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 Die weiten Ebenen

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Thû-Galad
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BeitragThema: Die weiten Ebenen   Mi Aug 24, 2016 5:42 pm

Thû-Galad und Tal schienen sich zumindest in dem Punkt einig zu sein, dass sie Shayne begleiten würden. Sie machten sich auf zu ihrer Heimat und der Untote, schien Erschöpfung oder Müdigkeit nicht zu kennen. Tal, der immer noch nicht wirklich glaubte, dass er so richtig UNTOT war bewunderte ihn ein wenig dafür. Thû-Galad trug auch das schwere goldene Buch.
So führte ihr Weg sie durch die weiten Ebenen. Ganz in der Ferne konnte man hin und wieder auch Reisende sehen, aber im Großen und Ganzen, waren sie allein und würden Feinde schon von weit entfernt ausmachen können, wenn sie keine meisterlichen Versteckkünstler waren. Auch hier und da war ein kleines Dorf zu sehen oder ein Weiler und bald hatten die Schrecken der letzten Tage kaum noch eine Bedeutung. Die einladenden satten Wiesen und das entfernte schimmern des großen Flusses Rû gaben ein idyllisches Bild und man fühlte sich sogleich ruhig und friedvoll. Selbst der Untote hatte diese streng zusammengezogene Falte zwischen seinen Augenbrauen nicht. Tal summte ein - sicherlich unanständiges – Liedchen.
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Shayne



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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Mi Aug 24, 2016 10:51 pm

Shayne stieg ab der zweiten Strophe mit ein und pfiff vergnügt.
Immer wieder nahm sie Thû-Galad das Buch ab um es und das Schloß zu betrachten, solange bis es ihr wieder zu schwer wurde und er es ihr abnehmen musste.
Zwei Dinge hatte sie zumindest über das Buch erfahren: Der Einband - der ein fester Teil des Schlosses war und einem wesentlich neueren - war vielmehr eine Schachtel für ihren wahren Inhalt. Zum anderen waren die Seiten wesentlich älter als der Einband.
Dennoch war es Thû-Galad, der auf dem Einband abgebildet wurde. War es also ihm gegolten, handelte es gar von ihm oder war er der Schlüssel?
Moment.
Shayne drehte das Buch auf die Rückseite. Ihr Spiegelbild starrte ihr entgegen. Sie lächelte kurz und fuhr dann über die vergoldete Spiegelfläche. Kleine Schriftzeichen waren in das Metall eingraviert. Ein Kauderwelsch aus zusammenhangslosen Buchstaben und Worten. Selbst mit viel Mühe und großzügigen Interpretationen ergaben sie keinen Sinn.
Zusätzlich erkannte sie, dass die Lettern - oder vielmehr ihre Lücken ein großes Oval umrissen.
Sie merkte sehr schnell, dass ihr eigenes Gesicht dieses Oval nicht vollständig abdecken würde.
"Oy!", rief sie Thû-Galad zu. "Kuck doch mal bitte hier rein!"
Sein Gesicht vermochte zwar das Oval vollständig auszufüllen, doch es geschah nichts ungewöhnliches.
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Do Aug 25, 2016 12:33 am

Tal hatte Shayne erst verwundert betrachtet, als sie bei ihm mit einstieg, dann kurz gelächelt und schließlich hatten sie im Duett gepfiffen. Thû-Galad hatte von all dem wenig Notiz genommen.
Gerade liefen sie einfach über die Ebene, als Shayne ihm mal wieder das Buch zurückgab. Sie hatte noch nicht gefragt, was es damit auf sich hatte und der Untote hatte auch keinerlei Interesse darüber zu reden… Auf der anderen Seite konnte er sich sowieso nicht erinnern. Sie sagte ihm, er solle ins Oval schauen, was er auch tat. Er sah hinein und absolut nichts geschah. Er verstand ihre Gedankengänge nicht mal und Tal fragte schließlich: „Was hat es mit dem Ding auf sich? Ich meine… war ja schon irgendwie unheimlich.“
Thû-Galad schwieg. Er musste dem Menschen gegenüber keine Rechenschaft ablegen. Tal musterte den Elf. „Du bist ganz schön unhöflich, mich einfach zu ignorieren.“ Wieder nur Ignoranz. Tal seufzte und ließ es. Sie stiegen gerade über eine Anhöhe, die links und rechts von Findlingen umsäumt war, wo ein paar Leute ihr Lager aufgeschlagen hatten. Das waren bestimmt Banditen. Einer erhob sich und sah zu ihnen rüber, er pfiff seien Kameraden zu und die standen auf. Thû-Galad sah ungerührt zu ihnen und wurde nicht mal langsamer.
„He da! Das hier ist unser Weg! Wenn ihr hier durch wollt, müsst ihr schon einen Zoll entrichten!“ Einige nickten zustimmend und Thû-Galad kam immer näher, ungerührt und stoisch. „Stehen bleiben!“ Pfeile wurden in Bögen gelegt und Waffen gezogen. „Aus meinem Weg, wertlose Kreatur!“, forderte Thû-Galad.
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Shayne



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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Do Aug 25, 2016 3:30 am

