Endzeit

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 Reich des Vergessens – Thinna’Arda

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Thanduin

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BeitragThema: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Di Jun 28, 2016 7:24 am

„Als ich den Dschungel das erste Mal betrat umfing mich ein ungeahntes Gefühl. Ich fühlte mich so verloren, wie noch nie und eine drückende Last lag auf meinen Schultern. Das satte Grün der Pflanzen erschien mir schon fast wie ein Geist, der mich mit langen Fingern – Lianen gleich – an mir zerrte und mich lockte. Süße Düfte aus riesigen Kelchen fremdartiger Pflanzen lockten mich und versuchten mich zu verführen. Meine Angst wandelte sich in Verzückung und ich betrat den Kern des Dschungels. Was ich fand raubte mir den Atem. Die altelfischen Ruinen erhoben sich vor mir, wie die Zähne einer Bestie. Nichts von all dem wundervollen Glas, wie es die Elfen heute Bauen war hier vorzufinden. Die Ruinen waren in Stein gehauen, der Palast wirkte Plump und ohne jede Schönheit oder Grazie und doch fühlte ich mich von ihm angezogen, wie von einer schönen Frau. All mein Drängen und mein Flehen zahlten sich aus. Die Ruinen waren voll von altelfischer Geschichte. In Stein gemeißelte Texte und Fresken. Bilder längst vergangener Tage und ein Eindruck über ein Reich, wie es nie wieder sein würde. Wie viele Jahrhunderte waren vergangen, seit die Mauern fielen. Ich hatte solche Ehrfurcht.
Thinna’Arda nennen die alten Texte diesen Ort und Historiker übersetzen dieses Altelfische Wort mit „Reich des Vergessens“ Und das ist es… Ich halte meine Aufzeichnungen in den Händen und kann mich an wenig davon wirklich erinnern. Gleich einem Traum kommt es mir vor, wenn ich auf die Seiten starre, als seien sie nicht von mir geschrieben. Ich weiß nur dies: So lange ich suchte, um zurückzukehren… Ich fand den Ort nie wieder und wenn ich nicht einen Kristall aus jenem Ort mitgebracht hätte, so würde ich das alles für einen Traum halten.


- Auszug aus: „Reise durch Ferûn“ von Gildan Silberhaar

Über das Reich des Vergessens ist nur sehr wenig bekannt und der Dschungel ist wild und dicht. Die Flora wie auch die Fauna lädt dazu ein einem schrecklichen Tod zum Opfer zu fallen, jedoch wagen sich immer wieder Abenteurer, Historiker und Archäologen in diesen Ort. Nur wenige sind zurückgekommen und die allerwenigsten können Berichten, was sie gesehen haben. Viele meinen ein schrecklicher Fluch würde auf diesem Ort lasten und selbst die stolzen Elfenvölker wagen sich nicht zu tief in dieses gottlose Land.
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Shayne

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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Di Jun 28, 2016 8:18 am

Gedankenverloren und mit schaukelnden Beinen saß Shayne auf der hohen Efeu-bewachsenen Mauer über das Buch gebeugt und fuhr mit der linken Hand einen Kohlestift über die ausgebleichten Seiten. Mütze, Schal und lange Bekleidung sollten vor dem unzähligen Ungeziefer schützen.

Währenddessen versuchten die kräftigen Männer störrisch den Eingang zur eingestürzten und von Shayne wiederentdeckten Ruine freizulegen.

"Ihr müsst aus den Knie anheben!", rief Shayne ihnen zu, ohne vom Buch aufzuschauen.

Es knackte leise, dann hörte man das Rollen von Geröll und schließlich brüllten dir Männer um die Wette. Einer von ihnen schrie laut auf als ihm ein großer Felsen den Fuß zerquetschte.

Shayne zischte genervt, packte das Buch in die Tasche und kletterte dann leichtfüßig die Mauer herunter.
"Macht nicht so einen Lärm, ihr weckt sonst noch das Biest."

Die Männer wirkten sichtlich nervös.

"Nehmt ihm schon das Ding runter, bevor er losheult!"

Die Männer zögerten kurz. Mit Hilfe von Schaufeln, Stöcken und Hacken brachten sie gemeinsam den Stein ins Rollen. Der Mann schrie abermals laut auf.

Shayne beugte sich über ihn und schüttelte den Kopf.
"Kaputt. Du da, mit der Axt!"
Shayne deutete auf den Mann und dann auf den Fuß.

Die Männer erschraken und schauten sich gegenseitig verstört an.

"Wenn ihr ihm das Scheißding nicht abnehmt", sagte Shayne leicht aggressiv, "dann wird er an einer Blutvergiftung verrecken!"

Die Männer diskutierten kurz miteinander, dann trat ihr Vorarbeiter vor, nahm sich die Axt und forderte den Rest auf ihren verletzten Kameraden festzuhalten. Mit kräftigen Hieben trennte er den Fuß unterhalb des Knies. Shayne instruierte noch kurz wie sie den Fuß verbinden mussten.

