern… er gab sich den Geschehnissen hin.

Seine Welt zersplitterte in tausend Scherben und dann immenser Druck. Lärm brach über ihn herein, obwohl es eigentlich Still war, doch diese Welt war lauter, als das absolute Nichts. Er wusste sogar nichts mit der Situation anzufangen. Er hörte eine Stimme. Seine Stimme? Es waren Laute, ein Keuchen ein ächzen. Er presste die Lider zusammen. Er spürte, dass er in einer neuen Welt gefangen war. Er konnte noch nicht wissen, dass diese neue Welt sein eigener Körper war. Er fühlte sich schwer. Das schwerelose Schweben war verschwunden und die harte Wirklichkeit schmetterte ihn förmlich nieder. Er schrie leicht auf. Es war kein wirkliches Schreien, sondern klägliche Laute, die seine eigene Kehle verließen. Er machte die Augen erneut auf, sah Schemen, Formen, Kontraste. Und er fühlte, schmeckte, hörte, sah und roch. War das die echte Welt? Er zappelte, bewegte sich. Seine… Glieder? Ja das war das Wort. Sie bewegten sich unkontrolliert und unbeholfen. Er spürte wie er von etwas herunter fiel. Das Gefühl zu fallen überraschte ihn und er atmete erschrocken ein. War das … geboren werden? Es war furchtbar und im gleichen Maße doch spannend. Es war so anders. Nicht mehr nur ein graues Dahintreiben, sondern echtes Sein!

Er lag am Boden und versuchte sich irgendwie zu orientieren. Anfängliche Neugier, wie auch Angst schlugen fast in animalische Instinkte um und er versuchte irgendwie aufzustehen, seinen Körper, wie er nun wusste unter Kontrolle zu bringen.  Da war ein Wesen. Ein Mensch? War das das passende Wort? Sicherlich. Schließlich kam er irgendwie auf die Knie und wie er da so hockte, traf ihn ein schwacher Lichtschein.

Die Tür ging auf und der treue Diener, der den Doktor hatte schreien hören schob mit einer Öllampe vorsichtig die Tür auf. „Doktor? Ist alles…“ Er sah etwas auf dem Boden kauern. Er schwenkte die Lampe und sah, dass es der nackte Körper des Monsters war. Er schien sich offensichtlich zu bewegen, zu atmen, zu LEBEN! Seine Hand zitterte, weshalb das Licht der Lampe tanzte. „Herr… Doktor?“, fragte er zaghafter, ja gar atemlos und schwenkte das Licht zurück in den Raum, nur kurz.

Der Körper des erschaffenen bewegte sich erneut und er zog sich am Tisch hoch, wo er sich versuchte aufzurichten. Immer noch war er vollkommen verwirrt, aber es war so gut! Er war nciht mehr in seiner grauen endlosen Leere! Alles was nun kam, konnte nur besser sein! Dachte er sich das wirklich? Oder war es eine vage Hoffnung, auf ein endliches Leben?
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa März 07, 2015 11:42 am

Clemens wirbelte herum und ließ seinen Arm in Richtung der Türe schnellen. Ein erneutes Pfeifen ertönte und ein scharfer Stich traf Percival an der Schulter und ließ ihn die Öllampe zu Boden fallen lassen. Diese zerbarst und der Boden ging in Flammen auf.
"Verdammt. Das war die letzte", sagte er und schaute zum erwachten Unhold. "Monster, töte diesen Kerl!"

Sybelle schreckte aus ihrem traumlosen Schlaf auf und richtete sich in ihrem Bett auf. Sie hörte ein Geräusch von oberhalb und wollte nach dem Rechten sehen. Sie schlüpfte in ihre Pantoffeln - offensichtlich hatte man sie in ihren Kleidern ins Bett gebracht. Ihr kam plötzlich das Gesicht ihres Vaters in Erinnerung. Das Gesicht hinter der Glasscheibe, welches ihr Onkel in seinen Händen hielt. Ihr Magen drehte sich um.
Langsam stieg sie die Stufen hinauf.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Sa März 07, 2015 12:34 pm