Shayne beschlich das Gefühl, dass sie vom Unglück verfolgt wurden. Naja, nicht unbedingt sie selber, jedoch einer ihrer beider Begleiter. Wenn sie jemanden benennen müsste, so würde sie definitiv auf Thû-Galad zeigen. Nun, wenigstens konnte er seine Kämpfe selber austragen und das Problem aus dem Weg schaffen.
Nur gefielen ihr die Gewalt und der Tod nicht.
"Lasst uns durch, und ich vergüte es euch gut. Ihr wollt euch doch nicht mit einem Untoten anlegen, oder?"
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Do Aug 25, 2016 4:15 am

Unglück… Ja vielleicht war es ein Wort, was man dem Untoten zuschreiben könnte. Tal sah Shayne von der Seite an. Er glaubte nicht, dass die Banditen mit ihnen verhandeln würden. Thû-Galad hingegen betrachtete weiterhin den Redner kühl. Er war stehen geblieben. Der Kerl sagte: „Aha? Nun, wir lassen euch nicht durch, ehe…“ Thû-Galad hatte ihm ohne Vorwarnung den eigenen Dolch des Mannes durch eben jenen Schädel getrieben. Er widersetzte sich werde einem Wunsch Shaynes, weil der Kerl ja gesagt hatte, dass sie sie nicht durchlassen wollte. Obwohl er vielleciht eben ein anderes Angebot hinterher hatte setzen wollen. Pfeile sirrten durch die Luft. Einer traf gar nicht, ein anderer sauste ganz knapp, an des Untoten Wange vorbei, einer traf ihn in den Bauch, einer ins Bein und schließlich noch einer mitten in die Brust, aber nicht an der Stelle, wo normalerweise ein Herz saß. Thû-Galad sah nicht mal an sich herab und lief zum erst Besten, dem er schnell und ganz Beiläufig den Dolch durch die Schläfe stach. Er ließ den Mann achtlos zu Boden fallen und dann war er schon beim nächsten. Sein Gesicht war ausdruckslos und absolut tot. Er zog die Klinge förmlich im Vorbeigehen durch die Kehle und beschleunigte seine Schritte nun. Dem Nächsten wurde der Bogen erst zerschnitten, ehe auch hier der Dolch seine Spitze in das Herz des Mannes senkte. Der Untote hatte weder Mitgefühl noch Gnade. Drei waren noch übrig und die Pfeile surrten erneut durch die Luft. Einer traf ihn wieder in den Bauch, der nächste streifte seine Schulter und der letzte schlug direkt, zwischen seinen Augen ein. Der Schütze schien erleichtert, als Thû-Galads Kopf nach hinten kippte, und der Elf stehen blieb. Dann aber neigte er den Kopf wieder nach vorne, brach den Pfeil ab und tötete zwei mit seinem Schwert. Dem letzten zerstörte er ebenfalls den Bogen und dieser sank nun mit erhobenen flehenden Händen zu ihm hoch. Er winselte um Gnade und Thû-Galad sagte nur: „Leute wie du… machen mich krank.“, wobei er das Schwert wegsteckte. Er packte ihn am Schlafittchen und hob ihn hoch, Dann hohlte er mit der nach vorn zugespitzten Hand aus und würde ihn jeden Moment mit eben jener Hand durch den Leib fahren, wenn niemand einschritt.
Tal hatte all das atemlos beobachtet und konnte nicht fassen, dass dieser Kerl, an allen Ecken blutend einfach nicht auch nur den geringsten Schmerz zeigte. Wobei auch klar war, dass er nicht so blutete, als sei er wirklich schwer verletzt. Zur krönung verkraftete er nun auch einen Pfeil im Kopf? Tal hatte gehört, was Shayne gesagt hatte, aber bis zuletzt. Bis zu diesem Augenblick… hatte er es nicht glauben können. Jetzt aber beschlich ihn dieses Gefühl, dass er Furcht haben sollte… doch er konnte sie einfach nicht empfinden…
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Shayne



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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Do Aug 25, 2016 7:52 am

Shayne schaute sich das ganze mit leerem Blick an, so als wäre sie wieder weggetreten und eine andere Persönlichkeiten hatte von ihr Besitz ergriffen.
Thû-Galad meuchelte vor ihren Augen abermals mehr oder weniger unschuldige Wesen.
"Okay", sagte Shayne und wandte sich zu Tal und Thû-Galad. "Habt ihr auch so einen Riesenhunger wie ich?"
So als wäre ihr die Szenerie überhaupt nicht bewusst schlenderte sie zur erstbesten Feuerstelle und gönnte sich eine Schüssel von dem köchelnden Eintopf.
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Do Aug 25, 2016 8:09 am

Tal sah alledem atemlos zu und dann durchschlug Thû-Galads Hand den Brustkorb des winselnden Mannes. Der Untote ließ ihn achtlos fallen und Tal drehte sich der Magen um. Shayne hingegen schien einen riesen Hunger zu haben. Sie ging zur Feuerstelle und Thû-Galad antwortete nur emotionslos: „Nein.“ Er war untot. Er hatte keinen Hunger. Nie. Er betrachtete die Pfeile die seinen Körper verunzierten und zog einen nach dem anderen heraus, als sei es nichts. Den in seinem Schädel vergaß er dabei offensichtlich und sah zu Shayne. Sie ließ es sich schmecken und er wartete. Er fand, dass diese Banditen es nicht Wert waren sich noch mehr um sie zu kümmern oder sie zu durchsuchen. Er ließ den Blick nur in die Ferne schweifen und wartete.
Tal versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass er gerade gesehen hatte, wie Menschen einfach wie Vieh dahingeschlachtet worden waren und kam zittrig auf die anderen zu. Er machte den Mund auf, um was zu sagen, ließ es aber. Dann setzte er noch Mal an und Thû-Galad sagte: „Wenn es dir nicht passt, geh einen anderen Weg.“ Oh ja. Mit Vergnügen würde er das tun. Konnte er aber nicht … Tal hatte immerhin sein Wort gegeben. Er senkte bloß den Blick und sagte leise: „Ich möchte bitte weiter.“
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Shayne