Der Eingang zur verlorenen Ruine war durch den Unfall größtenteils freigelegt worden. Ein letztes Mal konnte Shayne die Männer dazu motivieren den Eingang zu räumen.
Schließlich standen sie zu viert im Inneren der Ruine.

Mit einer Fackel vergewisserte sich Shayne, dass sie erst in einer Vorkammer standen.

"Diablos!"
Einer der Männer stürzte, während er mit ausgestreckten Finger auf eine Zeichnung an der Wand deutend versuchte nach hinten zurück zu weichen.

Shayne folgte seinem Finger. Das Wandgemälde zeigte eine furchteinflössende Gestalt, die auf einem Berg aus brennenden Leichen stand. Der Tod war sein ständiger Begleiter.
Shayne hielt die Fackel näher an die Wandtafel und versuchte die Texte zu entschlüsseln.

Es war eine sehr alte und fast vergessene Sprache. Ein Beweis dafür, dass Shayne eine weitere Ruine der untergegangenen Zivilisation entdeckt hatte.

"Öffnet die Kammer!", forderte sie Shayne auf.

"No, no. Diablos!"
Die Männer versuchten Shayne davon zu überzeugen die Kammer nicht zu öffnen. Der Tod persönlich lauerte hinter der Kammer. Vergebens. Man musste sie nur mit genügend Gold locken und schon war die Angst vergessen. Oder zumindest vorübergehend von dem Glanz geblendet.

Die große Tür, die aus einem einzigen massiven Stein gehauen war, ließ sich keinen Millimeter bewegen. Shayne suchte derweil die Wände nach versteckten Schaltern, Druckknöpfen oder anderen Hinweisen ab.
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Di Jun 28, 2016 8:46 am

Während die Arbeiter sich versuchten durch das Geröll zu schlagen und die Expeditionsführerin ihnen dabei zusah, ahnten sie noch nicht, was ihr Handeln auslösen würde. Nicht nur für sie würde es alles verändern, sondern auch für andere. Steine begannen zu rollen und würden vielleicht eine Lawine auslösen, oder aber nur friedlich den Hang hinab rollen. Das war noch nicht auszumachen.
Die Steine brachen heraus und zerquetschten eines Mannes Fuß. Noch ahnte dieser nicht, dass sein Fuß sein geringstes Problem sein würde. Dieser Ort machte die Leute verrückt und ganz besonders jene, die schwach im Geiste waren.
Vier Leute und die Frau gingen in die Gruft und traten vor ihr Schicksal. Shayne konnte an den Wänden Texte sehen. Viele waren schon verwittert und der Zeit zum Opfer gefallen, aber einige waren noch lesbar. Ein schreckliches Grauen war vorgefallen und immer wieder las sie den Begriff Thû-Galad, was so viel wie „Licht der Finsternis“ und „Licht IN der Finsternis“ bedeuten könnte. Sicherlich war es ein Name, denn die Texte handelten über jenes Licht. Hatte sie das Grab, dieses jemandes gefunden? Die Wandtafeln zeigten Schreckensszenarien und immer wieder konnte sie mahnende und warnende Worte lesen. „Wehe, all jenen, … aus Mitgefühl und Schande...Verrat und Schuld … in Finsternis schein und begraben … zu öffnen den … und den Schlaf zu stören… Seid verdammt und verflucht, die ihr in Tücke und Gier seinen Schlummer stört.“
Einer der Männer deutete und ein anderer ließ langsam die Fackel sinken, die er in der Hand hielt. Zunächst tat er absolut nichts, doch dann fing er an zu grinsen und danach irre an zu lachen. Er sah direkt auf die Tür der Gruft und rannte auf diese zu. Er schlug mit der bloßen Hand gegen den Stein, wo die anderen bereits mit einem Brecheisen versagt hatten. Doch der Tür gab es keinen Abbruch. Sie hielt stand, während die Haut der Knöchel aufplatzte und die Knochen unter den gewaltigen Schlägen barsten. Blut befleckte die Tür und die anderen versuchten ihren Kameraden festzuhalten, während ein andere vollkommen erstarrt und voller Angst zu den anderen sah. Man hätte seine Knie vor Angst zittern gehört, wenn der andere nicht die ganze Zeit schreien würde: „Nin lain! Nin lain!“ Er sprach altelfisch und es bedeutete wohl so viel, wie „Frei“ und „mich“. Woher hätte ein Mensch altelfisch kennen können? Sie sollten ihn los lassen, doch würde er sich dann nicht noch weiter verstümmeln? Zumal seine Kameraden ihn auch gar nicht verstanden. Schrecklich.
Zur gleichen Zeit wie dieser eine sich wehrte zog nun der, der sich so gefürchtet hatte ein Messer aus seiner Halterung. Er ging langsam auf die drei anderen zu und noch ehe jemand etwas machen konnte, riss er dem Verrückten den Kopf nach hinten und durchtrennte die Kehle. Sodass das Blut nur so spritzte. Der Tote wurde losgelassen und der Angreifer trieb die Klinge auch in den Leib des einen Mannes, der eben noch seinen Kameraden gehalten hatte. Er sagte mit düsterer Stimme: „Tapim le!“ Irgendwas wollte er scheinbar aufhalten. Das Messer schlitzte dem Mann den Bauch auf, wobei dieser an dem Schock und dem Schmerz einfach starb. Der letzte der vier Männer hob abwehrend die Hand furchtbare Angst zeichnete sich ab und er betete zu allen Göttern die ihm einfielen. Er sank auf die Knie und Tränen rannen aus seinen Augen, während der mit dem Messer ihm eben jenes ins Genick setzte. Er hielt inne und sah zu der Frau. „Tapim le!“, rief er erneut und die Klinge versank in der Wirbelsäule. Die junge Frau war an der Tür zum Grab, denn der Messerschwinger, hatte ihr ganz und gar den Weg versperrt. Unmöglich wäre sie in diesem schmalen Gang vorbei gekommen. Sie hatte bis eben noch die Nerven bewahrt doch nun saß sie in der Falle. Vielleicht irgendwie doch vorbei kommen, indem sie sich irgendwie vorbei quetschen konnte? Ein Stein lag zu ihrer linken und so konnte sie kurzer Hand aufheben. Doch schon war der Mensch bei ihr und schmetterte ihren Kopf mit der Hand gegen die schwere Steinplatte. Ihr Blut klebte nun an dieser Platte und der Mensch wollte ihr den Garaus machen…
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Shayne