Percival keuchte auf, die Lampe ging zu Bruch und im Licht des Feuers sah er das Monster nun aufrecht am Tisch stehen. Halb gekrümmt war es und er hatte Schmerzen in der Schulter. Er wollte um Hilfe rufen, doch… er war starr vor Angst. Der neu erstandene bemerkte erst gar nicht, was los war. Er war… fasziniert vom Feuer. Er starrte in es hinein wollte es berühren und die Schroffen Worte, hallten in seinem Kopf. Monster, töte diesen Kerl!
Er blickte nun zu dem Mann, den er durch den Feuerschein sehen konnte, blickte zu dem am Boden sitzenden, dann wieder zum Feuer. Er streckte fast zögerlich die Hände leicht noch vorn, betrachtete auch diese und seinen nackten Körper. Aus seinem Bauch lief Flüssigkeit. Ach das faszinierte ihn. Töte… Es kam ihm vertraut vor. Zu töten? Er sollte handeln. Wer hatte ihn in diese Welt geboren? Der Mann, der zu ihm sprach? Monster… War er gemeint? Er hatte doch IHN angesprochen, nicht wahr? Ein Auftrag. Eine Bitte. Der Erwachte machte einen Schritt. Er machte einen zweiten und irgendwie fühlte es sich vertrauter an, als er es für möglich gehalten hatte.
Percival wimmerte, dass er ihn stoppen möge, dass er aufhören möge. Dass er leben wolle und nicht sterben. Doch der Erschaffene ging unerbittlich auf ihn zu. Ausdruckslos sah er auf den Menschen herab. Und schließlich versuchte er weg zu robben, zu fliehen. Oh nein. Er musste sterben! So verlangte es sein Erschaffer, sein Befreier aus der Unendlichkeit! Percival widerholte dauernd. „Der Herr ist mein Hirte… der Herr ist mein Hirte!“
Gerade grabschte Percival nach der Tür, riss sie auf, wollte fliehen, als er an seiner linken Fessel gepackt wurde. Er wimmerte und schrie auf, als hörbar die Knochen seines Sprunggelenkes brachen. Was musste das Monster nur für eine Kraft haben! Ein Mädchen stand fast direkt vor der Tür und musste eben mit ansehen, wie Percival am Hals in die Luft gerissen wurde. Sie konnte den Rücken des Leibdieners ihres Onkels sehen, wie er da in der Luft hing. Und dann durchschlug die Hand des Monsters den Brustkorb des Menschen. Er zerquetschte das Herz und kurz zuckte der Körper des Mannes ehe sein Lebenslicht erlosch und der schlaffe Körper auf der rechten Hand saß. Blut lief den Arm herab und mit einer beiläufigen Bewegung schüttelte er den Leib einfach ab. Er blickte das Mädchen an. Sie sah in die stechenden Augen ihres Vaters in sein mitleidloses Gesicht, was sie kurz musterte, aber dann wendete er sich ab und sah im Feuerschein, von dem sich dünne Rauchfäden nach oben zogen, zu dem Mann, der ihm befohlen hatte zu töten. Er ging auf ihn zu. Es war nicht auszumachen, was er nun vorhatte.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So März 08, 2015 1:42 am

Sehr schön. Das Monster hatte getan, was man es befohlen hatte. Das Blut des Percival spritzte quer durch den Raum und traf das Mädchen ins Gesicht. Sie kreischte auf, wirbelte auf dem einen Fuß herum und wollte die Treppe wieder hinab stürmen.
"Verdammt!", zischte Clemens und wollte dem Mädchen folgen. Die Flammen im Raum sprangen ihm entgegen und versperrten ihm den Durchgang zur Tür.
"Schnapp dir das Mädchen, Monster!", schrie er es an.

Während das Monster dem Mädchen folgen sollte, nahm Clemens die Flucht über eines der Dachfenster. Schnell flüchtete er über das nahe stehende Nachbargebäude kletterte über den Balkon eines weiteren Gebäudes zur Straße herunter. Dort wartete er schon auf den Unhold, als er auch schon die ersten Signalpfeifen der Polizeibeamten hörte.
Clemens fluchte erneut leise während er einen Blick auf seine kleine Taschenuhr warf.
"Perfekt!", nuschelte er, kramte mit der anderen Hand in einem kleinen Beutel, welchen er an seinem Hosenbund trug und holte die Hand wieder hervor. Mit einer beiläufigen Handbewegung warf er vier kleine Kügelchen in die Luft, wovon drei in der Luft blieben und der vierte zu Boden fiel. Die drei Kügelchen schimmerten silbernblau und kreisten langsam um Clemens Orbit.

Zwei Polizisten kamen um die Ecke der Gasse und beim Anblick von Clemens riefen sie ihm ein stehen zu bleiben und gaben sich mit mehreren Rufen als Beamten zu erkennen.
Clemens ließ seinen rechten Arm nach vorne schnellen und zeigte mit zwei Fingern auf den ersten Polizisten. Die erste Kugel traf diesen mit hohem Tempo und stoppte ihn in seinem Lauf. Mit seinem linken Arm schoss er auf den zweiten Polizisten. Dieser wurde von der Wucht des Geschosses von den Beinen gerissen. Ängstlich griff der erste nach seiner Waffe und richtete diese auf Clemens. Die dritte Kugel flog direkt durch den Brustkorb des Polizisten.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So März 08, 2015 2:49 am

