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 Wüstendämmerung

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Saladin



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BeitragThema: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 9:02 am

Saladin verbrachte seine gesamte Kindheit in der Hauptstadt Al'var und in Jêsun, der Winterresidenz seiner Familie. Die meiste Zeit verbrachte er mit seinem Vater und Brüdern, seinen Onkeln und Cousins und den Schwägern seiner Schwestern und Cousinen - alle Angehörige des Militärs - in ihrem Familienanwesen in Al'var.
Nur alle 3 Jahre zogen die Männer für einige Monate in ihr großes Anwesen in Jêsun, zu ihren Familien, Frauen und Kinder. Den Frauen und Kindern war es jedoch jederzeit erlaubt sowohl in Al'var, als auch in Jêsun zu leben, je nachdem wie sie es wünschten. Doch ab seinem zwölften Geburtstag hatte ein junger Mann seinem Vater in die Hauptstadt Al'var zu folgen, wo er seine militärische Ausbildung absolvieren sollte.
Ein jeder in der Familie Haidar war stolz auf ihren über mehrere Generationen reichenden Dienst beim Militär. Sowohl die Männer als auch die Frauen.
Saladin konnte sich noch sehr gut an den Tag erinnern, an dem sein Vater ihn aus Jêsun abgeholt hatte...


Vor fünf Jahren - Pünktlich zur Mittagsstunde stand die große, gelbe Sonne senkrecht über der Stadt und drängte die Menschen und Tiere dichter unter die immer kleiner werdenden Schatten der Bäume, Dächer, Pavillon und Pergola zusammen. Saladin und die anderen Kinder lagen ausgebreitet in den Schatten dreier Bäume, die zu einem Dreieck in einer der Ecken des großen Gartens standen. Jedes Kind stöhnte kurz, nachdem ein anderes gestöhnt hatte. Nicht nur das schwüle Wetter war drückend, sondern auch ihre Stimmung, obwohl Saladin heute seinen 12. Geburtstag hatte. Aber die Kinder wussten, was das zu bedeuten hatte.
Aradina - Saladins jüngere Schwester - richtete sich auf und schaute zu Saladin.
"Wirst du uns besuchen kommen?", fragte sie und die anderen Kinder blickten auf. Die meisten von ihnen waren Mädchen, einige von ihnen schon älter als Saladin, aber es waren auch ein paar jüngere Buben dabei.
Saladin, der seinen Kopf auf seinem rechten Arm gelegt hatte, öffnete vorsichtig die Augen und sah blinzelnd durch das durchlöcherte Blätterdach.
"Nur wenn du mir versprichst, von Mutter zu lernen, wie man das Wasser bedient. Damit du den Garten gießen und pflegen kannst, damit er genauso schön bleibt wie jetzt."
Trotz der immensen Hitze und Trockenheit, war der Garten der Haidar in einem schönen, saftig Grün. Während die Männer der Familie in den Krieg hinaus zogen, war es für die Frauen ein Privileg über die Magie zu studieren. Obwohl ihnen kein Element auferlegt war, gehörte das Wasser mittlerweile ebenso zu ihren Traditionen, wie das Militärwesen. Von ihren Großmüttern, über die Mütter bis hin zu den Töchtern lernten alle Frauen, wie sie das Wasser kontrollieren können. Eigens dafür gab es im Anwesen der Haidar große Brunnen und und Wasserkanäle, die fast alle über ein nahezu unerschöpfliches Vorkommen tief unter der Erde gespeist wurden. Denn schließlich sollte den Frauen nie das Element ausgehen. Natürlich wusste man in Zeiten ärgster Trockenheit mit dem Wasser sparsam umzugehen und so waren seit etwa sieben Wochen alle Brunnen, bis auf einen trocken gelegt. Über diesen Brunnen wurde der große Garten zweimal täglich von mehreren Frauen mit magischer Kunst gewässert.
Dennoch zerrte die Dürre an Mensch, Tier und Pflanze. Und ein Ende schien nicht in Sicht.
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Schatten



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 9:33 am

Schatten hielt sich wie sonst auch immer ganz in der Nähe seines Herrn auf. Er beobachtete die Umgebung und die Menschen, die schlapp in den Schatten lagen. In den Schatten... seinem Element. Das Element, aus dem er niemals empor steigen würde. Er war dazu da, seinen Meister zu beschützen und ihm ein leben in Sicherheit und Zufriedenheit zu gewährleisten. Sie waren auf den Tag genau, vom selben Alter und seit jenem Tag wurde er darauf vorbereitet immer zur Stelle zu sein, wenn sein Herr einen Wunsch hatte, beschützt werden musste, oder gar in Lebensgefahr war. Seine Kindheit hatte eigentlich gar nicht stattgefunden und auch, wenn er eine Art Familie gehabt hatte, bestanden seine Tage doch eher daraus, keinen Schlag ins Gesicht zu bekommen oder anderweitig in irgendwelche Fallen, seines Lehrers zu tappen. Die einzige Person, die ihm jemals so etwas wie Liebe entgegen gebracht hatte, war seine Mutter gewesen, auch wenn sie eben so herzlich, wie tödlich war. Auch sie hatte ihm hin und wieder etwas beigebracht, was sich als recht nützlich erwies. Besonders in der Nacht, wo ihre Fähigkeiten am größten waren.
Schatten war nicht so offensichtlich bei seinem Herrn, aber er war doch immer da. Und er war schnell. Besonders, wenn er sich in den Schatten bewegte. Jetzt jedoch stand er an einer Mauer im Sonnenschein. Üblicherweise hatte er Kleidung an, die ihn als Diener auswies, aber unter dieser Tunika, trug er für gewöhnlich seine Waffen, die im Moment jedoch nicht notwendig waren, da sie sich in der Winterresidenz befanden. Eigentlich hatte man ihm auch beigebracht aus den Schatten Waffen zu erzeugen, oder andere Dinge, aber bei absolutem Licht, wäre es für ihn unmöglich. Noch...
Die Sonne brannte heiß auf ihn herab, und doch machte er keine Anstalten irgendwie die Sinne zu verlieren. Er konzentrierte sich und ging nur manchmal kurz in den Schatten um neue Enetgie zu tanken und um keinen Sonnenstich zu bekommen. Schatten war immer in Hörweite, von seinem Meister, denn er würde ihm jeden Wunsch erfüllen... So wie sich das für einen wie ihn gehörte...
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Saladin



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 10:06 am

Eine aus der Dienerschaft kam aus dem großen, palastähnlichen Anwesen und rief nach den Kindern. Während seine Schwester und die gemeinsamen Cousins voraus rannten, blieb Saladin noch ein paar Atemzüge im Schatten der Bäume und sah ihnen nach. Es stimmte ihn traurig, dass er sie bald verlassen musste und sie für eine lange Zeit nicht mehr sehen würde.

Saladin sah sich nochmal im Garten um und erkannte den kleinen, fremden Jungen wieder, den er immer wieder sah, aber nie kennen lernen durfte. Sein Vater hatte ihm bereits als Kind verboten mit den Gebrannten zu sprechen. Und wenn er es doch einmal getan hatte, sah der Junge am nächsten Tag finsterer aus als sonst. Saladin hörte seine Tanten einmal davon reden, dass sein Vater all jene Schatten auspeitschen lies, mit denen seine Kinder gesprochen hatten.
Saladin deutete dem Jungen mit einem leichten Nicken seines Kinns in Richtung Palast, sodass er ihm folgen möge.