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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Di Jun 28, 2016 9:36 am

Shayne schrie kurz vor Angst auf, als sie sah wie sich die Männer selber gegenseitig töteten. Als der letzte mit gezückten Messer auf sie zukam, zögerte sie einen Augenblick und bat ihn stehen zu bleiben. Doch als er nicht auf ihr Flehen reagierte schlug sie ihm den Stein über den Kopf.
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Di Jun 28, 2016 6:31 pm

Der Stein krachte gegen die Schläfe des Mannes und einen Moment sackte er zusammen und fing sich dann wieder. Shayne konnte jedoch fliehen und er setzte ihr nach. Was die beiden nicht wussten: Das Artefakt Shayne’s, was sie seit her immer bei sich trug, wie einen Talisman war ebenso altelfisch, wie diese Ruinen. Seit sie die Gruft betreten hatte, war das Schicksal besiegelt gewesen. Sie hatte nicht bemerkt, wie die Gruft und ihr Schlüssel zu dieser in Resonanz geschwungen hatten und sie hatte auch nicht gewusst, was für eine Kreatur sich hier verbarg. Hätte sie es gewusst… Wer weiß, vielleicht wäre dann heut ihr Todestag.
Der Mann jedenfalls setzte ihr nach und als Shayne gerade den Ausgang in den Dschungel erreichte, hörte sie ein steinernes relativ lautes Schaben und anschließend ein lautes Krachen, als sei eine Wand eingebrochen. Der Mensch, der sie verfolgte erstarrte. Er sah Shayne verwirrt und dann furchtsam an und drehte sich langsam zu dem gähnenden schwarzen Loch, wo das Geräusch hergekommen war. Das Messer fiel ihm aus der Hand und dann sank er auf die Knie. Auch der Mann, dessen Fuß amputiert worden war. Sah furchtsam auf. Sie konnten hören, wie sich etwas bewegte. Schritte. Metallisches Kratzen auf dem Boden und das Geräusch einer Klinge, wie es aus seinem Heft gezogen wurde. Stumm blieb es schließlich. Die Menschen hielten den Atem an und dann ging alles so schnell, dass es unwirklich erschien. Etwas oder Jemand sprang aus der Dunkelheit heraus in den Tag und enthauptete den Menschen, der vor ihm kniete. Der dessen Fuß fehlte, versuchte wegzurobben, aber auch sein Leben endete schnell. Das Ding aus der Gruft wendete den Blick zu Shayne und ging auch langsam auf sie zu. Die Klinge hob sich und fuhr hernieder, doch der Schmerz, den die Menschfrau hätte spüren müssen, blieb aus. Stattdessen schwebte das blanke Schwert direkt vor ihrer Stirn. Nun er hielt es fest. Einen Moment hatte die Kreatur die Augen weit geöffnet. Die Iris seiner Augen war weiß, aber erkennbar und seine Augen wirkten vollkommen leer… Er nahm die Klinge zurück und im Zurückstecken machte er einen Kniefall und senkte sein Haupt. Er blieb stumm und blickte vor sich auf den Boden, wobei seine Hand auf seiner Brust lag.
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Di Jun 28, 2016 11:55 pm

Shayne zuckte zusammen, hob die Hände schützend vor sich und kniff die Augen zusammen. Sollte dies ihr Ende sein, so würde sie es akzeptieren, was hatte sie auch eine andere Wahl?
Sie wartete auf ihren Tod, doch der blieb ihr fern.

Vorsichtig öffnete sie die Augen. Der Bewohner dieser Ruhestätte hatte sich vor sie gekniet und verbeugte sich ehrfürchtig.

Neugierig betrachtete sie seinen Körper, seine Haut, seine Rüstung. Sofort rief sie in Gedanken die verschiedenen Epochen und Kulturen auf, die zu seiner Rüstung passen würden.