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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Do Aug 25, 2016 9:00 am

Das kleine Heimatdorf von Shayne, in dem sie und andere Halbelfen gemeinsam mit ihren Eltern aufgewachsen waren, befand sich in einem kleinen unwegsamen Tal am Rande eines kleinen Waldes.

Als sie die ersten Häuser erreicht hatten, kam ihr ein kleines Mädchen entgegen gerannt.
"Mama!", rief sie.
Shayne schaute sie schockiert, irritiert und erleichtert an und nahm sie fest in ihre Arme.
Das kleine Mädchen sah Shayne verblüffend ähnlich, wie eine kleinere Version von ihr. Shayne kamen die Tränen.

Ein Mann, ein blonder Elf, kam langsam aus der Ferne auf sie zu.
"Du bist lange weg gewesen, wir haben mit deiner Rückkehr erst im nächsten Jahr gerechnet."

Shayne wischte sich die Tränen aus den Augen.
"Ich weiß. Ich hörte dass Aura entführt worden war und wollte nach ihr suchen."

Der Elf nickte stumm.
"Lynes' Dorf wurde angegriffen. Keine Ahnung woher sie wussten, dass sie auf unsere Tochter aufpassen sollte ... Adair konnte sie aufspüren und sie hierher zurück bringen. Es geht ihr gut, mach dir keine Sorgen."

Shayne atmete erleichtert auf.
"Oh, ich vergaß dir meine Begleiter vorzustellen. Das hier sind Tal und ...", sie überlegte ob sie ihm erzählen sollte, wer oder was er eigentlich war. "Das hier ist Thû-Galad, ein Untoter, aber eigentlich ist er ein Elf, einer aus der alten Zivilisation, du weißt doch noch, die Ruine im Wald die ich mal entdeckt hatte, er stammt aus jener Zeit, und er kann ganz schön böse sein, aber zu mir ist er nicht mehr böse, aber du brauchst keine Angst vor ihm zu haben, er tut dir nichts, und wenn doch, dann kann ich ihm sagen dass er damit aufhören soll, weil er muss auf mich hören, da ich dieses Amulett, welches ich hier in der Ruine gefunden ..."

Während sie weiter ganz aufgeregt von Thû-Galad, den Ruinen und ihren Abenteuern erzählte - wobei sie wirklich keine Einzelheiten ausließ und immer wieder in ihren Aufschrieben nachblätterte - schob der Elf sie in Richtung des Waldes, in der seine Hütte stand. Er nickte den beiden Männern zu ihnen zu folgen.

Die kleine Hütte sah von innen geräumiger aus als von außen und bot neben einer Stube mit Kochstelle zwei großzügige Schlafzimmer.
Der Elf stellte sich schließlich den beiden Männern als Sharyn vor und bereitete eine kleine Mahlzeit für alle vor. Für den Untoten - so hatte er von Shayne gelernt - benötigte er weder Speisen noch Trank auszugeben. Dennoch stellte er ihm eine Kleinigkeit aus exotischen und ungewöhnlichen Zutaten zusammen: verbrannte Rinde einer vom Blitz getroffenen Tanne, ein violett schimmernder Kokon, ein Silberblatt ... Mindestens ein Dutzend Gegenstände breitete dieser vor dem Untoten aus.
"Probier das mal. Auch wenn du sie nicht verdauen kannst, so bin ich mir dennoch sicher, dass sie dir schmecken könnten."
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Do Aug 25, 2016 6:28 pm

Dass es SO einfach war, hätte Tal nun wirklich nicht gedacht. Die Kleine Tochter von Shayne war tatsächlich schon wohlbehalten zuhause? Was für ein Glück! Tal freute sich und den Untoten ließ es vollkommen kalt. Egal, Tal freute sich trotzdem. Er stützte die Hände auf die Knie, lächelte freundlich und sagte „Hallo, meine Kleine.“ Er richtete sich wieder auf, als der Elf kam. So? Shayne war wohl ziemlich oft unterwegs? Aber ihre Tochter SO lange alleinzulassen kam ihm nicht richtig vor. Doch wer war er, sich da einzumischen? Der Untote sondierte die Umgebung und fragte sich, wo sie eigentlich so recht waren. Er konnte sich nicht an die Lage irgendwelcher Elfensiedlungen erinnern und Dörfer hatte es sicherlich zumindest nicht vor 500 Jahren an den Stellen befunden, wo sie jertzt waren.