Wie schon von Trauer erfüllt erwartet, war Jafar mit seinem ältesten Sohn Malik angereist gekommen. Jafar war ebenfalls der älteste seiner Brüder, wie auch sein Vater vor ihm der älteste war. Und genauso, wie seine Väter vor ihm, war auch Jafar das Oberhaupt der Familie und ebenso sollte auch Malik dieses Amt übernehmen.
Während seine Mutter, die Tanten und die Mutter seines Vaters Jafar und Malik voller Freude entgegen kamen und sie mit Liebkosen und tränenden Küssen überhäuften, blieb Saladin still schweigend in einem Torbogen stehen und beobachtete den großen, kräftigen Mann mit den langen Haaren und dem schwarzen Bart, an den er sich nicht mehr erinnern konnte und der sein Vater sein sollte.
Malik war der erste, der Saladin erblickte und nachdem er seine kleine Schwester Aradina abgesetzt hatte, kam er auf Saladin zu und kniete sich vor ihm nieder.
"Eid milaad saeed, kleiner Bruder!", gratulierte Malik und strich ihm über den Kopf. "Hier, ich habe ein Geschenk für dich."
Malik's Stimme klang warm und herzlich. Saladin kannte ihn von seinen vielen Besuchen und empfand ihn immer als sehr nett. Saladin nahm das kleine in rote Seite eingewickelte Päckchen entgegen und drehte es neugierig in seinen Händen.
"Was ist das?", fragte Saladin und sah in Maliks dunkelblauen, gütigen Augen.
"Mach es auf. Du musst schon selbst nachschauen.", antwortete der größere Bruder und lächelte freundlich.
Aufgeregt schlug Saladin die einzelnen Seiten des Päckchens auf und sah mit großen, leuchtenden Augen auf eine dunkelbraune, lederne Armschiene.
"Aber, das ist doch..."
"Genau, und ich möchte dass du es trägst", wandte Malik ein und nahm die Armschiene, um sie Saladin um den Arm zu schnallen.
Die Armschiene war etwas zu groß für Saladins Unterarm und sah unförmig an ihm aus. Malik lachte nett, als er dieses amüsante Bildnis vor sich sah.
"Da wächst du schon noch rein", sagte er und ging ihm wieder wild durch die Haare, während er sich aufrichtete.
Plötzlich verstummten alle, als Jafar - nachdem er sich von jeder Frau hat küssen lassen - auf seine beiden Söhne zu lief. Selbst Malik's charmantes Lächeln wich von ihm, als sein Vater auf sie zukam. Saladin konnte sein Herz schwer gegen seinen Hals schlagen spüren. Starr vor Angst blieb er wie eine Statue stehen und starrte auf den Boden vor sich.
Ohne Saladin eines Blickes zu würdigen, trat Jafar an Malik.
"Kümmer dich um unser Proviant und die Pferde. Morgen früh, bei Sonnenaufgang, brechen wir drei auf", sagte er barsch und verschwand sogleich, gefolgt von den Frauen und Kindern, durch den Torbogen und schließlich in den Korridoren des Anwesens.


Zuletzt von Saladin am Do Jan 31, 2013 11:47 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Schatten



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 10:32 am

Schatten folgte seinem Schutzbefohlenen und beobachtete die Umgebung genau. Obwohl er genau wusste, dass es eigentlich kaum möglich war, in diesem Anwesen eine Gefahr einzuschleusen, wollte er sich gar nicht erst angewöhnen, nachlässig zu werden. Vollste Konzentration und ständige Beobachtung, der gesamten Umgebung, waren das A und O eine Person zu beschützen. So hatte man es ihm nun einmal beigebracht und er würde unter keinen Umständen versagen. Er wollte unter keinen Umständen, dass dem Herrn etwas zustoßen würde. Nicht heute und nicht in Zukunft.
Sie bewegten sich zur Begrüßung der Männer, die mal wieder zurück kamen. Morgen würden sie reisen. Morgen würden sie die Residenz verlassen und Schatten würde ihn begleiten. Und er würde das Erste Mal wirklichen Gefahren ausgesetzt sein. Er hielt sich immer im Hintergrund und er ließ es eigentlich kaum jemanden sehen, dass er wirklich zu ihm gehörte, wie ein Zwillingsbruder. Auch wenn es die Leute hier bereits wussten, später, sollte man das nicht unbedingt auf den ersten Blick sehen. Sein Herr hatte versucht mit ihm zu sprechen und wenn es jemand mitbekommen hatte, dann wurde Schatten dafür bestraft. Man hatte ihn ausgepeitscht und ihm gesagt er dürfe nciht mit seinem herrn reden, weshalb er es auch nicht tat. Es gab Regeln, an die sich Schatten halten musste und diese war eine davon. Er unterstllte ihm nicht, dass er es wissentlich tat, doch irgendwann schien sein Herr begriffen zu haben, dass es Schatten übel erging, wenn er versuchte mit ihm zu reden, denn irgendwann tat er es einfach nicht mehr. Schatten wusste nicht, ob sein Herr auch bestraft wurde, aber er hatte sich eine Maske aus schwarzen Lederbändern gebastelt, um ihm noch deutlicher zu machen, dass er nciht mit ihm reden durfte. Sie waren beide noch Kinder... Was hätte er sonst tun sollen?
Still wartete er darauf, dass er seinem Herrn wieder folgen konnte. Dieses mal wartete er jedoch in den Schatten, um sich zu verbergen.


Zuletzt von Schatten am Do Jan 31, 2013 11:28 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Saladin



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 10:52 am

In der Nacht wurde es kühler. Ein frischer Wind wehte vom Norden her und brachte ein wenig Entspannung mit. Saladin konnte nicht schlafen und ging deshalb noch einmal ein wenig in dem Anwesen und im Garten herum. Ein paar Wächter und Diener traf er, aber ansonsten war alles still. Nachdem er raus auf den Garten gegangen war, blickte er zum Mond hinauf. Saladin spürte die Anwesenheit seine Schatten.
"Ich weiß, du kannst nicht mit mir sprechen", sprach er leise zum Mond. "Aber ich weiß nicht mit wem ich sonst reden kann."
Er seufzte.
"Ich hab Angst."
Schwarze Wolken schoben sich vor den ohnehin schon dunklen Nachthimmel und verschleierten den Mond und die Sterne. Es würde bald regnen, dachte sich Saladin und vermisste seine Mutter und Schwester jetzt schon. Ab morgen wäre er ein Mann und müsse deshalb mit seinem Vater zurück nach Al'var. Aber er versprach sich selber, dass er so oft wie möglich zurück kommen würde...

Noch vor dem Morgengrauen war es Malik, der seinen jüngeren Bruder Saladin geweckt hatte, damit dieser sich vorbereiten und noch schon von seiner Schwester verabschieden konnte. Jafar war früh erwacht und bei schlechter Laune. Das Wetter hatte in der Nacht umgeschlagen und dicke Wolken zogen über das Land. Jafar hatte die Hoffnung gehabt, dass der Regen ihnen noch ein paar Tage Vorsprung geben würde. Während alle die Frauen und Kinder noch in ihren Betten lagen, verabschiedete sich die Alte Mutter von Jafar als einzige von ihrem Sohn und den beiden Enkeln und sah ihnen nach, während sie die Stadt verließen.
Kaum waren sie durch die Tore gegangen, da endete die lange Dürre-zeit mit einem lauten Donner.