Das Monster sah den Mann an, der ihm erneut einen Befehl gab. Er sollte das Mädchen schnappen und deshalb drehte er sich auch um. Er verstand sehr wohl, dass mit „das Mädchen“ wohl die junge Frau gemeint war, die eben umgedreht hatte. Sie rannte die Treppe hinab und der ins Leben gerufene sprang über das Geländer und landete vor dem Mädchen, was eben wieder umkehren wollte, um hinauf zu rennen, doch er packte sie am Handgelenk. Sie schrie auf und sein Griff kam einem Schraubstock gleich. Sie hatte Angst, dass er ihr sämtliche Knochen im Arm brechen würde, wenn sie sich auch nur ein kleines bisschen wehren würde. Sie wimmerte, wollte das alles hier nicht und dann sah sie in das Gesicht ihres Vaters, was sie förmlich nieder schmetterte. Sie hatte gesehen, dass der Kopf einst von den Schultern getrennt war und sah die Naht. Sie sah, dass dieser Körper nicht der ihres Vaters war und schiere Verzweiflung, breitete sich aus, während dieses Monster einfach da stand und auf sie herabsah. Ohne das er es beabsichtigte oder gar steuern konnte, sah er sie so von oben herab an, als sei sie ein Wurm, den er jeden Moment zerquetschen würde. Dann zerrte er sie hinter sich her. Wieder hinauf zu dem brennenden Zimmer.
Wo war der Mensch? Er sah zum Fenster. Der einstöhmende Sauerstoff nährte das Feuer und das Mädchen hustete durch den dichten Rauch, der nun im Zimmer war. Das Monster sah hinaus und sah ihn nicht. Dennoch kombinierte er, dass der Mensch dort hinaus geflohen war. Kurzer Hand packte er die junge Frau und trug sie nun vor sich her. Er sprang aus dem Fenster und landete mit einem Krachen auf dem Gehweg. Die junge Frau hustete und wusste gar nicht, wie ihr geschah. Er ging um das nebenstehende Haus herum und suchte nach dem Mann. Er fand ihn, als gerade drei Männer fielen und lief auf ihn zu. Das Mädchen immer noch auf den Armen haltend. Er sagte nichts und sah den Menschen nur ausdruckslos an. Er wusste auch gar nicht, ob er überhaupt reden konnte. Er konnte Geräusche, aber konnte er reden? Das würde er vielleicht später herausfinden. Nicht jetzt.
Schließlich streckte er das Mädchen förmlich nach vorne. Vermutlich, um sie ihm zu übergeben. Er störte sich nun weder am Lärm der Straßen, noch an den neuen Eindrücken, wenngleich seine Augen immer wieder hin und her zuckten, um alles zu betrachten, sich ein Bild von der neuen Welt zu machen. Er konnte nicht ahnen WIE groß diese neue Welt war.
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Clemens

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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So März 08, 2015 11:05 am

Clemens seufzte. Er griff nach einer kleinen Metallbox in der Innentasche seiner Jacke und fischte sich eine selbst gedrehte Zigarette heraus. Mit einem Streichholz zündete er sich die Zigarette an und warf das noch glimmende Streichholz auf den Boden.
Mit einem langen Zug blies Clemens den Rauch in die Luft.
"So war das jetzt nicht geplant", sagte er zu sich selbst, während er zu den Sternen hinauf blickte.

In der Nähe waren bereits die Alarmsirenen der Feuerwehr und der Polizei zu hören. Hinter ihnen brannte das Haus des Doktors lichterloh und auf der Strasse lagen die Lichen der Polizisten. Clemens brauchte erst gar nicht auf seine Uhr zu schauen um zu wissen, dass sein Limit noch nicht verstrichen war.
"Mist, dann muss ich leider diesen Weg nehmen."
Zielsicher rannte er über die Straße auf die gegenüberliegende Seite und verschwand im Schatten der Häuser. Sein Kopf kuckte noch einmal heraus und winkte das Monster zu sich.
"Komm' schnell! Und bring das Mädchen mit!"

Sybelle kreischte, schreite und wehrte sich mit Armen und Beinen. Sie hatte panische Angst und fürchtete um ihr Leben.
"Wenn sie nicht bald still wird, werden mich die Polizisten noch aufspüren", dachte er laut und stellte sich breitbeinig vor einen Gullideckel.
"Hier, öffne diesen Deckel!"

Kaum waren sie die ungewöhnlichen Eisenleitern hinunter gestiegen, da forderte Clemens das Monster auf, den Deckel wieder hinter sich zu schließen, während er mit dem Mädchen im Arm auf es wartete.
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Varus

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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   So März 08, 2015 9:03 pm

Der Auferstandene sah den Mann an, der ihm das Gewünschte nicht abnahm, sondern über den breiten Weg aus Stein. Er sah ihm nach und folgte, noch bevor er es ihm sagen musste. Er wusste nicht was diese Polizisten waren und ob sie eine Gefahr für ihn darstellten. Er wusste nichts über diese Welt. Die junge Frau zappelte in seinen Armen, was ihn nur wenig störte, sie schlug ihm gegen die Brust und drückte die Hand gegen sein Gesicht, um sie wegzudrücken, aber es half keinen Finger breit. Das Monster war einfach viel zu stark! Auch schien es ihn nicht zu stören, dass sie ihm die Haut aufkratzte, die jedoch nicht blutete. Dafür besudelte er sie mit der noch immer geöffneten Bauchwunde, die ihn jedoch auch nicht zu stören schien.
Vor dem Deckel im Boden stellte er das Mädchen ab, die jedoch von dem Mann gleich wieder festgehalten wurde. Eine Geheimtür? Dafür war sie irgendwie zu offensichtlich. Egal. Er hockte sich hin und hob die schwere Metallplatte an, als sei es nichts. Dann nahm er das Mädchen wieder, kletterte ein Stück und sprang hinab. Wasser, oder der gleichen spritzte ein wenig hoch und sofort wurde ihm aufgetragen, den Deckel wieder zu schließen. Erneut ließ er die Frau einfach stehen und kletterte wieder hinauf, um den Deckel zu schließen.
Hier unten, war es eine andere Geräuschkulisse. Dafür aber war es Stockfinster. Er konnte kaum sehen, wo er die Menschen zurückgelassen hatte. Er kletterte die Leiter hinunter und blieb dann stehen. Es war alles ein wenig dumpfer und er hörte unablässig etwas plätschern. Seine goldbraunen Augen gewöhnten sich ein wenig an die Dunkelheit und er sah die langen Tunnel.