Schlagartig übermannte die Neugier und der Wissensdrang ihre Angst.
"Das ist die Schmiedekunst der Linyenwa'Eledhrim." Es war keine Frage, es war nur eine Feststellung. Vorsichtig, jedoch ohne zu zögern, fuhr sie über seine Schulterplatte. Eine dicke Staubschicht löste sich und das glänzende Metall darunter blitzte im schwachen Fackelschein, die zu Boden gefallen war.
"Interessant."
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 12:09 am

Der Krieger in der Rüstung der alten Ahnen der Elfen kniete einfach da. Auch als die Frau losplauderte kam keine Reaktion des Knienden. Lediglich weiterhin sah sie nur den gesenkten Schopf des Kriegers. Erst als sie ihm vorsichtig mit dem Finger über die Platte seiner Schulter fuhr, kam Bewegung in den Leib. Er wendete den Blick zu eben jener Hand und eben jener schimmernden Stelle, die sie frei gerieben hatte. Sein Aschegraues Gesicht und die toten leeren Augen musterten ihre Bewegung und sein strähniges schwarzes Haar fiel über die andere Schulter nach vorn.

Trotz seiner grauen und tot aussehenden Haut hatte der Mann die feinen Züge des elfischen Volkes. Ein Diadem auf seiner Stirn wies darauf hin, dass er zumindest von höherem Stand war, als ein einfacher Waldbewohner. Die Rüstung, so wusste Shayne war zu gut gearbeitet und trotz Staub und Dreck erkannte sie, dass sie einem Kriegsherrn gehört haben musste. Es befand sich kein Indiz auf der Rüstung, was aussagen könnte zu welcher Ära diese Rüstung gefertigt sein könnte und welcher Elfenkönig wohl geherrscht haben mochte. Fakt jedoch war, dass es altelfische Kunst war, die sie hier vor sich sah und der Elf, der da kniete konnte kein normaler Elf sein.

Auf ihre Worte gab es keine Reaktion und schon nach einigen Augenblicken senkte er den Blick wieder und kniete genauso da, wie eben schon.
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 12:18 am

Shayne nuschelte, während sie in Gedanken vertieft die Rüstung inspizierte. Dann strahlte ihr Gesicht, als sie das Diadem erblickte. Es war das erste mal, dass sie ein solches Artefakt vollständig erhalten und zudem unversehrt erblickt hatte.

Ein Blitz jagte durch ihre Gedanken. Schlagartig verebbte die Freude in ihrem Gesicht und mit Grauen blickte sie um sich. Überall Leichen, Blut und Tod. Sie sah dieses ... Wesen vor sich kniend. Panisch schrie sie laut auf und stolperte nach hinten.
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 12:34 am

Der Kniende gab noch immer keinen Mucks von sich und auch sonst bewegte er sich überhaupt nicht. Erst als sie plötzlich spitz aufschrie und nach hinten stolperte hob er seinen Blick ruckartig und er sah tatsächlich überrascht aus. Sie saß nun auf ihrem Hintern vor ihm und sah ihn schockiert an. Er hatte nichts getan oder? Nicht dass er sich das fragen würde, aber überrascht hatte es ihn schon. Er nahm die Hand runter, blieb aber kniend und beugte sich ein wenig nach vorne. Seine Augen musterten sie und er schien nach etwas zu suchen, aber er schien es nicht zu finden und dann sah er sie einfach nur weiter an, ganz so, als erwarte er etwas von ihr.
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 1:25 am

Shayne sprang auf die Beine und stürmte aus der Kammer.
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 1:40 am

Die Menschenfrau sprang auf und rannte hinaus. Einen kleinen Moment folgte nur sein Blick ihr, ehe er sich jedoch erhob und ihr folgte. Sie lief hinaus ins Sonnenlicht und die Kreatur schirmte kurz die Hand gegen dieses. Eingesperrt seit Ewigkeiten in einer Gruft so tief vergraben, dass kein Licht sie je berührt…
Die Frau rannte weiter und der Elf setzte ihr nach. Der Erstandene hatte noch keine wirklichen Gedanken zu all dem hier. Sein Geist war so lange verschlossen und betäubt gewesen und nun klare Gedanken zu fassen, schien ein Ding der Unmöglichkeit. Instinkte und diese Frau, die sein einziger Anhaltspunkt waren, ließen ihn handeln. Der Wald hatte sich verändert. Er war dichter und böser, als vor so unendlich langer Zeit. Gedanken… Der Untote hatte sie fast erreicht und panisch drehte sie sich über die Schulter zu ihm um. Er streckte die Hand nach ihr aus und sie hatte solche Angst. Gerade sah sie wieder nach vorne, als der Wald plötzlich aufhörte. Sie hatte nicht sehen können, dass sie direkt auf eine Schlucht zu gerannt war und nun in den Tod stürzen würde. Vielleicht würde sie den Aufprall in das Wasser überleben. Vermutlich aber nicht. Noch einmal machte sie eine Nahtoterfahrung.