Ein paar Monate nach dem Ende der Regenzeit, wird Jafar von seinem Bruder, der in Jêsun zu Besuch war, die Nachricht erhalten, dass seine Frau Behiar erneut schwanger von ihm sei und ein weiteres Kind erwarte. Viele der Männer, vor allem aber die vielen Brüder, Schwager und Onkel werden ihm zu seinem Glück gratulieren. Jedoch wird Jafar sein letztes Kind niemals zu Gesicht bekommen.
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Schatten



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 11:47 am

Schatten folgte Saladin in den Garten und auch hier war seine Aufmerksamkeit auf alles gerichtet, wo sich eine tückische Gefahr bergen konnte. Saladin sprach, scheinbar mit dem Mond, doch irgendwie wusste er, dass er ihn meinte. Sein Herr hatte Angst und Schatten verstand ihn gut, auch wenn er sich nicht zugestand dinge zu hinterfragen, so schien es ihm Manchmal, dass sein Herr nicht wirklich glücklich war und das traf ihn sehr.

Am Morgen brach die Familie früh auf und der Regen würde mit erbarmungsloser Härte auf das Land hernieder gehen. Es würde viel Schatten geben. Der Vater seines Herrn hatte eine fürchterliche Laune, aber auch das hinterfragte Schatten nicht. Es ging ihn nichts an und er machte sich keine Gedanken darum. Aber er wusste, wenn jemand – egal wer – seinem Herrn ein Leid antun wollte, würde er da sein und ihn beschützen. Selbst wenn es der Vater des jungen Herrn wäre...

Die Reise würde lange dauern und Schatten hatte sich jeden Tag darauf vorbereitet den Strapazen stand zu halten. Nicht umsonst hatte er seine Kondition verbessert um auch in der brütenden Sonne nicht zu vergehen. Doch im Moment würde der Regen und die Winde viel schlimmere Gegner sein, denen sie gegenüber standen.
Still folgte er und bewegte sich lautlos. Eben wie der Schatten seines Herrn, der er Zeit seines Lebens sein würde.
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Saladin



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 12:38 pm

Die Reise war hart und anstrengend für Saladin. Seit ihrem ersten Tag begleitete sie der dauerhafte Regen gemeinsam mit einer eisigen Kälte. Saladin, sein Vater und sein Bruder waren die Hitze der Wüste gewohnt und wie man dagegen ankam, doch mit der Kälte und Feuchtigkeit war es viel schwerer. Saladin versuchte mutig zu sein und seinem Vater zu helfen. Schließlich erreichten sie nach einer langen Reise Al'var.

Ein paar Wochen später, Al'var - Saladin war schon ein paar Mal für ein paar Monate oder gar ein Jahr hier gewesen, doch damals immer mit seiner Mutter und seinen Schwestern zusammen. Diesmal jedoch sollte er für immer hier leben und sich in den Dienst des Militärs stellen. Saladin hatte keine Zeit bekommen, um sich von der Reise zu erholen, weil Jafar es für wichtig empfand, dass ein Onkel (ein Bruder seiner Mutter), der sein Lehrer werden sollte, den halben Vormittag dazu nutzen könnte, um den Jungen (Saladin) zu unterweisen. Hier in Al'var bekam Saladin einen eigenen Palast samt Hausstand, in welchem er jedoch weniger Zeit verbringen sollte, als daheim in Jêsun.

"Hast du Angst?", fragte Majid, sein kleiner, breiter Cousin, der vor etwa sieben Monaten von dem Onkel hier her gebracht worden war. Drüben, in Jêsun waren die beiden Freunde. Und dennoch war Saladin etwas unbehaglich, als er Majid in der Tür zu seinem Gemach stehen sah. Majid war größer und breiter, als Saladin es in Erinnerung hatte. Auch seine Haare hatte er kurz geschoren. Saladin würde wohl das gleiche mit seinen Haaren machen müssen.
Um auf seine Frage zu antworten, schüttelte Saladin den Kopf.
"Ich hatte aber Angst, als mein Abu mich aus Jêsun geholt hat", gab Majid zu.
"Und?", fragte Saladin. "Wie ist es hier?"
"Die Ausbildung ist hart. Aber wir haben viele der besten Lehrer hier. Wir müssen früh aufstehen, dafür trainieren wir aber auch nur bis zum Mittag. Danach haben wir den Tag frei. Und einmal die Woche haben wir auch einen Tag frei - um zu beten natürlich."
Saladin nickte, wobei er mit den Gedanken in Jêsun und den letzten, ruhigen Tagen war.
"Dein Abu möchte mich nachher sehen", sagte Saladin.
"Ja, lass ihn lieber nicht warten", erwiderte Majid und wollte aus der Tür gehen, da blieb er noch einmal kurz stehen. "Ach ja. Schön dass du da bist. Ich habe dich vermisst, Cousin! Aber lass deinen Schatten nicht allzu lang in die offene Sonne, das tut denen nicht gut."
Majid grinste, sah zu seinem Schatten - einem fahlen, abgemagerten Jungen Mann mit kurz geschorendem Haar und runden, dicken Augenringen - und verschwand dann in dem dunklen Korridor.

Saladin wartete, bis die Schritte nicht mehr zu hören waren, dann schaute er seinen Schatten an. Er erwartete eine Antwort auf die unausgesprochene Frage, die sein Cousin Majid in der Türschwelle zurück gelassen hatte, erst dann ging er in den Speisesaal.

Während er, drei seiner Brüder, 16 seiner Cousins, zwei Onkel, und sein noch lebender Gidi zu Tisch sassen, wurden sie von Dienerinnen bewirtet. Saladin fiel abermals eine Verhaltensregel der Schatten auf, als er sah, wie sich bei Zusammenkunft von drei oder mehreren Familienmitgliedern mit Schatten, diese in einem größeren Abstand zu ihren Meistern standen als üblich. Auch fiel Saladin auf, dass sein Schatten nie zu nah an ihm herantrat.
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Schatten