„Lasst mich gehen.“, jammerte das Mädchen. „Warum mussten sie sterben? Vater, Onkel, Percival… Wofür?“ Sie weinte. „Was habt ihr mit mir vor? Ich will nicht sterben!“ Sie war panisch und wollte erneut fliehen. Sie biss dem Fremden in die Hand, windete sich irgendwie heraus und wollte los rennen, als sie den Ruck im Arm spürte, weil das Monster ihr Handgelenk packte. Sie schrie erschrocken und vor Schmerz auf. Die Schulter war zwar noch an der richtigen Stelle, aber es hätte nicht viel gefehlt, dass sie sie sich ausgekugelt hätte. Er zog sie zurück und sie sah nun zwischen verzweifeltem Zorn und aufkeimender Hoffnungslosigkeit zu ihm auf und klebte ihm eine. Es störte ihn scheinbar nicht die Bohne. Dann schrie sie das Monster an: „Warum stirbst du denn nicht?!“ Er sah sie ausdruckslos an, dann an seinem Körper herab und dann wieder hoch. Scheinbar hatte er sich geirrt. Denn offensichtlich, konnte er auch in dieser Welt nicht sterben. Doch diese Welt hier, war wenigstens nicht so endlos grau, wie die, der er entstammte. Er sagte nichts zu dem Mädchen. Konnte er sich doch auch selbst nicht erklären, warum er nicht starb.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo März 09, 2015 1:10 am

Durch ihre Schreie und wilden Bewegungen hatte Sabella den Unhold lange genug abgelenkt, um einen kräftigen Stock aus der Plörre zu fischen und diesen dem Monster als ihren Arm unterzujubeln, als er im halbdunkel nach ihr griff. Sie jammerte und schüttelte sich weiter, um den Schein zu wahren.
Wie sie es sich bereits gedacht hatte, hatte das Monster kein Gefühl in seinem Körper und bekam somit wohl nicht mit, dass er statt ihren Arm eben jenen Ast fest umklammert hielt.

Sie wartete noch einen Augenblick, als auch der Kutscher sich nicht mehr um sie sorgte, da riss sie sich los und rannte in die entgegen gesetzte Richtung des Abwasserkanals.

Als Clemens ihre Flucht bemerkte, war das Mädchen auch schon ausser Reichweite.
"Schnell hinterher!", rief er und schob sich an dem Monster vorbei. "Bevor sie noch den Mutanten in die Arme rennt!"
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo März 09, 2015 2:07 am

Der auferstandene betrachtete stumpf den Ast, als er den neuen Befehl vernahm. Hinterher Was sollte das hier alles? Er setzte sich in Bewegung und ließ den Ast dabei fallen. Er konnte sich schnell und kraftvoll bewegen. Er brauchte außerdem keine Ausdauer und sein sporadischer Kreislauf würde nicht wie bei einem Menschen einfach so zusammenbrechen. Seine Muskeln würden ihm den Dienst nicht versagen und sein Bewusstsein nicht einfach verloren gehen. Er spürte keinen Schmerz und hatte auch sonst kein Gefühl in seiner Haut. Es war alles tot. Doch er erinnerte sich auch nicht daran, dass das mal anders gewesen war. Das Mädchen war nicht gerade eine Sportskanone, weshalb er langsam aber stetig aufholte. Doch anstatt sie zu packen und mitzuschleifen, lief er ihr nun einfach hinterher. Das war zumindest das, was er glaubte tun zu müssen. So hatte der Befehl gelautet. Was der Mann mit Mutanten meinen könnte, wusste er nicht. Was war das? Hatte er dieses Wort schon mal gehört? Er glaubte sich nicht zu erinnern…
Sollte er diesen Mutanten begegnen, würde er die junge Frau abhalten, in deren Arme zu laufen. Wie auch immer er das verstehen konnte. Sie kamen in einem unterirdischen Reservoir an und die Frau rannte geradewegs gegen eine Gestalt, die eben aus den Schatten schlüpfte. Waren das Mutanten? Sie schrie auf, als sie schon wieder gepackt wurde, aber der Erstandene zögerte nicht, das Wesen fortzuschieben, wobei er ihm einfach den haltenden Arm abriss. Ein fieses ekelhaftes Geräusch war das. Er befreite das Mädchen aus den Armen wobei ihm auch die unnatürlichen Schreie egal waren, die das Wesen von sich gab und entweder Schmerz oder Zorn ausdrückten… oder beides.
Das Mädchen fiel auf den Boden und der Arm hing immer noch an ihrer Schulter, als wolle er, trotz dessen, dass er von seinem Körper getrennt worden ist, weiter dienen. Der Mutant hatte nur einen unförmigen halben Kopf, wenn man es so nennen wollte und Gedärme hingen in einem Sack aus nahezu durchsichtiger Haut an der Stelle, wo eigentlich das Gemächt hätte sein sollen. Eine verkrüppelte Hand wuchs aus seiner Schulter und der Mund war mit messerscharfen Zähnen besetzt, die ihm wohl aber auch hin und wieder ins eigene Fleisch geschnitten hatten. Ihm? Es hatte brüste, also war es wohl eher eine Sie? Er war nicht sicher. Er erlaubte sich kein Urteil darüber, ob ihm der Anblick gefiehl oder nicht, weil er eigentlcih gar ncihts fühlte. Im Moment war alles noch zu verwirrend und neu.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo März 09, 2015 4:49 am

Sabella kreischte erneut auf, als sie ein weiteres Monster mit seinen deformierten Hand fest anpackte. Ihr Vater kam und befreite sie aus dessen Klauen. Ihr Vater? Sie schauderte bei dem Gedanken, dennoch war sie dankbar, dass sie aus dem brutalen Griff, der sich in ihr Fleisch grub, befreit worden war. Sie jammerte vor Schmerz.