Die Kreatur hinter ihr, hatte sie aufhalten wollen, doch stattdessen, sah sie nur, wie sie weiter rannte. Er sprang ebenfalls ab, doch im Lauf schlug er eine Liane ab, die einen weiten Bogen geschlagen hatte und über der Schlucht an einem weiten dicken Ast hing. Das Ende in Richtung Dschungel hatte er in der Hand und noch ehe die Frau wirklich fallen konnte, war er bereits bei ihr und umklammerte ihren Brustkorb und… nun ihre eine Brust war dadurch perfekt in seiner Hand. Die andere war an der Liane und so baumelten sie nun über der Klippe, die gute dreißig Meter tief war. Unten brauste fröhlich ein Fluss entlang.
Sie schwangen hin und her und der Elf aus alter Zeit hing nun einfach da. Er wirkte nicht so, als würde ihn das hier irgendwie anstrengen oder was angehen und versuchte nur, sich nicht zu bewegen.
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Shayne

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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 2:33 am

Shayne stürmte unaufmerksam in den Dschungel hinein, kämpfte sich durch dichtes Gestrüpp, immer die seltsame Gestalt im Nacken spürend.
Sie war ganz angst und bange und dann stürzte sie auch noch in die Tiefe. Sie kreischte. Sie kreischte aus Todesangst bis sie abgefangen wurde und einen Augenblick lang schrie sie auch aus Euphorie. Der Fall beruhigte sich und schließlich schaukelte sie sicher in luftiger Höhe gefangen im Arm ihres Jägers. Dann spürte sie seinen Griff um ihre Brust. Aufgebracht strauchelte sie mit Armen und Beinen und versuchte sich seines Griffes zu befreien.

War sie sich überhaupt bewusst, dass sein Busengrabscher sie vor dem Sturz in die Strömung bewahrte?
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 2:50 am

Der Untote schaukelte noch einen Moment mit dieser lauten Person hin und her und plötzlich machte sie Anstalten sich zu befreien. Merkte sie nicht, dass sie fallen würde, wenn sie weiter zu entkommen versuchte? Scheinbar nicht. Wovor hatte sie denn nur solche Angst? Eine Frage, die nur sehr unterbewusst in den Gedanken des Erstandenen auftauchte. Er wusste aber immerhin noch, wie Sprache funktionierte, wenn auch nur bruchstückhaft und sagte: „Tîn dínen!“ Irgendwas mit still, glaubte Shayna, wenn sie überhaupt darüber nachdachte. Doch die Warnung des Retters kam zu spät. Die Liane riss einfach unter der akuten Bewegung der jungen Frau und sie beide stürzten in die Tiefe. Im Fall drehte er die erschreckte junge Frau zu sich, dass sie nun mit ihrem Gesicht vor seiner Brust war ihren Kopf Drückte er an seine kalte Brust und mit der anderen packte er ihr Hinterteil, und drückte sie an sich. Während er das tat versuchte er außerdem sich mit ihr zu drehen und so tauchten sie halb schräg in das Wasser ein. Er berührte das Wasser zuerst und löste die Oberflächenspannung. Sie spürte nur den Ruck, der auch alles andere als angenehm war, ehe sie die Fluten umspülten. Kurz lockerte sich sein Griff und dann packte er wieder zu. Die Rüstung war hinderlich, sie zog ihn einfach nach unten und so entschied sich die Kreatur die junge Frau loszulassen. Er packte sie an den Hüften und gab ihr durch einen heftigen Stoß genug auftrieb, dass sie nach oben und durch die Wasseroberfläche stieß. Der Fluss war nicht reißend, aber schnell und so trieb sie schnell weg. Er selbst wurde auch mitgerissen und versuchte sich vom Grund abzustoßen. Doch der Fluss war viel zu tief. Er ging einfach noch weiter unter und schließlich knallte er gegen einen Fels, wo er sich versuchte festzuhalten. Vergeblich.
Die beiden trieben immer weiter Fluss abwärts und ahnten nicht, dass sie noch nicht den tiefsten Punkt des Dschungels erreicht hatten. Sie hörten allerdings bereits das nahende Verhängnis: Ein Wasserfall.
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 3:30 am

Shayne verlor vollkommen die Orientierung. Nur vage hatte sie eine Ahnung davon was soeben passiert war. Sie wusste nicht mehr wie viel Zeit vergangen war, als sie plötzlich etwas schweres neben sich ins einschlagen spürte. Ein schmerzhafter Griff umklammerte ihre linke Schulter und sie wurde nach oben aus dem Wasser gezogen.
Shayne japste dankbar nach der frischen Luft.