Shayne erklärte alles bis ins kleinste Detail, was sie getrieben hatte und was geschehen war und Tal nickte hin und wieder, zumindest an den Punkten, seit er dabei war, wobei er den blonden Elf genau beobachtete. Er sah zu Thû-Galad und ihm fiel auf, dass er immer noch einen Pfeil in seinem Schädel hatte. Sein Haar war immer irgendwie über die linke Stirnseite gefallen und hatte sich auch an dem kurzen abgebrochenen Ende verfangen, aber… Nun ja. Tal lauschte erst mal weiter und nach einer Weile fiel ihm noch etwas auf. NIEMANDEN schien es zu interessieren, dass Thû-Galad UNTOT war. War das normal? War er der einzige, der das irgendwie merkwürdig fand? In einer Magielosen Welt, stehen Tote nicht einfach auf! Er beobachtete weiter den blonden Elf und schien etwas sprachlos, dass er einfach nur ernst nickte, als würde Shayne ihm davon erzählen, welche Kleider sie neulich gekauft hatte… Tal beschloss sich still zu verhalten. Würde er seine Zweifel und Gedanken nun äußern, würden sie ihn sicherlich wieder als Idioten abstempeln.

Sie saßen bereits in der Hütte und Tal sah die kleine Mahlzeit sehnsüchtig an. Er wollte jedoch nicht so dreist sein und einfach zulangen, sondern wartete auf die anderen.. Dann aber ließ er es sich auch gerne schmecken. Der Untote musste nicht essen und wollte es auch nicht, doch dann wurden ihm irgendwelche komischen Dinge präsentiert, die ihm als Nahrung verkauft wurden. Ernsthaft? Thû-Galad sagte nur: „Lasst mich in Frieden!“ Er wollte nicht und da er es eh nicht verdaute… was sollte er damit tun? Es sich vielleicht irgendwohin stecken? Er schüttelte leicht den Kopf. Der blonde Elf schien darüber jedoch ein wenig enttäuscht, wenn nicht gar traurig zu wirken, bis Shayne es nicht direkt befahl, aber Thû-Galad merkte schnell, dass sie auch irgendwie traurig darüber war und nach einigen Augenblicken verdrehte der Untote die Augen. Er beugte sich vor und betrachtete die … Gegenstände.

Was davon sah ungefährlich aus? Einfach alles aufessen, damit sie zufrieden war? Oder nur eins kosten und erklären, dass das vollkommen absurd war? Thû-Galad wusste ja nicht mal, ob er überhaupt noch Innereien hatte und ob… nein, nein, sein Herz fehlte, es gab keinen Kreislauf, er würde das Zeug schlucken und dann wäre es für immer in seinem Körper! War das schlau? Er konnte sich zur Not auch aufschneiden… Ok, er ekelte sich vor sich selbst. Ein Vorteil war wohl, dass ihm nicht mehr schlecht werden konnte.
Der Untote streckte die Hand nach der Rinde aus und schloss die Augen er seufzte hörbar und dann schnappte er sich das Stück Holz schluckte es, dann den Kokon, dann eine eingelegte Eichel, die irgendwie golden aussah, als nächstes war da eine Art Kristall, mit rosa Färbung und danach hielt der Untote inne. Er sah an sich herab und legte die Hand auf den Bauch. Spürte er was? Eigentlich nicht? Passierte was mit ihm? Er konnte nichts feststellen. Hmmm… hatte er irgendwas geschmeckt? Eigentlich nicht. Er nahm das Silberblatt und schluckte aus dies. Und jetzt spürte er zum ersten Mal etwas. Seine Augen weiteten sich etwas und zuerst fühlte es sich an, als habe er etwas scharfes gegessen, dann, als hätte er Zwergenbrandt getrunken und zuletzt wurde es warm in seinem Bauch. Warm? Nein, es würde unerträglich heiß. Er hielt sich nun auch die andere Hand auf den Bauch und dann hörten Tal und Shayne das erste Mal so etwas, wie einen Schmerzenslaut.

„Was hast du?“, fragte Tal und Thû-Galad erhob sich, leicht nach vorne gebeugt. Er machte einen Schritt zurück, stolperte und fiel direkt auf den Boden, wo er sich versuchte aufzurichten und dann auf allen vieren auf dem Boden war. Er spuckte rotschwarze Substanz aus. Vermutlich sein eigenes Blut und stöhnte schmerzerfüllt.
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Shayne



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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Sa Aug 27, 2016 4:46 am

Sharyn kniete sich neben den Untoten und neigte ihm den Kopf zurück um ihm eine silberweiße Flüssigkeit in den Mund zu kippen.

"Ah, was machst du da?", kreischte Shayne und drückte ihn zur Seite.

"Ich treibe die Verderbnis aus diesem Ungetüm. Dieses Monster hat nichts auf unserer Welt verloren!"

"Galad ist kein Monster!", blaffte Shayne ihn an und kniete sich an seine Seite. "Er ist mein Freund. Er hat mir das Leben gerettet, mehr als nur einmal!"

"Er hat mehr Leben ausgelöscht, als die Rote Seuche vor 80 Jahren."

Tränen schossen in Shaynes Augen.

"Nein, das ist eine Lüge!"