Clemens kam gerade in das Reservoir gerannt, da spürte er einen stechendes Schmerz in seinem linken Nackenmuskel und fühlte eine Kraft daran ziehen. Er wurde ruckartig in die Luft gehoben und schlug hart gegen die Decke. Der Aufprall presste ihm die Luft aus den Lungen und er stöhnte laut auf. Die Kraft, die ihn nach oben gezogen hatte, brach ab und ließ ihn wieder zu Boden fallen. Bauch-längs landete Clemens auf dem kalten, nassen Boden.
Hinter ihm, am Eingang, tauchten zwei weitere Gestalten auf, eine vierte hing von der Decke und zum ersten Mutant gesellten sich nochmal drei weitere.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo März 09, 2015 5:28 am

Nun, das war doch mal was. Eine Gestalt entstellter als die andere und der Auferstandene konnte noch nicht einordnen, um was für eine Rasse es sich hierbei handeln mochte. Ungewöhnlich war auch, dass sie offensichtlich daran interessiert waren, sie wahllos anzugreifen. Das Monster würde die Frau nicht in die Arme der Mutanten geraten lassen und so stellte er sich nun direkt zwischen die vier Mutanten vor ihm und die Frau. Er stand nur da und als der Mutant, dem er den Arm abgerissen hatte die Zähne fletschte und ihn ansprang, wusste der Untote wieder, wie es sich anfühlte. Auch wenn er kein wirkliches Gefühl auf seiner Haut hatte, so hatte er doch das Gefühl, dass es sich richtig anfühlte, wie er die Kreatur abwehrte und gegen die nächste Wand schmetterte. Die anderen drei griffen an. Er wehrte sie ab. Es sah so aus, als würde er das Mädchen beschützen wollen. Nun… tat er wohl auch irgendwie. Einer der Mutanten flog durch den Raum und holte den, der an der Decke klebte von oben. Sie standen jedoch immer wieder auf, während der Untote nur das Mädchen verteidigte.
Er wurde von zweien angesprungen und packte beide an ihren fleischigen Körpern, während er den einen der beiden davon schleuderte, durchstieß seine Hand – so wie beim armen Percival – die Brust des Mutanten. Die andere Hand fasste an selbiger Stelle nach und er riss den Brustkorb der Kreatur auseinander. Er wurde von hinten angesprungen, schulterte den Mutant, der ihm die Haut auf dem Rücken aufriss und packte den Kopf, den er nach einem kurzen Moment durch das zusammendrücken seiner Hände wie eine überreife Traube platzen ließ.
Die Frau schien Angst und Schmerzen zu haben, was ihn wenig interessierte. Sie durfte nur nicht in den Armen dieser Kreaturen landen. Er sah hinüber zu dem Mann, der ihm diesen Befehl gegeben hatte.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Mo März 09, 2015 8:03 am

Die zwei Mutanten näherten sich Clemens, das eine schlurfend, das andere hinkend. Der eine schlurfende Ghul beugte sich über Clemens Körper und packte ihn an der linken Schulter. Clemens rollte sich auf die andere Seite und zog mit der linken Hand den Dolch aus seinem Halfter. Die Klinge jagte er tief in den Unterkiefer des Ghuls. Die Klinge verkeilte sich im Knochen und lies sich nicht mehr ohne weiteres mit einer Hand lösen.

Clemens rollte sich ab und sprang wieder auf seine Füsse. Gleichzeitig zog er wieder eine halbe Hand Kügelchen aus seiner Tasche und warf sie, ohne ihnen Energie zuzuführen, gegen den anderen Ghul. Die Kugeln landeten klimpernd auf dem Boden und rollten zu Füßen des Ghul. Dieser war erst irritiert durch den Angriff, führte dann jedoch seinen Angriff auf Clemens fort. Sein hinkender Gang wurde schließlich zu einem leichten Sprint, bis es schließlich nur noch wenige Fuß von ihm entfernt stand.

Clemens hob seine rechte Hand zur Abwehr. Seinem Ruf folgend flogen drei der Kugeln wieder zu ihm zurück. Eine von ihnen erwischte den Ghul am Kniegelenk und zertrümmerte es. Die drei Kugeln kamen bei Clemens an und umreisten ihn wie die Fliegen. Er machte eine halbkreisförmige Armbewegung mit zwei ausgestreckten Fingern und ließ zwei der Kugeln seiner Bahn folgen. Die Kugeln durchlöcherten den Torso des Ghul, doch dieser hinkte weiter auf Clemens zu. Clemens wiederholte die Armbewegung, zweimal, dreimal, bis schließlich der Ghul. Doch der Ghul robbte sich weiter an ihn heran.
Clemens ging schnell zu dem ersten Ghul und holte sich sein Messer zurück. Mit einem kräftigen Stoß in den Hinterschädel erledigte er auch den zweiten.