Der großer Tiger paddelte mit ihr im Griff ans rettende Ufer.
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 3:43 am

Die Strömung trieb den Untoten immer weiter und er wurde fortgerissen. Irgendwann wurde es flacher und er versuchte noch einmal an die Oberfläche zu kommen. Schließlich schaffte er es, sich an einem Fels hoch zu ziehen. Seine Rüstung strahlte nun förmlich wieder, weil der Staub und der Schmutz weggewaschen waren und er orientierte sich. Die junge Frau wurde von einem Tiger aus dem Fluss gefischt und er konnte zunächst nur zusehen. Immerhin sah es nicht so aus, als wolle der Koloss sie fressen, aber sie war weit außerhalb seiner Reichweite. Er wollte sich eben hoch ziehen, als die Felsnadel abbrach. Er wurde erneut erfasst und über den Rand geschossen. Er fiel erneut etliche Schritt in die Tiefe und versank in der Tiefe des Ausgehölten Flusslaufes. Shayne musste glauben, sie habe ihn nun für immer in den Fluten verloren und näherte sich nach einer Weile des Verschnaufens dem Überhang. Sie blickte hinab und konnte absolut nichts sehen. Sollte ihr gesamtes Projekt nun zum Scheitern verurteilt sein? Das wäre doch wirklich bedauerlich.

Plötzlich erregte ein sich bewegender Schatten ihre Aufmerksamkeit. Am Rande des Wasserfalls tauchte etwas schnell in Richtung Oberfläche. Und tatsächlich. Die Kreatur kletterte mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit an der steilen Felswand des Wasserfalls hinauf. Er sah fast aus, wie ein Insekt, so schnell konnte er die Wand hochklettern. Fast, als hätte er Saugnäpfe. Es sah wirklich gespenstisch und unheimlich aus.
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 7:05 am

Shayne schrack abermals auf. Mit großen Sprüngen stürmte sie zum Tiger und kletterte auf seinen Rücken.
"Lauf!"
Die Katze fauchte sie wütend an.
"Lauf schon!"
Sie drückte ihm die Hacken in den Bauch.
Mit einem Satz sprang die Katze über zwei Meter weit und stürmte dann weiter durch den Dschungel.
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 7:49 am

Der Untote kletterte weiter schnell nach oben. Er kam oben an und stellte fest, dass die Frau verschwunden war. Er sah unzufrieden aus und sah sich um. Der Boden am Flussufer wies die Spuren einer großen Raubkatze auf. Er betrachtete sie. Dann sah er zum Dschungel und betrachtete die Bäume die Sträucher und die anderen Pflanzen n der Umgebung. Er konnte schnell rennen, aber gegen eine solche Katze? Nein. Er würde sie jagen müssen. Der Elf schloss die Augen. Der Dschungel war ihm fremd geworden, aber der Instinkt in seinem ganzen Sein war beständig und auch jetzt vorhanden. Bedächtig strich er über die Pflanzen fühlte nach ihnen und musterte sie dann. Er blickte sich um und schließlich fing er an zu laufen. Er legte einen Dauerlauf hin und seine Augen, seine Ohren, ja selbst seine Nase witterten das große Tier. Er lief durch das dichte Grün des Waldes und hatte die Spur aufgenommen. Der Wald war seine Heimat und er würde ihm helfen zu seinem Ziel zu gelangen. Hier eine Spur, dort ein verknickter Blütenkelch, Kratzspuren auf offen liegenden Wurzeln und zerwühlte Erde. Es war, als würden ihn die Hinweise förmlich anspringen. Sein Weg ging über Stock und Stein und sein Körper versagte ihm den Dienst nicht. Blattwerk schlug ihm entgegen, doch er war so behände, als gehöre der Wald ihm. Er kletterte geschwind auf einen Baum und setzte den Weg fort, wo wollte das Tier mit seinem Reiter hin? Zurück zur Ruine? Ja… vielleicht.

Tatsächlich führte der verwunschene Dschungel die Menschenfrau zurück zur Grabstätte. Ob nun bewusst oder nicht, sie landete an der Ausgrabung und es war schon Dunkel. Dort angekommen fand sie ein verwüstetes Lager und eine unübersehbare Notiz mit Blut auf die Steinplatten geschrieben: „Wir haben dein Mädchen!“ Mit WIR konnte nur die Söldnertruppe gemeint sein, bei der sie fünf von ihnen angeheuert hatten. Sicherlich wollten sie Beute und Anteile… Wenn nicht gar alles. Fackeln erleuchteten diese Kundgabe. Der Krieger brauchte nicht lange, da er einen kürzeren Weg einschlug und trat nun aus dem Dickicht. Er überblickte den Ort ganz kurz und musterte dann die Raubkatze und die Frau. Dieses Mal blieb er weiter weg stehen und sah nur ausdruckslos zu ihr herüber. Wofür das alles?
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 8:59 am

Shayne war überrascht, dass sie wieder bei der Ruine angekommen waren. War das ein Teil des Fluches, oder hatte sie die vollkommen die Orientierung verloren? Sie hatte jetzt keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen, den ihr fielen die Spuren auf, die die anderen Söldner hinterlassen hatten. Sie hätte sich nicht mit ihnen einlassen sollen, sie war mal wieder unvorsichtig gewesen, aber diese Männer waren die einzigen, die bereit gewesen waren eine Expedition in diesen Teil des Dschungels zu leiten.
Und jetzt hatten diese Mistkerle auch noch ihre Tochter entführt.