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 1:05 pm

Die Reise zehrte an den Kräften. Es war stürmisch und kalt und das nasse Element, was einem bis unter die Haut kroch, war am aller schlimmsten. Auch Schatten hätte nie geglaubt, wie hart die Reise sein könnte. Umso dankbarer war er, als sie schließlich ankamen. Sein junger Herr durfte sich nicht mal ausruhen und so tat Schatten dies auch nicht.
Schatten hörte sich die Unterhaltung mit dem Cousin seines Herrn an. Er hatte keine Meinung dazu und als ihn Saladin anschaute schüttelte er kaum merklich mit dem Kopf. Es war nicht schön in der Sonne zu stehen, aber wenn es notwendig sein würde, war es gut, Erfahrungen damit gesammelt zu haben. Er fand überhaupt, dass der Schatten des Cousins ein wenig... nun ja schlecht aussah. Er hatte kein Mitleid mit seinem Blutsverwandten und fragte sich, wie es dazu kommen konnte. Schatten legte viel wert darauf, körperlich fit zu sein und sein dratiger Körper, war alles andere, als in einem schlechten zustand. Er verbrachte auch viel Zeit damit sich zu formen, wenn er vielleicht gerade nicht bei seinem Meister war, oder dieser ohnehin selbst trainiert wurde. Doch selbst wenn er sich zu Höchstleistungen zwang, verlor er ihn niemals aus den Augen. Nur dann, wenn er Räume betrat, zu denen Schatten keinen Zugang hatte, ließ er ihn unbeobachtet und natürlich, wenn er schlief.
Schatten hielt sich in Räumen immer so weit wie möglich von seinem Herrn entfernt auf. Auch das war etwas, was man ihn gelehrt hatte. Bei Gesprächen die ihn nichts angingen würde er sogar so viel Abstand haben, dass er nicht mehr lauschen konnte. Davor fürchtete sich Schatten ein wenig, denn eine solche Strecke zu überbrücken, sollte es erforderlich sein, kostete Konzentration. Der Weg in die Schatten und wieder hinaus... Das hatte er zwar geübt, aber er war sich nicht sicher, ob es gelingen würde, wenn er unter Stress stand. Noch nie hatte er seinen Meister wirklich ernsthaft vor einer Gefahr schützen müssen.
Im Speisesaal beobachtete Schatten alle genau. Auch die anderen Schatten, die eigentlich alle älter zu sein schienen, als er. Hoffentlich würden hier nicht irgendwelche Machtkämpfe ausgetragen und wenn doch... Dann müsste er eben einfach bereit sein oder nicht? Schatten stand in einer Ecke herum und neben ihm stand ein anderer Schatten, der scheinbar ein wenig nachlässiger in der Gegend herum schaute. Kurz fiel sein Blick auf ihn, dann aber schaute Schatten wieder in der Gegend umher.
Er beobachtete seinen Meister. Wünsche und träume standen ihm nicht zu, aber manchmal, wenn sein Herr ihn ansah, wünschte er sich, ein mal ein Wort zu ihm sagen zu dürfen. Nur ein kleines Wort. Ein Hallo. Oder vielleicht Nur Mut. Habt keine Angst ich beschütze euch Aber es war nicht erlaubt und schnell wischte Schatten den Gedanken beiseite. Er lenkte nur ab.
Und doch zogen ihn seine Gedanken immer wieder weg. Er war unachtsam.
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Saladin



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 2:03 pm

Nach dem Essen verlangte der Onkel nach seinem Neffen. Als Saladin im Korridor auf seinen Onkel Garic zu lief, begrüßte dieser ihn mit weit auseinander gestreckten Armen und einer langen, kräftigen Umarmung. Garic war sehr viel kleiner als Jaffar hatte aber einen ebenso buschigen Vollbart und eine blanke Glatze. Seine Augen waren dunkel und sein Haar hellbraun. Garic wirkte auch etwas stämmiger und robuster, als Saladins Vater Jaffar und deshalb nahm Saladin an, dass er stärker und besser sein müsste. Zumindest in der Schlacht und im Kampf.
Schüchtern begrüßte der 12-jährige seinen Onkel.
"Aslama, Onkel."
"Misa, en-nur, Neffe.
"Als zweiter Thronfolger des Sultans, möchte mein Schwager, dass ich dich in die Kunst des Kampfes und des Krieges einweise. Sodass du den Platz der Rechten Hand einnehmen kannst, wie es dein Bruder heute tut, sobald er neuer Sultan wird.
Fürs Erste wollte Garic Saladin die Familen-Kaserne und den Trainingsbereich zeigen. Eben alles, wo er ab morgen jeden Tag sein sollte. Saladin bekam auch weiße Baumwoll-Trainingskleidung ausgehändigt und wurde den vielen Offizieren und Soldaten vorgestellt. Viele von ihnen gehörten zwar zur Familie, aber der Großteil unter ihnen waren Fremde. Einige von ihnen sahen Saladin unfreundlich entgegen.

Die ersten Tage, Wochen und Monate seiner Ausbildung waren hart und schwer. In den ersten drei Monate der Grundausbildung musste Saladin jeden Tag von früh morgens, bis spät abends trainieren. Lange Märsche, kurze Sprints, Hindernisparcours und das Reiten auf Pferden und Kamelen standen auf dem Programm. Und all das bei dem starken Regen. In den ersten Wochen war Saladin noch regelmässig erkältet oder zeigte Symptome einer leichten Grippe. Und dennoch hielt Saladin durch und mit dem Ende der Regenzeit endete auch seine Grundausbildung.
In den nächsten Monaten und Jahren sollte Saladin mehr über den Truppenführungen, und Strategien lernen.
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Schatten



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 2:28 pm

Auch Schatten wurde in der Zeit, in der Sein Meister trainiert wurde und auch in der Zeit, in der er in Sicherheit war von Schattenausbildern trainiert. Ihm wurde ganz klar gezeigt, dass er noch längst nicht alles gelernt hatte. Im Gegenteil. Vieles, was er noch nie gesehen hatte, wurde ihm hier beigebracht und unter Schweiß und Blut, gelehrt. Es gab Tage an denen sich Schatten wünschte, einfach nur in der Nähe seines Meisters zu weilen und ihm bei dem täglichen Werken zuzusehen. Doch er wusste auch, dass diese Ausbildung später ein Mal gut sein würde. Man fasste ihn jedenfalls nicht mit Samthandschuhen an und man zeigte ihm genau, dass es sich nicht lohnte, schlecht zu sein.
Diesen Abend schmerzten seine Knochen und Gelenke. Das Training war anstrengend gewesen. Es ging um den Nahkampf, mit einem gewöhnlichen Gegner. Bloß, dass seine Gegner alles andere als gewöhnlich waren und sie auch kein Mitleid für ihn übrig hatten. Schatten wurde besser. Versuchte bei Kräften zu bleiben, weshalb er auch regelmäßig aß, trank und schlief. Er wollte auf keinen Fall so werden, wie der Schatten dieses Cousins, seines Herren.
Man lehrte ihm auch vieles, was die Schattenmagie betraf. Waffen und Dinge aus den Schatten zu ziehen. Im Schatten zu wandeln, als sei man nicht da. Oder sich so in den Schatten zu hüllen, dass man binnen eines Wimpernschlages wo anders auftauchte um mit präziser Genauigkeit anzugreifen. Es war eine harte zeit und er merkte, wie sie ihn veränderte, wie sie ihn noch Mitleidloser werden ließ und noch mehr Kälte in sein Herz kroch. Bald hörte er auf seinen kindischen Träumen hinterher zu jagen und immer seltener wurde es, wo er diesen einen Wunsch in sich vernahm.
In dieser Nacht war Vollmond. Sein Herr schlief sicherlich schon, doch Schatten war wach und er stand vor dem Gebäude in dem sein Herr sein musste. Er sah zum Mond, löste die Maske vor seinem Mund und sagte ganz leise, mit einer samtenen Stimme: „Ich hätte euch so gerne geantwortet.“ Der Regen hatte aufgehört, weshalb der Mond auch so schön und rund am Himmel stand. Das silberne Licht, war angenehm und in dieser Nacht, hing Schatten doch wieder seinen Gedanken nach. Dieser quälende Wunsch, würde ihm sicherlich noch einmal zum Verhängnis werden. Und wenn er es ein Mal wagen würde? Wäre er dann ungehorsam seinem Meister gegenüber oder nur einer Regel, die irgendwer mal aufgestellt hatte? Schatten sah zum Fenster hinauf, wo sein Herr schlief. War es das wert? Was waren schon ein paar Peitschenhiebe? Schatten verschwand in den dunklen Umrissen und schlüpfte hinauf. Zu dem offenen Fenster. Er saß einen Augenblick auf dem Fensterbrett. Der Mundschutz war noch immer in seiner Hand. Würde er ihn so überhaupt erkennen? Aber na klar, schließlich war er SEIN Schatten. Er haderte mit sich. Hatten andere vor ihm auch schon mal so gehandelt? Wurde er beobachtet? Er sah sich um. Er konnte niemanden entdecken. Sein Herr lag in seinem Bett. Schattens Augen entging nichts. Er konnte niemanden ausmachen und dann schlüpfte Schatten zum Kopfende seines Meisters. Vorsichtig. Ganz vorsichtige. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals das Blut rauschte in seinen Ohren und er sah Saladin an. Er knabberte auf seiner Lippe herum. Was sagte man denn zu seinem Herrn, wo es einem doch nicht erlaubt war? Dann viel es ihm wieder ein: „Habt keine Angst. Ich beschütze euch.“ Seine Stimme klang so geschmeidig wie Seide. Der Meister schlief. Er würde es wahrscheinlich nicht mal bemerkt haben...
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Saladin