"Er ist der Schwarze Tod."
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Sa Aug 27, 2016 5:03 am

Thu Galad kniete dort vor ihnen auf dem Boden und Tal war nun auch aufgestanden, der Elf aber blieb ganz gefasst und flößte nun dem Untoten etwas anderes ein. Thû-Galad war so mit sich selbst beschäftigt, dass er im ersten Augenblick gar nichts unternahm und dann, als ihm das Gebräu eingeflößt wurde und er es schon im Mund hatte, ja bereits schluckte packte seine Pranke den Hals des Elfen und er schleuderte ihn weg, wurde aber nicht so hart geschupst, dass er sich nun großartig verletzt hätte. Thû-Galad krächzte etwas in Altelfisch mit einem zu harten Akzent jredoch, sodass Shayne es nicht verstand. Er hielt die Hand an seinen Bauch und funkelte zu dem Kerl rüber. Sein Rachenraum war wie mit Säure beträufelt und in ihm würde es nicht anders aussehen, das was jedoch weh tat, war nicht sein verbranntes Fleisch, sondern es war ein nicht körperlicher Schmerz. Irgendwie, als würde sein ganzes Sein darunter leiden. Shayne verteidigte ihn vor dem Elfen und nannte ihn ihren „Freund“, was ihn nun etwas überraschte. Doch er hatte keine Zeit nachzudenken. Er versuchte irgendwie einen Würgereiz auszulösen, aber das Gelang nicht so richtig und plötzlich wurde er von hinten von Tal gepackt. Die Arme und die Fäußte drückten seinen Körper zusammen und der Druck in seinem Bauch mit der perestaltischen Bewegung förderte mehr von diesem ekelhaften rotschwarzen Schleim hervor und schließlich auch das Silberblatt. Auch die silbrig-weiße Flüssigkeit und andere Zutaten landeten wieder auf dem Boden und der Untote hing in Tals Armen. Er sah auch zu dem Elf. „Er ist vielleicht anders und nicht von dieser Welt. Möglicherwiese bedeutet ihm das Leben an sich auch nichts, aber du hast kein Recht ihn einfach auszulöschen!“ Tot war er wohl schon, also… Tals zog ihn vorsichtig noch ein Stück zurück und lehnte ihn gegen die Wand. „Du heimtckischer und… nun schlechter… Gastgeber!“ Tal sah ihn fest an und stand vor dem Untoten, der mehr als nur erschöpft aussah.
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Sa Aug 27, 2016 5:21 am

Sharyn richtete sich auf und setzte sich keuchend auf einen Stuhl.
"Es ist unsere Aufgabe die Welt vor dem Schwarzen Tod zu bewahren. Das war es schon immer. Seht ihr den nicht, dass sein Innerstes voll von dem schwarzen Zeug ist? Er trägt es bereits in sich und wird uns alle verdammen!"

"Nein!", Shayne stellte sich vor ihn. "Ich werde es nicht zulassen, dass das passiert. Aber ich werde Galad nicht quälen! Ich finde einen anderen Weg ihn vom Schwarzen Tod zu erlösen"

"Dann wirst du unser aller Leben - das Leben deiner Tochter - auf's Spiel setzen."

Shayne zog Aura zu sich heran.
"Meiner Tochter geht es prima, also drohe ihr nicht!"
Ihre Augen funkelten leicht rot, so als würde sie gleich ihre Persönlichkeit wechseln. Sie schüttelte den Kopf.
"Wir werden dich verlassen. Aber erst morgen, wer hat noch hunger?"

"Ich!", quiekte die Kleine vergnügt und Shayne setzte sie auf einen freien Stuhl.
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Sa Aug 27, 2016 7:48 am

Thû-Galad erhob sich nun an der Wand abstützend. Er sah den Elf nicht nur erbost an, sondern, als sei er sein neu auserkohrener Erzfeind. Der Blick war schneidend, wie zerbrochenes Glas und sein Mund ein strich. Er war scheinbar wirklich wütend. Tal sah das nicht, weil er mit dem Rücken zu ihm stand und sagte dann: „Er ist überhaupt nicht so!“
Dann stellte sich die Frage nach dem Essen und die kleine Quietschte fröhlich auf. Tal muste lächeln und kicherte dann. Er sah zu dem Untoten und seine gesichtszüge schliefen ein. Ach du Scheiße, der sah aus wie der Leibhaftige! Doch Thû-Galad machte nichts. Er blickte nun nur zu Shayne und sagte dann sehr gefasst, dafür, dass er so zornig aussah. „Nein… Danke…!“ Er ging einfach hinuas und gesellte sich zu einem Baum, an den er sich lehnte und die Arme verschränkte. Er war verwirrt und dachte nach. Tal sah ihm kurz nach und dann setzte er sich zu den anderen an den Tisch.
„Das war ganz schön gemein.“, sagte er nur leise und betrachtete die Kleine. Sie war wirklcih niedlich. Er war froh dass es ihr gut ging. Besorgt sah er nun wieder zur Tür. Hoffentlich tat der Untote nun nichts unvernünftiges…
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Shayne



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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Sa Aug 27, 2016 11:22 am

Am nächsten Morgen verließ Shayne ihr Dorf gemeinsam mit ihrer Tochter, Tal und Thû-Galad. Sharyn überreichte ihr noch eine letzte Botschaft, irgendwer war auf der Suche nach ihr, oder benötigte zumindest ihre Hilfe.
Shayne fragte die beiden Männer ob sie sie begleiten möchten und ging dann zu dem vereinbarten Treffpunkt.
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Sa Aug 27, 2016 10:31 pm