Nachdem auch die letzten Ghule erledigt waren, herrschte in dem kleinen Reservoir trügerische Stille. Das eine oder andere Todesröcheln war zwar nur noch zu hören, doch ansonsten herrschte wieder die selbe Ruhe wie zuvor.
Clemens nutzte die Pause und sprang zu Sabelle.
"Siehst du, was passiert wenn du von unserer Seite weichst? Komm', ich bringe dich jetzt zu deiner Mutter", sagte er und reichte ihr seine Hand.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Di März 10, 2015 12:32 am

Auch der Untote wehrte sich weiter gegen die Angriffe. Es sah so aus, als wollen sie eigentlich nur an ihm Vorbei und das Mädchen haben. Doch das durfte nicht passieren. Drei dieser seltsamen Kreaturen waren noch übrig und die junge Frau wimmerte noch immer und schien vollkommen aufgelöst, was den Untoten jedoch nur wenig tangierte. Er packte einen Angreifer im Genick und schmetterte die beiden Köpfe der Kreaturen zusammen, kurz schienen sie umfallen zu wollen, doch dann griffen sie erneut an. Der Untote wurde gepackt und sollte wohl zur Seite gerissen werden, doch er stand wie ein Fels. Er griff nach dem Kiefer des unförmigen Mannes und riss diesen Kurzerhand heraus, weil er ihn wohl damit beißen wollte. Dann brach er dem Ungeheuer das Genick, während sich das andere auf die junge Frau stürzen wollte. Er machte jedoch einen Ausfallschritt und packte es von hinten. Er riss die Kreatur zurück und schmetterte sie auf den Boden. Dann drehte er sich zu dem, mit dem gebrochenen Genick, der nun weiter auf ihn zukam. Diese Wesen waren nicht normal. So viel war sicher. Er kombinierte schnell, denn der, dessen Kopf er zertrümmert hatte, regte sich kein Stück mehr, während der mit dem aufgerissenen Brustkorb immerhin noch zuckte. Er wendete das Wissen an, indem er dem mit dem Gebrochenen Genick und dem zerrissenen Kiefer auch noch den Rest des Kopfes abriss. Dann sprang er förmlich zu dem, den er auf den Boden geschleudert hatte, drückte ihm den Fuß auf den Hals und durchschlug den Kopf mit seiner Faust. Graues Gehirn spritzte zusammen mit rotbraunem Blut umher und letztlich zertrat er den Kopf des Monsters, dessen Brust er förmlich zerfetzt hatte. Er richtete sich langsam auf und ging zurück zu dem Mädchen.

Sabelle war vollkommen verstört. Die Geräusche allein konnten einem schon furchtbare Angst machen. Es war wieder Still und die Geräusche der Oberwelt auch verschwunden. Der Untote war von oben bis unten mit Hirn, Blut und… anderen Ekligkeiten befleckt. Und er war immer noch Splitter Faser nackt. Der Untote sah die arme Frau ungerührt an, deren Blick panisch zwischen den Leibern, ihm und dem anderen Menschen hin und her zuckte. Warum hatten sie sie erst entführt, wenn sie sie nur zu ihrer Mutter bringen wollten? Das ergab doch alles keinen Sinn. Tränen liefen aus ihren Augen. Und dieses Gesicht! Der… was immer er war, er hatte sie beschützt! Sie konnte ja nicht wissen, dass er dies nicht aus eigener Motivation heraus getan hatte.
Der Kutscher streckte die Hand aus und lud sie ein mitzukommen, was hatte sie denn schon für eine Wahl. Diese beiden hatten eben… diese Monster umgebracht und regelrecht zerfetzt. Was konnte sie ihnen schon entgegen setzten? Gar nichts. Zögerlich ergriff sie die Hand und ließ sich aufhelfen.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Di März 10, 2015 2:19 am

Sabella japste kurz auf.
"Meine Mutter?", in ihrer Stimme klang etwas Irritation, aber auch gespielter Stolz, um sich ihrer Situation nicht ohne weiteres hingeben zu müssen. "Was habt Ihr mit meiner Mutter zu schaffen, Kutscher? Sie ist ...", ihr Blick wanderte unbewusst zu dem Gesicht ihres Vaters. Schnell wischte sie sich eine anbahnende Träne aus dem Auge und drehte sich von ihm ab.

Clemens wusste schon, warum er niemals mit Menschen oder anderen Wesen zusammen arbeitete. Sie machten alles nur unnötig kompliziert.
Ein weit entferntes Geräusch machte ihn plötzlich unruhig.
"Hey, hör' mal", sagte er mit sanfter Stimme zu ihr.
Sie drehte ihren Kopf weiter von ihm ab und er versuchte sie an ihrer Schulter zu packen.
Sie drehte ihre Schulter ebenfalls von ihm weg und sagte: "Lass mich."
Clemens wurde unruhig, denn das Geräusch wurde jetzt lauter.
"Nein, hör' mir doch bitte zu!", er packte sie an ihrer Schulter und riss sie herum.
Ihre rot angelaufenen Augen funkelten ihn wütend an.
"WAS?", schrie sie ihn an.
Er bekam etwas Mitleid mit ihr. Sie schaute ihn schließlich verstört an.
"Was...was ist das?", fragte sie ihn, als auch sie die Geräusche wahrnahm.