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Do Jan 31, 2013 3:11 pm

Saladin erwachte am Morgen auf ungewöhnliche Weise. Ein mieses Gefühl überkam ihn, als er die Augen öffnete und sich vom Bett herunter begab. Das immer gleiche, zyklische Geräusch hallte dumpf durch die Korridore. Saladins Herz schlug unruhig und schnell und als er aufstand, schwankte er vor Schwäche. Er hörte Stimmen vor seinem Zimmer und Schritte. Hastig eilte er hinaus und über den Korridor nach draussen in den Garten. Die Geräusche leiteten ihn und mit jedem Schritt wurden sie lauter und schwerer. Saladin stürmte mit brennenden Augen durch die Tür nach draussen in den Garten und wurde von der tief stehenden Sonne geblendet. Erst als sich seine Augen an das Licht gewöhnt hatten, sah er den großen Pranger. Die Peitsche schnellte vor und schlug scharfe, blutige Furchen in das helle Fleisch. Saladin stiegen Tränen in die Augen, als er seinen Schatten, angekettet wie ein Tier, dort hängen sah, nackt und blutig. Erneut peitschte es und Saladin wollte losstürmen, doch seine Beine versagten ihm.
Kräftige Hände packten Saladin unter den Armen und stützten ihn.
"Vater's Schatten hat ihn erwischt, wie er sich dir genähert hatte. Vater forderte seine Bestrafung."
Maliks Stimme klang traurig und einfühlsam. Ein Hauch von Stärke und Dominanz hing über seinen Worten.
"Er wurde gewarnt, kleiner Bruder. Er wusste um die Strafe, die ihm blühte."
Saladin wandte den Blick ab und fand seinen Vater auf der anderen Seite vom Garten. Langsam keimten Erinnerungen in ihm auf. Bilder seine Schatten als sie noch Kinder waren. Narben und Wunden, aus einer Zeit, als Saladin noch regelmässig mit ihm sprach und mit ihm spielen wollte. Aber auch die Narben seiner Schwester, seiner Cousinen und der Dienerinnen, als sie nachts unter seinem Gewicht schrien. Das zweiseitige Gesicht seiner Mutter, die ihren Gatten mehr liebte als fürchtete. Die Trauer in den Augen aller Menschen um seinen Vater herum.
Ein Groll, der über Jahre hinweg genährt wurde, blühte in ihm auf und entfachte eine innere Flamme.

Den Rest des Tages verkroch sich Saladin in seinem Zimmer und wünschte sich niemanden zu sehen. Er wusste, dass sein Schatten nach der Bestrafung wieder an seiner Seite sein musste. Das Essen, welches ihm serviert wurde, verweigerte er, forderte die Diener jedoch auf, dort hin zu stellen, wo sich sein Schatten momentan aufhielt. Saladin vermied es jedoch dabei seinen Schatten anzuschauen oder ihm das Essen direkt überreichen zu lassen. Saladin wartete bis spät in die Nacht, bis er sich sicher glaubte, dass niemand ausser ihm und seinem Schatten im Raum waren, dann starrte er ihn in der Dunkelheit an. Instinktiv suchte er die Augen seines Schatten und flüsterte leise, sodass nur einer ihn hätte verstehen können.
"Ich will, dass du meinen Vater umbringst."
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Schatten



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Fr Feb 01, 2013 12:23 am

Einen Moment saß er noch bei seinem Meister. Dann zog er die Maske wieder an und verließ lautlos das Zimmer. Wieder sprang er durch das geöffnete Fenster und kam lautlos unten auf dem Boden auf. Irgendwie war seine Brust nun frei, er konnte leichter atmen und unter den Lederstreifen verbarg sich nun ein leises Lächeln. Er macht gerade mal einen Schritt, als er unsanft gepackt und mit roher Gewalt auf den Boden gedrückt wurde. Schatten hatte nur einen Gedanken: Seinen Meister retten. Doch ihm wurde bewusst, was die Ursache für diesen Angriff war, als er halb den Kopf drehte und mit zusammen gebissenen Zähnen in die wütenden Augen seines Vaters blickte. „Ich habe dich gewarnt...“, flüsterte er und ein unheimliches Kreischen, schwang in seiner Stimme mit und das obwohl seine Stimme sehr leise war. Schatten wurde hoch gerissen und Fesseln legten sich um seine Hände. Eine Augenbinde bekam er auch und dann wurde er unsanft irgendwohin geleitet, wo er auf den Morgen wartete. Er wusste nicht ob er es sich eingebildet hatte. Aber er meinte eine Spur bedauern in Vaters Stimme gehört zu haben. Warum ausgerechnet er? Warum musste ausgerechnet er ihn erwischen?
Als der Morgen angebrochen war, hörte er, wie jemand die Tür öffnete und sagte: „Zieh dich aus!“ Nicht jemand, sondern der Schatten des Sultan. Sein Vater. Die Fesseln an seinen Händen zerfielen und er begann sich die Kleidung auszuziehen. „Was ist so schlimm daran, mit...“
„Schweig!“, wurde er angefahren und gehorchte. „Du hast schon zu viel geredet.“ Dann etwas sanfter, als bis eben noch: „Sei froh, dass man dir nicht die Zunge heraus schneidet..“
Schatten schwieg und als er fertig war mit ausziehen, zerrte man ihn aus seinem Verlies und kettete ihn irgendwo an. Es war hell, aber die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen. Er wusste was passieren würde und bereitete sich darauf vor. Man nahm ihm die Augenbinde ab und er konnte erkennen, wo er sich befand. Am Pranger.
Eine ganze Weile stand er da einfach nur und wartete auf seine Bestrafung. Er bereute nichts. Nein, er bereute es nicht, seinem Herrn diese wenigen Worte zukommen haben zu lassen. Auch wenn der sie nicht mal gehört hatte. Er lächelte, bei der Erinnerung an die letzte Nacht. Normalerweise hätte er wütend traurig oder wenigsten ein bisschen ängstlich sein müssen, aber... Nein. Schatten entschied sich zu lächeln.
Die Sonne stieg und mit ihren Ersten Strahlen, die auf seine bleiche Haut fielen, erhitzte sich selbige und dann, zischte sengender Schmerz über seinen Körper. Schatten riss die Augen vor Überraschung auf und kniff sie dann zusammen, wieder und wieder schnellte die feurige Zunge dieser Bestie in Menschengestalt über seinen Körper. Die Peitsche knallte und mit jedem Knall, entstand eine Kerbe mehr in seinem bleichen Fleisch. Schatten hing da, als habe er keinen Funken Kraft mehr im Leib und die Sonne tat ihr übriges. Und doch... Er blickte auf, sah ihn. Er sah ihn an, aus halb geöffneten Augen, die sich jedoch weiteten, als er sah, wie sein Herr litt. Schatten versuchte nicht zu schreien. Und obwohl seine Augen von Schmerz sprachen und die Qualen, die er erlitt förmlich heraus strahlten, war er ruhig und lächelte...