Thû-Galad wartete draußen auf die anderen beiden. Er hatte genug von diesem Dorf und was der Elf gesagt hatte, ließ ihn nicht los. Hatte er noch etwas vergessen? Hatte er vergessen, dass ER an allem Schuld war? Er schüttelte leicht den Kopf und der fühlte sich so leer an. Tal kam noch einmal heraus. Später, als bereits alles schlief. „Hör mal…“
„Geh schlafen ich halte Wache.“ Tal musterte ihn und Thû-Galad musterte zurück, sah aber durchaus unzufrieden aus. Tal kam noch etwas näher und Thû-Galad sagte: „Lass mich in Frieden, oder ich schlitz dich auf.“
„Jetzt hör doch mal auf!“, er sagte es jedoch leise und ruhig. Er lächelte sogar. Er betrachtete Thû-Galads Stirn und deutete darauf. „Du hast immer noch einen Pfeil im Gesicht.“ Er hatte eine Zange dabei und der Untote sah ihn entgeistert an. Tal grinste und meinte: „So kannst du dich doch nirgendwo blicken lassen.“ Überrascht hob Thû-Galad die Hand zu seiner Stirn und fühlte über den abgebrochenen Pfeil. Es schien ihn etwas zu irritieren und Tal zwickte die Zange zwei Mal zusammen. „Na komm! Ich helf dir.“ Er deutete auf einen Hackstock, wo sich der Untote hinsetzen sollte und nach einigem Zögern tat er dies auch. Tal setzte die Zange an und mit einem Ruck entfernte er den Pfeil. Der Elf schien noch immer etwas verstört und Tal betrachtete den Pfeil. Er sagte: „Danke.“ Überrascht sah der Untote auf. Wofür bedankte ER sich denn jetzt? „Der hätte auch mich oder Shayne treffen können und wir… na ja. Wir wären vermutlich tot, wenn wir einen Pfeil ins Gesicht bekommen.“ Der Untote sah Tal nun nach, der lächelnd zurück ins Haus lief. Er fühlte noch einmal über die Stirn, die nicht blutete und dachte nach.

Am nächsten Morgen wollte Shayne aufbrechen und fragte, ob die anderen sie begleiten wollten. Thû-Galad fand die Frage absurd, hatte er doch sowieso keine Wahl. Ob sie immernoch nicht verstanden hatte, dass sie die Kontrolle über ihn hatte? Natürlich verstand Thû-Galad in diesem Moment nicht, warum Shayne die Frage stellen könnte, denn er konnte sich nicht vorstellen, dass es jemand nicht ausnutzen würde, die Kontrolle über einen wie ihn zu haben. Er gab nur ein „Tse.“ Von sich und Tal grinste. Er beugte sich leicht runter und Flüsterte: „Als könnte ich dich mit IHM alleine lassen.“ Er meinte es nur im Scherz, erntete aber einen missbilligenden und zornigen Blick vom Untoten. Daraufhin sagte er: „Ahh, diese verdammten Elfenohren!“ Er lachte dabei aber, ganz so, als habe er gar nicht versucht, es heimlich zu sagen.
Und so konnten sie aufbrechen. Wohin auch immer sie nun gehen würden, Tal fand den Untoten zwar immer noch unheimlich, aber er mochte die kleine verrückte Gruppe irgendwie. Hier wurde er zumindest nicht dauernd als Idiot dargestellt und es war doch auch schön in einer Gruppe zu reisen, wo man als „Freund“ betrachtet wurde. Er lächelte gegen die Sonne und freute sich seines Lebens.

Sie machten sich auf den Weg zu den immergrünen Wäldern. Und während sie so liefen, schnappte Tal sich Aura und kitzelte sie durch, ehe er sie dann einfach auf seine breiten Schultern hob, kurz Einen Galopp simulierte und dann grinsend neben den anderen her lief, dabei darauf achtend, dass Aura nicht herunter fiel.
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Shayne



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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   So Aug 28, 2016 2:29 am

Shayne lächelte sanft, als sie Tal mit Aura spielen sah. Die Kleine hatte es nicht leicht in ihrem bisher so kurzem Leben. Sie selber trug eine gewisse Schuld mit sich, wenn sie wochenlang auf ihren Forschungsreisen unterwegs war. Und doch war Aura unbeschwert und genoss die schönen Augenblicke gemeinsam.

"Wenn er dich das nächste mal kitzelt, zwick ihm in den Piepmatz!", sagte Shayne und demonstrierte es ihr bei Thû-Galad. Shayne zwickte ihm in die Beule zwischen den Beinen und schaute dann mit erhobenen Augenbrauen vorsichtig zu ihm nach oben.
Als hätte sie es vergessen, dass er keinen Schmerz spüren konnte, schüttelte sie ratlos und irritiert ihren Kopf.

"Wir sollten etwas essen, es ist schon kurz nach Zehn."
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   So Aug 28, 2016 3:01 am

„Das lässt du schön bleiben.“, sagte Tal grinsend und guckte nach oben, als er dann aber zu Shayne sah, die es gerade bei Thû-Galad vormachte. Schockiert sah er den Elf an, aber es schien ihm überhaupt nichts auszumachen. Glück gehabt! Tal wollte nicht anwesend sein, wenn der Untote wütend wurde. Er war schließlich vor Ort gewesen, als er erfahren hatte, wie brutal der Kerl vorging, um jemanden zu töten. Er sah wieder hoch zu Aura und sagte: „Ich lass dich einfach nicht mehr runter.“ Er hielt ihre Beine fest und schaukelte ein wenig hin und her.