Clemens Augen weiteten sich.
"Da kommen noch mehr!", schrie er. "Die anderen Ghule müssen uns gehört haben und machen jetzt Jagd auf uns. Es hört sich an als wären es Dutzende, vielleicht Hunderte!"
Clemens richtete seinen Blick auf den Tunnel, durch den sie hinein gekommen waren. Ein Teil der Geräusche kam definitiv aus diesem Tunnel. Er ging zum zweiten Tunnel, auch hier vernahm er ganz eindeutig die Geräusche. Panisch rannte er auch die anderen Öffnungen ab, doch auch hier gab es ganz offensichtlich keinen Ausweg. Schließlich blieb er vor einem Eingang stehen und lauschte. Lauschte einen Augenblick zu lange, da stürmten bereits die ersten Ghule in das Reservoir.
"Hier entlang, schnell!", rief er dem Mädchen und den Monster zu.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Di März 10, 2015 3:49 am

Der Untote stand einfach nur da. Was sollte er auch schon groß tun. Er betrachtete die gefallenen Kreaturen. Sie hatten doch eigentlich gar keinen Grund gehabt sie anzugreifen oder? Das war nun auch egal, nicht? Der Mann wollte scheinbar mit der Frau kommunizieren und erklärte ihr, dass es besser war, wenn sie sich fügen würde. Sie wurde laut und ihre anfängliche Angst schien in Zorn umgeschlagen. Desinteressiert und ausdruckslos beobachtete er das Treiben. Nur kurz hatte sie ihn angesehen und sich dann schnell wieder abgewendet. Er reagierte nicht darauf, wendete aber den Blick zu den Tunneleingängen. Ja, er hörte es auch. Schritte. Schlurfend und hinkend. Rennend und schleifend. Es könnte auch sein, dass es sich nach mehr anhörte, als es tatsächlich war, aber es konnte auch sein, dass es tatsächlich auch mehr war, als es sich anhörte.

Zwei der Kreaturen rannten in den Raum und der Erstandene fackelte nicht lang. Ohne ein Wort schnappte er sich das Handgelenk des Mädchens und zerrte sie hinter sich her. Wohin sollte das alles hier denn führen? Er hatte noch nicht einmal die Gelegenheit gehabt, überhaupt zu fragen, wo er hier war. Noch hatte man ihm erklärt, was man eigentlich von ihm wollte. Dafür, dass er befreit worden war… Er spürte, wie das Mädchen fiel und drehte sich halb zur Seite um sie aufzufangen, Er zog sie mehr oder weniger sanft nach oben und trug sie nun vor sich her. Es war ihm egal, ob sie das wollte oder nicht und dem Mädchen sollte klar sein, dass sie bei ihm sicherer war, als bei den Guhlen. Wobei… Sollte er den Befehl bekommen, ihr Leben zu beenden würde er es tun.

Sie liefen einen Tunnel entlang und hinter ihnen die Guhle. Ihre Flucht endete jedoch an einem Eisengitter, was ihnen ein Weiterkommen erschwerte… nun eigentlich verbat es es ihnen sogar. Der Untote ließ das Mädchen herunter und stemmte sich nach erhaltenem Befehl mit den Armen und den Beinen gegen die Gitterstäbe und bog sie in Windeseile auf. Eine Stange brach sogar zur Gänze ab. Die Guhle waren schon fast da, als das Mädchen und der Mann hindurchschlüpfen konnten. Der Untote nahm die abgebrochene Stage und spießte den ersten ankommenden auf. Dann schleuderte er ihn gegen zwei andere, die um die Biegung kamen und schließlich bog er die Stangen so gut es ging zurück, ehe er dann dem Mädchen und dem Mann folgte.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Di März 10, 2015 4:41 am

Clemens hörte nur noch das Metall ächzen und stöhnen, nachdem er mit Sybelle durch das Gitter geklettert war und den Unhold hinter sich gelassen hatte. Mit Sybelle an der Hand rannte er weiter durch den dunklen, fast schwarzen Kanal.

Plötzlich bremste er ab und blieb stehen. Vor ihnen leuchteten zwei große rote Augen. Er wollte gerade noch etwas entgegnen, da tauchten zwei weitere Augenpaare auf. Dem Unhold hinter sich deutete er mit der Hand an an Ort und Stelle stehen zu bleiben. Die Ghule waren durch das Gitter gebrochen und kamen ihnen von hinten immer näher. Weitere rote Augenpaare kamen dazu, bis es schließlich über zwei Dutzend Paare waren. Man hörte ein leises Summen, dann kamen die ersten Augenpaare in einem rasanten Tempo auf sie zu.
"Runter!", rief Clemens und warf sich über Sybelle, während er sie zu Boden warf.

Die Augen schossen über ihnen hinweg. Die ersten beiden durchbohrten die Stirn des Unholds und - gefolgt von den anderen - durchsiebten die herannahenden Ghule dahinter. Ein jedes Auge traf mehrere der Ghule und ein jeder Ghul wurde von mehreren Augen durchlöchert. Schließlich flohen die letzten Ghule wieder aus dem Kanal.

Ein weiteres Paar Augen tauchte vor ihnen auf und durchbohrten erneut den Schädel des Unholds.
"Was ist dieses Teufelsding?"
Die Stimme einer Frau hallte von den nassen Wänden wieder. Clemens drehte sich der Magen um, als er ihre Stimme hörte. Vorsichtig half er Sybelle auf, die sich laut fluchend darüber aufregte, dass ihr teures Kleid besudelt wurde.