Am Ende angelangt, hatte er gerade so viel Zeit, sich die Wunden notdürftig zu versorgen. Er durfte sich auch wieder anziehen, was ziemlich schmerzhaft, aber notwendig war. Seinem Herrn ging es schlecht und Schatten wusste, dass es seine Schuld war. Er hätte seinen Wunsch einfach begraben sollen. Aber was dachte er denn da? Nein. Es hatte sich gut angefühlt und in dem Moment, da er seine eigene Stimme durch den Raum hatte wehen hören, war er wirklich glücklich gewesen. Ausgerechnet heute schien Saladin einfach nicht zu Bett gehen zu wollen und das, wo Schatten fast keine Kraft mehr hatte. Doch er blieb bei seinem Herrn und versucht so aufmerksam wie möglich zu sein. Er sah, wie Saladin das Essen ablehnte und es statt dessen für ihn an einen Ort bringen ließ, an dem sich Schatten gerade aufhielt. Es rührte ihn und die Zuneigung zu seinem Herrn wuchs an diesem Tag ein großes Stück weiter.
Es war sehr spät und in der Nacht merkte Schatten doch, wie er wieder an Kraft gewann und wie er  seinen Wunden mehr und mehr keine Bedeutung mehr zusprach. Eigentlich wollte er gerne schlafen, aber so lange Saladin noch wach war, würde er ihn nicht aus den Augen lassen. Und dann geschah es. Sein Herr sah zu ihm herüber. Schattens Augen funkelten im Mondlicht so hell wie reinstes Silber und ein wispern drang an sein Ohr. Schattens Augen waren ausdruckslos, doch als er die Worte seines Herrn vernahm, weiteten sie sich kurz und Überraschung spiegelte sich wieder. Schattens Blick ging ein mal durch den Raum und endete dann wieder bei seinem Meister. Er legte sich den Finger auf die Maske vor seinen Lippen. Dann legte er sich eine Hand auf die Brust und neigte den Kopf. Der erste wirkliche Befehl seines Herrn. Und so leise, wie es eben möglich war, antwortete er mit vor Erregung zitternder Stimme: „Es wird geschehen.“

Schatten verschwand vor den Augen seines Herrn wie ein Phantom. Er hastete so schnell es ging durch die Gänge, seinen Schutzbefohlenen wollte er in diesem Moment nicht alleine lassen, aber es war nicht anders möglich. Leise und so unauffällig wie möglich huschte er dem Licht entschlüpfend durch die Gänge. Er hatte viel gelernt, warum hatte er seinen Vater nicht wahrgenommen? Er hätte sich noch immer dafür Ohrfeigen können. Dieses mal war er vorsichtiger.
Wachen wich er aus und menschliche Wachen, waren nicht so schwierig zu umgehen, wie ein Schatten. Geduldig wartete er auf die Gelegenheit in das Schlafgemach, das Sultans einzudringen.

Es war die vierte Stunde nach der Mitternacht und fahles bleiches Mondlicht, schien durch die wehenden Vorhänge. Die Nacht war kalt und eine schwarze Klinge entstand aus dem Nichts. Schattens Herz schlug langsam, er empfand nichts. Er unterdrücke alles und folgte nur dem Befehl, den man ihm gegeben hatte. Eine dunkle Leere breitete sich in ihm aus. Nichts regte sich. Die Nacht war so ruhig, wie die unheilvolle Ruhe vor einem Sturm. Schatten nährte sich Stück für Stück und die Zeit floss zäh dahin, als er er endlich bei dem Sultan angelangt war. Schatten sah sich um, den Dolch über der Kehle des Sultans. Ein Herzschlag und noch einer. Schatten spürte wie sich jemand nährte. Er senkte die Klinge auf eine Elle herab und ließ eine weitere aus den Schatten entstehen, die er dem Sultan über das Herz hielt.
Aus dem Schatten trat der Vater des Mörders und die Klingen fuhren hinab. Einen Bruchteil eins Moments sah Schattens Vater in die Augen seines Sohnes und ein Ausdruck von Wissen trat in die Augen, des Mannes. Irgendwie... Schatten war es wichtig gewesen, dass sein Vater sah, wer den Sultan umgebracht hatte und wer auch ihn letztlich damit getötet hat.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 3:04 am

Ein scharfer Stich erwischte den Jungen am Handgelenk und nagelte seinen Arm an die Wand hinter dem Bett.
Als er kurz aufsah sah er einen schwarzen Dolch in seinem Unterarm. Sobald der Junge den Dolch aus seinem Fleisch zog, löste es sich in einer dunklen Wolke auf.

"Du törichtes Kind!" Die Stimme kam direkt hinter ihm. Zwei kräftige Arme packten ihn, eine am rechten Handgelenk, die andere am Nacken. Nahezu mühelos ringte ihn sein Vater auf den Boden und hielt ihn bewegungsunfähig. "Glaubst du wirklich der Sultan wäre hier? Das hättest du besser wissen müssen. Hast du denn gar nichts von mir gelernt?"

Der schlafende Körper des Sultans lag unverletzt auf dem Bett. Der Brustkorb hob und senkte sich in einem langsamen Takt.

"Ich gebe dir eine letzte Gelegenheit. Verschwinde." Die Stimme seines Vaters klang nun besorgt.



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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 3:24 am

Natürlich… Es musste eine Falle sein. SEIN Vater war nicht so töricht und ließ den Sultan Schutzlos. Sein Vater war zwar ein herzloser Bastard, aber er war nicht töricht. Der schwarze Dolch hatte mühelos seinen Unterarm durchschlagen und ihn festgenagelt. Schatten reagierte sehr schnell. Er zog ihn raus und wollte ihn benutzen, aber sein Vater war viel schneller, mächtiger und durchtriebener als er. Er hörte die Worte. Töricht nannte er ihn. Und schon fand er sich auf dem Boden wieder, wo er schmerzhaft gehalten wurde.
„Nein...“, sagte er nur auf die Frage, ob er nichts gelernt habe. Wie auch? Sein Vater hatte ihm absolut nichts beigebracht! Wo andere Schatten von ihren Eltern lernen durften und andere Schatten sogar von ihren Eltern in Schutz genommen wurden, hatte dieser hier – SEIN VATER – ihn sogar verraten! Wie er da auf dem Boden gehalten wurde… Die Wunden waren zwar schon etwas verheilt, waren aber immer noch druckempfindlich. Die Peitschenhiebe waren tief und schlimm gewesen.
Die Stimme seines Vaters war gedämpft, aber stets und ständig klang sie wie Kreide, die über die Tafel kreischte. Sie kam einem heiseren Flüstern aus einer tiefdunklen Schattenebene gleich. Schatten stellte fest, dass er sich vor seinem Vater fürchtete. Die Maske… Zu gerne hätte Schatten mal das Gesicht seines Vaters gesehen. Was gingen ihm bloß für Gedanken durch den Kopf? Er war im Begriff zu sterben. Doch dann die Überraschung! Er wollte ihn gehen lassen?! Schatten drehte den Kopf so, dass er die Augen seines Vaters erkennen konnte, die absolut nichts sagten. Dann sah Schatten jedoch fast zornig zu ihm hinauf. „Ich werde nicht gehen.“ Wieso klang er denn so besorgt?
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 6:23 am

Der Raum um die beiden wurde in schwarze Schatten getaucht. Sanft umhüllten sie den Boden, die Wände, die Decke, die Türen, die Fenster, das Bett. Doch dieses Zimmer war ein anderes.
Der Vater lies den Jungen los und richtete sich auf.