Der Untote war stehen geblieben und blickte auf sein bestes Stück. Irgendwie… Er sah wieder zu Shayne, die ihn entgeistert ansah und Thû-Galad empfand jetzt gerade ein Gefühl, was ihn mehr verwirrte, als alles bisher. Er empfand nämlich Scham. Zum Glück konnte er nicht mehr rot anlaufen, aber dieses unbestimmte Gefühl von Scham ließ ihn erstarren. Sie wendete sich ab und so entging er einem peinlichen langen Starren, wobei er antwortete: „Essen… j-ja.“ Er strich sich das Haar hinter die Ohren und sah sich geschäftig um. Tal hatte ihn und sie beobachtet und konnte ja wohl nicht fassen, was er sah. Er fing an zu kichern und sagte dann zu Thû-Galad: „Bist du etwa… beschämt?“ Er lachte auf. „Ist da unten etwa doch noch Leben?“ Thû-Galads Augen weiteten sich fast erschrocken und dann sah er den unverschämten Menschen an und drohte: „Noch ein Wort und ich schneide dir die Zunge heraus!“ Tal fing an zu lachen und tat, als würde er den Mund zunähen.
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   So Aug 28, 2016 4:24 am

"Noch ein Wort und ich schneide dir die Haare ab!", sagte das kleine Mädchen frech und streckte dem Untoten die Zunge entgegen. Sie hatte das für einen Spaß gehalten und wartete darauf, dass die anderen über ihren Witz lachen würden.
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   So Aug 28, 2016 4:57 am

Tal sah nach oben und fing an zu lachen und Thû-Galad sagte: „Schneide mir ab, was du willst, kleine Kreatur, aber danach kannst du dich von deinen Händen verabschieden!“ So etwas wie Scham zu empfinden war für den Untoten befremdlich und das Mädchen machte es nicht besser.
Tal sah ihn nun aber böse an und sagte: „Sag das nicht! Sie ist noch ein Kind! Hast du kein Taktgefühl? Oder Humor?“ Thû-Galad trat näher heran und fragte: „Was glaubst du wohl?“ Scheinbar die Antwort auf die Frage. „Sehe ich so aus, als sei ich zum Spaßen aufgelegt?“
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Shayne



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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   So Aug 28, 2016 5:16 am

Shayne ging dazwischen und drückte ihrer Tochter einen leeren Eimer in die Hand.
"Dort hinten ist ein Bach."
Sie deutete auf einen Abhang, der von einigen Büschen bedeckt wurde, der jedoch von ihrem Lager aus gut einzusehen war.

Die Kleine trottete mit schlürfenden Schritten, dem Eimer über den Boden ziehend und nuschelt davon. Auf halber Strecke blieb sie kurz stehen und fing laut an zu kichern, dann fasste sie sich wieder und ging weiter.

Shayne schaute Tal mit einem freundlichen Lächeln an.
"Holz?"
Sie wartete bis er kapiert hatte und wegging.

Shayne löste die Kette mit dem Amulett von ihrem Hals und hielt sie in ihrer geschlossenen Faust fest. Sie stellte sich ganz nah an Thû-Galad heran und befahl ihm mit einem knappen "Setz dich!", sich zu ihren Füssen hinzusetzen.
Sie hielt ihm die offene Hand unter die Nase.
"Wenn du es noch einmal wagen solltest Aura zu drohen, dann befehle ich dir an den tiefsten Punkt des Meeres zu laufen, oder in einen aktiven Vulkan zu steigen."
Ihre Augen hatten einen leicht rötlichen Schimmer, der alsbald erlosch und sie trat einen Schritt zurück. Sie legte sich die Kette wieder an und empfing ihre Tochter, die mit einem halb gefüllten Eimer hinter sich her ziehend zurück kam.

"Eben war er noch ganz voll!", sagte Aura enttäuscht.
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   So Aug 28, 2016 7:25 am

Tal sah zu Shayne und er fürchtete, dass es gleich Ärger geben würde. Er ließ Aura herunter und sie trottete zum Fluss. Er selbst verkrümelte sich ebenfalls und sammelte lieber Holz, ehe dieser Untote seinen Zorn nun an ihm ausließ.

Thû-Galad konnte Shayne nicht ansehen, da ihr Penisgrabscher ihn noch immer erschütterte. Er reagierte sofort, als er den Befahl bekam. Setz dich! Es war wie ein inneres Bedürfnis. Sie zeigte es ihm… Zeigte ihm sein Herz und … dann drohte SIE IHM? Thû-Galad sah sie nun doch an. Was sagte sie da? Die roten Augen. Nicht Shaynes Augen. Was wurde hier gespielt? Was war diese Frau und WER war sie. Er wollte eben fragen, was das alles zu bedeuten hatte, als ihre Augen wieder „normal“ wurden. Was stimmte denn nur nicht mit ihr? Er sah zu der kleinen und biss auf seine Lippe. Und dieses Tollpatschige kleine Wesen war … er hasste Menschen… Und diese kleine Variante dieser Kreaturen hasste er noch mehr. Er sagte zu Shayne: „Dann mach doch!“ Er funkelte sie an und hatte die Fäuste geballt. „Ich würde nichts lieber tun, als zu sterben.“ Er sagte es so voller Überzeugung, aber tief in Shayne, selbst wenn sie ihm den Wunsch erfüllen wollte, wusste sie, dass er noch eine so wichtige Aufgabe hatte, dass sie ihn unmöglich vorher aus dem Leben schießen konnte, denn das Schicksal eines Einzelnen war nicht wichtig genug.
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Shayne