Die roten Augen, die zuvor über ihre Köpfe hinweg geflogen waren, kamen wieder zurück und Sybelle erkannte, dass es sich dabei um kleine Bälle handelte. Die Bälle schwebten nun zwischen ihnen, und der Frau vor ihnen und beleuchteten den Raum in einem dunklen Rot. Sybelle sah eine ältere Dame mit langem, rotem Haar. Ihr Körper war größtenteils von ihrem roten Umhang verdeckt.
"Bist du das Lemon?"
"Hallo, Meister", erwiderte Clemens beschämt und sah verlegen auf seine Schuhe.

Nachdem Clemens die Frau über das Mädchen und den Unhold informiert hatte, brachte diese die kleine Gruppe in ein kleines unterirdisches Lager.
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BeitragThema: Re: Das Rädchen dreht sich...   Di März 10, 2015 5:22 am

Es war äußerst schwierig, sich hier unten zu bewegen, denn es war stockfinster und es gab keinerlei Orientierungspunkte. Bisher hatten sie zwar nur den einen Tunnel gehabt und den großen Raum, doch glaubte der Untote, dass es ganz sicher nicht sehr schwer war, sich hier unten zu verlaufen. Er blieb stehen, als er dazu aufgefordert wurde. Ob das schlau war, die Guhle kamen näher und so drehte er sich in die Richtung, aus der die hastigen schlurfenden Schritte kamen. Er hob ein Rohr auf und stellte fest, dass sich das halten dieses Rohres sehr vertraut anfühlte. Das Gewicht in seiner Hand… Er wollte eben angreifen, als er spürte, wie sein Schädel förmlich nach vorne geschlagen wurde. Er fand sich durch die wucht, die ihn nach vorne gedrückt hatte kniend auf dem Boden wieder und versuchte zu begreifen, was das gewesen war. Tatsächlich hatte die Kugel ihren Eintritt in seinem Hinterkopf gefunden und war schräg vorne auf der Stirn wieder hervorgekommen, sodass nun ein Loch über seiner rechten Augenbraue zu sehen war. Die Guhle fielen wie die Fliegen und der Untote versuchte sich aufzurichten. Die Guhle flohen und er richtete sich langsam aber sicher auf. Erneut trafen ihn zwei dieser leuchtenden Kugeln. Dieses Mal sah er sie direkt auf sich zu kommen, wollte gern ausweichen, aber schaffte es nicht. Erneut wurde er zu Boden geworfen und kam platschend in der Pfütze zum Liegen.

Er blieb einen Moment an Ort und Stelle. Seine Wange lang auf dem Unrat, über den seine nackten Füße bis eben noch getapst waren und er unternahm einen Versuch aufzustehen. Er versuchte unbeholfen seine Arme zu bewegen und irgendwie drehte er sich dabei auf die Seite und schließlich konnte er sich aufrichten und hinsetzen. Sein Blut lief ihm in die Augen und er kam in die Hocke und schließlich stand er endlich auf. Lemon erklärte der Frau, dass er kein Feind war und somit unterließ sie es auch, ihn weiter anzugreifen.

Er versuchte die Situation einzuschätzen. Versuchte den Schaden zu beurteilen. Er spürte keinerlei Schmerz, als er über die Wunden strich. Ein Loch in der linken Schläfe, eines mitten auf der Stirn und eines über der Braue. Dann jeweils die Austrittswunde, in einer geraden Linie, durch seinen Schädel. Sein Gehirn musste doch regelrecht Mus sein, wenn er da so drüber nachdachte, doch… wie konnte er dann überhaupt denken? Blut lief ihm aus Ohren und Nase und er war doch ein wenig überrascht, überhaupt stehen zu können. Es sei denn dieser Körper wurde nicht von seinem Gehirn, sondern von etwas anderem gesteuert. Zu müßig, nachzudenken. Zu schwer zu verstehen. Er ging zu dem Mädchen und dem Mann und sah die Frau in Rot. Sie schien die Kugeln zu kontrollieren. Und dann wollte sie wohl, dass man ihr folgte. Warum hatte sie ihn angegriffen?
Lemon? War das der Name des Mannes, der ihn zurückgebracht hatte? Er erinnerte sich an die Melodie. Es war seine Stimme gewesen.

Ein Unterirdisches Lager. Sie bogen ab und traten durch die Tür nicht wissend, dass sie beobachtet wurden. Eine verhüllte schwarze Gestallt betrachtete, wo sie hindurch gingen und legte sich jeweils einen Finger an die Schläfen. „Sie haben ihn.“ Seine Stimme war schön und er sprach auf elfisch. Jedoch so leise, dass es kaum ein Echo gab. Er trat zurück und verschwand dann in den Schatten.

Schließlich kamen sie in einem … nun es schien ein Zimmer zu sein, an. Es brannten Kerzen und anhand der Wandverhänge konnte nicht ganz klar ausgemacht werden, ob dies hier nur ein Vorraum war, oder ob es noch weiter nach hinten durch ging. Hier duftete es eher, als dass es nach Kloake roch und Der Auferstandene erlaubte sich auch hier kein Urteil, was ihm mehr gefiel, da es im Grunde auch egal war, denn beides, egal ob nun wohlriechend oder Gestank, war neu für ihn und somit war es jedenfalls nicht schlecht.
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