"Erinnerst du dich noch an dieses Zimmer? Vermutlich nicht."
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 6:58 am

Schatten sah, die schwarze Finsternis in die Welt sickern. Er befand sich in einem anderen Zimmer. Einem Zimmer, an das er nur noch eine vage Vorstellung hatte. Er erinnerte sich an den Raum, sie hatten hier einige Zeit verbracht, da war er noch ein Kind gewesen, doch er hatte kaum Erinnerungen daran. Es war lange her. Er wollte ganz bestimmt nicht mit seinem Vater darüber reden, als er auch schon losgelassen wurde. Er wusste außerdem, dass er es nur mit der Zustimmung seines Vaters wieder verlassen könnte. Was wollte er von ihm? Warum hatte er ihn nicht einfach getötet? Schatten hatte doch eigentlich immer das Gefühl gehabt, sein Vater würde eh nichts von ihm wissen wollen. Alle Liebe hatte er stets von seiner Mutter erfahren. Was sollte das hier? Wieso war er hier? Schatten wickelten sich um seinen Unterarm, um die Blutung zu stoppen.
„Wieso bin ich hier?“, stellte er die Gegenfrage und beantwortete somit die seines Vaters nicht. Er war respektlos, aber es war ihm egal.

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 9:25 am

"Als Strafe dafür, dass du es gewagt hast dich mir in den Weg zu stellen. Du musst ein Tor sein, zu glauben ich würde dich in die Nähe des Sultans lassen."
Des Vaters physische Erscheinung schien sich in den Schatten aufzulösen. Nur seine silbern schimmernden Augen verharrten in der Dunkelheit.
"Du wirst hier drinnen genug Zeit haben um über das Nachzudenken was du vorgehabt hast.  Oder sollte ich besser sagen: Um was dich dein Licht gebeten hat? Vielleicht sollte ich ihm heute Abend noch einen Besuch abstatten und ihn an deiner Stelle bestrafen?"
Die silbernen Augen erloschen langsam zu dem selben Schwarz wie die Finsternis.

Plötzlich leuchtete ein grelles, gleisendes Licht in der Mitte des Raumes auf und das Schwarz des Raums wich einem klaren, sauberem Weiß. Die Gestalt des Vaters wurde schlagartig von den Schatten getrennt und im nächsten Augenblick löste sich seine körperliche Form auf. In der Wand hinter ihm hatte sich seine Silhouette in die Wand gebrannt.
Nahezu im selben Augenblick war er aus den Schatten hinter seinem Sohn aufgetaucht und streckte seine Hand nach ihm aus um auch ihn in Sicherheit zu bringen.

Als sein Arm die Schulter des Jungen berührte, spürte er wie ihn seinerseits jemand am Handgelenk packte. Eine Gestalt ganz in Weiß. Weiße Haare, weiße Haut, weiße Augen, hatte nach seinem Handgelenk gegriffen und versuchte ihn zu sich in das Licht zu ziehen. Die Hand zog an dem leeren Ärmel und die Kleider des Vaters landeten leblos auf dem Boden.

Einen weiteren Augenblick später standen der Junge und sein Vater wieder in der Schlafkammer des Sultans. Einen kurzen Moment sah man den Mann nackt. Seine Haut war Dunkelgrau und sein langes Haar schwarz. An Stelle seines Unterkiefers klaffte ein großes Loch. Gleich darauf umhüllten ihn wieder die Schatten und kleideten ihn wieder vollständig in schwarze Leinen und Leder.

"Verdammt, wie konnte er uns in den Raum folgen?"
Sein Blick fiel auf seinen Sohn.
"Nein, er ist dir gefolgt!"
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 9:57 am

Sein Vater schimpfte mit ihm. Eine ungewöhnliche Situation. Er hatte ihn auch in der letzten Nacht so angefahren. Seit wann war sein Vater so hinter her, dass er sich richtig verhielt, was er aber dann sagte, ließ ihn erschaudern. „Nein!“, rief er aus, als sein Vater drohte Saladin zu besuchen. Und nicht nur das. „Er hat damit nichts zu tun!“, verteidigte Schatten ihn. „Er hat mich nicht darum gebeten!“ Dann überschlugen sich plötzlich die Ereignisse. Licht. So viel Licht! Zel schloss die Augen, bekam nichts mit, weil er sie verdeckte. Was tat sein Vater da?! Wieso konnte er so viel Licht erzeugen? Wieso tat er das?
Er wurde gepackt und schon im nächsten Moment waren sie wieder im Schlafzimmer. Schatten öffnete die Augen und blickte seinem Vater ins Gesicht… Oder in das, was davon übrig war. Seine Augen waren riesengroß und stark geweitet. Was… ? Was ist… das? Seine Haut so grau, sein Kiefer… nicht vorhanden. Schon verschwand alles in festen Schatten und Schatten sah ihn nun so von Furcht durchtränkt an. Er verstand die Welt nicht mehr. Was… war ihm geschehen? Wieso passierte das hier?

Egal. Er war so verwirrt und er hatte sich so erschrocken, aber er würde seinen Vater einfach töten können! Schatten sah nicht mal hin zum schlafenden Sultan. Er wusste nicht, ob es dieses Mal gelingen würde, aber… „Ich weiß nicht, wovon ihr sprecht.“, sagte er nun. „Aber IHR folgt nun eurem Licht!“ Er schlug auf den Boden und schwarze Schatten schossen unter dem Bett hervor, um den Sultan zu töten. Wenn es gelingen würde, würde sein Vater mit dem Sultan sterben und er wäre frei. Schatten hatte den weißen Schatten nicht gesehen, weil er die Augen geschlossen hatte, nicht fähig das Licht zu ertragen.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 11:20 am

Just in dem Moment da die Schattenklauen den Körper des Sultans berühren sollten, jagten hunderte kleinerer Schattenklauen aus dem Körper des Sultans und wandten sich um die erste Klaue. Reglos verharrten die Klauen ineinander, nicht im Stande sich weiter zu bewegen.
"Ich sagte dir bereits, dass deine Fähigkeiten meinen nicht gewachsen sind, Asim."
Der Vater drehte sich zum Balkon und da stand der weiße Schatten an der Öffnung lehnend.

"Eine Armee könnte es nicht mit Euch aufnehmen, rayiys." Der weiße Schatten löste sich von der Wand und trat an die beiden heran. Er trug die selbe schwarze Kleidung wie die anderen Schatten.
"Aber gemeinsam können wir beiden es bewerkstelligen, Sohn des Aziz."

Aziz sprang vor, packte Asim am Hals und riss ihn aus dem Lauf von den Beinen. Mit einem heftigen Ruck schlug Asim in der Wand ein.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 11:44 am

Schatten sah, wie sein Angriff einfach abgeblockt wurde. Das war es… Er würde hier nicht lebend raus kommen. Sein Vater sprach mit Asim? Schatten folgte dem Blick und sah dort den weißen Schatten stehen. Schatten fühlte sich so dumm. Was war hier nur los? Dann klärte sich das auf.