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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   So Aug 28, 2016 8:23 am

Shayne trat an den Untoten heran, ohne bedrohliche Körperhaltung, nur mit einer Hand auf der Schulter.
"Du armer Kerl. Du hast mir geholfen meine Tochter zu finden, du hast mir mein Leben gerettet, du hast mir in den letzten Tagen mehr gelehrt als ich in meinem ganzen Leben gelernt habe. Ich ..." Sie wog ihre Worte genau ab und überlegte was sie zu sagen bereit war. "Ich verspreche dir, dass ich einen Weg finden werde dich von diesem Fluch zu erlösen."
Sie gab ihm einen Kuss auf die Stirn.


Shayne kochte eine seltsam riechende Mahlzeit zusammen. Bitter und ungenießbar. Tal und Aura mussten es stattdessen erneut versuchen.
Währenddessen setzte sich Shayne noch einmal über das Goldene Buch.
"Hm."
Sie setzte sich auf und ging zu Thû-Galad rüber, legte das Buch auf einen festen Untergrund und bat ihn darum mit einer Waffe darauf einzuschlagen.
"Fester!", befahl sie ihm ausversehen.
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   So Aug 28, 2016 9:39 am

Der Untote sah auf seine „Herrin“ herab und dieser ekelhafte Blick von Mitleid… Sie… wollte ihn erlösen.“ Thû-Galad sah auf sie herab, als habe sie ihn geohrfeigt. Sie hatte sich für all die Dinge bedankt, die er getan hatte und nun wollte sie ihm auch helfen. Er sah sie einfach nur an. Sie küsste seine Stirn und er schloss die Augen eine Geste, die in ihm Erinnerungen wach rief. Doch er schob sie weg. Tal war wieder da.

Tal kam zurück, als Shayne gerade Thû-Galads Stirn küsste. Er hätte fast das Holz fallengelassen. Er sah schnell woanders hin und machte dann laute Geräusche, dass er zu hören war. Anschließend kochte Shayne. Alleine bei der Zubereitung hätte Tal vorausgesagt, dass es scheußlich sein würde. Aber was er dann kostete… Er hätte sich wirklich übergeben können. Er sagte nicht mal durch die Blume: „Alte Scheiße!“ Thû-Galad sah ihn an und Tal sagte. „Tschudligung. Aber das kann man nicht essen.“ Er kippte es weg und sagte, dass er sich darum kümmern würde. Er sagte zu Aura: „Sag. Magst du mir vielleicht helfen?“ Vielleicht würde sie eine bessere Köchin werden.

Während dessen hatte Shayne eine Aufgabe. Sie wollte, dass Thû-Galad das verdammte Buch öffnete. Er sah sie etwas merkwürdig an und dann sah er auf das Buch. Er fragte sich wieso, aber er tat es. Ein Schepperndes Geräusch war die Folge. Nichts geschah. Sie sagte: Fester! und er gehorchte. Doch wieder geschah absolut nichts. Er sah zu ihr und sagte: „Hör mal… Ich kann noch so sehr drauf hauen, es wird nichts bringen.“ Sie schien das Objekt zu mustern und dann sagte sie etwas, dass er sich mehr Mühe geben sollte. Der Untote musterte sie einen Moment und dann holte er aus und legte alle Kraft in den Schlag, doch anstatt das Objekt zu zertrümmern, zersplitterte die Steinplatte unter dem Gold-Kasten.
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Shayne



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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Mo Aug 29, 2016 5:00 am

"Flag'namit!", zischte Shayne und hob das Buch auf. Noch nicht einmal ein Kratzer war darauf zu sehen. Sie wischte mit ihrer Hand über die goldene Darstellung von Thû-Galad.

Shayne setzte sich mit dem Buch auf einen Felsen und wartete bis Tal und Aura das Essen zubereitet hatten.
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Die weiten Ebenen   Mo Aug 29, 2016 4:53 pm

Tal zeigte Aura was sie machen musste und so stellte er die Kleine an, ein paar Kräuter zu hacken. Er verriet ihr seine "geheime Würzmischung" und erklärte ihr, dass das ihr kleines Geheimnis bleiben würde. Ansonsten hatten sie noch ein paar Vorräte aus denen er eine schmackhafte Suppe zubereitete. Dazu hatte er etwas Brot geschnitten und sagte: "Essen..." Das scheppernde Geräusch des berstenden Steins erschreckte ihn etwas und so beendet er den Satz mit: "... Ähh... Kann noch warten." Er wandte sich der Suppe zu. Sie konnte eh noch etwas ziehen.
Dann aber verkündete er: "Also... Wir können dann... Essen." Thû-Galad hielt sich da raus und dachte über das Buch nach. Was da drin stand sollte vermutlich lieber niemand lesen. Er erinnerte sich nicht an viel, aber an das was er sich langsam ins Gedächtnis rief... Wollte er sich eigentlich lieber nicht erinnern. Wie auch immer er wartete.

Die Reise konnte schließlich weiter gehen. Die Reise würde insgesamt eine Woche dauern.
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