Ein gleisendes Brennen glühte in ihrer Brust. Ihrem Gesicht schwand jegliche Freundlichkeit, jegliches Mitgefühl, jegliche Freude, jegliches Gespür für Harmonie. Mit ihrem Blick fest auf die Blutschrift gerichtet, stieg sie von dem Tiger und ging auf die Steinplatten zu. Der Tiger spürte ihre Rage und begann nervös zu Fauchen. Sicherheitshalber versuchte sie sich außer Reichweite zu bringen und sprang auf eine der hohen Mauern, ohne jedoch sie oder den anderen Menschen aus den Augen zu lassen. Sie legte sich an die Kante.

Wie in einem Automatismus suchte sie mit einer improvisierten Fackel in der Hand und nach weiteren Hinweisen darauf, ob das Blut von ihrer Tochter war oder ob sie anderweitig verletzt worden war. Es war noch nicht einmal sicher, dass sie überhaupt ihre Tochter hatten, schließlich hatte sie das Mädchen an einem sicheren Ort versteckt. Doch, Shayne war sich da sicher, noch bevor sie genau wusste wieso. Aber sie fand die Antwort darauf schnell. Neben dem Zugang zur Ruine lag die geschnitzte Figur eines Tigers mit abgebrochenem Kopf. Ohne zu zögern stürmte sie in die Ruine.

Die Vorkammer sah noch so aus wie sie glaubte es in Erinnerung gehabt zu haben. Die Leichen störten sie nun nicht mehr. Sie ignorierte das Blut und ging zielstrebig zur geöffneten Tür. Sie erinnerte sich nicht mehr wie sich die Steinplatte hatte öffnen lassen, aber das ein Untotes Wesen aus der Grabkammer gekommen war und dieses Massaker veranstalten hatte.
Plötzlich war sie sich wieder der Präsenz dieses Untoten bewusst, doch sollte er jetzt kommen und sie töten wollen, so würde sie sich zur wehr setzen. Während sie den Griff um die Fackel verstärkte, drehte sie ihren Kopf langsam über die Schulter nach hinten.
Ihre bernsteinfarbenen Augen leuchteten im Schein der Fackel rotgold auf.
"WAS?", schrie sie in seine Richtung. "WAS WILLST DU VON MIR!?"
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Mi Jun 29, 2016 9:32 am

Der Auferstandene musterte die Raubkatze und sah zu, wie die Frau zurück in sein Gefängnis ging. Er machte Anstalten, ihr zu folgen, doch blieb er noch mal stehen, als sie in dem gähnenden Dunkel verschwand. Noch einmal sah er zu dem Tiger und die majestätische Katze machte an ihm den Tod aus. Das Tier spürte regelrecht, dass mit ihm etwas nicht stimmte.
Er bewegte sich in den Höhleneingang. Sie war stehen geblieben und sie schon wütend zu sein. Ihr Gesicht zumindest deutete das an und ihr feuriger Blick sagte genau das Gleiche. Sie schrie ihn an, doch er verstand überhaupt nicht, was sie sagte. Er stand einfach nur da und musterte sie. Irgendwann jedoch legte er sich die Hand auf sein Gesicht und es sah aus, als habe er Kopfschmerzen. Er machte ein paar Schritte auf sie zu und dann blieb er wieder stehen. Er legte seine Hand nun an die Wand und strich mit den Fingern über das Relief. Fast behutsam ging er vor und seine Augen lasen die letzten Zeichen, die noch übrig waren. Doch dort standen lediglich Warnungen und irgendwas von einem Großen Unheil. Seine Gedanken waren noch immer unsortiert und die Zeit hatte dicke Wunden in seine Erinnerungen geschlagen. Er sagte ein bisschen abwesend: „Was ist geschehen? Wieso bin ich hier?“ Dann stach ihm dieses Wort ins Auge sein Name! JA! Das war sein Name! Ein bisschen ehrfürchtig und auch etwas Gedankenverloren sagte er leise: „Thû-Galad…“ Dann sah er wieder zu der Frau und schließlich wagte er noch einmal näher zu kommen. Sie sah… merkwürdig aus. Sie hatte komische Ohren und er erinnerte sich nicht daran, was ein Mensch war. Zu seiner Zeit waren sie so unwichtig, wild und fern gewesen, dass er sich nie um sie gekümmert hatte. Zu seiner Zeit? Er wusste ja nicht mal wann das war. All seine Gedanken vermischten sich zu brei und er sah nun wirklich ein wenig durch den Wind aus. Jetzt, wo er zur Ruhe gekommen war, fragte er sich vermutlich das gleiche, wie diese Frau. Was wollte er eigentlich von ihr? Er spürte nur eine enge Verbindung. Fast wie eine Vertrautheit.
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Shayne

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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Do Jun 30, 2016 12:01 am

Shayne verstand ein paar der Worte des Elfen. Ihr Unterbewusstsein hatte bereits alle Informationen verarbeitet und zu einem eindeutigen Entschluss gefasst. Sie musste es nur abrufen und hätte dann die Situation besser verstanden. Aber die momentane Situation ließ es nicht zu, das sie klar dachte.