Der weiße Schatten von Saladins Bruder Malik. Was redete er da? Ja.. eine Armee. Sein Vater war so mächtig, er könnte eine Armee vernichten. Das glaubte Schatten allerdings auch. Er wusste nur nicht, wie er nun seinen Auftrag erledigen sollte, als Asim es schon erklärte. Wie sollten sie – ER und ein weißer Schatten – DIESEN Schatten aufhalten? Richtig gar nicht. Er nannte seinen Vater beim Namen… Und außerdem: Sie würden den Sultan gemeinsam töten? Sein Vater sprang den weißen Schatten einfach an und Schatten schaltete blitzschnell in seinem Kopf um. Er sprang auf den Sultan und zog seinen echten Dolch, den er ihm in die Brust rammen wollte. Seine Arme fuhren hernieder…


Zuletzt von Schatten am Sa März 19, 2016 12:42 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 12:25 pm

Die Hand des Sultans fuhr hoch und umklammerte die Hand mit dem Dolch. Sein Griff war stark wie der Biss eines Krokodils und seine Fingernägel gruben sich durch seinen Handschuh.

"Ich weiß, dass du eine ganze Stunde benötigst, um deinen Kugelblitz aufzuladen. Du warst unvorbereitet und naiv, Asim. Ich werde nicht zögern dich zu töten."

Asim verzog das Gesicht unter seiner Maske. Die schwarze Farbe seiner Kleidung löste sich von ihm und legte sich um Aziz Körper.
"Da liegst du leider falsch, mein Captain. Ich habe diese Information bewusst geheim gehalten."
Asims weißer Körper und seine weiße Kleidung leuchteten stark auf und fluteten abermals einen kompletten Raum aus, nur die Hindernisse, wie die anderen Schatten und das Bett konnten das Licht abhalten und warfen große Schatten an die Wände, den Boden und die Decke dahinter. Aziz Schemen löste sich wieder in einer Dunklen Wolke aus, nachdem er sich durch die Schatten in Sicherheit gebracht hatte.

Auch die Schattenklauen über dem Sultan lösten sich sofort auf. Der Griff des Sultans löste sich, als Aziz' Schattenkontrolle schwand. Mit seinen Schattenkräften verschwand auch die Maskerade um den Sultan. An Stelle des Körpers lagen hunderte giftiger Königsschlangen auf dem Bett.

"Wie oft muss ich mich wiederholen? Der Sultan befindet sich nicht in deiner Reichweite, Zel!", sagte Aziz und klang dabei ein wenig genervt. Streng dich mehr an!
Zel spürte einen Ruck durch seinen Körper gehen, dann bewegte sich sein Körper wie eine Marionette nach vorn und versuchte ebenfalls Asim zu attackieren.

Asim drehte seine linke Hand vor sich und zog dann eine schwarze Langklinge aus dem kleinen Schatten der sich dadurch gebildet hatte.

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 1:00 pm

Es war ein Alptraum. Der Sultan erwachte… Nein er… Schlangen! Königsschlangen! Der Biss brannte, aber er würde nicht sterben. Sein Vater verhöhnte ihn also? Schatten wollte eben erneut reagieren, als sein Körper plötzlich von einem Rück durchzogen wurde. Er stürzte sich ungewollt auf Asim. Nein! Was konnte er tun? Er sah alles fast wie in Zeitlupe. Der Dolch aus Asims Hand, die dem Schatten entsprang. Er schaltete blitzschnell. Wenn seine Hand einen Schatten warf, musste sein Körper das auch tun! Aus seinem Rücken schoss Schatten und materialisierten sich. Fast sah es aus, als würden ihm Flügel wachsen. Sie schossen auf seinen Vater zu. Sie versperrten die Sicht auf Zel. Er versuchte nicht mal sich umzudrehen, aber er versuchte sich durch die Schatten hinter dem Schatten Aziz‘ aufzutauchen. Seine materialisierten Schatten waren scharf und schwer und explodierten förmlich um ihn herum.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 1:33 pm

Das Licht brannte die Schatten aus wo auch immer es drauf fiel. Doch das Manöver zeigte seine Wirkung und Aziz ließ von seinem Sohn ab.
Du warst sowieso nie mein Ziel.
Aziz nutzte die paar Zentimeter die er seinen Sohn durch den Raum laufen ließ um von dem Schatten den der Junge auf den Boden warf in die Schatten unter dem Bett zu wandern.
In der Ablenkung der explosionsartigen Schattenarme schleuderte Aziz das Bett auf und ließ es durch den Raum fliegen.

Asim schlug das Bett mit einem Hieb in Zwei und wich den beiden Stücken aus. Er wirbelte durch den Raum und suchte nach den versteckten Schatten. Sein Licht wurde langsam schwächer.

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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   Sa März 19, 2016 8:50 pm

Zel wusste nicht, was er noch versuchen sollte! Der Schatten seines Vaters, verschwand in dem Moment, als er hinter ihm auftauchen wollte, weil diese natürlich schneller war als Zel. Wo war er hin? Das Bett… Nicht nur das Bett, sondern auch die Schlangen flogen durch den Raum und Zel spürte leichte Lähmungserscheinungen in seiner Hand und seinem Arm. Er wusste, das Gift wäre nicht tödlich. Schon gar nicht, in so geringer Dosis, aber eine Halbseitige Lähmung konnte er jetzt auch nicht gebrauchen. Er musste endlich seinen Auftrag erfüllen! Zel wurde selten zornig, aber jetzt in diesem Moment war er es und Worte der Unachtsamkeit sprach man schnell im Zorn. Sein Vater, war seinem Angriff wieder ausgewichen und Zel konnte es einfach nicht mit ihm aufnehmen! Das bedeutete es wohl der Schatten des Sultans zu sein… Erbost und die Geduld verlierend schrie er Aziz an. „Warum stirbst du denn nicht endlich!?“ Erneut sprang er nach vorne. Dieses Mal griff er seinen Vater direkt an. Ein letzter Verzweiflungsschlag. Insgeheim wusste Zel selbstverständlich, dass er Aziz nicht gewachsen war. So ein Pech aber auch… Erst viel viel später, würde er die Dummheit, seiner Aktion begreifen und würde erkennen, dass es immer besser war eine Schlacht nicht zu schlagen, wenn man nicht gewinnen kann, als sich todesmutig hineinzustürzen. Er hoffte, dass Asim ihm vielleicht eine nötige Ablenkung schaffen konnte, ohne zu wissen, dass seine Worte als Ablenkung vielleicht schon ausreichend gewesen wären.
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BeitragThema: Re: Wüstendämmerung   So März 20, 2016 2:04 am

Aziz zögerte einen Moment. Nur einen Moment der Unachtsamkeit, dann ließ er sich von seinem Sohn mit seinem Dolch aufspießen.

Auch Asim nutzte den Moment der Ablenkung und ließ zwei Klone aus seinem Körper entspringen. Aus drei entgegen gesetzten Richtungen griffen auch sie Aziz an und durchstießen seinen Körper.

Aziz keuchte, als ihn die Klingen erwischten. Seine Augen wurden blasser. Dann erlosch das Licht, welches Asim erzeugt hatte und in einem kurzen Moment des Zwielichts, an dem sich Licht und Dunkelheit in Waage hielten, da durchstieß Aziz seinerseits Asim mit seiner Schattenklinge.

Danach wurde das Zimmer schwarz. Schwarzer als die Nacht. Kein Licht drang von Außen in das Zimmer, die Schatten verschmolzen mit der Finsternis.
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