Sie hob einen Faustgroßen Stein vom Boden auf und warf ihn im hohen Bogen in seine Richtung, verfehlte ihn jedoch um zwei Armspannen.

"Ich kann jetzt noch nicht sterben!", rief sie in seine Richtung. "Ich muss meine Tochter retten!"
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Do Jun 30, 2016 12:12 am

Der Bewohner des Grabes musste dem Stein nicht mal ausweichen, den die Frau warf. Verständnislos betrachtete er kurz den Brocken, der von der Wand abgeprallt war und wieder neben ihn rollte. Er beugte sich leicht hinab und hob ihn auf. Dann musterte ihn noch einmal und fand wohl nichts Ungewöhnliches daran, weshalb er ihn wieder fallen ließ. Es sah fast niedlich aus, wie er ihn hin und hergedreht hatte und schließlich sah er wieder zu der Frau. Er sagte: „Ich verstehe dich nicht.“ Doch ein Wort kam ihm irgendwie… bekannt und doch entstellt vor. „Toch..ter? Tochter?“ Was wollte sie sagen? Er hatte keine Kinder oder? Er war verwirrt. Vielleicht war es Zufall, dass das Wort wie Tochter klang, da die Worte sonst ja auch nicht seiner Sprache entsprachen.
Vielleicht sollte er es noch mal anders probieren. Er legte nun wieder die Hand auf die Brust und versuchte es noch mal mit seinem Namen. „Thû-Galad.“ Er klopfte dabei leicht auf seine Brust. Er sah sie fragend an. Vielleicht wusste sie wer er war und warum er hier war. Er war sich nur sicher, dass das sein Name war. Und irgendwas sagte ihm außerdem, dass diese Frau ihn hier hergeholt hatte und er ihr Gefolgschaft leisten müsste.
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Shayne

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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Do Jun 30, 2016 12:18 am

Shayne starrte ihn irritiert an.
Hatte er soeben in der alten Sprache gesprochen?
Er nannte ihr seinen Namen, unmissverständlich, denn er schlug sich dabei auf seinen Brustkorb.

Sie schaute zu ihrer Rechten zu dem Wandgemälde mit dem Roten Tod. Sie zeigte auf die Figur und wiederholte.
"Thû-Galad!"
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Do Jun 30, 2016 12:26 am

Die Kreatur folgte ihrem Fingerzeig. Sie deutete auf eines der Reliefs. Es zeigte einen Mann auf einem Berg von Leichen. Es zeigte Thû-Galad… auf einem Berg von Leichen. Der Mann war rot bemalt, obwohl es schon sehr verblasst war. Wohingegen das schwarz der Leichen unverkennbar war. Der Stehende hatte ein Schwert in der Hand, was er gen Himmel hob und auch eine Rüstung an, die kein Symbol aufwies. Aber er hatte etwas wie ein Diadem auf der Stirn. Er sah wieder zu ihr und kam nun so dicht, dass er nur noch zwei Schritte entfernt war. Er nickte und legte wieder die Hand auf die Brust. Dann ging er wieder auf ein Knie herab und sah zu ihr auf. Wieder fragte er: „Wieso bin ich hier?“
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Shayne

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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Do Jun 30, 2016 2:21 am

Shayne wich unbewusst mit ihrem Kopf und Oberkörper ein wenig nach hinten.
Jetzt verstand sie endlich, dass er nicht versucht hatte ihr ein Haar zu krümmen, ganz im Gegenteil sogar hatte er sie vor dem Überfall der Söldner gerettet, sie vor dem Sturz bewahrt, zumindest kurzfristig, und in den Strömungen geholfen.

Was hatte er gerade gesagt?
Sie kramte ihr kleines Notizbuch wieder aus der Tasche und blätterte an die letzten Seiten.
"Aro..., Are..., Ari... Le-Ben?"
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Thû-Galad
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BeitragThema: Re: Reich des Vergessens – Thinna’Arda   Do Jun 30, 2016 2:35 am

Der Elf sah kniend zu der Frau auf, die etwas vor ihm zurückwich. Er konnte nun auch endlich begreifen, was es war, dass sie zum Rennen getrieben hatte. Sie hatte Angst. Vor ihm. Doch nun wich das Gefühl mehr oder Minder und etwas anders machte sich in ihrem Herzen breit. Sie holte ein Buch hervor. Es war nicht sehr gut gearbeitet, nicht mit Silber beschlagen oder verziert und sah eher schäbig als schön aus. Der Erstandene wunderte sich. Er empfand das Buch als unschön, aber ein echter Gedanken an Schönheit kam ihm auch nicht. Was war schön? Er lauschte ihren Sprachversuchen und schließlich brachte sie ein schlecht betontes Wort hervor. Es klang nicht wie eine Aussage sondern, wie eine Frage.
Er bewegte sich keinen Finger breit, weil er irgendwie nicht wollte, dass sie wieder weg rannte. Wie sollte er darauf antworten? „Ich werde dir nicht das Leben nehmen.“ Blieb zu hoffen dass sie es verstand.
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